Das große von Susanne Ferrari mitgezeichnete Plakat zeigte anschaulich die Inhalte der Referate auf dem BZfE-Forum. © Susanne Ferrari, BLE

Das große von Susanne Ferrari mitgezeichnete Plakat zeigte anschaulich die Inhalte der Referate auf dem BZfE-Forum. © Susanne Ferrari, BLE





Zucker, Fette und Salz – Wie essen wir morgen?


Mit einem kurzen Abriss zur Rolle der Ernährung im Verlauf der Menschheitsgeschichte bis hin zu aktuellen Entwicklungen begann die Food-Trendforscherin Mag. Hanni Rützler, Wien, den Reigen der Referate. Aktuell bestimmen neben wissenschaftlichen zunehmend ethisch/weltanschauliche, aber auch ökonomische Überlegungen die Debatte um „die richtige“ Ernährungsweise. Rützler macht unter den über 30 aktuellen Food-Trends als wichtige Gruppen („Cluster“) die Themen Alltagstauglichkeit, Qualität, Nachhaltigkeit, Genuss, Gesundheit, Beyond Food (Ersatz bisher gewohnter Lebensmittel) aus. Vorteil: Über diese Cluster seien einzelne Zielgruppen der Bevölkerung für Ernährungsbotschaften gut adressierbar.

Essen XXL: Isst sich Deutschland krank?


Den provokativ-plakativen Titel seines Vortrags nutzte Prof. Stefan Lorkowski, Uni Jena, zu einem kurzen Exkurs zu Mechanismen und Auswüchsen medialer Berichterstattung über Ernährung. Dennoch bleibt das Faktum, dass 20 % der weltweiten verfrühten Todesfälle durch Fehlernährung bedingt sind. Hunger und extreme Adipositas sind dabei als Todesursache nicht mit eingerechnet. Hauptursachen dieser Bilanz sind eine zu hohe Energie- und Kochsalzzufuhr und eine zu geringe Ballaststoffzufuhr. Verbessern ließe sich diese Situation durch einen höheren Verzehr von Gemüse und Obst. Lorkowski unterstrich die Notwendigkeit der Verhältnisprävention. Helfen könnten dabei durchaus Kennzeichnungssysteme wie der NutriScore. Aber auch Verbote, lenkende Steuern bzw. Subventionierung gesunder Lebensmittel könnten nicht länger ein Tabuthema sein. Regulatorische Maßnahmen seien wirksamer als freiwillige. Sein Fazit: Die gesunde Wahl muss auch preiswerter sein!

Reduktionsstrategie für Lebensmittel: Chancen, Möglichkeiten und Grenzen


Der Präsident des Max Rubner- Instituts Karlsruhe (MRI), Prof. Pablo Steinberg, stellte zunächst die Grundzüge der „Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie: Weniger Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten (NRI)“ vor. Die Initiative mit ihren zahlreichen Einzelmaßnahmen und Projekten sei jedoch nur ein Teil einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe auf dem Weg zu einer gesundheitsförderlichen Lebens- und Ernährungsweise. Steinberg warnte davor, von Kennzeichnungssystemen wie dem NutriScore zu viele Präventionseffekte zu erwarten, er stellte Beispiele für Reformulierungen vor und erläuterte lebensmitteltechnologische Limitationen, aber auch Grenzen der Marktakzeptanz.

Lebensstiländerung aus Sicht der Public Health Nutrition


Anhand der Nuffield intervention ladder mit den Stufen

– Informieren

– Wahl ermöglichen

– Wahl lenken durch Anreiz

– Wahl lenken durch Abschreckung

– Wahl einschränken

– Wahl ausschließen (Verbot)

beleuchtete Prof´in Anette Buyken, Uni Paderborn, die Wirksamkeit von Public Health Nutrition Maßnahmen zur Reduktion des Zuckerkonsums und brach die einzelnen Stufen jeweils auf konkrete Maßnahmen herunter. Dabei betonte sie den Doppelnutzen von Kennzeichnungssystemen wie dem NutriScore: Zum einen unterstütze er die VerbraucherInnen bei ihren Kaufentscheidungen, zum anderen motiviere er Hersteller zur Reformulierung, um im Anbietervergleich besser dazustehen.

