Plant-based – dieser Begriff taucht immer häufiger auf: als grüner Slogan auf Milch-, Fleisch- und Fisch-Alternativen, als Hashtag in Social Media, in der (wissenschaftlichen) Literatur und in anderen Medienbeiträgen. Fraglich ist, was damit genau gemeint ist. Vegan? Oder nur „veganer“, also vegetarisch?

Auch oft zu lesen und zu hören: Die Zahl der Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, steige. Doch die genauen Zahlen dazu gehen auseinander. Wie viele Menschen ernähren sich also in Deutschland vegetarisch oder vegan? Sind die Anteile von Vegetarier*innen bereits doppelstellig? Und bei Veganer*innen: schon einstellig oder noch im Null-Komma-Prozentbereich?

Dr. Markus Keller und Dr. Christian Köder vom Forschungsinstitut für pflanzenbasierte Ernährung nehmen ab Seite M428 eine Begriffsbestimmung zu „plant-based“ vor und stellen eine Definition für „pflanzenbasierte Ernährung“ auf.1

„Wie hoch ist der Anteil vegetarischer und veganer Ernährung in Deutschland? Eine Einordnung der Studienlage“ finden Sie ab Seite M414. Die Autor*innen vom Max Rubner-Institut haben repräsentative Studien zum Thema bei Erwachsenen (Zeitraum 2005–2022) analysiert und ermittelt, wie die verschiedenen Anteile vegetarischer und veganer Ernährung in der deutschen Bevölkerung zustande kommen. Ein Ergebnis vorweg: Höhere Anteile vegetarischer Ernährung finden sich v. a. bei fehlender Trennschärfe in der Erfassung gegenüber pescetarischer und flexitarischer Ernährung.2

Solche Analysen und Diskussionen um Trennschärfen, Anteile und Definitionen sind richtig und wichtig und zeigen auch: Vegetarisch und flexitarisch, vegan und plant-based sind gekommen um zu bleiben. Gut so! Denn das individuelle Ernährungsverhalten und unser gesamtes Ernährungssystem beeinflussen bekanntermaßen nicht nur die Gesundheit der Essenden, sondern auch die Gesundheit der Menschen und Tiere in Erzeugung und Produktion, die Gesundheit der Umwelt und der Wirtschaft – kurzum unsere gesamte (Um)Welt.

Bei der Diskussion, wie „trennscharf“, wie 100-prozentig eine pflanzliche Ernährung ist, besonders im individuellen Bereich, wo wir durch das, was wir essen und nicht essen auch unsere Identität formen und ausdrücken, finde ich wichtig zu erinnern: Es muss nicht rigide und dogmatisch, nicht 100 % „perfekt“ werden. Vielmehr zählt jeder Schritt in Richtung pflanzlich(er). Oder, wie ich im Editorial des Sonderhefts „Vegan“ 2018 formulierte: „Das soll nicht heißen, dass wir alle Veganer und Veganerinnen werden, aber dass viele und vieles veganer werden wird.“3 Vielleicht begegnet uns dann bald neben plant-based und vegan, vegetarisch und flexitarisch auch die flexigane Ernährungsweise?

Mit diesen Gedanken wünsche ich Ihnen jetzt an dieser Stelle ein letztes Mal: viel Freude beim Lesen dieser Ausgabe!

Herzlichst,

Ihre Stella Glogowski

____________________

1 Köder C, Keller M: Pflanzenbasierte Ernährung: Begriffsbestimmung und Definitionen. Ernährungs Umschau 2023; 70(7): M428–32.

2 Dittmann A, Werner L, Storcksdieck genannt Bonsmann S, Hoffmann I: How high is the share of vegetarian and vegan diets in Germany? An exploration of the study situation. Ernahrungs Umschau 2023; 70(7): 80–93.

3 Glogowski S: Es wird vegan(er). Editorial. Ernährungs Umschau: Sonderheft Vegan. 2018.






Dieses Editorial finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 7/2023 auf Seite M401.




