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Peer-Review-Verfahren | Eingereicht: 16.03.2015 | Angenommen: 19.01.2016

Ein systematisches Review


Einleitung


Das Internet ist obligatorischer Bestandteil der heutigen Medienlandschaft. Während im Jahr 2000 28,6 % der deutschen Bevölkerung ab einem Alter von 14 Jahren das Internet gelegentlich nutzten, waren es Ende 2014 bereits 79,1 % [1]. Damit stieg auch die Nutzung Sozialer Medien1 (• Übersicht 1).

Unter den 14- bis 29-jährigen Internetnutzern sind fast alle (90 %) in einem oder mehreren Sozialen Netzwerken angemeldet [2]. Allein Facebook nutzen in Deutschland jeden Tag 19 Mio. Menschen. Damit erzielt Facebook eine größere Reichweite als die drei größten Tageszeitungen Deutschlands zusammengenommen [3]. Die eigene Produktion von Inhalten und Interaktion, basierend auf einer selbstorganisierten, nicht hierarchischen Arbeitsweise, steht in Sozialen Medien im Vordergrund [4]. Für die Ernährungs- und Gesundheitswissenschaft verändert sich damit bereits, wie in der Bevölkerung über Ernährung kommuniziert wird.

Zusammenfassung


Das systematische Review untersuchte die Kommunikation über Ernährung in Sozialen Medien. Dabei galt es, die wesentlichen kommunizierten Inhalte sowie Kommunikationsstrukturen zu erfassen. Aus neun Datenbanken konnten elf Studien eingeschlossen werden. Für diese Veröffentlichung wurden zwei Themenbereiche ausgewählt: Die Kommunikation über „gesunde Ernährung“ zeichnete sich v. a. durch rigide Ernährungsvorschriften und deren strenge Umsetzung aus, wohingegen die Sozialen Netzwerke zu „Übergewicht und Abnehmen“ v. a. von sozialer Unterstützung geprägt waren. Zu den identifizierten Kommunikationsstrukturen zählten Demokratisierung von Ernährungswissen und damit eine starke Beeinflussung des Experten-Laien-Verhältnisses. Organisationen und Experten sind aufgerufen, sich stärker zu beteiligen und eine begleitende Rolle einzunehmen. Hierfür sind ein geschulter Umgang mit Sozialen Medien sowie weitere Forschung notwendig.

Schlüsselwörter: Soziale Medien, Food Blogs, Internet, gesunde Ernährung, Übergewicht, Abnehmen, Gewichtsreduktion, Kommunikation




Peer-reviewed | Manuscript received: March 16, 2015 | Revision accepted: January 19, 2016

Communication on healthy diet and weight loss in food blogs and other social media


A systematic review


Introduction


The internet is an integral part of today's media landscape. While in 2000 28.6% of the German population from the age of 14 years used the internet occasionally, by the end of 2014 their percentage had risen to 79.1% [1]. This also increased the use of social media1 (• Overview 1).


Among 14- to 29-year-old internet users, almost everybody (90%) has an account in one or more social networks [2]. Facebook alone is used in Germany by 19 million people every day. Thus, Facebook reaches more people than the three largest daily newspapers in Germany taken together [3]. The production of content and interaction, based on a self-organized, non-hierarchical operation is typical of social media [4]. Accordingly, for Nutrition and Health Science the way people communicate regarding nutrition is changing.

Summary


This systematic review examines communication on nutrition in social media. The aim of the study was to identify essential communicated contents and communication structures. Nine databases were used and eleven studies were found to be relevant. For this publication two issues were selected: Communication on “healthy diet” was characterized mainly by rigid dietary requirements and their strict implementation, whereas the social networks on “overweight and losing weight” were especially characterized by social support. The identified communication structures included democratization of nutritional knowledge and thus a strong influence on the expert-layman-relationship. Organizations and experts are called upon to become more involved and should play more of a supporting role. For this, social-media-trainings for experts and more research is needed.

Keywords: social media, nutrition, food blogs, healthy diet, overweight, weight loss, communication




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 04/16 von Seite M208 bis M215.




