Auch wer in den letzten Wochen nicht mit der Bahn aufgrund von IT- oder Gleisproblemen im überhitzten Zug festsaß, wird sicherlich bei dieser Headline stutzig werden, sorgt die Bahn seit Jahren doch eher für die Erhitzung der Gemüter und der Körpertemperatur. Aber wenn Sie einmal nach Kühlmittel + Bahn bei der Suchmaschine Ihres Vertrauens suchen, werden Sie schnell auf die kulinarische Schreckensmeldung dieses Sommers stoßen: Schon bald wird es in den Bordbistros keine Pommes frites und keine Eiswürfel für Getränke mehr geben [1, 2]. Hintergrund ist die EU-Verordnung 2024/573 des Europäischen Parlaments [3], nach der mit Übergangsfristen klimaschädliche Kältemittel mit fluorierten Gasen in Kühlgeräten und Klimaanlagen durch weniger problematische Kältemittel wie Propangas ersetzt werden. Bei der ohnehin von Infrastrukturproblemen betroffenen Bahn ist der Ersatz der Tiefkühlgeräte technisch wohl so schwierig, dass man einstweilen auf Tiefkühlware wie Pommes verzichtet. Kartoffeln aus Sackware schälen, waschen und schnippeln im ICE war wohl – als neuer Verspätungsgrund – keine Option. „Der Mensch ist das einzige Wesen, das im Fliegen eine warme Mahlzeit einnehmen kann“, hat Loriot einmal sinniert. Stimmt, aber fast alle Speisen, die für Reisende in der Mikrowelle oder Konvektionsöfen erwärmt werden, haben eine ausgefeilte Tiefkühlkette hinter sich. Bei Großhändlern, Lebensmittel-Logistikern und im Handel läuft derzeit bereits seit längerem eine Umrüstung auf weniger problematische Kühlgeräte. Ein hoher finanzieller Aufwand. So groß, dass der Schwarzmarkt mit den alten, verbotenen Kältemitteln boomt – mit Gewinnmargen wie im Rauschgifthandel [4, 5]. Wenn also Pommes für das Wohlbefinden der Bahnreisenden unverzichtbar sind (die zahlreichen Meldungen zum Thema lassen das vermuten), wird man die Kartoffelstäbchen vielleicht bald selbst per Kühltasche im Reisegepäck mitbringen und bei der Ticketbuchung zwischen Fensterplatz, ausgeleierter Ladebuchse für Handy und Notebook oder (in der ersten Klasse!) Anschlussplätzen für die Heißluftfritteuse entscheiden können oder der Lieferdienst bringt´s per Drohne an den Platz, wenn der Zug eh mal wieder steht … Behalten Sie einen kühlen Kopf, Ihr Udo Maid-Kohnert _________________ Literatur (last accessed on 28 July 2026)
  1. www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/bahn-bistro-pommes-eu-100.html
  2. www.chip.de/news/hobby-freizeit/keineeiswuerfel-und-pommes-mehr-im-bordbistro-warum-die-bahn-beliebte-speisen-vonder-liste-streicht_6a66659b-b5cf-49ba858f-7220b7da2545.html
  3. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=OJ:L_202400573
  4. www.kka-online.info/artikel/kka_Der_Kaeltemittel-_Schwarzmarkt_blueht-3556908.html
  5. https://landwirtschaft.hessen.de/presse/organisierte-klimakriminalitaet-und-den-illegalen-handel-mit-f-gasen-entschlossen-bekaempfen

Diesen Artikel sowie eine Vorschau auf das nächste Heft finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 8/2026 auf Seite M504.
Auch wer in den letzten Wochen nicht mit der Bahn aufgrund von IT- oder Gleisproblemen im überhitzten Zug festsaß, wird sicherlich bei dieser Headline stutzig werden, sorgt die Bahn seit Jahren doch eher für die Erhitzung der Gemüter und der Körpertemperatur. Aber wenn Sie einmal nach Kühlmittel + Bahn bei der Suchmaschine Ihres Vertrauens suchen, werden Sie schnell auf die kulinarische Schreckensmeldung dieses Sommers stoßen: Schon bald wird es in den Bordbistros keine Pommes frites und keine Eiswürfel für Getränke mehr geben [1, 2].
Auch wer in den letzten Wochen nicht mit der Bahn aufgrund von IT- oder Gleisproblemen im überhitzten Zug festsaß, wird sicherlich bei dieser Headline stutzig werden, sorgt die Bahn seit Jahren doch eher für die Erhitzung der Gemüter und der Körpertemperatur. Aber wenn Sie einmal nach Kühlmittel + Bahn bei der Suchmaschine Ihres Vertrauens suchen, werden Sie schnell auf die kulinarische Schreckensmeldung dieses Sommers stoßen: Schon bald wird es in den Bordbistros keine Pommes frites und keine Eiswürfel für Getränke mehr geben [1, 2]. Hintergrund ist die EU-Verordnung 2024/573 des Europäischen Parlaments [3], nach der mit Übergangsfristen klimaschädliche Kältemittel mit fluorierten Gasen in Kühlgeräten und Klimaanlagen durch weniger problematische Kältemittel wie Propangas ersetzt werden. Bei der ohnehin von Infrastrukturproblemen betroffenen Bahn ist der Ersatz der Tiefkühlgeräte technisch wohl so schwierig, dass man einstweilen auf Tiefkühlware wie Pommes verzichtet. Kartoffeln aus Sackware schälen, waschen und schnippeln im ICE war wohl – als neuer Verspätungsgrund – keine Option. „Der Mensch ist das einzige Wesen, das im Fliegen eine warme Mahlzeit einnehmen kann“, hat Loriot einmal sinniert. Stimmt, aber fast alle Speisen, die für Reisende in der Mikrowelle oder Konvektionsöfen erwärmt werden, haben eine ausgefeilte Tiefkühlkette hinter sich. Bei Großhändlern, Lebensmittel-Logistikern und im Handel läuft derzeit bereits seit längerem eine Umrüstung auf weniger problematische Kühlgeräte. Ein hoher finanzieller Aufwand. So groß, dass der Schwarzmarkt mit den alten, verbotenen Kältemitteln boomt – mit Gewinnmargen wie im Rauschgifthandel [4, 5]. Wenn also Pommes für das Wohlbefinden der Bahnreisenden unverzichtbar sind (die zahlreichen Meldungen zum Thema lassen das vermuten), wird man die Kartoffelstäbchen vielleicht bald selbst per Kühltasche im Reisegepäck mitbringen und bei der Ticketbuchung zwischen Fensterplatz, ausgeleierter Ladebuchse für Handy und Notebook oder (in der ersten Klasse!) Anschlussplätzen für die Heißluftfritteuse entscheiden können oder der Lieferdienst bringt´s per Drohne an den Platz, wenn der Zug eh mal wieder steht … Behalten Sie einen kühlen Kopf, Ihr Udo Maid-Kohnert _________________ Literatur (last accessed on 28 July 2026)
  1. www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/bahn-bistro-pommes-eu-100.html
  2. www.chip.de/news/hobby-freizeit/keineeiswuerfel-und-pommes-mehr-im-bordbistro-warum-die-bahn-beliebte-speisen-vonder-liste-streicht_6a66659b-b5cf-49ba858f-7220b7da2545.html
  3. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=OJ:L_202400573
  4. www.kka-online.info/artikel/kka_Der_Kaeltemittel-_Schwarzmarkt_blueht-3556908.html
  5. https://landwirtschaft.hessen.de/presse/organisierte-klimakriminalitaet-und-den-illegalen-handel-mit-f-gasen-entschlossen-bekaempfen

