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Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 16.04.2020 / Überarbeitung angenommen: 28.09.2020

Wissenschaftlicher Standpunkt aus verschiedenen Perspektiven


Hintergrund


Der Ansatz one size fits all zur Gewichtsreduktion wird seit einigen Jahren sowohl in der Gesellschaft als auch unter ExpertInnen zunehmend kritisiert und ist nicht mehr zeitgemäß. Maßgeschneiderte Ernährungsempfehlungen sind auf dem Vormarsch. Verschiedene Kostformen (z. B. kohlenhydratreduziert, fettreduziert, mediterran) sowie Strategien (z. B. online, App-basiert, face-to-face) zur Gewichtsreduktion werden sowohl unter Laien als auch in der Fachwelt thematisiert. Der Bedarf, individuelle erfolgversprechende Ernährungsempfehlungen auszusprechen, nimmt besonders im Hinblick auf die steigende Prävalenz von Übergewicht und Adipositas zu.

Unser Lebensmittelsortiment zeichnet sich durch eine bunte Vielfalt aus, wodurch sich die Möglichkeit zur Umsetzung verschiedener Ernährungsformen und -konzepte ergibt. Neben traditionellen Ernährungsformen, wie der vollwertigen Ernährung, gewinnen pflanzenbasierte Varianten zunehmend an Bedeutung. Die Variationsbreite reicht hier von Ovo-Lakto-VegetarierInnen über FlexitarierInnen bis hin zu den VeganerInnen, die ausschließlich pflanzliche Lebensmittel verzehren. Weitere Ernährungsformen, wie die kohlenhydratarme Ernährung oder die Steinzeit-Ernährung, werden regelmäßig in den Medien thematisiert. Im Hinblick auf die Umsetzung der verschiedenen Ernährungsformen spielen neben der Verfügbarkeit der Lebensmittel außerdem persönliche Präferenzen und Abneigungen, Unverträglichkeiten und Allergien, sowie die Lebensumstände und Gesundheitsideale eine Rolle. Daher besteht die Notwendigkeit, maßgeschneiderte Rezept-, Verzehr- und Produktempfehlungen bzw. personalisierte Ernährungsempfehlungen, angepasst an die persönlichen Vorlieben, die Gesundheitsbedürfnisse, den Stoffwechsel, die Genetik und das Mikrobiom, zu entwickeln und zu validieren.

Abstract


Das Thema personalisierte Ernährung ist in aller Munde und wird sowohl von Laien als auch in der Fachwelt vielfach diskutiert, obwohl es keine einheitliche Definition für den Begriff der personalisierten Ernährung gibt. Verschiedene Ansätze, unter Berücksichtigung von Genetik, Mikrobiom sowie Stoffwechsel, werden diskutiert und zum Teil von kommerziellen Anbietern als personalisierte Ernährungskonzepte angeboten. Betrachtet man die verschiedenen Aspekte der personalisierten Ernährung bezüglich ihrer wissenschaftlichen Evidenz und klinischen Relevanz etwas genauer, so wird deutlich, dass personalisierte Ernährungsempfehlungen, wie sie derzeit primär von kommerziellen Unternehmen angeboten werden, nicht evidenzbasiert sind. Derzeit ist es nicht möglich, basierend auf z. B. der genetischen Ausstattung eines Menschen oder der Zusammensetzung der Darmmikrobiota personalisierte evidenzbasierte Ernährungsempfehlungen zu geben. Die Berücksichtigung phänotypischer Merkmale, wie z. B. Alter, Geschlecht, körperliche Aktivität, Gesundheitsstatus und Alltagssituation, ist durchaus sinnvoll und wird von qualifizierten Ernährungsfachkräften angewandt. Dies ist ein möglicher Ansatz der personalisierten Ernährung, an dem weiterhin festgehalten werden soll.