Die Rolle von Nudges


Dr. Kai P. Purnhagen, Uni Wageningen, NL, stellte europäische Ansätze des Nudgings zur Lebensstiländerung vor. Er unterstrich dabei die Bedeutung begleitender Forschung, um Evidenzbasierung solcher Präventionsmaßnahmen zu erreichen. Er startete mit einer Begriffsklärung: Während nudging über kleine, meist auch einfach zu verwirklichende Maßnahmen den Entscheidungskontext (die in Griffhöhe präsentierte Mineralwasserflasche oder die unten und hinten einsortierte Limonade) der Menschen verändere, erreiche ein Boost durch eine Vielzahl, teils kostenintensiver und aufwändiger Einflüsse (Bildung, Kampagnen) eine Veränderung der internen Kompetenzen und damit eine Konditionierung. Die Wirkung von Nudges setzt damit ein Beibehalten der veränderten Rahmenbedingungen voraus, während die Konditionierung durch Boost zwar schwerer zu erzielen ist, meist aber länger nachwirkt.

Betriebliche Gesundheitsförderung


Ein großes Potenzial, sehr viele Menschen im Sinne einer Lebensstiländerung zu erreichen, hat die betriebliche Gesundheitsförderung. Dies machte Prof´in Annegret Flothow, HAW Hamburg, deutlich. In Deutschland können so rund 45 Mio. Erwerbstätige aus fast allen sozialen gesellschaftlichen Gruppen erreicht werden. Flothow stellte die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen sowie erfolgreiche Beispiele vor. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sind interessante Angebote der Gesundheitsförderung wichtige Faktoren der Mitarbeitermotivation und -bindung; diese oder sie müssen, um wirksam zu werden, jedoch in ein Gesamtkonzept des betrieblichen Gesundheitsmanagements eingebunden und Teil der Unternehmenskultur sein. Für Ernährungsfachkräfte ist dieser Bereich ein Betätigungsfeld mit zunehmender Bedeutung.

Ausführlicher Bericht sowie der Kommentar zum BZfE-Forum 2019 -> www.ernaehrungsumschau.de/online-plus/10-09-2019-mehr-oder-weniger-3-bzfe-forum-in-rahmen-der-bonner-ernaehrungstage/ 




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 10/2019 auf Seite M577.


(umk) Das BZfE-Forum (in Fortführung der 19 aid-Foren) ist längst eine gesetzte Größe für Fortbildung und Austausch von Fachkräften aus vielen Bereichen des Ernährungsspektrums. Knapp 500 TeilnehmerInnen belegen das. Und mit der Einbettung in die Bonner Ernährungstage (BERTA) hat das Forum einen optimalen Rahmen gefunden. Mit dem Motto „Mehr oder weniger?! Lebensstiländerung als gesellschaftliche Herausforderung“ packte man in diesem Jahr ein kontrovers diskutiertes Feld der Gesundheits- und Ernährungspolitik an.




Das große von Susanne Ferrari mitgezeichnete Plakat zeigte anschaulich die Inhalte der Referate auf dem BZfE-Forum. © Susanne Ferrari, BLE

Das große von Susanne Ferrari mitgezeichnete Plakat zeigte anschaulich die Inhalte der Referate auf dem BZfE-Forum. © Susanne Ferrari, BLE





Zucker, Fette und Salz – Wie essen wir morgen?


Mit einem kurzen Abriss zur Rolle der Ernährung im Verlauf der Menschheitsgeschichte bis hin zu aktuellen Entwicklungen begann die Food-Trendforscherin Mag. Hanni Rützler, Wien, den Reigen der Referate. Aktuell bestimmen neben wissenschaftlichen zunehmend ethisch/weltanschauliche, aber auch ökonomische Überlegungen die Debatte um „die richtige“ Ernährungsweise. Rützler macht unter den über 30 aktuellen Food-Trends als wichtige Gruppen („Cluster“) die Themen Alltagstauglichkeit, Qualität, Nachhaltigkeit, Genuss, Gesundheit, Beyond Food (Ersatz bisher gewohnter Lebensmittel) aus. Vorteil: Über diese Cluster seien einzelne Zielgruppen der Bevölkerung für Ernährungsbotschaften gut adressierbar.

