Mehr als 12500 Menschen aus 16 europäischen Studien nahmen daran teil. Die Forschungsergebnisse und das daraus resultierende neue Online-Tool tragen zur Weiterentwicklung in der personalisierten Medizin bei, insb. zur Bewertung von Stoffwechselgesundheit und Adipositas.

Leptin, auch bekannt als „Sättigungshormon“, wird im Fettgewebe gebildet und signalisiert dem Gehirn den Energiezustand des Körpers. Ein hoher Leptinspiegel zeigt an, dass genügend Energiereserven vorhanden sind. Das führt in der Regel bei stoffwechselgesunden Menschen zu einer Verringerung des Hungergefühls. Bislang fehlten jedoch standardisierte Werte, um die Konzentration von Leptin im Blut zuverlässig nach Alter und Körpergewicht einzuordnen. In der klinischen Praxis wurden meist Normwerte verwendet, die nur auf Personen mit Normalgewicht basieren.

Um diese diagnostische Lücke zu schließen, wurden Daten von mehr als 12500 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Alter von 0 bis 75 Jahren mit Normal-, Übergewicht und Adipositas zusammengeführt, so Dr. Mandy Vogel von der Universitätsmedizin Leipzig. Die Ergebnisse zeigen, wie sich Leptinkonzentrationen im Laufe des Lebens verändern. Bei Kindern steigen die Werte zunächst an und sinken später wieder ab. Da Leptin die Fettmasse widerspiegelt, ist es wichtig, auch spezifische Referenzbereiche für Menschen mit Adipositas zu definieren. Mit diesen Werten können Expert*innen besser zwischen einer normalen Veränderung durch Körperfett oder krankhaften Störungen bei Betroffenen unterscheiden.

Um das neue Wissen anwendbar zu machen und in die medizinische Versorgung zu übertragen, hat das Forschungsteam einen kostenfreien Online-Rechner und eine spezialisierte Software entwickelt. Das Tool ermöglicht Berechnungen individueller Leptin-Scores basierend auf Alter, Geschlecht, Pubertätsstatus und Körpergewicht. Dieser Service steht unter https://leptin.science zur Verfügung und erleichtert sowohl Forschung als auch klinischen Alltag.

Die neuen Referenzwerte helfen Mediziner*innen künftig, auffällige Leptinwerte besser einzuordnen. „Das ermöglicht eine frühere Diagnose und gezieltere Behandlung von Stoffwechselstörungen. Damit sind die Ergebnisse nicht nur ein wissenschaftlicher Meilenstein, sondern auch ein konkreter Fortschritt für die personalisierte Medizin“, sagt Dr. Vogel.

Literatur


1. Brandt-Heunemann S: Reference values for serum leptin levels in children, adolescents, and adults with normal weight, overweight, and obesity. JCEM 2025; dgaf439.

Quelle: Universität Leipzig, Pressemeldung vom 17.09.2025




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 11/2025 auf Seite M645.


Leptin ist ein zentrales Hormon bei der Regulation von Hunger und Sättigung. Eine große internationale Studie unter der Federführung der Universitätsmedizin Leipzig und dem Universitätsklinikum Ulm hat nun umfassende Referenzwerte für Leptin über alle Altersgruppen und Gewichtsklassen hinweg erstellt [1].


Mehr als 12500 Menschen aus 16 europäischen Studien nahmen daran teil. Die Forschungsergebnisse und das daraus resultierende neue Online-Tool tragen zur Weiterentwicklung in der personalisierten Medizin bei, insb. zur Bewertung von Stoffwechselgesundheit und Adipositas.

Leptin, auch bekannt als „Sättigungshormon“, wird im Fettgewebe gebildet und signalisiert dem Gehirn den Energiezustand des Körpers. Ein hoher Leptinspiegel zeigt an, dass genügend Energiereserven vorhanden sind. Das führt in der Regel bei stoffwechselgesunden Menschen zu einer Verringerung des Hungergefühls. Bislang fehlten jedoch standardisierte Werte, um die Konzentration von Leptin im Blut zuverlässig nach Alter und Körpergewicht einzuordnen. In der klinischen Praxis wurden meist Normwerte verwendet, die nur auf Personen mit Normalgewicht basieren.

Um diese diagnostische Lücke zu schließen, wurden Daten von mehr als 12500 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Alter von 0 bis 75 Jahren mit Normal-, Übergewicht und Adipositas zusammengeführt, so Dr. Mandy Vogel von der Universitätsmedizin Leipzig. Die Ergebnisse zeigen, wie sich Leptinkonzentrationen im Laufe des Lebens verändern. Bei Kindern steigen die Werte zunächst an und sinken später wieder ab. Da Leptin die Fettmasse widerspiegelt, ist es wichtig, auch spezifische Referenzbereiche für Menschen mit Adipositas zu definieren. Mit diesen Werten können Expert*innen besser zwischen einer normalen Veränderung durch Körperfett oder krankhaften Störungen bei Betroffenen unterscheiden.

