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Viele Patienten bezeichnen OBD als „Astronautenkost“, obwohl es eine solche in dieser Form nie gegeben hat. Betroffene verstehen allerdings sofort, worum es geht.


Viele Patienten bezeichnen OBD als „Astronautenkost“, obwohl es eine solche in dieser Form nie gegeben hat. Betroffene verstehen allerdings sofort, worum es geht.
Orale Supplemente (aktuell als ONS = oral nutritional supplements bezeichnet) zählen mit zur künstlichen Ernährung und sind industriell hergestellte, sog. orale bilanzierte Diäten (OBD) mit einer definierten Zusammensetzung. Sie dienen zur Ergänzung einer oder als Ersatz für eine Ernährung mit normalen Lebensmitteln, wenn deren Aufnahme nicht mehr (ausreichend) gewährleistet ist [1]. OBD sind auf europäischer Ebene über die Richtlinie 1999/21/EG geregelt. Sie werden als „diätetische Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke“ bezeichnet. Auf nationaler Ebene werden sie über die deutsche Diätverordnung in §1 Absatz 4a geregelt [2].
Indikationen lt. der Verordnung sind:
• Ersatz oder Supplementation der normalen Ernährung, wenn die Ernährung krankheitsbedingt nicht oder nur unzureichend möglich ist,
• Erhalt oder Verbesserung des Ernährungsstatus,
• positive Beeinflussung der zugrundeliegenden Erkrankung (z. B. chronisch-entzündliche Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa).
Die EU-Richtlinie reguliert die Zusammensetzung und Kennzeichnungserfordernisse der OBD. Es werden u. a. Minimal- und Maximalgehalt der Mikronährstoffe pro 100 kcal definiert. OBD können voll- oder teilbilanziert sein (• Übersicht 1). Im Stations- sowie im ambulanten Alltag ist der Begriff Trinknahrung geläufig, weil die OBD entweder bereits flüssig oder in Form eines in Flüssigkeit auflösbaren Pulvers angeboten werden. Ferner gibt es heutzutage sog. konsistenzadaptierte OBD mit Konsistenzen von „dessert-/honigartig“ bis zum festen Riegel.
Viele Patienten bezeichnen OBD als „Astronautenkost“, obwohl es eine solche in dieser Form nie gegeben hat. Betroffene verstehen allerdings sofort, worum es geht.