Ein Diskursbeitrag


Schule ist seit langem ein relevantes Setting für Prävention und Gesundheitsförderung und die Ernährung in der Schule stellt dabei ein wesentliches Handlungsfeld dar. Die öffentliche Debatte zum Thema Ernährung und Schule fokussiert häufig auf die Verpflegungsaufgabe. Eine umfassende Herangehensweise an die Arbeit in diesem Setting im Sinne von Public Health Nutrition (PHN), welche die engen wechselseitigen Beziehungen zwischen Gesundheit und politischen, ökologischen und ökonomischen Bedingungen in den Blick nimmt, wird in Deutschland jedoch noch nicht flächendeckend verfolgt. Dadurch werden bestehende Potenziale nicht ausgeschöpft, die sich im Setting Schule im Hinblick auf eine Befähigung von Kindern und Jugendlichen zu nachhaltigen Ernährungspraktiken ergeben. Ziel dieses Beitrags ist es, das Handlungsfeld Ernährung in der Schule aus einer PHN-Perspektive zu beleuchten und Herausforderungen, die sich aus einer solchen Sichtweise ableiten lassen, aufzuzeigen und zur Diskussion zu stellen.


Aktuelle Situation und Ausgangslage der Schulverpflegung in Deutschland


Entwicklung der Schulverpflegung in Deutschland


Das Schulsystem in Deutschland nahm im internationalen Vergleich lange Zeit eine Sonderrolle ein, da bis vor einigen Jahren Ganztagsschulen mit Übermittagsbetreuung (v. a. in den alten Bundesländern) die Ausnahme waren. Dadurch fiel die Ernährungsversorgung in den Zuständigkeitsbereich der Familie bzw. der Privathaushalte [1]. Mittlerweile weisen ca. 65 % aller Schulen ein ganztägiges Betreuungsangebot auf [2]. Bei einem ganztägigen Betreuungsangebot ist zwar gemäß einer Definition der Kultusministerkonferenz ein Mittagessen anzubieten, allerdings wurden keine übergreifenden Ausführungen zur Ausgestaltung des Mittagsessens gemacht [2]. Die Zuständigkeit für dessen Bereitstellung obliegt als „äußere Schulangelegenheit“ den Schulträgern. Für diese existieren in den meisten Bundesländern keine oder nur sehr vage Vorgaben in Form von Gesetzen, Richtlinien oder Erlassen zur Ausgestaltung der Schulverpflegung [3]. Somit gibt es in Deutschland – im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern wie z. B. Frankreich oder Großbritannien – keine verbindlichen, bundesweiten Strategien zur Ausgestaltung und Qualität der Verpflegung bzw. deren Organisation und Rahmenbedingungen [4].

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Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 1/2020 von Seite M32 bis M39.




Ein Diskursbeitrag


Schule ist seit langem ein relevantes Setting für Prävention und Gesundheitsförderung und die Ernährung in der Schule stellt dabei ein wesentliches Handlungsfeld dar. Die öffentliche Debatte zum Thema Ernährung und Schule fokussiert häufig auf die Verpflegungsaufgabe. Eine umfassende Herangehensweise an die Arbeit in diesem Setting im Sinne von Public Health Nutrition (PHN), welche die engen wechselseitigen Beziehungen zwischen Gesundheit und politischen, ökologischen und ökonomischen Bedingungen in den Blick nimmt, wird in Deutschland jedoch noch nicht flächendeckend verfolgt. Dadurch werden bestehende Potenziale nicht ausgeschöpft, die sich im Setting Schule im Hinblick auf eine Befähigung von Kindern und Jugendlichen zu nachhaltigen Ernährungspraktiken ergeben. Ziel dieses Beitrags ist es, das Handlungsfeld Ernährung in der Schule aus einer PHN-Perspektive zu beleuchten und Herausforderungen, die sich aus einer solchen Sichtweise ableiten lassen, aufzuzeigen und zur Diskussion zu stellen.


