© piotr_malczyk/iStock/Getty Images Plus
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Selen

Physiologie, Funktionen, Vorkommen, Versorgungsstatus, Einflussfaktoren, Bedarf und Referenzwerte

Selen ist ein essenzielles Spurenelement mit zentraler Bedeutung für antioxidative Schutzmechanismen, den Schilddrüsenstoffwechsel und die Immunfunktion. Die Bioverfügbarkeit, der Stoffwechsel und der Versorgungsstatus werden maßgeblich durch die chemische Selenform, Umweltfaktoren und individuelle physiologische Bedingungen beeinflusst. In Europa liegt die Selenzufuhr häufig unter den Referenzwerten, klinisch manifeste Mangelzustände sind jedoch selten. Die Bewertung des Selenstatus erfordert eine differenzierte Interpretation geeigneter Biomarker.

Eigenschaften

Selen wurde 1817 von Jöns Jakob Berzelius entdeckt und nach der griechischen Mondgöttin Selènē benannt. Lange galt es toxisch, bis Schwarz und Foltz es 1957 als essenzielles Spurenelement (< 50 mg/kg Körpergewicht [KG]) einordneten [1, 2]. Die Gesamtkörpermenge (5–20 mg) variiert in Abhängigkeit von der langfristigen Zufuhr und unterscheidet sich entsprechend zwischen geografischen Regionen [3, 4, 5]. Im Periodensystem gehört Selen (Ordnungszahl 34; Atommasse 78,96 Da) zur 6. Hauptgruppe und damit zu den Chalkogenen (Erzbildnern) [6]. Damit ist Selen eng mit den Nichtmetallen Sauerstoff und Schwefel verwandt [7, 8]. Entsprechend tritt Selen in organischen sowie anorganischen Verbindungen in mehreren Oxidationsstufen auf (♦ Tabelle 1), wird jedoch aufgrund seiner physikalisch-chemischen Eigenschaften den  Halbmetallen zugeordnet [8, 9]. Elementares Selen ist in der Natur selten; im Boden ist diese Form zwar sehr stabil, dennoch  dominiert Selen in gebundener Form [4, 10]. In geologischen Formationen lagert es sich häufig an Sulfide sowie Metalle wie Silber, Kupfer, Blei oder Nickel. In Verbindungen mit Sauerstoff kann Selen weiße oder farblose Kristalle bilden; einzelne Selenverbindungen liegen zudem gasförmig vor [11]. …

Die Literatur zu diesem Artikel finden Sie im eSupplement.



Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 5/2026 auf den Seiten M304 bis M314.

Verschlagwortet mit: Spurenelemente

Artikelfakten

Rubrik: Basiswissen
Veröffentlicht: 13.05.2026

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