Essen XXL: Isst sich Deutschland krank?


Den provokativ-plakativen Titel seines Vortrags nutzte Prof. Stefan Lorkowski, Uni Jena, zu einem kurzen Exkurs zu Mechanismen und Auswüchsen medialer Berichterstattung über Ernährung. Dennoch bleibt das Faktum, dass 20 % der weltweiten verfrühten Todesfälle durch Fehlernährung bedingt sind. Hunger und extreme Adipositas sind dabei als Todesursache nicht mit eingerechnet. Hauptursachen dieser Bilanz sind eine zu hohe Energie- und Kochsalzzufuhr und eine zu geringe Ballaststoffzufuhr. Verbessern ließe sich diese Situation durch einen höheren Verzehr von Gemüse und Obst. Lorkowski unterstrich die Notwendigkeit der Verhältnisprävention. Helfen könnten dabei durchaus Kennzeichnungssysteme wie der NutriScore. Aber auch Verbote, lenkende Steuern bzw. Subventionierung gesunder Lebensmittel könnten nicht länger ein Tabuthema sein. Regulatorische Maßnahmen seien wirksamer als freiwillige. Sein Fazit: Die gesunde Wahl muss auch preiswerter sein!

Reduktionsstrategie für Lebensmittel: Chancen, Möglichkeiten und Grenzen


Der Präsident des Max Rubner- Instituts Karlsruhe (MRI), Prof. Pablo Steinberg, stellte zunächst die Grundzüge der „Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie: Weniger Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten (NRI)“ vor. Die Initiative mit ihren zahlreichen Einzelmaßnahmen und Projekten sei jedoch nur ein Teil einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe auf dem Weg zu einer gesundheitsförderlichen Lebens- und Ernährungsweise. Steinberg warnte davor, von Kennzeichnungssystemen wie dem NutriScore zu viele Präventionseffekte zu erwarten, er stellte Beispiele für Reformulierungen vor und erläuterte lebensmitteltechnologische Limitationen, aber auch Grenzen der Marktakzeptanz.

Lebensstiländerung aus Sicht der Public Health Nutrition


Anhand der Nuffield intervention ladder mit den Stufen

– Informieren

– Wahl ermöglichen

– Wahl lenken durch Anreiz

– Wahl lenken durch Abschreckung

– Wahl einschränken

– Wahl ausschließen (Verbot)

beleuchtete Prof´in Anette Buyken, Uni Paderborn, die Wirksamkeit von Public Health Nutrition Maßnahmen zur Reduktion des Zuckerkonsums und brach die einzelnen Stufen jeweils auf konkrete Maßnahmen herunter. Dabei betonte sie den Doppelnutzen von Kennzeichnungssystemen wie dem NutriScore: Zum einen unterstütze er die VerbraucherInnen bei ihren Kaufentscheidungen, zum anderen motiviere er Hersteller zur Reformulierung, um im Anbietervergleich besser dazustehen.

Die Rolle von Nudges


Dr. Kai P. Purnhagen, Uni Wageningen, NL, stellte europäische Ansätze des Nudgings zur Lebensstiländerung vor. Er unterstrich dabei die Bedeutung begleitender Forschung, um Evidenzbasierung solcher Präventionsmaßnahmen zu erreichen. Er startete mit einer Begriffsklärung: Während nudging über kleine, meist auch einfach zu verwirklichende Maßnahmen den Entscheidungskontext (die in Griffhöhe präsentierte Mineralwasserflasche oder die unten und hinten einsortierte Limonade) der Menschen verändere, erreiche ein Boost durch eine Vielzahl, teils kostenintensiver und aufwändiger Einflüsse (Bildung, Kampagnen) eine Veränderung der internen Kompetenzen und damit eine Konditionierung. Die Wirkung von Nudges setzt damit ein Beibehalten der veränderten Rahmenbedingungen voraus, während die Konditionierung durch Boost zwar schwerer zu erzielen ist, meist aber länger nachwirkt.

