Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 24.07.2024; Überarbeitung angenommen: 30.01.2025

Analyse ausgewählter Ergebnisse und Stakeholder-Beteiligung


Einleitung


Die Einbeziehung der Öffentlichkeit gehört heutzutage zur politischen sowie evidenzinformierten Maßnahmenplanung [2–5]. Dies erfolgt u. A. durch Konsultationsprozesse, deren Ziel es ist, Interessengruppen und von der Maßnahme betroffene Vertreter*innen der Öffentlichkeit (Stakeholder)2 einzubinden, um Rückmeldung zur Weiterentwicklung oder Implementierung einer Maßnahme zu erhalten [3, 6, 7]. Darüber hinaus bietet eine Konsultation Potenziale wie die Förderung der Mitwirkung gesellschaftlicher Akteur*innen in der (ernährungspolitischen) Entscheidungsfindung und die Gewährleistung eines transparenten Entscheidungsprozesses [8, 9]. Auch im Feld Public Health Nutrition (PHN) gewinnen Konsultationen an Relevanz [4] und werden bspw. im Rahmen der Entwicklung von Ernährungsempfehlungen eingesetzt [10–12]. Allerdings sind die Ergebnisse solcher Konsultationen im Sinne der Stakeholder-Repräsentation sowie der jeweils vertretenen Interessen nur selten [10, 11, 13–16] – im deutschen Kontext bislang nicht – untersucht worden.

Im Rahmen der Entwicklung einer neuen wissenschaftlichen Grundlage zur Überarbeitung der lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen (FBDG für food-based dietary guidelines) der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) fand in Deutschland ein Konsultationsprozess zur neuentwickelten Methodik statt [17]. Ziel der vorliegenden Arbeit war, die eingegangenen Kommentare hinsichtlich inhaltlicher Aspekte zu klassifizieren und unter Berücksichtigung der Herkunft der Kommentierenden auszuwerten. ...

Abstract


Ergebnisse von Konsultationsprozessen im Feld Public Health Nutrition, bei denen Interessengruppen (Stakeholder) in Entscheidungsfindungsprozesse einbezogen werden, sind im deutschen Kontext bislang nicht untersucht worden. Im Rahmen der Entwicklung einer neuen wissenschaftlichen Grundlage zur Überarbeitung der lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen (FBDG) der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) fand in Deutschland ein Konsultationsprozess zur Methodik statt. Ziel dieses Beitrags ist, Kommentare aus dieser öffentlichen Kommentierung zur Methodik inhaltlich zu klassifizieren und hinsichtlich deren Herkunft auszuwerten. Mittels qualitativer Inhaltsanalyse wurden die Kommentare zum Themenfeld Methodik sowie allgemeine Kommentare analysiert. Die Stakeholder-Beteiligung wurde ergänzend quantitativ beschrieben.

Unter den 66 Teilnehmenden an der Kommentierung waren die Bereiche Wirtschaft und Wissenschaft am häufigsten vertreten, wobei erstere überwiegend eine ablehnende Haltung zur Methodik zur Ableitung der FBDG und Integration mehrdimensionaler Nachhaltigkeitsaspekte in der vorgestellten Form zeigten. Teilnehmende der weiteren Tätigkeitsbereiche begrüßten i. d. R. die Methodik und die Mehrdimensionalität der FBDG. Insgesamt ergab der Konsultationsprozess inhaltliche Impulse und Eindrücke zur Rezeption der FBDG aus unterschiedlichen Stakeholder-Gruppen, die zur weiteren Optimierung genutzt werden können. Die festgestellten Zusammenhänge zwischen Stakeholder-Gruppen und gelieferten Kommentaren deuten allerdings auf eine Überrepräsentation wirtschaftlicher Interessen im Konsultationsprozess hin, die zukünftig zu beachten ist.




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 7/2025 auf den Seiten M404 bis M413.




Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 24.07.2024; Überarbeitung angenommen: 30.01.2025

Analyse ausgewählter Ergebnisse und Stakeholder-Beteiligung


Einleitung


Die Einbeziehung der Öffentlichkeit gehört heutzutage zur politischen sowie evidenzinformierten Maßnahmenplanung [2–5]. Dies erfolgt u. A. durch Konsultationsprozesse, deren Ziel es ist, Interessengruppen und von der Maßnahme betroffene Vertreter*innen der Öffentlichkeit (Stakeholder)2 einzubinden, um Rückmeldung zur Weiterentwicklung oder Implementierung einer Maßnahme zu erhalten [3, 6, 7]. Darüber hinaus bietet eine Konsultation Potenziale wie die Förderung der Mitwirkung gesellschaftlicher Akteur*innen in der (ernährungspolitischen) Entscheidungsfindung und die Gewährleistung eines transparenten Entscheidungsprozesses [8, 9]. Auch im Feld Public Health Nutrition (PHN) gewinnen Konsultationen an Relevanz [4] und werden bspw. im Rahmen der Entwicklung von Ernährungsempfehlungen eingesetzt [10–12]. Allerdings sind die Ergebnisse solcher Konsultationen im Sinne der Stakeholder-Repräsentation sowie der jeweils vertretenen Interessen nur selten [10, 11, 13–16] – im deutschen Kontext bislang nicht – untersucht worden.

Im Rahmen der Entwicklung einer neuen wissenschaftlichen Grundlage zur Überarbeitung der lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen (FBDG für food-based dietary guidelines) der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) fand in Deutschland ein Konsultationsprozess zur neuentwickelten Methodik statt [17]. Ziel der vorliegenden Arbeit war, die eingegangenen Kommentare hinsichtlich inhaltlicher Aspekte zu klassifizieren und unter Berücksichtigung der Herkunft der Kommentierenden auszuwerten. ...

Abstract


Ergebnisse von Konsultationsprozessen im Feld Public Health Nutrition, bei denen Interessengruppen (Stakeholder) in Entscheidungsfindungsprozesse einbezogen werden, sind im deutschen Kontext bislang nicht untersucht worden. Im Rahmen der Entwicklung einer neuen wissenschaftlichen Grundlage zur Überarbeitung der lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen (FBDG) der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) fand in Deutschland ein Konsultationsprozess zur Methodik statt. Ziel dieses Beitrags ist, Kommentare aus dieser öffentlichen Kommentierung zur Methodik inhaltlich zu klassifizieren und hinsichtlich deren Herkunft auszuwerten. Mittels qualitativer Inhaltsanalyse wurden die Kommentare zum Themenfeld Methodik sowie allgemeine Kommentare analysiert. Die Stakeholder-Beteiligung wurde ergänzend quantitativ beschrieben.

Unter den 66 Teilnehmenden an der Kommentierung waren die Bereiche Wirtschaft und Wissenschaft am häufigsten vertreten, wobei erstere überwiegend eine ablehnende Haltung zur Methodik zur Ableitung der FBDG und Integration mehrdimensionaler Nachhaltigkeitsaspekte in der vorgestellten Form zeigten. Teilnehmende der weiteren Tätigkeitsbereiche begrüßten i. d. R. die Methodik und die Mehrdimensionalität der FBDG. Insgesamt ergab der Konsultationsprozess inhaltliche Impulse und Eindrücke zur Rezeption der FBDG aus unterschiedlichen Stakeholder-Gruppen, die zur weiteren Optimierung genutzt werden können. Die festgestellten Zusammenhänge zwischen Stakeholder-Gruppen und gelieferten Kommentaren deuten allerdings auf eine Überrepräsentation wirtschaftlicher Interessen im Konsultationsprozess hin, die zukünftig zu beachten ist.




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 7/2025 auf den Seiten M404 bis M413.


