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Wir sagen zwar ‚Schmecken‘, meinen oft aber ‚Riechen


Wir sagen zwar ‚Schmecken‘, meinen oft aber ‚Riechen
Hatt: Das liegt daran, dass Geschmack eigentlich Geruch ist. Der Geschmackssinn als solches ist relativ simpel und auf die Zunge beschränkt: Wir schmecken süß, sauer, salzig, bitter und umami. Alles andere wird eigentlich über das Riechen vermittelt. Das kann man sich am besten vorstellen, wenn man sich die Nase zuhält – da bleibt nicht sehr viel übrig vom Geschmack. Wir sagen im Volksmund zwar „Schmecken“, meinen in Wirklichkeit oft aber „Riechen“. Man müsste also sagen: „es riecht mir gut“
Wir sagen zwar ‚Schmecken‘, meinen oft aber ‚Riechen
Hatt: Gerüche werden sehr stabil abgespeichert. Von den Riechzellen geht die Geruchsinformation über den olfaktorischen Bulbus direkt in das limbische System und den Hippocampus. Da wird sie dann gespeichert, und das immer zusammen mit den anderen sensorischen Eindrücken (wie Bild und Ton), die ich im Moment des Essens hatte, auch mit allen emotionalen Eindrücken zusammen. So entsteht ein „Geruchsbild“, also ein bestimmtes Aktivitätsmuster. Und durch das Riechen des Duftes kann dann das ganze Paket wieder ausgepackt und hervorgerufen werden. Das funktioniert auch nach Jahrzehnten noch.
Das Gespräch für die Ernährungs Umschau führte Dr. Lisa Hahn.