Um das neue Wissen anwendbar zu machen und in die medizinische Versorgung zu übertragen, hat das Forschungsteam einen kostenfreien Online-Rechner und eine spezialisierte Software entwickelt. Das Tool ermöglicht Berechnungen individueller Leptin-Scores basierend auf Alter, Geschlecht, Pubertätsstatus und Körpergewicht. Dieser Service steht unter https://leptin.science zur Verfügung und erleichtert sowohl Forschung als auch klinischen Alltag.

Die neuen Referenzwerte helfen Mediziner*innen künftig, auffällige Leptinwerte besser einzuordnen. „Das ermöglicht eine frühere Diagnose und gezieltere Behandlung von Stoffwechselstörungen. Damit sind die Ergebnisse nicht nur ein wissenschaftlicher Meilenstein, sondern auch ein konkreter Fortschritt für die personalisierte Medizin“, sagt Dr. Vogel.

Literatur


1. Brandt-Heunemann S: Reference values for serum leptin levels in children, adolescents, and adults with normal weight, overweight, and obesity. JCEM 2025; dgaf439.

Quelle: Universität Leipzig, Pressemeldung vom 17.09.2025




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 11/2025 auf Seite M645.


Stoffwechsel: Referenzwerte für das Hormon Leptin im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter

Mehr als 12500 Menschen aus 16 europäischen Studien nahmen daran teil. Die Forschungsergebnisse und das daraus resultierende neue Online-Tool tragen zur Weiterentwicklung in der personalisierten Medizin bei, insb. zur Bewertung von Stoffwechselgesundheit und Adipositas.

Leptin, auch bekannt als „Sättigungshormon“, wird im Fettgewebe gebildet und signalisiert dem Gehirn den Energiezustand des Körpers. Ein hoher Leptinspiegel zeigt an, dass genügend Energiereserven vorhanden sind. Das führt in der Regel bei stoffwechselgesunden Menschen zu einer Verringerung des Hungergefühls. Bislang fehlten jedoch standardisierte Werte, um die Konzentration von Leptin im Blut zuverlässig nach Alter und Körpergewicht einzuordnen. In der klinischen Praxis wurden meist Normwerte verwendet, die nur auf Personen mit Normalgewicht basieren.

Um diese diagnostische Lücke zu schließen, wurden Daten von mehr als 12500 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Alter von 0 bis 75 Jahren mit Normal-, Übergewicht und Adipositas zusammengeführt, so Dr. Mandy Vogel von der Universitätsmedizin Leipzig. Die Ergebnisse zeigen, wie sich Leptinkonzentrationen im Laufe des Lebens verändern. Bei Kindern steigen die Werte zunächst an und sinken später wieder ab. Da Leptin die Fettmasse widerspiegelt, ist es wichtig, auch spezifische Referenzbereiche für Menschen mit Adipositas zu definieren. Mit diesen Werten können Expert*innen besser zwischen einer normalen Veränderung durch Körperfett oder krankhaften Störungen bei Betroffenen unterscheiden.

Um das neue Wissen anwendbar zu machen und in die medizinische Versorgung zu übertragen, hat das Forschungsteam einen kostenfreien Online-Rechner und eine spezialisierte Software entwickelt. Das Tool ermöglicht Berechnungen individueller Leptin-Scores basierend auf Alter, Geschlecht, Pubertätsstatus und Körpergewicht. Dieser Service steht unter https://leptin.science zur Verfügung und erleichtert sowohl Forschung als auch klinischen Alltag.

Die neuen Referenzwerte helfen Mediziner*innen künftig, auffällige Leptinwerte besser einzuordnen. „Das ermöglicht eine frühere Diagnose und gezieltere Behandlung von Stoffwechselstörungen. Damit sind die Ergebnisse nicht nur ein wissenschaftlicher Meilenstein, sondern auch ein konkreter Fortschritt für die personalisierte Medizin“, sagt Dr. Vogel.

Literatur

1. Brandt-Heunemann S: Reference values for serum leptin levels in children, adolescents, and adults with normal weight, overweight, and obesity. JCEM 2025; dgaf439.

Quelle: Universität Leipzig, Pressemeldung vom 17.09.2025


Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 11/2025 auf Seite M645.

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Veröffentlicht: 12.11.2025

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