Teil 1: Culinary Practices als praktische Anwendung der Daseinsvorsorge in Privathaushalten
Weltweite Ressourcenknappheit in Verbindung mit dem Klimawandel und geopolitischen Entwicklungen erfordern ein verändertes Konsumverhalten der privaten Haushalte. Inwieweit VerbraucherInnen über eigene Ressourcen, Fähigkeiten und Kompetenzen – sog. Culinary Practices – verfügen, um ihr Verhalten anzupassen und zu welchem Maß sie dies tatsächlich tun, ist dabei unklar. Um dies zu erforschen, müssen eindeutige Begrifflichkeiten und passende Methoden gefunden werden, die das Handeln in Haushalten beleuchten. In diesem Artikel werden zunächst die theoretischen Grundlagen der sog. Culinary Practices erläutert. In weiteren Teilen ab 2023 sollen anhand empirischer Studien die Erkenntnisse über solche Culinary Practices in deutschen und schweizerischen Privathaushalten vertieft werden.
Hintergrund
Energiekrise und Ressourcenknappheit
Seit dem Angriff Russlands am 24. Februar 2022 auf die Ukraine haben sich weltweite Verknappungen von Primärenergie, Speiseölen, Weizen, Mais, Düngemittel entwickelt. Im Hinblick auf Energiesparmaßnahmen und einen insgesamt ressourcenschonenden Umgang mit verfügbaren Mitteln werden vor dem drohenden Energiemangel und dem Stopp von Gaslieferungen intensive Diskussionen geführt (vgl. z. B. [1]). Die Bevölkerung wird aufgefordert, Energie zu sparen, eine nachhaltigere Lebensweise zu praktizieren und auch den Fleischkonsum zu verringern. Wie allerdings diese Konzepte einer nachhaltigeren Ernährungsweise im Privathaushalt umgesetzt werden können bzw. welche Praktiken Privathaushalte dazu entwickeln oder entwickelt haben, wird bislang in der Forschung wenig beleuchtet. …




