Doch nicht alle jungen PatientInnen erreichen die in nationalen und internationalen Leitlinien gesetzten Therapieziele. Moderne Technologien stellen hohe Ansprüche an einen strukturierten Alltag, die von den Heranwachsenden, ihren Familien und BetreuerInnen in Kita und Schule viel abverlangen.

„Die Mehrzahl der von uns betreuten Kinder und Jugendlichen mit Diabetes zeigt […] Stoffwechselergebnisse, die deutlich hinter den gesteckten Zielen [HbA1c- Wert < 7,0 %] zurückbleiben“, sagt Professor Dr. med. Andreas Neu, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

Der Kinderdiabetologe sieht Barrieren, die es für eine optimale Versorgung zu überwinden gilt, so z. B. im direkten Lebensumfeld. „Kindergarten und Schule sind in aller Regel nicht auf die Bedürfnisse chronisch kranker Kinder ausgerichtet. Das pädagogische Personal ist mit dieser Zusatzaufgabe oft überfordert. Selbst zusätzliche Inklusionskräfte können dieser Aufgabe nur bedingt gerecht werden, denn auch ihnen fehlt oftmals der medizinische Hintergrund“, so Prof. Dr. Neu.

 Um die Heranwachsenden zu unterstützen und deren Inklusion im Schulalltag zu fördern, seien Schulgesundheitsfachkräfte v. a. an Grundschulen unabdingbar. Darüber hinaus sollen psychotherapeutische Angebote helfen, die durch Diabetes mellitus verursachten Mehranforderungen im Alltag zu bewältigen.

Literatur

1. DDG und diabetesDE – Deutsche Diabetes Hilfe (ed.): Dt. Gesundheitsbericht Diabetes 2022.

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft, Pressemeldung vom 02.11.2021




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 12/2021 auf Seite M692.


Die Zahl von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes mellitus Typ 1, die eine sehr schlechte Stoffwechsellage haben, sinkt seit etwa zehn Jahren. Auch die Zahl der schweren Hypoglykämien (Unterzuckerungen) ist dank technischer Hilfsmittel wie Insulinpumpen oder Glukosesensoren zurückgegangen [1].


Doch nicht alle jungen PatientInnen erreichen die in nationalen und internationalen Leitlinien gesetzten Therapieziele. Moderne Technologien stellen hohe Ansprüche an einen strukturierten Alltag, die von den Heranwachsenden, ihren Familien und BetreuerInnen in Kita und Schule viel abverlangen.

„Die Mehrzahl der von uns betreuten Kinder und Jugendlichen mit Diabetes zeigt […] Stoffwechselergebnisse, die deutlich hinter den gesteckten Zielen [HbA1c- Wert < 7,0 %] zurückbleiben“, sagt Professor Dr. med. Andreas Neu, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

Der Kinderdiabetologe sieht Barrieren, die es für eine optimale Versorgung zu überwinden gilt, so z. B. im direkten Lebensumfeld. „Kindergarten und Schule sind in aller Regel nicht auf die Bedürfnisse chronisch kranker Kinder ausgerichtet. Das pädagogische Personal ist mit dieser Zusatzaufgabe oft überfordert. Selbst zusätzliche Inklusionskräfte können dieser Aufgabe nur bedingt gerecht werden, denn auch ihnen fehlt oftmals der medizinische Hintergrund“, so Prof. Dr. Neu.

 Um die Heranwachsenden zu unterstützen und deren Inklusion im Schulalltag zu fördern, seien Schulgesundheitsfachkräfte v. a. an Grundschulen unabdingbar. Darüber hinaus sollen psychotherapeutische Angebote helfen, die durch Diabetes mellitus verursachten Mehranforderungen im Alltag zu bewältigen.

Literatur

1. DDG und diabetesDE – Deutsche Diabetes Hilfe (ed.): Dt. Gesundheitsbericht Diabetes 2022.

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft, Pressemeldung vom 02.11.2021




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 12/2021 auf Seite M692.


Diabetes mellitus Typ 1: Mehr Unterstützung im Alltag für Kinder mit Diabetes

Doch nicht alle jungen PatientInnen erreichen die in nationalen und internationalen Leitlinien gesetzten Therapieziele. Moderne Technologien stellen hohe Ansprüche an einen strukturierten Alltag, die von den Heranwachsenden, ihren Familien und BetreuerInnen in Kita und Schule viel abverlangen.

„Die Mehrzahl der von uns betreuten Kinder und Jugendlichen mit Diabetes zeigt […] Stoffwechselergebnisse, die deutlich hinter den gesteckten Zielen [HbA1c- Wert < 7,0 %] zurückbleiben“, sagt Professor Dr. med. Andreas Neu, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

Der Kinderdiabetologe sieht Barrieren, die es für eine optimale Versorgung zu überwinden gilt, so z. B. im direkten Lebensumfeld. „Kindergarten und Schule sind in aller Regel nicht auf die Bedürfnisse chronisch kranker Kinder ausgerichtet. Das pädagogische Personal ist mit dieser Zusatzaufgabe oft überfordert. Selbst zusätzliche Inklusionskräfte können dieser Aufgabe nur bedingt gerecht werden, denn auch ihnen fehlt oftmals der medizinische Hintergrund“, so Prof. Dr. Neu.

