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Grund für die hohe Nitratbelastung sind im Zuge der intensiven Tierhaltung auf den Feldern ausgebrachte Gülle und Mist sowie hohe Einträge der im konventionellen Pflanzenanbau verwendeten Mineraldünger. Wasserversorger versuchen bereits heute, das Wasser zu schützen, indem sie die darüber liegenden Flächen selbst pachten, Brunnen verlagern oder belastetes mit unbelastetem Wasser mischen. Diese Kosten fließen bereits in den Trinkwasserpreis mit ein. Neuregelungen in der Düngeverordnung sollen die Belastungen künftig so weit senken, dass den Trinkwasserkunden die teure Aufbereitung erspart bleibt. „Falls sich diese Belastungen nicht verringern, müssten weitere und strengere Auflagen für die Landwirtschaft erfolgen“ so Maria krautZberger, Präsidentin des UBA.
Kommentar der Redaktion: (stg) Die Nitratbelastung unseres Grundwassers durch die in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzten Mineraldünger und die intensive Tiermast mit hohem Aufkommen an Gülle und Mist verdeutlicht die Problematik der externen Kosten der industriellen Landwirtschaft: Die Kosten der Überdüngung werden von den Wasserkunden bzw. Steuerzahlern bezahlt, nicht von den Verursachern. Bio-Landwirtschaft versucht bspw. durch Kreislaufwirtschaft, Erhalt der Artenvielfalt und Verzicht auf Mineraldünger die externen Effekte und somit externen Kosten der Erzeugung möglichst gering zu halten. Dieser Aufwand bedingt einen Teil der höheren Preise von Bio-Produkten. Wären solche externen Kosten im Produktpreis von konventionell erzeugten Waren enthalten, wäre der Preisunterschied zwischen ökologisch und konventionell produzierten Lebensmitteln deutlich geringer und die Last der externen Kosten gerechter verteilt.
Die Reinigung von mit Nitrat belastetem Grundwasser kann in Deutschland zwischen 580 und 767 Mio. € pro Jahr kosten – Maßnahmen zur novellierten Düngeverordnung kosten die Landwirtschaft nur bis zu 111,7 Mio. €/Jahr, also nur einen Bruchteil dessen, den die betroffenen Trinkwasserkunden zu bezahlen hätten.
Quelle: UBA, Pressemeldung vom 09.06.2017