Betriebliche Gesundheitsförderung


Ein großes Potenzial, sehr viele Menschen im Sinne einer Lebensstiländerung zu erreichen, hat die betriebliche Gesundheitsförderung. Dies machte Prof´in Annegret Flothow, HAW Hamburg, deutlich. In Deutschland können so rund 45 Mio. Erwerbstätige aus fast allen sozialen gesellschaftlichen Gruppen erreicht werden. Flothow stellte die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen sowie erfolgreiche Beispiele vor. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sind interessante Angebote der Gesundheitsförderung wichtige Faktoren der Mitarbeitermotivation und -bindung; diese oder sie müssen, um wirksam zu werden, jedoch in ein Gesamtkonzept des betrieblichen Gesundheitsmanagements eingebunden und Teil der Unternehmenskultur sein. Für Ernährungsfachkräfte ist dieser Bereich ein Betätigungsfeld mit zunehmender Bedeutung.

Ausführlicher Bericht sowie der Kommentar zum BZfE-Forum 2019 -> www.ernaehrungsumschau.de/online-plus/10-09-2019-mehr-oder-weniger-3-bzfe-forum-in-rahmen-der-bonner-ernaehrungstage/ 




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 10/2019 auf Seite M577.


3. BZFE-Forum im Rahmen der Bonner Ernährungstage: Mehr oder weniger?!

Das große von Susanne Ferrari mitgezeichnete Plakat zeigte anschaulich die Inhalte der Referate auf dem BZfE-Forum. © Susanne Ferrari, BLE

Das große von Susanne Ferrari mitgezeichnete Plakat zeigte anschaulich die Inhalte der Referate auf dem BZfE-Forum. © Susanne Ferrari, BLE

Zucker, Fette und Salz – Wie essen wir morgen?

Mit einem kurzen Abriss zur Rolle der Ernährung im Verlauf der Menschheitsgeschichte bis hin zu aktuellen Entwicklungen begann die Food-Trendforscherin Mag. Hanni Rützler, Wien, den Reigen der Referate. Aktuell bestimmen neben wissenschaftlichen zunehmend ethisch/weltanschauliche, aber auch ökonomische Überlegungen die Debatte um „die richtige“ Ernährungsweise. Rützler macht unter den über 30 aktuellen Food-Trends als wichtige Gruppen („Cluster“) die Themen Alltagstauglichkeit, Qualität, Nachhaltigkeit, Genuss, Gesundheit, Beyond Food (Ersatz bisher gewohnter Lebensmittel) aus. Vorteil: Über diese Cluster seien einzelne Zielgruppen der Bevölkerung für Ernährungsbotschaften gut adressierbar.

Essen XXL: Isst sich Deutschland krank?

Den provokativ-plakativen Titel seines Vortrags nutzte Prof. Stefan Lorkowski, Uni Jena, zu einem kurzen Exkurs zu Mechanismen und Auswüchsen medialer Berichterstattung über Ernährung. Dennoch bleibt das Faktum, dass 20 % der weltweiten verfrühten Todesfälle durch Fehlernährung bedingt sind. Hunger und extreme Adipositas sind dabei als Todesursache nicht mit eingerechnet. Hauptursachen dieser Bilanz sind eine zu hohe Energie- und Kochsalzzufuhr und eine zu geringe Ballaststoffzufuhr. Verbessern ließe sich diese Situation durch einen höheren Verzehr von Gemüse und Obst. Lorkowski unterstrich die Notwendigkeit der Verhältnisprävention. Helfen könnten dabei durchaus Kennzeichnungssysteme wie der NutriScore. Aber auch Verbote, lenkende Steuern bzw. Subventionierung gesunder Lebensmittel könnten nicht länger ein Tabuthema sein. Regulatorische Maßnahmen seien wirksamer als freiwillige. Sein Fazit: Die gesunde Wahl muss auch preiswerter sein!

Reduktionsstrategie für Lebensmittel: Chancen, Möglichkeiten und Grenzen

Der Präsident des Max Rubner- Instituts Karlsruhe (MRI), Prof. Pablo Steinberg, stellte zunächst die Grundzüge der „Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie: Weniger Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten (NRI)“ vor. Die Initiative mit ihren zahlreichen Einzelmaßnahmen und Projekten sei jedoch nur ein Teil einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe auf dem Weg zu einer gesundheitsförderlichen Lebens- und Ernährungsweise. Steinberg warnte davor, von Kennzeichnungssystemen wie dem NutriScore zu viele Präventionseffekte zu erwarten, er stellte Beispiele für Reformulierungen vor und erläuterte lebensmitteltechnologische Limitationen, aber auch Grenzen der Marktakzeptanz.