Schlüsselwörter: personalisierte Ernährung, Genetik, Mikrobiom, Proteom, Ernährungsverhalten




Peer-reviewed / Manuscript (original contribuation) received: April 16, 2020 Revision accepted: September 28, 2020

Personalized dietary recommendations for weight loss

A scientific perspective from various angles


Abstract


Given that the metabolic response to meals differs from person to person and given that physiological mechanisms are of a complex nature, the need for tailored dietary recommendations is obvious. Furthermore, weight trajectories exhibit inter-individual variation even when individuals receive the same standardized energy-reduced diet. Personalized nutrition is currently very topical and it is an area that both patients and experts are increasingly focusing on. To date, there is no single, universally accepted definition of personalized nutrition. Various approaches that take genetics, microbiota, physiology and phenotype into account are currently being discussed and such approaches are also offered by some commercial providers as personalized nutritional concepts. Upon closer inspection of these personalized dietary recommendations with regard to scientific evidence and clinical relevance, it becomes clear that the personalized dietary recommendations that are primarily offered by companies are not evidence-based. Currently, it is not yet possible to provide personalized dietary recommendations based on factors such as a person’s genetic background or the composition of their microbiome. However, providing personalized dietary recommendations that take phenotypic characteristics such as age, gender, physical activity, health status and everyday life situation into account is a robust approach that is already being used by qualified nutrition experts and should continue to be used.

Keywords: personalized nutrition, genetics, microbiome, proteome, dietary behavior

Full text PDF (free version)

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 2/2021 von Seite M68 bis M77.




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Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 16.04.2020 / Überarbeitung angenommen: 28.09.2020

Wissenschaftlicher Standpunkt aus verschiedenen Perspektiven


Hintergrund


Der Ansatz one size fits all zur Gewichtsreduktion wird seit einigen Jahren sowohl in der Gesellschaft als auch unter ExpertInnen zunehmend kritisiert und ist nicht mehr zeitgemäß. Maßgeschneiderte Ernährungsempfehlungen sind auf dem Vormarsch. Verschiedene Kostformen (z. B. kohlenhydratreduziert, fettreduziert, mediterran) sowie Strategien (z. B. online, App-basiert, face-to-face) zur Gewichtsreduktion werden sowohl unter Laien als auch in der Fachwelt thematisiert. Der Bedarf, individuelle erfolgversprechende Ernährungsempfehlungen auszusprechen, nimmt besonders im Hinblick auf die steigende Prävalenz von Übergewicht und Adipositas zu.

Unser Lebensmittelsortiment zeichnet sich durch eine bunte Vielfalt aus, wodurch sich die Möglichkeit zur Umsetzung verschiedener Ernährungsformen und -konzepte ergibt. Neben traditionellen Ernährungsformen, wie der vollwertigen Ernährung, gewinnen pflanzenbasierte Varianten zunehmend an Bedeutung. Die Variationsbreite reicht hier von Ovo-Lakto-VegetarierInnen über FlexitarierInnen bis hin zu den VeganerInnen, die ausschließlich pflanzliche Lebensmittel verzehren. Weitere Ernährungsformen, wie die kohlenhydratarme Ernährung oder die Steinzeit-Ernährung, werden regelmäßig in den Medien thematisiert. Im Hinblick auf die Umsetzung der verschiedenen Ernährungsformen spielen neben der Verfügbarkeit der Lebensmittel außerdem persönliche Präferenzen und Abneigungen, Unverträglichkeiten und Allergien, sowie die Lebensumstände und Gesundheitsideale eine Rolle. Daher besteht die Notwendigkeit, maßgeschneiderte Rezept-, Verzehr- und Produktempfehlungen bzw. personalisierte Ernährungsempfehlungen, angepasst an die persönlichen Vorlieben, die Gesundheitsbedürfnisse, den Stoffwechsel, die Genetik und das Mikrobiom, zu entwickeln und zu validieren.