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Peer-Review-Verfahren | Eingereicht: 16.03.2015 | Angenommen: 19.01.2016

Ein systematisches Review


Einleitung


Das Internet ist obligatorischer Bestandteil der heutigen Medienlandschaft. Während im Jahr 2000 28,6 % der deutschen Bevölkerung ab einem Alter von 14 Jahren das Internet gelegentlich nutzten, waren es Ende 2014 bereits 79,1 % [1]. Damit stieg auch die Nutzung Sozialer Medien1 (• Übersicht 1).

Unter den 14- bis 29-jährigen Internetnutzern sind fast alle (90 %) in einem oder mehreren Sozialen Netzwerken angemeldet [2]. Allein Facebook nutzen in Deutschland jeden Tag 19 Mio. Menschen. Damit erzielt Facebook eine größere Reichweite als die drei größten Tageszeitungen Deutschlands zusammengenommen [3]. Die eigene Produktion von Inhalten und Interaktion, basierend auf einer selbstorganisierten, nicht hierarchischen Arbeitsweise, steht in Sozialen Medien im Vordergrund [4]. Für die Ernährungs- und Gesundheitswissenschaft verändert sich damit bereits, wie in der Bevölkerung über Ernährung kommuniziert wird.

Zusammenfassung


Das systematische Review untersuchte die Kommunikation über Ernährung in Sozialen Medien. Dabei galt es, die wesentlichen kommunizierten Inhalte sowie Kommunikationsstrukturen zu erfassen. Aus neun Datenbanken konnten elf Studien eingeschlossen werden. Für diese Veröffentlichung wurden zwei Themenbereiche ausgewählt: Die Kommunikation über „gesunde Ernährung“ zeichnete sich v. a. durch rigide Ernährungsvorschriften und deren strenge Umsetzung aus, wohingegen die Sozialen Netzwerke zu „Übergewicht und Abnehmen“ v. a. von sozialer Unterstützung geprägt waren. Zu den identifizierten Kommunikationsstrukturen zählten Demokratisierung von Ernährungswissen und damit eine starke Beeinflussung des Experten-Laien-Verhältnisses. Organisationen und Experten sind aufgerufen, sich stärker zu beteiligen und eine begleitende Rolle einzunehmen. Hierfür sind ein geschulter Umgang mit Sozialen Medien sowie weitere Forschung notwendig.

Schlüsselwörter: Soziale Medien, Food Blogs, Internet, gesunde Ernährung, Übergewicht, Abnehmen, Gewichtsreduktion, Kommunikation




Peer-reviewed | Manuscript received: March 16, 2015 | Revision accepted: January 19, 2016

Communication on healthy diet and weight loss in food blogs and other social media


A systematic review


Introduction


The internet is an integral part of today's media landscape. While in 2000 28.6% of the German population from the age of 14 years used the internet occasionally, by the end of 2014 their percentage had risen to 79.1% [1]. This also increased the use of social media1 (• Overview 1).


Among 14- to 29-year-old internet users, almost everybody (90%) has an account in one or more social networks [2]. Facebook alone is used in Germany by 19 million people every day. Thus, Facebook reaches more people than the three largest daily newspapers in Germany taken together [3]. The production of content and interaction, based on a self-organized, non-hierarchical operation is typical of social media [4]. Accordingly, for Nutrition and Health Science the way people communicate regarding nutrition is changing.

Summary


This systematic review examines communication on nutrition in social media. The aim of the study was to identify essential communicated contents and communication structures. Nine databases were used and eleven studies were found to be relevant. For this publication two issues were selected: Communication on “healthy diet” was characterized mainly by rigid dietary requirements and their strict implementation, whereas the social networks on “overweight and losing weight” were especially characterized by social support. The identified communication structures included democratization of nutritional knowledge and thus a strong influence on the expert-layman-relationship. Organizations and experts are called upon to become more involved and should play more of a supporting role. For this, social-media-trainings for experts and more research is needed.

Keywords: social media, nutrition, food blogs, healthy diet, overweight, weight loss, communication




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 04/16 von Seite M208 bis M215.


