Welche Lebensmittel sollten bei der Kleinkindernährung gemieden werden? © dragana991/iStock/Getty Images Plus

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Kleine Stücke erhöhen das Aspirationsrisiko


Kleinkinder reden häufig während des Kauens und ihr Kauvermögen ist stark eingeschränkt, solange die Backenzähne noch fehlen. Daher können sie sich v. a. an ganzen oder nur grob zerkleinerten Nüssen leicht verschlucken. Das gleiche gilt für andere kleine harte Lebensmittelstückchen wie rohe Möhrenstückchen und auch kleine Beerenfrüchte. Zur Verringerung des Aspirationsrisikos sollten solche Lebensmittel daher kindgerecht zerkleinert werden, z. B. durch Reiben oder Pürieren. Studien zeigen, dass bei Kleinkindern Lebensmittel zu den am häufigsten aspirierten Objekten gehören. In der Praxis hat sich gezeigt, dass Kleinkinder z. B. besser den ganzen Apfel zum „Abnagen“ bekommen sollten als kleine Apfelstücke, an denen sie sich verschlucken können.

Beispiele für Lebensmittel, an denen sich Kleinkinder leicht verschlucken können:

• Nüsse und Samen

• kleine Beeren

• ganze Weintrauben mit Kernen

• Hülsenfrüchte

• rohes Wurzelgemüse (im Ganzen oder in Stücken)

• Fisch mit Gräten

• große Fleischstücke

• harte Lutschbonbons, Kügelchen von Bubble Tea und Kaugummis.

Grundsätzlich sollten diese Lebensmittel nicht in der Reichweite von Kleinkindern stehen. Nüsse können z. B. in Form von Nuss-Mus (ohne Zucker und weiteren Zusatz von Fett) auf den Tisch kommen.

Keine rohen tierischen Lebensmittel


Bei Kleinkindern ist die Immunabwehr noch nicht vollständig ausgereift. V. a. rohe tierische Lebensmittel können manchmal mit Krankheitserregern wie Salmonellen, Campylobacter, Yersinien und enterohämorrhagischen Escherichia coli (EHEC) belastet sein. Sie zählen zu den häufigsten Auslösern von Lebensmittelinfektionen im Kleinkindalter. Bei kleinen Kindern kann eine solche Infektion mitunter schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.

Zum Schutz vor Lebensmittelinfektionen sollen Kleinkinder daher keine rohen tierischen Lebensmittel essen:

• Milch, Käse und daraus hergestellte Produkte mit der Aufschrift „Rohmilch“ oder „mit Rohmilch hergestellt“,

• rohes Fleisch (z. B. Mett oder Hackepeter), Rohwurst (z. B. Salami, Teewurst oder Cervelatwurst) und nicht durchgebratenes Fleisch,

• roher Fisch (z. B. in Sushi) und rohe Meerestiere sowie

• rohe Eier sowie daraus hergestellte, nicht erhitzte Speisen (z. B. Sauce Hollandaise, Mousse au Chocolat oder Mayonnaise).

Zusätzlich schützt eine gute Hygiene bei der Lebensmittelzubereitung die ganze Familie vor einer möglichen Lebensmittelinfektion. Ähnlich wie die Ernährungsempfehlung für Schwangere „keine rohen tierischen Lebensmittel“ lautet, gelten für Kleinkinder fast die gleichen Regeln:

• Da Hitze Krankheitserreger tötet, sollten tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Eier vor dem Verzehr ausreichend durcherhitzt werden. Das bedeutet: eine Erhitzung des gesamten Lebensmittels, im Inneren und außen, auf 70° Celsius oder mehr für mindestens 2 Minuten.

• Bei der Zubereitung in der Mikrowelle sollte auf gleichmäßiges Erhitzen geachtet werden. Sinnvoll ist es dafür, Gerichte wie Suppen oder Soßen zwischendurch einmal umzurühren.

• Auch Sprossen und Tiefkühlbeeren sollten aufgrund einer möglichen lebensbedrohlichen EHEC-Infektion vor dem Verzehr durcherhitzt werden. Tiefkühlbeeren konnten schon als Ursache für Erkrankungen mit Noroviren und Hepatitisviren identifiziert werden.

• Pasteurisierte, länger haltbare und H-Milch ist in der Molkerei ausreichend erhitzt worden und daher geeignet.

