Thomas Ellrott und Volker Pudel, Göttingen

Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Erwachsenenalter zählen zu den drängenden Gesundheitsproblemen unserer Zeit. Bereits jeder 2. Erwachsene und jedes 5. Kind sind übergewichtig, jeder 5. Erwachsene und jedes 20. Kind sind manifest adipös. Übergewicht ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern Schrittmacher einer Vielzahl von Krankheiten, die erhebliche Morbidität und Mortalität verursachen. Zwischen 6 und 8 Prozent aller Kosten im Gesundheitssystem entstehen direkt oder indirekt durch Adipositas. Nach WHO ist Adipositas als eine chronische Krankheit mit eingeschränkter Lebensqualität und hohem Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko zu bewerten, die eine langfristige Betreuung erfordert.

Einleitung

Neben qualitätsgesicherten Therapieangeboten zur Behandlung manifester Adipositas im Erwachsenenalter zählen breit angelegte Präventionsprogramme zu den entscheidenden Maßnahmen zur Eindämmung der Adipositasepidemie. Diese sind sowohl im Kindes- und Jugendalter als auch im Erwachsenenalter notwendig. Inhaltlich müssen Präventionsaktionen dem aktuellen Stand der evidence based medicine entsprechen: "Grundsätzlich wird ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger körperlicher Bewegung und ausgewogener, fettarmer Ernährung als sinnvoll angesehen, um eine Gewichtszunahme zu verhindern".

Präventionsstrategien können auf Bevölkerungsebene oder bei besonderen Risikogruppen auf individueller Ebene ansetzen. Die PfundsKur in Baden-Württemberg und Sachsen ist ein Beispiel für eine Strategie auf Bevölkerungsebene. Das Kieler KOPS-Programm für Kinder übergewichtiger Eltern und die finnische Diabetes-Präventionsstudie für Erwachsene mit gestörter Glukosetoleranz sind Beispiele für Präventionsprogramme auf individueller Ebene für aufgewählte Risikogruppen.

Strategien auf Bevölkerungsebene müssen den Prinzipien des sozialen Marketings entsprechen, um erfolgreich zu sein. Die vier Faktoren "Produkt", "Preis", "Public Relations" und "Distribution" müssen stimmen:

  • Das "Produkt" der Präventionsaktion muss für die Zielgruppe attraktiv sein,
  • der "Preis", d. h. Verhaltens- und finanzieller Aufwand, sollte als "preiswert" empfunden werden,
  • die "Public Relations" (z. B. Printmedien, Rundfunk) müssen darüber informieren und
  • die "Distribution" soll gewährleistet sein, d. h., jeder Motivierte kann an jedem Ort das Angebot erhalten. EU01/03

    Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs-Umschau 01/03 ab Seite B 1.




 Thomas Ellrott
und Volker Pudel, Göttingen

Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Erwachsenenalter zählen zu den drängenden Gesundheitsproblemen unserer Zeit. Bereits jeder 2. Erwachsene und jedes 5. Kind sind übergewichtig, jeder 5. Erwachsene und jedes 20. Kind sind manifest adipös. Übergewicht ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern Schrittmacher einer Vielzahl von Krankheiten, die erhebliche Morbidität und Mortalität verursachen. Zwischen 6 und 8 Prozent aller Kosten im Gesundheitssystem entstehen direkt oder indirekt durch Adipositas. Nach WHO ist Adipositas als eine chronische Krankheit mit eingeschränkter Lebensqualität und hohem Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko zu bewerten, die eine langfristige Betreuung erfordert.

Einleitung

Neben qualitätsgesicherten Therapieangeboten zur Behandlung manifester Adipositas im Erwachsenenalter zählen breit angelegte Präventionsprogramme zu den entscheidenden Maßnahmen zur Eindämmung der Adipositasepidemie. Diese sind sowohl im Kindes- und Jugendalter als auch im Erwachsenenalter notwendig. Inhaltlich müssen Präventionsaktionen dem aktuellen Stand der evidence based medicine entsprechen: "Grundsätzlich wird ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger körperlicher Bewegung und ausgewogener, fettarmer Ernährung als sinnvoll angesehen, um eine Gewichtszunahme zu verhindern".