Abstract


Das Thema personalisierte Ernährung ist in aller Munde und wird sowohl von Laien als auch in der Fachwelt vielfach diskutiert, obwohl es keine einheitliche Definition für den Begriff der personalisierten Ernährung gibt. Verschiedene Ansätze, unter Berücksichtigung von Genetik, Mikrobiom sowie Stoffwechsel, werden diskutiert und zum Teil von kommerziellen Anbietern als personalisierte Ernährungskonzepte angeboten. Betrachtet man die verschiedenen Aspekte der personalisierten Ernährung bezüglich ihrer wissenschaftlichen Evidenz und klinischen Relevanz etwas genauer, so wird deutlich, dass personalisierte Ernährungsempfehlungen, wie sie derzeit primär von kommerziellen Unternehmen angeboten werden, nicht evidenzbasiert sind. Derzeit ist es nicht möglich, basierend auf z. B. der genetischen Ausstattung eines Menschen oder der Zusammensetzung der Darmmikrobiota personalisierte evidenzbasierte Ernährungsempfehlungen zu geben. Die Berücksichtigung phänotypischer Merkmale, wie z. B. Alter, Geschlecht, körperliche Aktivität, Gesundheitsstatus und Alltagssituation, ist durchaus sinnvoll und wird von qualifizierten Ernährungsfachkräften angewandt. Dies ist ein möglicher Ansatz der personalisierten Ernährung, an dem weiterhin festgehalten werden soll.

Schlüsselwörter: personalisierte Ernährung, Genetik, Mikrobiom, Proteom, Ernährungsverhalten




Peer-reviewed / Manuscript (original contribuation) received: April 16, 2020 Revision accepted: September 28, 2020

Personalized dietary recommendations for weight loss

A scientific perspective from various angles


Abstract


Given that the metabolic response to meals differs from person to person and given that physiological mechanisms are of a complex nature, the need for tailored dietary recommendations is obvious. Furthermore, weight trajectories exhibit inter-individual variation even when individuals receive the same standardized energy-reduced diet. Personalized nutrition is currently very topical and it is an area that both patients and experts are increasingly focusing on. To date, there is no single, universally accepted definition of personalized nutrition. Various approaches that take genetics, microbiota, physiology and phenotype into account are currently being discussed and such approaches are also offered by some commercial providers as personalized nutritional concepts. Upon closer inspection of these personalized dietary recommendations with regard to scientific evidence and clinical relevance, it becomes clear that the personalized dietary recommendations that are primarily offered by companies are not evidence-based. Currently, it is not yet possible to provide personalized dietary recommendations based on factors such as a person’s genetic background or the composition of their microbiome. However, providing personalized dietary recommendations that take phenotypic characteristics such as age, gender, physical activity, health status and everyday life situation into account is a robust approach that is already being used by qualified nutrition experts and should continue to be used.

Keywords: personalized nutrition, genetics, microbiome, proteome, dietary behavior

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https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 2/2021 von Seite M68 bis M77.


Personalisierte Ernährungsempfehlungen zur Gewichtsreduktion

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Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 16.04.2020 / Überarbeitung angenommen: 28.09.2020

Wissenschaftlicher Standpunkt aus verschiedenen Perspektiven
Hintergrund

Der Ansatz one size fits all zur Gewichtsreduktion wird seit einigen Jahren sowohl in der Gesellschaft als auch unter ExpertInnen zunehmend kritisiert und ist nicht mehr zeitgemäß. Maßgeschneiderte Ernährungsempfehlungen sind auf dem Vormarsch. Verschiedene Kostformen (z. B. kohlenhydratreduziert, fettreduziert, mediterran) sowie Strategien (z. B. online, App-basiert, face-to-face) zur Gewichtsreduktion werden sowohl unter Laien als auch in der Fachwelt thematisiert. Der Bedarf, individuelle erfolgversprechende Ernährungsempfehlungen auszusprechen, nimmt besonders im Hinblick auf die steigende Prävalenz von Übergewicht und Adipositas zu.