Nicht unnötig Lebensmittel meiden


Eine abwechslungsreiche Ernährung unterstützt Kleinkinder bei der Entwicklung eines gesunden Essverhaltens und versorgt sie mit wichtigen Nährstoffen. Deshalb sollte z. B. auch kein Lebensmittel ohne triftigen Grund vom Speiseplan eines Kindes gestrichen werden. Besteht der Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie oder -unverträglichkeit, sollte dies ärztlich bestätigt werden, bevor unnötigerweise Lebensmittel gemieden werden. Denn eine Pauschalmeidung beeinträchtigt nicht nur die Nährstoffversorgung des Kleinkindes, sondern geht oft auch mit sozialen Belastungen einher. Lehnen Kleinkinder bestimmte Lebensmittel zeitweilig ab, ist das hingegen normal. Durch wiederholtes Probieren, ohne Zwang, gewöhnen sich Kleinkinder erst nach einiger Zeit. Vielfalt bei Lebensmitteln ist erwünscht und auch mit Kleinkindern am Familientisch gut möglich.

Quelle: Gesund ins Leben e. V.: Gibt es Lebensmittel, die für Kleinkinder tabu sind? Nachgefragt bei Gesund ins Leben. Pressemeldung vom 01.07.2022.




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 9/2022 auf Seite M474.


Bei der Lebensmittelauswahl für Kinder ab 1 Jahr gelten die gleichen Empfehlungen wie für eine ausgewogene Familienernährung: reichlich Pflanzliches, mäßig Tierisches, sparsam Fettes und Süßes und reichlich ungesüßte Getränke. Allerdings gibt es einige wenige Lebensmittel, die für Kleinkinder noch nicht geeignet sind, da sie gesundheitliche Risiken bergen. Das Netzwerk Gesund ins Leben stellt diese vor und gibt Tipps, was bei der Kleinkinderernährung zu beachten ist.




Welche Lebensmittel sollten bei der Kleinkindernährung gemieden werden? © dragana991/iStock/Getty Images Plus

Welche Lebensmittel sollten bei der Kleinkindernährung gemieden werden? © dragana991/iStock/Getty Images Plus





Kleine Stücke erhöhen das Aspirationsrisiko


Kleinkinder reden häufig während des Kauens und ihr Kauvermögen ist stark eingeschränkt, solange die Backenzähne noch fehlen. Daher können sie sich v. a. an ganzen oder nur grob zerkleinerten Nüssen leicht verschlucken. Das gleiche gilt für andere kleine harte Lebensmittelstückchen wie rohe Möhrenstückchen und auch kleine Beerenfrüchte. Zur Verringerung des Aspirationsrisikos sollten solche Lebensmittel daher kindgerecht zerkleinert werden, z. B. durch Reiben oder Pürieren. Studien zeigen, dass bei Kleinkindern Lebensmittel zu den am häufigsten aspirierten Objekten gehören. In der Praxis hat sich gezeigt, dass Kleinkinder z. B. besser den ganzen Apfel zum „Abnagen“ bekommen sollten als kleine Apfelstücke, an denen sie sich verschlucken können.

Beispiele für Lebensmittel, an denen sich Kleinkinder leicht verschlucken können:

• Nüsse und Samen

• kleine Beeren

• ganze Weintrauben mit Kernen

• Hülsenfrüchte

• rohes Wurzelgemüse (im Ganzen oder in Stücken)

• Fisch mit Gräten

• große Fleischstücke

• harte Lutschbonbons, Kügelchen von Bubble Tea und Kaugummis.

Grundsätzlich sollten diese Lebensmittel nicht in der Reichweite von Kleinkindern stehen. Nüsse können z. B. in Form von Nuss-Mus (ohne Zucker und weiteren Zusatz von Fett) auf den Tisch kommen.

Keine rohen tierischen Lebensmittel


Bei Kleinkindern ist die Immunabwehr noch nicht vollständig ausgereift. V. a. rohe tierische Lebensmittel können manchmal mit Krankheitserregern wie Salmonellen, Campylobacter, Yersinien und enterohämorrhagischen Escherichia coli (EHEC) belastet sein. Sie zählen zu den häufigsten Auslösern von Lebensmittelinfektionen im Kleinkindalter. Bei kleinen Kindern kann eine solche Infektion mitunter schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.

