Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie erschienen


Der Begriff Nicht-Zöliakie-Gluten-Überempfindlichkeit (NCGS) steht für einen Symptomkomplex, bei dem PatientInnen bei Ausschluss einer Zöliakie auf Glutenzufuhr mit gesundheitlichen Beschwerden reagieren. Dem gerade erschienen Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) zufolge kann nach heutigem Stand allerdings nicht eindeutig festgestellt werden, ob NCGS tatsächlich existiert.


Das Positionspapier der DGAKI und zahlreicher Unterstützer, darunter führende deutsche GastroenterologInnen [1], gibt ein klares Statement ab gegen überhandnehmende Empfehlungen glutenfreier Ernährung und weist auf die Risiken ungerechtfertigt verordneter oder eingehaltener glutenfreier Kostformen hin. Auf folgende Kernpunkte geht das Positionspapier näher ein:

A. Aufgrund häufiger Selbstdiagnosen, unklarer Prävalenz und unbestätigter Ätiologie der NCGS sind validierte Diagnosekriterien und/oder verlässliche Biomarker notwendig.


Prävalenzzahlen beruhen bisher vorwiegend auf Selbsteinschätzung. Bezüglich des Pathomechanismus wird u. a. eine gestörte Darmbarriere vermutet, die aber auch beim Reizdarmsyndrom und anderen Darmerkrankungen eine Rolle spielt. Weitere Forschung steht aus.

B. Infolge hoher Nocebo- und häufiger Placebo-Effekte konnte Gluten bislang nicht sicher als Auslöser einer NCGS identifiziert werden.


Verschiedene Confounder (siehe C) und eine hohe Erwartungshaltung bezüglich auftretender Beschwerden nach Provokation bewirken eine hohe Nocebo-Rate. Doppelblinde placebokontrollierte Provokationen bei Verdacht auf NCGS sind daher nur in modifizierter Form geeignet, mit einem höheren Verhältnis von Placebo zu Verum.

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Dipl. oec. troph. Christiane Schäfer

Ernährungsberaterin VDOE, Ernährungsfachkraft Allergologie DAAB

Allergologische Schwerpunktpraxis

Colonnaden 72, 20354 Hamburg

info@christianeschaefer.de






https://ernaehrungs-umschau.de/wp-content/uploads/2026/free_pdfs/EU09_2018_M483.pdfLesen Sie hier die vollständige Zusammenfassung des Positionspapiers kostenlos als PDF oder in Ernährungs Umschau 09/18 auf Seite M483.




Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie erschienen


Der Begriff Nicht-Zöliakie-Gluten-Überempfindlichkeit (NCGS) steht für einen Symptomkomplex, bei dem PatientInnen bei Ausschluss einer Zöliakie auf Glutenzufuhr mit gesundheitlichen Beschwerden reagieren. Dem gerade erschienen Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) zufolge kann nach heutigem Stand allerdings nicht eindeutig festgestellt werden, ob NCGS tatsächlich existiert.


Das Positionspapier der DGAKI und zahlreicher Unterstützer, darunter führende deutsche GastroenterologInnen [1], gibt ein klares Statement ab gegen überhandnehmende Empfehlungen glutenfreier Ernährung und weist auf die Risiken ungerechtfertigt verordneter oder eingehaltener glutenfreier Kostformen hin. Auf folgende Kernpunkte geht das Positionspapier näher ein:

A. Aufgrund häufiger Selbstdiagnosen, unklarer Prävalenz und unbestätigter Ätiologie der NCGS sind validierte Diagnosekriterien und/oder verlässliche Biomarker notwendig.


Prävalenzzahlen beruhen bisher vorwiegend auf Selbsteinschätzung. Bezüglich des Pathomechanismus wird u. a. eine gestörte Darmbarriere vermutet, die aber auch beim Reizdarmsyndrom und anderen Darmerkrankungen eine Rolle spielt. Weitere Forschung steht aus.

B. Infolge hoher Nocebo- und häufiger Placebo-Effekte konnte Gluten bislang nicht sicher als Auslöser einer NCGS identifiziert werden.


Verschiedene Confounder (siehe C) und eine hohe Erwartungshaltung bezüglich auftretender Beschwerden nach Provokation bewirken eine hohe Nocebo-Rate. Doppelblinde placebokontrollierte Provokationen bei Verdacht auf NCGS sind daher nur in modifizierter Form geeignet, mit einem höheren Verhältnis von Placebo zu Verum.

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Dipl. oec. troph. Christiane Schäfer

Ernährungsberaterin VDOE, Ernährungsfachkraft Allergologie DAAB

Allergologische Schwerpunktpraxis

Colonnaden 72, 20354 Hamburg

info@christianeschaefer.de






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Nicht-Zöliakie-Gluten-Überempfindlichkeit: Unklare Ätiologie und fehlende Diagnosekriterien

Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie erschienen
Der Begriff Nicht-Zöliakie-Gluten-Überempfindlichkeit (NCGS) steht für einen Symptomkomplex, bei dem PatientInnen bei Ausschluss einer Zöliakie auf Glutenzufuhr mit gesundheitlichen Beschwerden reagieren. Dem gerade erschienen Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) zufolge kann nach heutigem Stand allerdings nicht eindeutig festgestellt werden, ob NCGS tatsächlich existiert.

Das Positionspapier der DGAKI und zahlreicher Unterstützer, darunter führende deutsche GastroenterologInnen [1], gibt ein klares Statement ab gegen überhandnehmende Empfehlungen glutenfreier Ernährung und weist auf die Risiken ungerechtfertigt verordneter oder eingehaltener glutenfreier Kostformen hin. Auf folgende Kernpunkte geht das Positionspapier näher ein:

A. Aufgrund häufiger Selbstdiagnosen, unklarer Prävalenz und unbestätigter Ätiologie der NCGS sind validierte Diagnosekriterien und/oder verlässliche Biomarker notwendig.

Prävalenzzahlen beruhen bisher vorwiegend auf Selbsteinschätzung. Bezüglich des Pathomechanismus wird u. a. eine gestörte Darmbarriere vermutet, die aber auch beim Reizdarmsyndrom und anderen Darmerkrankungen eine Rolle spielt. Weitere Forschung steht aus.

B. Infolge hoher Nocebo- und häufiger Placebo-Effekte konnte Gluten bislang nicht sicher als Auslöser einer NCGS identifiziert werden.

Verschiedene Confounder (siehe C) und eine hohe Erwartungshaltung bezüglich auftretender Beschwerden nach Provokation bewirken eine hohe Nocebo-Rate. Doppelblinde placebokontrollierte Provokationen bei Verdacht auf NCGS sind daher nur in modifizierter Form geeignet, mit einem höheren Verhältnis von Placebo zu Verum.


Dipl. oec. troph. Christiane Schäfer

Ernährungsberaterin VDOE, Ernährungsfachkraft Allergologie DAAB

Allergologische Schwerpunktpraxis

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Artikelfakten

Rubrik: Im Fokus
Veröffentlicht: 12.09.2018

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