Nahrungsmittelprovokationen in der Allergiediagnostik bei Kindern

Warum, Wer, Wann, Wo und Wie?

Nahrungsmittelallergien stellen die häufigste Ursache einer Anaphylaxie im Kindesalter dar [1].

Um die Allergie diagnostisch zu sichern, gilt die Nahrungsmittelprovokation (insbesondere die placebokontrollierte, doppelblinde Durchführung) als Goldstandard [2]. Sie erlaubt, Nahrungsmittelallergien mit kontrollierbaren Risiken niedrigschwellig und sicher festzustellen. Dabei werden Patienten1 Nahrungsmittelallergene mit dem Ziel zugeführt, eine allergische Reaktion hervorzurufen, um die jeweilige Schwellenwertdosis bzw. die Toleranzentwicklung zu ermitteln. Nahrungsmittelprovokationen können offen oder doppelblind placebokontrolliert erfolgen. Der Beitrag beantwortet die fünf wichtigsten Fragen zur Nahrungsmittelprovokation bei Kindern: Warum sollte wann mit wem wie und wo eine Nahrungsmittelprovokation durchgeführt werden?

Warum soll provoziert werden?

… Weil sich eine Provokationstestung immer lohnt, wenn ein Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie besteht. Die Provokation mit Nahrungsmitteln dient zur Verifizierung, ob eine Nahrungsmittelallergie vorliegt oder nicht. Indikationen für die Durchführung sind beispielsweise:

  • allergische Symptome bei Verzehr eines bestimmten Nahrungsmittels mit entsprechender Sensibilisierung,
  • Anamnesen, die eine Nahrungsmittelallergie nahelegen, bei der jedoch keine Sensibilisierung vorliegt,
  • die Bestätigung eines Verdachts, wenn nach der gezielten Elimination eine Besserung der Symptome eintritt,
  • wenn eine allergische Sensibilisierung für ein Nahrungsmittel festgestellt wird, welches bislang noch nie bewusst verzehrt wurde,
  • die Überprüfung der klinischen Toleranz, welche nach einer gewissen Zeit der Allergenkarenz eintritt.


Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 8/2023 auf den Seiten M518 bis M523.
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Artikelfakten

Veröffentlicht: 15.08.2023

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