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Mit Diabetes leben und aufwachsen

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die in Deutschland an Diabetes mellitus Typ 1 erkranken, ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Mit der Erkrankung zu leben und erwachsen zu werden, ist eine große Herausforderung für die Betroffenen und deren Umfeld. Jugendliche mit Diabetes Typ 1 müssen sich gegen Vorurteile zur Wehr setzen und die ohnehin schwierige Zeit des Erwachsenwerdens mit der Erkrankung bewältigen. Dies wird noch dadurch erschwert, dass Diabetes ein hohes Maß an Selbstmanagement erfordert und den Betroffenen keine Pause gönnt.1

Einleitung

Aufgrund der steigenden Erkrankungshäufigkeit müssen sich immer mehr Kinder, Jugendliche, Familien, deren Umfeld und auch medizinisches Fachpersonal mit dem Thema Diabetes melllitus bei jungen Menschen beschäftigen. Mit der Erkrankung zu leben und aufzuwachsen, ist eine Herausforderung für alle Beteiligten.

Von Diabetes Typ 1 betroffen sind in Deutschland ca. 30 000 Kinder und Jugendliche (< 19 Jahre) mit ihren Familien. Dabei stieg die Neuerkrankungsrate in dieser Altersgruppe zwischen 2003 und 2010 um 28 % [1]. Beim Diabetes Typ 2 sieht es anders aus: Die Erkrankungshäufigkeit im Kindes- und Jugendalter ist mit geschätzt etwa 800 Betroffenen in Deutschland deutlich geringer. Allerdings wird hier eine hohe Dunkelziffer vermutet. Die aktuelle Neuerkrankungsrate wird auf etwa 200 Jugendliche im Alter von 12–19 Jahren pro Jahr geschätzt. Die für den Typ-2-Diabetes typische Insulinresistenz findet man auch bei (meist übergewichtigen und bewegungsarmen) Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes [1].

Die Diabetestherapie hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt und wird sich auch weiter verändern. Es gibt immer wieder neue Insuline, Insulinpumpen und Messgeräte oder Messsysteme, um Blutglukosedaten (geläufiger: Blutzuckerdaten) zu ermitteln. Alle Betroffenen, deren Umfeld und alle TherapeutInnen müssen sich daher regelmäßig informieren und die Therapie anpassen. So erfolgen nahezu alle Neueinstellungen bei Kindern unter 6 Jahren mit der Insulinpumpe – aktuell haben ca. 90 % der Kinder mit Typ-1-Diabetes unter 6 Jahren eine Insulinpumpe [2] – in der Regel kombiniert mit einem kontinuierlichen Glukose-Messsystem.

Trotz der deutlich verbesserten Therapiemöglichkeiten ist die Lebenserwartung bei Diabetes (Typ 1 und 2) immer noch um 4–6 Jahre reduziert [3]. (Nicht nur) Jugendliche mit Diabetes sollten daher eine gesunde Lebensweise kennenlernen. Die psychische Gesundheit bedarf bei Menschen mit chronischen Erkrankungen darüber hinaus einer erhöhten Aufmerksamkeit. So sind Kinder und Jugendliche mit Diabetes häufiger von psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen und Essstörungen betroffen [4, 5]. Die Stoffwechseleinstellung verschlechtert sich, wenn psychosoziale Schwierigkeiten oder psychiatrische Störungen vorliegen, daher sollte hier ein systematisches Screening erfolgen.

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1 Dieser Beitrag ist eine überarbeitete Version des Beitrags „Die Herausforderung: Mit Diabetes (Typ 1) erwachsen werden“ in Diät & Information 1/2019, S. 16–20

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Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 4/2019 von Seite S25 bis S32.

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Artikelfakten

Veröffentlicht: 11.04.2019

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