Zum Schutz vor Lebensmittelinfektionen sollen Kleinkinder daher keine rohen tierischen Lebensmittel essen:

• Milch, Käse und daraus hergestellte Produkte mit der Aufschrift „Rohmilch“ oder „mit Rohmilch hergestellt“,

• rohes Fleisch (z. B. Mett oder Hackepeter), Rohwurst (z. B. Salami, Teewurst oder Cervelatwurst) und nicht durchgebratenes Fleisch,

• roher Fisch (z. B. in Sushi) und rohe Meerestiere sowie

• rohe Eier sowie daraus hergestellte, nicht erhitzte Speisen (z. B. Sauce Hollandaise, Mousse au Chocolat oder Mayonnaise).

Zusätzlich schützt eine gute Hygiene bei der Lebensmittelzubereitung die ganze Familie vor einer möglichen Lebensmittelinfektion. Ähnlich wie die Ernährungsempfehlung für Schwangere „keine rohen tierischen Lebensmittel“ lautet, gelten für Kleinkinder fast die gleichen Regeln:

• Da Hitze Krankheitserreger tötet, sollten tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Eier vor dem Verzehr ausreichend durcherhitzt werden. Das bedeutet: eine Erhitzung des gesamten Lebensmittels, im Inneren und außen, auf 70° Celsius oder mehr für mindestens 2 Minuten.

• Bei der Zubereitung in der Mikrowelle sollte auf gleichmäßiges Erhitzen geachtet werden. Sinnvoll ist es dafür, Gerichte wie Suppen oder Soßen zwischendurch einmal umzurühren.

• Auch Sprossen und Tiefkühlbeeren sollten aufgrund einer möglichen lebensbedrohlichen EHEC-Infektion vor dem Verzehr durcherhitzt werden. Tiefkühlbeeren konnten schon als Ursache für Erkrankungen mit Noroviren und Hepatitisviren identifiziert werden.

• Pasteurisierte, länger haltbare und H-Milch ist in der Molkerei ausreichend erhitzt worden und daher geeignet.

Nicht unnötig Lebensmittel meiden


Eine abwechslungsreiche Ernährung unterstützt Kleinkinder bei der Entwicklung eines gesunden Essverhaltens und versorgt sie mit wichtigen Nährstoffen. Deshalb sollte z. B. auch kein Lebensmittel ohne triftigen Grund vom Speiseplan eines Kindes gestrichen werden. Besteht der Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie oder -unverträglichkeit, sollte dies ärztlich bestätigt werden, bevor unnötigerweise Lebensmittel gemieden werden. Denn eine Pauschalmeidung beeinträchtigt nicht nur die Nährstoffversorgung des Kleinkindes, sondern geht oft auch mit sozialen Belastungen einher. Lehnen Kleinkinder bestimmte Lebensmittel zeitweilig ab, ist das hingegen normal. Durch wiederholtes Probieren, ohne Zwang, gewöhnen sich Kleinkinder erst nach einiger Zeit. Vielfalt bei Lebensmitteln ist erwünscht und auch mit Kleinkindern am Familientisch gut möglich.

Quelle: Gesund ins Leben e. V.: Gibt es Lebensmittel, die für Kleinkinder tabu sind? Nachgefragt bei Gesund ins Leben. Pressemeldung vom 01.07.2022.




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 9/2022 auf Seite M474.


Kinderernährung: Lebensmittel, die für Kleinkinder ungeeignet sind

Welche Lebensmittel sollten bei der Kleinkindernährung gemieden werden? © dragana991/iStock/Getty Images Plus

Welche Lebensmittel sollten bei der Kleinkindernährung gemieden werden? © dragana991/iStock/Getty Images Plus

Kleine Stücke erhöhen das Aspirationsrisiko

Kleinkinder reden häufig während des Kauens und ihr Kauvermögen ist stark eingeschränkt, solange die Backenzähne noch fehlen. Daher können sie sich v. a. an ganzen oder nur grob zerkleinerten Nüssen leicht verschlucken. Das gleiche gilt für andere kleine harte Lebensmittelstückchen wie rohe Möhrenstückchen und auch kleine Beerenfrüchte. Zur Verringerung des Aspirationsrisikos sollten solche Lebensmittel daher kindgerecht zerkleinert werden, z. B. durch Reiben oder Pürieren. Studien zeigen, dass bei Kleinkindern Lebensmittel zu den am häufigsten aspirierten Objekten gehören. In der Praxis hat sich gezeigt, dass Kleinkinder z. B. besser den ganzen Apfel zum „Abnagen“ bekommen sollten als kleine Apfelstücke, an denen sie sich verschlucken können.