Diesen Artikel sowie eine Vorschau auf das nächste Heft finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 8/2026 auf Seite M504.

Nachschlag 8/2026: Kühlmittel Bahn

Auch wer in den letzten Wochen nicht mit der Bahn aufgrund von IT- oder Gleisproblemen im überhitzten Zug festsaß, wird sicherlich bei dieser Headline stutzig werden, sorgt die Bahn seit Jahren doch eher für die Erhitzung der Gemüter und der Körpertemperatur. Aber wenn Sie einmal nach Kühlmittel + Bahn bei der Suchmaschine Ihres Vertrauens suchen, werden Sie schnell auf die kulinarische Schreckensmeldung dieses Sommers stoßen: Schon bald wird es in den Bordbistros keine Pommes frites und keine Eiswürfel für Getränke mehr geben [1, 2].

Hintergrund ist die EU-Verordnung 2024/573 des Europäischen Parlaments [3], nach der mit Übergangsfristen klimaschädliche Kältemittel mit fluorierten Gasen in Kühlgeräten und Klimaanlagen durch weniger problematische Kältemittel wie Propangas ersetzt werden. Bei der ohnehin von Infrastrukturproblemen betroffenen Bahn ist der Ersatz der Tiefkühlgeräte technisch wohl so schwierig, dass man einstweilen auf Tiefkühlware wie Pommes verzichtet. Kartoffeln aus Sackware schälen, waschen und schnippeln im ICE war wohl – als neuer Verspätungsgrund – keine Option.
„Der Mensch ist das einzige Wesen, das im Fliegen eine warme Mahlzeit einnehmen kann“, hat Loriot einmal sinniert. Stimmt, aber fast alle Speisen, die für Reisende in der Mikrowelle oder Konvektionsöfen erwärmt werden, haben eine ausgefeilte Tiefkühlkette hinter sich. Bei Großhändlern, Lebensmittel-Logistikern und im Handel läuft derzeit bereits seit längerem eine Umrüstung auf weniger problematische Kühlgeräte. Ein hoher finanzieller Aufwand. So groß, dass der Schwarzmarkt mit den alten, verbotenen Kältemitteln boomt – mit Gewinnmargen wie im Rauschgifthandel [4, 5].
Wenn also Pommes für das Wohlbefinden der Bahnreisenden unverzichtbar sind (die zahlreichen Meldungen zum Thema lassen das vermuten), wird man die Kartoffelstäbchen vielleicht bald selbst per Kühltasche im Reisegepäck mitbringen und bei der Ticketbuchung zwischen Fensterplatz, ausgeleierter Ladebuchse für Handy und Notebook oder (in der ersten Klasse!) Anschlussplätzen für die Heißluftfritteuse entscheiden können oder der Lieferdienst bringt´s per Drohne an den Platz, wenn der Zug eh mal wieder steht …

Behalten Sie einen kühlen Kopf,

Ihr Udo Maid-Kohnert

_________________

Literatur (last accessed on 28 July 2026)

  1. www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/bahn-bistro-pommes-eu-100.html
  2. www.chip.de/news/hobby-freizeit/keineeiswuerfel-und-pommes-mehr-im-bordbistro-warum-die-bahn-beliebte-speisen-vonder-liste-streicht_6a66659b-b5cf-49ba858f-7220b7da2545.html
  3. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=OJ:L_202400573
  4. www.kka-online.info/artikel/kka_Der_Kaeltemittel-_Schwarzmarkt_blueht-3556908.html
  5. https://landwirtschaft.hessen.de/presse/organisierte-klimakriminalitaet-und-den-illegalen-handel-mit-f-gasen-entschlossen-bekaempfen


Diesen Artikel sowie eine Vorschau auf das nächste Heft finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 8/2026 auf Seite M504.

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Rubrik: Nachschlag
Veröffentlicht: 12.08.2026

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