Plant-based – dieser Begriff taucht immer häufiger auf: als grüner Slogan auf Milch-, Fleisch- und Fisch-Alternativen, als Hashtag in Social Media, in der (wissenschaftlichen) Literatur und in anderen Medienbeiträgen. Fraglich ist, was damit genau gemeint ist. Vegan? Oder nur „veganer“, also vegetarisch?

Auch oft zu lesen und zu hören: Die Zahl der Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, steige. Doch die genauen Zahlen dazu gehen auseinander. Wie viele Menschen ernähren sich also in Deutschland vegetarisch oder vegan? Sind die Anteile von Vegetarier*innen bereits doppelstellig? Und bei Veganer*innen: schon einstellig oder noch im Null-Komma-Prozentbereich?

Dr. Markus Keller und Dr. Christian Köder vom Forschungsinstitut für pflanzenbasierte Ernährung nehmen ab Seite M428 eine Begriffsbestimmung zu „plant-based“ vor und stellen eine Definition für „pflanzenbasierte Ernährung“ auf.1

„Wie hoch ist der Anteil vegetarischer und veganer Ernährung in Deutschland? Eine Einordnung der Studienlage“ finden Sie ab Seite M414. Die Autor*innen vom Max Rubner-Institut haben repräsentative Studien zum Thema bei Erwachsenen (Zeitraum 2005–2022) analysiert und ermittelt, wie die verschiedenen Anteile vegetarischer und veganer Ernährung in der deutschen Bevölkerung zustande kommen. Ein Ergebnis vorweg: Höhere Anteile vegetarischer Ernährung finden sich v. a. bei fehlender Trennschärfe in der Erfassung gegenüber pescetarischer und flexitarischer Ernährung.2

Solche Analysen und Diskussionen um Trennschärfen, Anteile und Definitionen sind richtig und wichtig und zeigen auch: Vegetarisch und flexitarisch, vegan und plant-based sind gekommen um zu bleiben. Gut so! Denn das individuelle Ernährungsverhalten und unser gesamtes Ernährungssystem beeinflussen bekanntermaßen nicht nur die Gesundheit der Essenden, sondern auch die Gesundheit der Menschen und Tiere in Erzeugung und Produktion, die Gesundheit der Umwelt und der Wirtschaft – kurzum unsere gesamte (Um)Welt.

Bei der Diskussion, wie „trennscharf“, wie 100-prozentig eine pflanzliche Ernährung ist, besonders im individuellen Bereich, wo wir durch das, was wir essen und nicht essen auch unsere Identität formen und ausdrücken, finde ich wichtig zu erinnern: Es muss nicht rigide und dogmatisch, nicht 100 % „perfekt“ werden. Vielmehr zählt jeder Schritt in Richtung pflanzlich(er). Oder, wie ich im Editorial des Sonderhefts „Vegan“ 2018 formulierte: „Das soll nicht heißen, dass wir alle Veganer und Veganerinnen werden, aber dass viele und vieles veganer werden wird.“3 Vielleicht begegnet uns dann bald neben plant-based und vegan, vegetarisch und flexitarisch auch die flexigane Ernährungsweise?

Mit diesen Gedanken wünsche ich Ihnen jetzt an dieser Stelle ein letztes Mal: viel Freude beim Lesen dieser Ausgabe!

Herzlichst,

Ihre Stella Glogowski

____________________

1 Köder C, Keller M: Pflanzenbasierte Ernährung: Begriffsbestimmung und Definitionen. Ernährungs Umschau 2023; 70(7): M428–32.

2 Dittmann A, Werner L, Storcksdieck genannt Bonsmann S, Hoffmann I: How high is the share of vegetarian and vegan diets in Germany? An exploration of the study situation. Ernahrungs Umschau 2023; 70(7): 80–93.

3 Glogowski S: Es wird vegan(er). Editorial. Ernährungs Umschau: Sonderheft Vegan. 2018.






Dieses Editorial finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 7/2023 auf Seite M401.


Pflanzlich, pflanzlicher – flexigan?

