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Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 19.12.2025; Überarbeitung angenommen: 25.02.2026
Einleitung
Eine ketogene Diät (kD) ist eine sehr fettreiche und gleichzeitig stark kohlenhydratarme Ernährungsform [1]. Im Rahmen klassischer kD wird hierbei die ketogene Ratio, d. h. das Verhältnis von Fett zu Kohlenhydraten plus Protein, definiert. Traditionell weist die klassische Form von kD ein Verhältnis von 3:1 oder 4:1 auf, sodass ca. 87–90 % der Gesamtenergie aus Fett stammen [2]. Im Rahmen einer Ernährungstherapie können verschiedene Formen einer kD zum Einsatz kommen, die unterschiedliche Makronährstoffverhältnisse von Fett, Protein und Kohlenhydraten aufweisen und sich dementsprechend in ihrer Restriktivität unterscheiden [1, 2]. Derzeit existieren in diesem Zusammenhang vier große diätetische Ansätze, wozu die klassische kD (kkD), die Modified Atkins Diet (MAD), die Medium-Chain-Triglyceride ketogenic Diet (MCT-kD) und das Low-Glycemic Index-Treatment (LGIT) zählen [3].
Hauptindikation für die Durchführung einer kD sind gemäß S1-Leitline pharmakoresistente sowie schwer behandelbare Epilepsien im Kindes- und Jugendalter. Auch im Erwachsenenalter werden sie bei pharmakoresistenten Epilepsien zunehmend eingesetzt [4]. Hintergrund des Einsatzes ist hierbei, dass eine kD die Häufigkeit und Schwere von Anfällen reduzieren [1] und zu einer Anfallsreduktion von > 90 % führen kann [5]. Die kD stellt außerdem die Therapie der Wahl bei Glucose-Transporter-1-Defekt (GLUT1-Defekt) und Pyruvat-Dehydrogenase (PDH)-Mangel dar [4]. Unabhängig vom diätetischen Ansatz und der Indikation sind kD sehr strenge und zeitaufwändige ernährungstherapeutische Interventionen. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass zu den häufigen Gründen einer niedrigen Adhärenz u. a. alltägliche Einschränkungen, Schwierigkeiten bei der Mahlzeitenzubereitung und eine resultierende mangelnde Motivation zählen [6]. In diesem Zusammenhang können sich handelsübliche ketogene Ersatzprodukte (kEP) bei der Durchführung einer kD als vorteilhaft erweisen [7]. Diese sind zwar nicht zwangsläufig für die Durchführung der Diät erforderlich, können allerdings den Alltag für durchführende Personen bzw. deren Familien erleichtern [8]. …
Abstract
Ketogene Diäten (kD) stellen eine leitliniengerechte Option bei pharmakoresistenter Epilepsie und bestimmten Stoffwechselstörungen dar. Durch ihre starke Kohlenhydratrestriktion und den hohen Fettanteil besteht die Gefahr einer unzureichenden Mikronährstoffzufuhr. Handelsübliche ketogene Ersatzprodukte (kEP) können die praktische Umsetzung erleichtern und die Versorgungssituation beeinflussen. Für zehn Altersgruppen wurden optimierte 3-Tages-Ernährungspläne in den ketogenen Ratios 1:1, 2:1 und 3:1 erstellt und hinsichtlich ihrer Mikronährstoffzufuhr analysiert. Die ermittelten Aufnahmemengen wurden mit den Referenzwerten der DGE/ÖGE verglichen, wobei Abweichungen von mehr als fünf Prozent als potenziell kritisch eingestuft wurden. In der Ratio 1:1 erfüllten bei Kindern und Jugendlichen 24 von 26 und bei Erwachsenen 22 von 26 Nährstoffen mindestens 95 % der Referenzwerte. Für die Ratio 2:1 traf dies auf 20 bzw. 21 von 26 Nährstoffen zu. Bei der restriktivsten Ratio 3:1 lagen in beiden Alterskategorien jeweils 17 von 26 Nährstoffen innerhalb des definierten Zielbereichs. Zu den Nährstoffen, die je nach Ratio und Altersgruppe häufiger unterhalb der Referenzwerte verblieben, zählten u. a. Vitamin D, Vitamin B1, Vitamin B12, Pantothensäure, Kalium, Zink, Eisen und Fluorid. Insgesamt zeigte sich, dass auch bei Verwendung handelsüblicher kEP keine vollständige Bedarfsdeckung erreicht wurde und die Zahl potenziell kritischer Nährstoffe mit zunehmender diätetischer Strenge anstieg. Eine gezielte Supplementierung kann daher, abhängig von Ratio und Altersgruppe, als erforderlich angesehen werden.
Den vollständigen Artikel finden Sie bald auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 10/2026.
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