Öffentliche Kommentierung zur wissenschaftlichen Grundlage der aktuellen lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen der DGE

Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 24.07.2024; Überarbeitung angenommen: 30.01.2025

Analyse ausgewählter Ergebnisse und Stakeholder-Beteiligung
Einleitung

Die Einbeziehung der Öffentlichkeit gehört heutzutage zur politischen sowie evidenzinformierten Maßnahmenplanung [2–5]. Dies erfolgt u. A. durch Konsultationsprozesse, deren Ziel es ist, Interessengruppen und von der Maßnahme betroffene Vertreter*innen der Öffentlichkeit (Stakeholder)2 einzubinden, um Rückmeldung zur Weiterentwicklung oder Implementierung einer Maßnahme zu erhalten [3, 6, 7]. Darüber hinaus bietet eine Konsultation Potenziale wie die Förderung der Mitwirkung gesellschaftlicher Akteur*innen in der (ernährungspolitischen) Entscheidungsfindung und die Gewährleistung eines transparenten Entscheidungsprozesses [8, 9]. Auch im Feld Public Health Nutrition (PHN) gewinnen Konsultationen an Relevanz [4] und werden bspw. im Rahmen der Entwicklung von Ernährungsempfehlungen eingesetzt [10–12]. Allerdings sind die Ergebnisse solcher Konsultationen im Sinne der Stakeholder-Repräsentation sowie der jeweils vertretenen Interessen nur selten [10, 11, 13–16] – im deutschen Kontext bislang nicht – untersucht worden.

Im Rahmen der Entwicklung einer neuen wissenschaftlichen Grundlage zur Überarbeitung der lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen (FBDG für food-based dietary guidelines) der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) fand in Deutschland ein Konsultationsprozess zur neuentwickelten Methodik statt [17]. Ziel der vorliegenden Arbeit war, die eingegangenen Kommentare hinsichtlich inhaltlicher Aspekte zu klassifizieren und unter Berücksichtigung der Herkunft der Kommentierenden auszuwerten. …

Abstract

Ergebnisse von Konsultationsprozessen im Feld Public Health Nutrition, bei denen Interessengruppen (Stakeholder) in Entscheidungsfindungsprozesse einbezogen werden, sind im deutschen Kontext bislang nicht untersucht worden. Im Rahmen der Entwicklung einer neuen wissenschaftlichen Grundlage zur Überarbeitung der lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen (FBDG) der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) fand in Deutschland ein Konsultationsprozess zur Methodik statt. Ziel dieses Beitrags ist, Kommentare aus dieser öffentlichen Kommentierung zur Methodik inhaltlich zu klassifizieren und hinsichtlich deren Herkunft auszuwerten. Mittels qualitativer Inhaltsanalyse wurden die Kommentare zum Themenfeld Methodik sowie allgemeine Kommentare analysiert. Die Stakeholder-Beteiligung wurde ergänzend quantitativ beschrieben.

Unter den 66 Teilnehmenden an der Kommentierung waren die Bereiche Wirtschaft und Wissenschaft am häufigsten vertreten, wobei erstere überwiegend eine ablehnende Haltung zur Methodik zur Ableitung der FBDG und Integration mehrdimensionaler Nachhaltigkeitsaspekte in der vorgestellten Form zeigten. Teilnehmende der weiteren Tätigkeitsbereiche begrüßten i. d. R. die Methodik und die Mehrdimensionalität der FBDG. Insgesamt ergab der Konsultationsprozess inhaltliche Impulse und Eindrücke zur Rezeption der FBDG aus unterschiedlichen Stakeholder-Gruppen, die zur weiteren Optimierung genutzt werden können. Die festgestellten Zusammenhänge zwischen Stakeholder-Gruppen und gelieferten Kommentaren deuten allerdings auf eine Überrepräsentation wirtschaftlicher Interessen im Konsultationsprozess hin, die zukünftig zu beachten ist.


Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 7/2025 auf den Seiten M404 bis M413.

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Artikelfakten

Rubrik: Peer Review
Veröffentlicht: 14.07.2025

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