Beispiele für Lebensmittel, an denen sich Kleinkinder leicht verschlucken können:

• Nüsse und Samen

• kleine Beeren

• ganze Weintrauben mit Kernen

• Hülsenfrüchte

• rohes Wurzelgemüse (im Ganzen oder in Stücken)

• Fisch mit Gräten

• große Fleischstücke

• harte Lutschbonbons, Kügelchen von Bubble Tea und Kaugummis.

Grundsätzlich sollten diese Lebensmittel nicht in der Reichweite von Kleinkindern stehen. Nüsse können z. B. in Form von Nuss-Mus (ohne Zucker und weiteren Zusatz von Fett) auf den Tisch kommen.

Keine rohen tierischen Lebensmittel

Bei Kleinkindern ist die Immunabwehr noch nicht vollständig ausgereift. V. a. rohe tierische Lebensmittel können manchmal mit Krankheitserregern wie Salmonellen, Campylobacter, Yersinien und enterohämorrhagischen Escherichia coli (EHEC) belastet sein. Sie zählen zu den häufigsten Auslösern von Lebensmittelinfektionen im Kleinkindalter. Bei kleinen Kindern kann eine solche Infektion mitunter schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.

Zum Schutz vor Lebensmittelinfektionen sollen Kleinkinder daher keine rohen tierischen Lebensmittel essen:

• Milch, Käse und daraus hergestellte Produkte mit der Aufschrift „Rohmilch“ oder „mit Rohmilch hergestellt“,

• rohes Fleisch (z. B. Mett oder Hackepeter), Rohwurst (z. B. Salami, Teewurst oder Cervelatwurst) und nicht durchgebratenes Fleisch,

• roher Fisch (z. B. in Sushi) und rohe Meerestiere sowie

• rohe Eier sowie daraus hergestellte, nicht erhitzte Speisen (z. B. Sauce Hollandaise, Mousse au Chocolat oder Mayonnaise).

Zusätzlich schützt eine gute Hygiene bei der Lebensmittelzubereitung die ganze Familie vor einer möglichen Lebensmittelinfektion. Ähnlich wie die Ernährungsempfehlung für Schwangere „keine rohen tierischen Lebensmittel“ lautet, gelten für Kleinkinder fast die gleichen Regeln:

• Da Hitze Krankheitserreger tötet, sollten tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Eier vor dem Verzehr ausreichend durcherhitzt werden. Das bedeutet: eine Erhitzung des gesamten Lebensmittels, im Inneren und außen, auf 70° Celsius oder mehr für mindestens 2 Minuten.

• Bei der Zubereitung in der Mikrowelle sollte auf gleichmäßiges Erhitzen geachtet werden. Sinnvoll ist es dafür, Gerichte wie Suppen oder Soßen zwischendurch einmal umzurühren.

• Auch Sprossen und Tiefkühlbeeren sollten aufgrund einer möglichen lebensbedrohlichen EHEC-Infektion vor dem Verzehr durcherhitzt werden. Tiefkühlbeeren konnten schon als Ursache für Erkrankungen mit Noroviren und Hepatitisviren identifiziert werden.

• Pasteurisierte, länger haltbare und H-Milch ist in der Molkerei ausreichend erhitzt worden und daher geeignet.

Nicht unnötig Lebensmittel meiden

Eine abwechslungsreiche Ernährung unterstützt Kleinkinder bei der Entwicklung eines gesunden Essverhaltens und versorgt sie mit wichtigen Nährstoffen. Deshalb sollte z. B. auch kein Lebensmittel ohne triftigen Grund vom Speiseplan eines Kindes gestrichen werden. Besteht der Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie oder -unverträglichkeit, sollte dies ärztlich bestätigt werden, bevor unnötigerweise Lebensmittel gemieden werden. Denn eine Pauschalmeidung beeinträchtigt nicht nur die Nährstoffversorgung des Kleinkindes, sondern geht oft auch mit sozialen Belastungen einher. Lehnen Kleinkinder bestimmte Lebensmittel zeitweilig ab, ist das hingegen normal. Durch wiederholtes Probieren, ohne Zwang, gewöhnen sich Kleinkinder erst nach einiger Zeit. Vielfalt bei Lebensmitteln ist erwünscht und auch mit Kleinkindern am Familientisch gut möglich.

Quelle: Gesund ins Leben e. V.: Gibt es Lebensmittel, die für Kleinkinder tabu sind? Nachgefragt bei Gesund ins Leben. Pressemeldung vom 01.07.2022.


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Artikelfakten

Veröffentlicht: 14.09.2022

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