Präventionsstrategien können auf Bevölkerungsebene oder bei besonderen Risikogruppen auf individueller Ebene ansetzen. Die PfundsKur in Baden-Württemberg und Sachsen ist ein Beispiel für eine Strategie auf Bevölkerungsebene. Das Kieler KOPS-Programm für Kinder übergewichtiger Eltern und die finnische Diabetes-Präventionsstudie für Erwachsene mit gestörter Glukosetoleranz sind Beispiele für Präventionsprogramme auf individueller Ebene für aufgewählte Risikogruppen.

Strategien auf Bevölkerungsebene müssen den Prinzipien des sozialen Marketings entsprechen, um erfolgreich zu sein. Die vier Faktoren "Produkt", "Preis", "Public Relations" und "Distribution" müssen stimmen:

  • Das "Produkt" der Präventionsaktion muss für die Zielgruppe attraktiv sein,
  • der "Preis", d. h. Verhaltens- und finanzieller Aufwand, sollte als "preiswert" empfunden werden,
  • die "Public Relations" (z. B. Printmedien, Rundfunk) müssen darüber informieren und
  • die "Distribution" soll gewährleistet sein, d. h., jeder Motivierte kann an jedem Ort das Angebot erhalten. EU01/03

    Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs-Umschau 01/03 ab Seite B 1.


 Thomas Ellrott und Volker Pudel, Göttingen

Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Erwachsenenalter zählen zu den drängenden Gesundheitsproblemen unserer Zeit. Bereits jeder 2. Erwachsene und jedes 5. Kind sind übergewichtig, jeder 5. Erwachsene und jedes 20. Kind sind manifest adipös. Übergewicht ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern Schrittmacher einer Vielzahl von Krankheiten, die erhebliche Morbidität und Mortalität verursachen. Zwischen 6 und 8 Prozent aller Kosten im Gesundheitssystem entstehen direkt oder indirekt durch Adipositas. Nach WHO ist Adipositas als eine chronische Krankheit mit eingeschränkter Lebensqualität und hohem Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko zu bewerten, die eine langfristige Betreuung erfordert.

Einleitung

Neben qualitätsgesicherten Therapieangeboten zur Behandlung manifester Adipositas im Erwachsenenalter zählen breit angelegte Präventionsprogramme zu den entscheidenden Maßnahmen zur Eindämmung der Adipositasepidemie. Diese sind sowohl im Kindes- und Jugendalter als auch im Erwachsenenalter notwendig. Inhaltlich müssen Präventionsaktionen dem aktuellen Stand der evidence based medicine entsprechen: “Grundsätzlich wird ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger körperlicher Bewegung und ausgewogener, fettarmer Ernährung als sinnvoll angesehen, um eine Gewichtszunahme zu verhindern”.

Präventionsstrategien können auf Bevölkerungsebene oder bei besonderen Risikogruppen auf individueller Ebene ansetzen. Die PfundsKur in Baden-Württemberg und Sachsen ist ein Beispiel für eine Strategie auf Bevölkerungsebene. Das Kieler KOPS-Programm für Kinder übergewichtiger Eltern und die finnische Diabetes-Präventionsstudie für Erwachsene mit gestörter Glukosetoleranz sind Beispiele für Präventionsprogramme auf individueller Ebene für aufgewählte Risikogruppen.

Strategien auf Bevölkerungsebene müssen den Prinzipien des sozialen Marketings entsprechen, um erfolgreich zu sein. Die vier Faktoren “Produkt”, “Preis”, “Public Relations” und “Distribution” müssen stimmen:

  • Das “Produkt” der Präventionsaktion muss für die Zielgruppe attraktiv sein,
  • der “Preis”, d. h. Verhaltens- und finanzieller Aufwand, sollte als “preiswert” empfunden werden,
  • die “Public Relations” (z. B. Printmedien, Rundfunk) müssen darüber informieren und
  • die “Distribution” soll gewährleistet sein, d. h., jeder Motivierte kann an jedem Ort das Angebot erhalten. EU01/03

    Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs-Umschau 01/03 ab Seite B 1.

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Veröffentlicht: 14.01.2003

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