Lebensstiländerung aus Sicht der Public Health Nutrition

Anhand der Nuffield intervention ladder mit den Stufen

– Informieren

– Wahl ermöglichen

– Wahl lenken durch Anreiz

– Wahl lenken durch Abschreckung

– Wahl einschränken

– Wahl ausschließen (Verbot)

beleuchtete Prof´in Anette Buyken, Uni Paderborn, die Wirksamkeit von Public Health Nutrition Maßnahmen zur Reduktion des Zuckerkonsums und brach die einzelnen Stufen jeweils auf konkrete Maßnahmen herunter. Dabei betonte sie den Doppelnutzen von Kennzeichnungssystemen wie dem NutriScore: Zum einen unterstütze er die VerbraucherInnen bei ihren Kaufentscheidungen, zum anderen motiviere er Hersteller zur Reformulierung, um im Anbietervergleich besser dazustehen.

Die Rolle von Nudges

Dr. Kai P. Purnhagen, Uni Wageningen, NL, stellte europäische Ansätze des Nudgings zur Lebensstiländerung vor. Er unterstrich dabei die Bedeutung begleitender Forschung, um Evidenzbasierung solcher Präventionsmaßnahmen zu erreichen. Er startete mit einer Begriffsklärung: Während nudging über kleine, meist auch einfach zu verwirklichende Maßnahmen den Entscheidungskontext (die in Griffhöhe präsentierte Mineralwasserflasche oder die unten und hinten einsortierte Limonade) der Menschen verändere, erreiche ein Boost durch eine Vielzahl, teils kostenintensiver und aufwändiger Einflüsse (Bildung, Kampagnen) eine Veränderung der internen Kompetenzen und damit eine Konditionierung. Die Wirkung von Nudges setzt damit ein Beibehalten der veränderten Rahmenbedingungen voraus, während die Konditionierung durch Boost zwar schwerer zu erzielen ist, meist aber länger nachwirkt.

Betriebliche Gesundheitsförderung

Ein großes Potenzial, sehr viele Menschen im Sinne einer Lebensstiländerung zu erreichen, hat die betriebliche Gesundheitsförderung. Dies machte Prof´in Annegret Flothow, HAW Hamburg, deutlich. In Deutschland können so rund 45 Mio. Erwerbstätige aus fast allen sozialen gesellschaftlichen Gruppen erreicht werden. Flothow stellte die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen sowie erfolgreiche Beispiele vor. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sind interessante Angebote der Gesundheitsförderung wichtige Faktoren der Mitarbeitermotivation und -bindung; diese oder sie müssen, um wirksam zu werden, jedoch in ein Gesamtkonzept des betrieblichen Gesundheitsmanagements eingebunden und Teil der Unternehmenskultur sein. Für Ernährungsfachkräfte ist dieser Bereich ein Betätigungsfeld mit zunehmender Bedeutung.

Ausführlicher Bericht sowie der Kommentar zum BZfE-Forum 2019 -> www.ernaehrungsumschau.de/online-plus/10-09-2019-mehr-oder-weniger-3-bzfe-forum-in-rahmen-der-bonner-ernaehrungstage/ 


Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 10/2019 auf Seite M577.

News zum Thema des Artikels

Zwei Personen sitzen am Tisch und prüfen ein Schriftstück

Online News: Leopoldina veröffentlicht Positionspapier zur Prävention und Therapie von Adipositas

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat einen Policy Brief zur Eindämmung der Adipositas-Epidemie in Deutschland veröffentlicht. Darin empfiehlt sie Strategien zur Prävention und Therapie von Adipositas …
weiterlesen

5 Grafiken von Menschen in unetrschiedlichen Essumgebungen

Lesetipp Heft 2/2026: Wie Ernährungsumgebungen in grafischen Modellen dargestellt werden