Kommunikation zu gesunder Ernährung und Abnehmen in Food Blogs und anderen Sozialen Medien

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Peer-Review-Verfahren | Eingereicht: 16.03.2015 | Angenommen: 19.01.2016

Ein systematisches Review
Einleitung

Das Internet ist obligatorischer Bestandteil der heutigen Medienlandschaft. Während im Jahr 2000 28,6 % der deutschen Bevölkerung ab einem Alter von 14 Jahren das Internet gelegentlich nutzten, waren es Ende 2014 bereits 79,1 % [1]. Damit stieg auch die Nutzung Sozialer Medien1 (• Übersicht 1).

Unter den 14- bis 29-jährigen Internetnutzern sind fast alle (90 %) in einem oder mehreren Sozialen Netzwerken angemeldet [2]. Allein Facebook nutzen in Deutschland jeden Tag 19 Mio. Menschen. Damit erzielt Facebook eine größere Reichweite als die drei größten Tageszeitungen Deutschlands zusammengenommen [3]. Die eigene Produktion von Inhalten und Interaktion, basierend auf einer selbstorganisierten, nicht hierarchischen Arbeitsweise, steht in Sozialen Medien im Vordergrund [4]. Für die Ernährungs- und Gesundheitswissenschaft verändert sich damit bereits, wie in der Bevölkerung über Ernährung kommuniziert wird.

Zusammenfassung

Das systematische Review untersuchte die Kommunikation über Ernährung in Sozialen Medien. Dabei galt es, die wesentlichen kommunizierten Inhalte sowie Kommunikationsstrukturen zu erfassen. Aus neun Datenbanken konnten elf Studien eingeschlossen werden. Für diese Veröffentlichung wurden zwei Themenbereiche ausgewählt: Die Kommunikation über „gesunde Ernährung“ zeichnete sich v. a. durch rigide Ernährungsvorschriften und deren strenge Umsetzung aus, wohingegen die Sozialen Netzwerke zu „Übergewicht und Abnehmen“ v. a. von sozialer Unterstützung geprägt waren. Zu den identifizierten Kommunikationsstrukturen zählten Demokratisierung von Ernährungswissen und damit eine starke Beeinflussung des Experten-Laien-Verhältnisses. Organisationen und Experten sind aufgerufen, sich stärker zu beteiligen und eine begleitende Rolle einzunehmen. Hierfür sind ein geschulter Umgang mit Sozialen Medien sowie weitere Forschung notwendig.

Schlüsselwörter: Soziale Medien, Food Blogs, Internet, gesunde Ernährung, Übergewicht, Abnehmen, Gewichtsreduktion, Kommunikation


Peer-reviewed | Manuscript received: March 16, 2015 | Revision accepted: January 19, 2016

Communication on healthy diet and weight loss in food blogs and other social media
A systematic review
Introduction
The internet is an integral part of today’s media landscape. While in 2000 28.6% of the German population from the age of 14 years used the internet occasionally, by the end of 2014 their percentage had risen to 79.1% [1]. This also increased the use of social media1 (• Overview 1).

Among 14- to 29-year-old internet users, almost everybody (90%) has an account in one or more social networks [2]. Facebook alone is used in Germany by 19 million people every day. Thus, Facebook reaches more people than the three largest daily newspapers in Germany taken together [3]. The production of content and interaction, based on a self-organized, non-hierarchical operation is typical of social media [4]. Accordingly, for Nutrition and Health Science the way people communicate regarding nutrition is changing.

Summary

This systematic review examines communication on nutrition in social media. The aim of the study was to identify essential communicated contents and communication structures. Nine databases were used and eleven studies were found to be relevant. For this publication two issues were selected: Communication on “healthy diet” was characterized mainly by rigid dietary requirements and their strict implementation, whereas the social networks on “overweight and losing weight” were especially characterized by social support. The identified communication structures included democratization of nutritional knowledge and thus a strong influence on the expert-layman-relationship. Organizations and experts are called upon to become more involved and should play more of a supporting role. For this, social-media-trainings for experts and more research is needed.

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Artikelfakten

Veröffentlicht: 15.04.2016

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