Unser Lebensmittelsortiment zeichnet sich durch eine bunte Vielfalt aus, wodurch sich die Möglichkeit zur Umsetzung verschiedener Ernährungsformen und -konzepte ergibt. Neben traditionellen Ernährungsformen, wie der vollwertigen Ernährung, gewinnen pflanzenbasierte Varianten zunehmend an Bedeutung. Die Variationsbreite reicht hier von Ovo-Lakto-VegetarierInnen über FlexitarierInnen bis hin zu den VeganerInnen, die ausschließlich pflanzliche Lebensmittel verzehren. Weitere Ernährungsformen, wie die kohlenhydratarme Ernährung oder die Steinzeit-Ernährung, werden regelmäßig in den Medien thematisiert. Im Hinblick auf die Umsetzung der verschiedenen Ernährungsformen spielen neben der Verfügbarkeit der Lebensmittel außerdem persönliche Präferenzen und Abneigungen, Unverträglichkeiten und Allergien, sowie die Lebensumstände und Gesundheitsideale eine Rolle. Daher besteht die Notwendigkeit, maßgeschneiderte Rezept-, Verzehr- und Produktempfehlungen bzw. personalisierte Ernährungsempfehlungen, angepasst an die persönlichen Vorlieben, die Gesundheitsbedürfnisse, den Stoffwechsel, die Genetik und das Mikrobiom, zu entwickeln und zu validieren.

Abstract

Das Thema personalisierte Ernährung ist in aller Munde und wird sowohl von Laien als auch in der Fachwelt vielfach diskutiert, obwohl es keine einheitliche Definition für den Begriff der personalisierten Ernährung gibt. Verschiedene Ansätze, unter Berücksichtigung von Genetik, Mikrobiom sowie Stoffwechsel, werden diskutiert und zum Teil von kommerziellen Anbietern als personalisierte Ernährungskonzepte angeboten. Betrachtet man die verschiedenen Aspekte der personalisierten Ernährung bezüglich ihrer wissenschaftlichen Evidenz und klinischen Relevanz etwas genauer, so wird deutlich, dass personalisierte Ernährungsempfehlungen, wie sie derzeit primär von kommerziellen Unternehmen angeboten werden, nicht evidenzbasiert sind. Derzeit ist es nicht möglich, basierend auf z. B. der genetischen Ausstattung eines Menschen oder der Zusammensetzung der Darmmikrobiota personalisierte evidenzbasierte Ernährungsempfehlungen zu geben. Die Berücksichtigung phänotypischer Merkmale, wie z. B. Alter, Geschlecht, körperliche Aktivität, Gesundheitsstatus und Alltagssituation, ist durchaus sinnvoll und wird von qualifizierten Ernährungsfachkräften angewandt. Dies ist ein möglicher Ansatz der personalisierten Ernährung, an dem weiterhin festgehalten werden soll.

Schlüsselwörter: personalisierte Ernährung, Genetik, Mikrobiom, Proteom, Ernährungsverhalten


Peer-reviewed / Manuscript (original contribuation) received: April 16, 2020 Revision accepted: September 28, 2020

Personalized dietary recommendations for weight loss

A scientific perspective from various angles

Abstract

Given that the metabolic response to meals differs from person to person and given that physiological mechanisms are of a complex nature, the need for tailored dietary recommendations is obvious. Furthermore, weight trajectories exhibit inter-individual variation even when individuals receive the same standardized energy-reduced diet. Personalized nutrition is currently very topical and it is an area that both patients and experts are increasingly focusing on. To date, there is no single, universally accepted definition of personalized nutrition. Various approaches that take genetics, microbiota, physiology and phenotype into account are currently being discussed and such approaches are also offered by some commercial providers as personalized nutritional concepts. Upon closer inspection of these personalized dietary recommendations with regard to scientific evidence and clinical relevance, it becomes clear that the personalized dietary recommendations that are primarily offered by companies are not evidence-based. Currently, it is not yet possible to provide personalized dietary recommendations based on factors such as a person’s genetic background or the composition of their microbiome. However, providing personalized dietary recommendations that take phenotypic characteristics such as age, gender, physical activity, health status and everyday life situation into account is a robust approach that is already being used by qualified nutrition experts and should continue to be used.

Keywords: personalized nutrition, genetics, microbiome, proteome, dietary behavior

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Rubrik: Peer Review
Veröffentlicht: 15.02.2021

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