Aktuelle Situation und Ausgangslage der Schulverpflegung in Deutschland


Entwicklung der Schulverpflegung in Deutschland


Das Schulsystem in Deutschland nahm im internationalen Vergleich lange Zeit eine Sonderrolle ein, da bis vor einigen Jahren Ganztagsschulen mit Übermittagsbetreuung (v. a. in den alten Bundesländern) die Ausnahme waren. Dadurch fiel die Ernährungsversorgung in den Zuständigkeitsbereich der Familie bzw. der Privathaushalte [1]. Mittlerweile weisen ca. 65 % aller Schulen ein ganztägiges Betreuungsangebot auf [2]. Bei einem ganztägigen Betreuungsangebot ist zwar gemäß einer Definition der Kultusministerkonferenz ein Mittagessen anzubieten, allerdings wurden keine übergreifenden Ausführungen zur Ausgestaltung des Mittagsessens gemacht [2]. Die Zuständigkeit für dessen Bereitstellung obliegt als „äußere Schulangelegenheit“ den Schulträgern. Für diese existieren in den meisten Bundesländern keine oder nur sehr vage Vorgaben in Form von Gesetzen, Richtlinien oder Erlassen zur Ausgestaltung der Schulverpflegung [3]. Somit gibt es in Deutschland – im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern wie z. B. Frankreich oder Großbritannien – keine verbindlichen, bundesweiten Strategien zur Ausgestaltung und Qualität der Verpflegung bzw. deren Organisation und Rahmenbedingungen [4].

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Public Health Nutrition-Perspektiven auf das Handlungsfeld Schule

Ein Diskursbeitrag
Schule ist seit langem ein relevantes Setting für Prävention und Gesundheitsförderung und die Ernährung in der Schule stellt dabei ein wesentliches Handlungsfeld dar. Die öffentliche Debatte zum Thema Ernährung und Schule fokussiert häufig auf die Verpflegungsaufgabe. Eine umfassende Herangehensweise an die Arbeit in diesem Setting im Sinne von Public Health Nutrition (PHN), welche die engen wechselseitigen Beziehungen zwischen Gesundheit und politischen, ökologischen und ökonomischen Bedingungen in den Blick nimmt, wird in Deutschland jedoch noch nicht flächendeckend verfolgt. Dadurch werden bestehende Potenziale nicht ausgeschöpft, die sich im Setting Schule im Hinblick auf eine Befähigung von Kindern und Jugendlichen zu nachhaltigen Ernährungspraktiken ergeben. Ziel dieses Beitrags ist es, das Handlungsfeld Ernährung in der Schule aus einer PHN-Perspektive zu beleuchten und Herausforderungen, die sich aus einer solchen Sichtweise ableiten lassen, aufzuzeigen und zur Diskussion zu stellen.
Aktuelle Situation und Ausgangslage der Schulverpflegung in Deutschland
Entwicklung der Schulverpflegung in Deutschland

Das Schulsystem in Deutschland nahm im internationalen Vergleich lange Zeit eine Sonderrolle ein, da bis vor einigen Jahren Ganztagsschulen mit Übermittagsbetreuung (v. a. in den alten Bundesländern) die Ausnahme waren. Dadurch fiel die Ernährungsversorgung in den Zuständigkeitsbereich der Familie bzw. der Privathaushalte [1]. Mittlerweile weisen ca. 65 % aller Schulen ein ganztägiges Betreuungsangebot auf [2]. Bei einem ganztägigen Betreuungsangebot ist zwar gemäß einer Definition der Kultusministerkonferenz ein Mittagessen anzubieten, allerdings wurden keine übergreifenden Ausführungen zur Ausgestaltung des Mittagsessens gemacht [2]. Die Zuständigkeit für dessen Bereitstellung obliegt als „äußere Schulangelegenheit“ den Schulträgern. Für diese existieren in den meisten Bundesländern keine oder nur sehr vage Vorgaben in Form von Gesetzen, Richtlinien oder Erlassen zur Ausgestaltung der Schulverpflegung [3]. Somit gibt es in Deutschland – im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern wie z. B. Frankreich oder Großbritannien – keine verbindlichen, bundesweiten Strategien zur Ausgestaltung und Qualität der Verpflegung bzw. deren Organisation und Rahmenbedingungen [4].

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Rubrik: Special
Veröffentlicht: 15.01.2020

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