Plant-based – dieser Begriff taucht immer häufiger auf: als grüner Slogan auf Milch-, Fleisch- und Fisch-Alternativen, als Hashtag in Social Media, in der (wissenschaftlichen) Literatur und in anderen Medienbeiträgen. Fraglich ist, was damit genau gemeint ist. Vegan? Oder nur „veganer“, also vegetarisch?

Auch oft zu lesen und zu hören: Die Zahl der Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, steige. Doch die genauen Zahlen dazu gehen auseinander. Wie viele Menschen ernähren sich also in Deutschland vegetarisch oder vegan? Sind die Anteile von Vegetarier*innen bereits doppelstellig? Und bei Veganer*innen: schon einstellig oder noch im Null-Komma-Prozentbereich?

Dr. Markus Keller und Dr. Christian Köder vom Forschungsinstitut für pflanzenbasierte Ernährung nehmen ab Seite M428 eine Begriffsbestimmung zu „plant-based“ vor und stellen eine Definition für „pflanzenbasierte Ernährung“ auf.1

„Wie hoch ist der Anteil vegetarischer und veganer Ernährung in Deutschland? Eine Einordnung der Studienlage“ finden Sie ab Seite M414. Die Autor*innen vom Max Rubner-Institut haben repräsentative Studien zum Thema bei Erwachsenen (Zeitraum 2005–2022) analysiert und ermittelt, wie die verschiedenen Anteile vegetarischer und veganer Ernährung in der deutschen Bevölkerung zustande kommen. Ein Ergebnis vorweg: Höhere Anteile vegetarischer Ernährung finden sich v. a. bei fehlender Trennschärfe in der Erfassung gegenüber pescetarischer und flexitarischer Ernährung.2

Solche Analysen und Diskussionen um Trennschärfen, Anteile und Definitionen sind richtig und wichtig und zeigen auch: Vegetarisch und flexitarisch, vegan und plant-based sind gekommen um zu bleiben. Gut so! Denn das individuelle Ernährungsverhalten und unser gesamtes Ernährungssystem beeinflussen bekanntermaßen nicht nur die Gesundheit der Essenden, sondern auch die Gesundheit der Menschen und Tiere in Erzeugung und Produktion, die Gesundheit der Umwelt und der Wirtschaft – kurzum unsere gesamte (Um)Welt.

Bei der Diskussion, wie „trennscharf“, wie 100-prozentig eine pflanzliche Ernährung ist, besonders im individuellen Bereich, wo wir durch das, was wir essen und nicht essen auch unsere Identität formen und ausdrücken, finde ich wichtig zu erinnern: Es muss nicht rigide und dogmatisch, nicht 100 % „perfekt“ werden. Vielmehr zählt jeder Schritt in Richtung pflanzlich(er). Oder, wie ich im Editorial des Sonderhefts „Vegan“ 2018 formulierte: „Das soll nicht heißen, dass wir alle Veganer und Veganerinnen werden, aber dass viele und vieles veganer werden wird.“3 Vielleicht begegnet uns dann bald neben plant-based und vegan, vegetarisch und flexitarisch auch die flexigane Ernährungsweise?

Mit diesen Gedanken wünsche ich Ihnen jetzt an dieser Stelle ein letztes Mal: viel Freude beim Lesen dieser Ausgabe!

Herzlichst,

Ihre Stella Glogowski

____________________

1 Köder C, Keller M: Pflanzenbasierte Ernährung: Begriffsbestimmung und Definitionen. Ernährungs Umschau 2023; 70(7): M428–32.

2 Dittmann A, Werner L, Storcksdieck genannt Bonsmann S, Hoffmann I: How high is the share of vegetarian and vegan diets in Germany? An exploration of the study situation. Ernahrungs Umschau 2023; 70(7): 80–93.

3 Glogowski S: Es wird vegan(er). Editorial. Ernährungs Umschau: Sonderheft Vegan. 2018.


Dieses Editorial finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 7/2023 auf Seite M401.
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Rubrik: Editorial
Veröffentlicht: 12.07.2023

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