 Um die Heranwachsenden zu unterstützen und deren Inklusion im Schulalltag zu fördern, seien Schulgesundheitsfachkräfte v. a. an Grundschulen unabdingbar. Darüber hinaus sollen psychotherapeutische Angebote helfen, die durch Diabetes mellitus verursachten Mehranforderungen im Alltag zu bewältigen.

Literatur

1. DDG und diabetesDE – Deutsche Diabetes Hilfe (ed.): Dt. Gesundheitsbericht Diabetes 2022.

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft, Pressemeldung vom 02.11.2021


Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 12/2021 auf Seite M692.
Verschlagwortet mit: Typ 1, Diabetes

News zum Thema des Artikels

Kind trinkt ein oranges Getränk mit einem Strohhalm aus einem Glas

Lesetipp Heft 8/2026: Zuckerzufuhr bei Kindern und Jugendlichen

Anhand der repräsentativen Verzehrsstudien KiESEL und EsKiMo II wurde die Zufuhr freier Zucker für Kinder und Jugendliche untersucht und die wichtigsten Lebensmittelquellen identifiziert …
weiterlesen

4 Kinder sitzen am Tisch und haben Teller mit Essen vor sich

Lesetipp Heft 7/2026: Umsetzung pflanzenbetonter Verpflegung in Kitas und Schulen

Fachgesellschaften empfehlen eine pflanzenbetonte Ernährung für die Gemeinschaftsverpflegung. Der Beitrag von Alten et al. untersucht, wie pflanzenbetonte Konzepte in Kitas und Schulen in Deutschland umgesetzt und angenommen werden …
weiterlesen

Semaglutid-Tabletten als Alternative zu "Abnehmspritzen" kommen im Herbst auf den deutschen Markt.

Online News: Semaglutid-Tablette in Deutschland voraussichtlich im 3. Quartal erhältlich

Nach EU-Zulassung: Novo Nordisk plant Markteinführung des GLP-1-Rezeptor-Agonisten (GLP-1-RA) in Tablettenform …
weiterlesen

Artikelfakten

Veröffentlicht: 15.12.2021

Dieser Artikel erscheint in

Artikel teilen

Weitere Artikel zum Thema

12.08.2026

Zufuhr freier Zucker bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 1–17 Jahren in Deutschland

Eine hohe Zuckerzufuhr in Kindheit und Jugend kann Ernährungsgewohnheiten prägen [1] und bis ins Erwachsenenalter zu einem erhöhten Risiko für Gesundheitsbeeinträchtigungen wie Adipositas, kardiovaskulären Erkrankungen und Karies führen [2, 3]. Nach Ergebnissen der Stud … weiterlesen

15.07.2026

Pflanzenbetonte Verpflegung in Kitas und Schulen

Ernährung spielt sowohl für die individuelle Gesundheit als auch für gesellschaftliche Herausforderungen wie die Bewältigung der Klimakrise eine zentrale Rolle. Sie ist  ein entscheidender Faktor, um die nationalen und internationalen Ziele für nachhaltige Entwicklung z … weiterlesen

15.07.2026

Essstörungen und Autismus: Esstraining hilft Kindern mit Autismus

Wählerisches Essverhalten – das sog. „Picky Eating“ – ist eine Herausforderung, die den meisten Eltern vertraut ist. Für Familien mit autistischen Kindern kann extremes selektives Essen den Alltag jedoch enorm belasten und bei Kindern bereits in jungen Jahren zu schwere … weiterlesen

15.07.2026

Editorial 7/2026: Lipödem: Aufklärung gefragt

„Willst du nicht mal etwas abnehmen? Mach doch einfach ein bisschen Sport. Dann werden deine Beschwerden bestimmt besser. Hast du es mal mit der XY-Methode versucht?“ weiterlesen

15.06.2026

Die lebensmittelbedingte Zufuhr der Spurenelemente Mangan, Molybdän und Zink bei Kindern in Deutschland

Eine angemessene Zufuhr von essenziellen Spurenelementen bei gleichzeitigem Schutz vor zu hohen Aufnahmen ist besonders für Kinder von Bedeutung. Vor diesem Hintergrund war es Ziel dieser Arbeit, die Zufuhr der Spurenelemente Mangan, Molybdän und Zink bei 0,5- bis 5-jäh … weiterlesen

13.05.2026

Chrononutrition: Diabetes mellitus erhöht das Parkinson- Risiko

Die Zahl der Menschen, die an Parkinson erkranken, steigt schneller, als es der demografische Wandel allein erklären kann. Neben Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung und der Exposition ggü. Pflanzenschutzmitteln rückt zunehmend auch die Ernährung in den Fokus der Forsch … weiterlesen

06.05.2026
Ahead of Print

Pflanzenbetonte Verpflegung in Kitas und Schulen

Ernährung spielt sowohl für die individuelle Gesundheit als auch für gesellschaftliche Herausforderungen wie die Bewältigung der Klimakrise eine zentrale Rolle. Sie ist ein entscheidender Faktor, um die nationalen und internationalen Ziele für nachhaltige Entwicklung zu … weiterlesen

ADHS und Ernährung bei Kindern und Jugendlichen

Als Ernährungstherapeutinnen am Sozialpädiatrischen Zentrum der Kinderklinik der Charité Universitätsmedizin Berlin betreuen wir regelmäßig Kinder und Jugendliche mit einer Aufmerksamkeitsstörung (ADS) und Hyperaktivität (ADHS). Diese werden uns entweder aufgrund eines … weiterlesen