Das Konzept der Ernährungsumgebungen versucht die verschieden Einflussebenen auf das individuelle Ernährungsverhalten zu verdeutlichen. Der Special Beitrag stellt verschiedene Modelle mit ihren Stärken und Limitationen für Public Health-Aufgaben vor …
weiterlesen

Online News: Studie der Verbraucherzentrale: Mehrheit befürwortet politische Maßnahmen für eine gesündere Ernährung

Eine gesunde Ernährung ist vielen Menschen in Deutschland wichtig. Im Alltag wird ihnen eine gesunde Ernährung jedoch oftmals erschwert – beispielsweise durch hohe Lebensmittelpreise. Eine internetrepräsentative Studie im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands ( …
weiterlesen

Artikelfakten

Veröffentlicht: 15.10.2019

Themen des Artikels

Dieser Artikel erscheint in

Artikel teilen

Weitere Artikel zum Thema

15.09.2025

Welternährung: UN-Gipfel zu Ernährungssystemen

Weltweit hungern 733 Mio. Menschen, während über eine Milliarde stark übergewichtig sind. Gleichzeitig zerstört unser Ernährungssystem Ökosysteme, treibt den Klimawandel voran und gefährdet unsere Gesundheit. Es vertieft Ungleichheiten – auf Kosten von Mensch und Umwelt … weiterlesen

Politische Weichenstellung: Der VDD im Dialog mit der Politik und Stakeholdern

Die neue Bundesregierung hat ihre Arbeit aufgenommen – mit frischem Koalitionsvertrag und vielen Vorhaben, die direkte Relevanz für Diätassistent*innen und andere Ernährungsfachkräfte haben. Der Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V. (VDD) ist polit … weiterlesen

11.06.2025

Ernährungspolitik: Ernährungsthemen im Koalitionsvertrag: eine Einordnung

Am 9. April wurde der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD für die Legislaturperiode 2025–2029 unter dem Titel „Verantwortung für Deutschland“ vorgestellt [1]. Während des Wahlkampfs und der Koalitionsverhandlungen dominierten Themen rings um die wirtschaftliche Entwi … weiterlesen

14.05.2025

Ernährungspolitik: Bürger*innen fordern mehr Mitbestimmung und weniger Spaltung

Laut einer aktuellen Ernährungsstudie der Robert Bosch Stiftung und der Organisation More in Common wünschen sich die Menschen in Deutschland eine Politik, die gesunde, regionale und bezahlbare Lebensmittel fördert – ohne Vorschriften oder Verbote [1]. Gleichzeitig ford … weiterlesen

15.04.2025

Public Health Nutrition: Akzeptanz ernährungspolitischer Maßnahmen zur Prävention

Wissenschaftlich fundierte ernährungspolitische Maßnahmen können bei der Prävention von nichtübertragbaren Krankheiten einen wichtigen Beitrag leisten. weiterlesen

15.04.2025

VDBD-Positionspapier: Zur politischen Lage der Diabetesberatung in Deutschland

Die Zahl der Menschen mit Diabetes wächst. Inzwischen sind etwa 9 Mio. Betroffene offiziell diagnostiziert, hinzu kommt eine Dunkelziffer von mind. 2 Mio. Trotz steigender Krankheitszahlen bleibt die Diabetesberatung in der Gesundheitspolitik weitgehend unberücksichtigt … weiterlesen

13.11.2024

Interprofessionelle Zusammenarbeit im Studium: Förderung der Patient*innensicherheit durch innovative Lehrmethoden

Einleitung Das Thema der interprofessionellen Zusammenarbeit im Gesundheitswesen hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Die Gesundheitspolitik beschreibt die sektorenübergreifende, integrierte und interprofessionelle Versorgung als zentrales Desidera … weiterlesen

15.10.2024

Alkohol – Zufuhr in Deutschland, gesundheitliche sowie soziale Folgen und Ableitung von Handlungsempfehlungen

free access to english version + supplement Peer-Review-Verfahren / Manuskript eingereicht: 15.04.2024. Positionspapiere unterliegen in der ERNÄHRUNGS UMSCHAU, wie auch in vielen anderen Fachzeitschriften, nicht dem Peer-Review-Verfahren, weil es sich bei Positionspapie … weiterlesen