Die jeweils richtige Antwort ist fett hinterlegt:
1. Leitlinien haben verschiedene Funktionen. Welche der folgenden gehört NICHT dazu?
- A Handlungs- und Entscheidungskorridore für präventive, diagnostische oder therapeutische Maßnahmen
- B verbindliche Handlungsregeln für Institutionen
- C systematisch entwickelte Handlungsempfehlungen für Ärzte
- D Entscheidungshilfen für Patienten
2. Was sind die Ziele einer Leitlinie?
1. Qualitätsverbesserung in der Patientenversorgung
2. wissenschaftlich begründete Vorgehensweise für die gesundheitliche Versorgung
3. Vermeidung unnötiger und überholter Maßnahmen
4. Berücksichtigung ökonomischer Aspekte
- A Nur die Antworten 1 und 2 sind richtig.
- B Nur die Antworten 1, 2 und 3 sind richtig.
- C Nur die Antworten 1, 3 und 4 sind richtig.
- D Alle Antworten sind richtig.
3. Welche der folgenden Funktionen nimmt die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) NICHT wahr?
Die AWMF …
- A führt ein Register für alle internationalen Leitlinien.
- B bewertet die Güte von Leitlinien.
- C stellt Werkzeuge für die Leitlinienentwicklung zur Verfügung.
- D ist an der Organisation des Leitlinienprogramms Onkologie beteiligt.
4. Was ist eine Meta-Analyse?
- A ein anderer Begriff für einen systematischen Review
- B ein statistisches Verfahren, bei dem die Ergebnisse mehrerer Studien quantitativ zusammengefasst werden, um die Aussagekraft zu erhöhen
- C eine deskriptive Zusammenfassung von Studien, um zu einer klar formulierten Frage ein systematisches Ergebnis zu erhalten
- D ein Studientyp, der im Vergleich zu randomisierten kontrollierten Interventionsstudien eine geringere Aussagekraft besitzt
5. Der Evidenzgrad (die Ergebnissicherheit) von Studien richtet sich nach dem Studientyp und damit nach ihrer wissenschaftlichen Aussagekraft. Welche der genannten Studientypen haben den höchsten Evidenzgrad?
- A randomisierte und nicht randomisierte kontrollierte Studien
- B randomisierte kontrollierte Studien und Meta-Analysen
- C Fall-Kontroll-Studien und experimentelle Studien
- D Vergleichsstudien und Korrelationsstudien
6. Die Ableitung von Empfehlungsgraden aus den ermittelten Evidenzen …
- A ist ausschließlich an die Evidenzgrade der zugrunde gelegten Studien gebunden.
- B hat einen Bezug zu den Evidenzgraden der einbezogenen Studien, kann jedoch auch von diesen abweichen.
- C hat nichts mit den Evidenzgraden der zugrunde gelegten Studien zu tun.
- D basiert meistens auf dem informellen Konsens verschiedener Experten.
7. Bei den Präventionsleitlinien der DGE erfolgt die Bewertung der Evidenz anhand von Härtegraden. Welche Aussage dazu ist NICHT korrekt?
- A Die Härtegrade verdeutlichen, wie gut und konsistent die wissenschaftliche Datenlage ist.
- B Härtegrade werden für eine präventive Wirkung bzw. einen fehlenden Zusammenhang vergeben.
- C Es gibt die Härtegrade „überzeugend“, „wahrscheinlich“, „möglich“ und „unzureichend“.
- D Nur die auf dem Härtegrad „überzeugend“ beruhenden Aussagen werden für eine praktische Umsetzung empfohlen.
8. Welche Aussagen zum Prozess der Konsensfindung sind richtig? Der Prozess der Konsensfindung …
1. ist ein zentraler Bestandteil der Leitlinienentwicklung.
2. kann in einer Delphi-Runde erfolgen.
3. ist transparent zu gestalten.
4. soll nicht von politischen oder wirtschaftlichen Interessen beeinflusst werden.
- A Nur die Antworten 1 und 2 sind richtig.
- B Nur die Antworten 1 und 3 sind richtig.
- C Nur die Antworten 3 und 4 sind richtig.
- D Alle Antworten sind richtig.
9. Für medizinische Leitlinien wird eine Klassifizierung in S1-, S2- und S3-Leitlinien vorgenommen. Welche Aussage zu S3-Leitlinien ist NICHT korrekt?
- A Bei S3-Leitlinien handelt es sich um Leitlinien mit allen Elementen einer systematischen Entwicklung.
- B S3-Leitlinien werden im informellen Konsens einer Expertengruppe erarbeitet, wenn keine ausreichende Anzahl gut durchgeführter Studien zur Verfügung steht.
- C S3-Leitlinien sind im Vergleich zu S1- und S2-Leitlinien methodisch anspruchsvoller.
- D Nationale VersorgungsLeitlinien (NVL) entsprechen methodisch einer S3-Leitlinie.
10. Welche Aussage zur Beurteilung der Qualität von wissenschaftlichen Leitlinien trifft
zu?
- A Zwischen den Leitlinien verschiedener (nationaler und internationaler) Fach-gesellschaften können aufgrund unterschiedlicher Vorgehensweisen Unterschiede bestehen.
- B Alle von Fachgesellschaften veröffentlichten Leitlinien haben aufgrund der strengen Kriterien für die methodische Vorgehensweise bei der Erstellung das gleiche qualitative Niveau.
- C Leitlinien amerikanischer Fachgesellschaften sind von der Qualität her grundsätzlich am höchsten einzuschätzen.
- D S3-Leitlinien werden erst veröffentlicht, wenn feststeht, dass ihr Inhalt unwiderruflichen wissenschaftlichen Bestand hat.
