Peer-Review-Verfahren Manuskript (Original) eingereicht: 27.08.2025; Überarbeitung angenommen: 10.12.2025

Einleitung

In der Diskussion um eine nachhaltigere Ernährung wird der jungen Generation häufig ein hohes Transformationspotenzial zugeschrieben. Denn junge Menschen hinterfragen ihren Fleischkonsum, sind einer vegetarischen und veganen Ernährung gegenüber aufgeschlossen und verzichten häufiger auf Fleisch. Einkaufsverhalten und Ernährungsweise junger Menschen sollten daher genauer in Augenschein genommen werden. So fanden verschiedene Studien heraus, dass junge Menschen – meist im Alter zwischen 14 und 29 Jahren – ihren Fleischkonsum reflektieren und weniger Fleisch essen. Zühlsdorf et al. [1] zeigen, dass junge Menschen einer vegetarischen und veganen Ernährung gegenüber aufgeschlossener sind als der Durchschnitt der deutschen Bevölkerung. Auch eine im Fleischatlas 2021 veröffentlichte Jugendstudie stellte fest, dass der Verzicht auf Fleisch ein Trend unter Teenagern und jungen Menschen ist [2]. Koch et al. [3] fanden mehr Nicht-Fleischesser*innen unter den jungen Menschen und insbesondere häufiger unter Frauen als unter Männern [3, 4]. Diese Untersuchungsergebnisse werden in jüngerer Zeit hinterfragt und legen nahe, dass es kein homogenes Bild nachhaltigkeitsaffiner Verzehrmuster der jungen Generation gibt, sondern vielmehr deutliche Unterschiede innerhalb der Alterskohorte auszumachen sind [5–8]. Wenngleich aktuelle Studienergebnisse zeigen, dass sich 14 % der 14–29-Jährigen vegetarisch oder vegan ernähren und es in dieser Generation rund doppelt so viele Vegetarier*innen und Veganer*innen gibt wie in der deutschen Gesamtbevölkerung [2, 5, 9], stellen die jungen Menschen zugleich den größten Anteil der deutschen Bevölkerung (26 %) dar, der (mehrmals) täglich Fleisch oder Wurst isst [10]. Auch im aktuellen Ernährungsreport 2025 zeigt sich dieser Trend [11]. Hier wird ausgewiesen, dass sich 20 % der 14–29-Jährigen vegetarisch (14 %) oder vegan (6 %)  ernähren, während dies bei der Altersgruppe der 30–44-Jährigen 8 %, bei der Altersgruppe der 45–59-Jährigen und über 60-Jährigen je 6 % sind.  Auch wenn es demnach unter den jungen Menschen mehr Personen gibt, die sich vegetarisch oder vegan ernähren als in den anderen Alterskohorten, so geben 27 % der 14–29-Jährigen an, (mehrmals) täglich Fleisch oder Wurst zu verzehren. Das ist der höchste Wert des (mehrmals) täglichen Fleisch- bzw. Wurstverzehrs im Vergleich zu den drei anderen  Alterskohorten, die bei 27 %, 24 % bzw. 21 % liegen [11]. ...

Abstract

Die vorliegende Studie untersucht nachhaltige Ernährungspraktiken junger Menschen in Deutschland unter der Fragestellung, welche Unterschiede es innerhalb der sogenannten jungen Generation insbesondere mit Blick auf den Fleischverzehr und -verzicht gibt. Dafür wurde eine repräsentative Online-Befragung mit Personen im Alter von 16 bis 29 Jahren in Deutschland durchgeführt. Die Daten wurden deskriptiv ausgewertet und beschrieben. Die Ergebnisse zeigen, dass junge Menschen Wert darauf legen, die Folgen ihrer Ernährung auf die Umwelt zu verstehen. Mit höherer Bildung nimmt das Bewusstsein für eine umweltbewusste Ernährung zu. Fleischverzehr und -verzicht und wie oft Fleisch zubereitet wird, hängen vom Geschlecht und sozialen Unterschieden ab. Viele junge Menschen haben trotz nachhaltiger Ernährungspraktiken eine positive Einstellung zum Fleischkonsum. Drei Viertel der jungen Menschen, die sich karnivor ernähren, geben an, gerne Fleisch zu essen. Zukünftige Forschung sollte dezidierter die nachhaltige Ernährung junger Menschen im Hinblick auf Milieuunterschiede und Sozialisationskontexte wie familiäre Herkunftshaushalte untersuchen.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 8/2026 auf den Seiten M458 bis M465.
Die vorliegende Studie untersucht nachhaltige Ernährungspraktiken junger Menschen in Deutschland unter der Fragestellung, welche Unterschiede es innerhalb der sogenannten jungen Generation insbesondere mit Blick auf den Fleischverzehr und -verzicht gibt.
Peer-Review-Verfahren Manuskript (Original) eingereicht: 27.08.2025; Überarbeitung angenommen: 10.12.2025

Einleitung

In der Diskussion um eine nachhaltigere Ernährung wird der jungen Generation häufig ein hohes Transformationspotenzial zugeschrieben. Denn junge Menschen hinterfragen ihren Fleischkonsum, sind einer vegetarischen und veganen Ernährung gegenüber aufgeschlossen und verzichten häufiger auf Fleisch. Einkaufsverhalten und Ernährungsweise junger Menschen sollten daher genauer in Augenschein genommen werden. So fanden verschiedene Studien heraus, dass junge Menschen – meist im Alter zwischen 14 und 29 Jahren – ihren Fleischkonsum reflektieren und weniger Fleisch essen. Zühlsdorf et al. [1] zeigen, dass junge Menschen einer vegetarischen und veganen Ernährung gegenüber aufgeschlossener sind als der Durchschnitt der deutschen Bevölkerung. Auch eine im Fleischatlas 2021 veröffentlichte Jugendstudie stellte fest, dass der Verzicht auf Fleisch ein Trend unter Teenagern und jungen Menschen ist [2]. Koch et al. [3] fanden mehr Nicht-Fleischesser*innen unter den jungen Menschen und insbesondere häufiger unter Frauen als unter Männern [3, 4]. Diese Untersuchungsergebnisse werden in jüngerer Zeit hinterfragt und legen nahe, dass es kein homogenes Bild nachhaltigkeitsaffiner Verzehrmuster der jungen Generation gibt, sondern vielmehr deutliche Unterschiede innerhalb der Alterskohorte auszumachen sind [5–8]. Wenngleich aktuelle Studienergebnisse zeigen, dass sich 14 % der 14–29-Jährigen vegetarisch oder vegan ernähren und es in dieser Generation rund doppelt so viele Vegetarier*innen und Veganer*innen gibt wie in der deutschen Gesamtbevölkerung [2, 5, 9], stellen die jungen Menschen zugleich den größten Anteil der deutschen Bevölkerung (26 %) dar, der (mehrmals) täglich Fleisch oder Wurst isst [10]. Auch im aktuellen Ernährungsreport 2025 zeigt sich dieser Trend [11]. Hier wird ausgewiesen, dass sich 20 % der 14–29-Jährigen vegetarisch (14 %) oder vegan (6 %)  ernähren, während dies bei der Altersgruppe der 30–44-Jährigen 8 %, bei der Altersgruppe der 45–59-Jährigen und über 60-Jährigen je 6 % sind.  Auch wenn es demnach unter den jungen Menschen mehr Personen gibt, die sich vegetarisch oder vegan ernähren als in den anderen Alterskohorten, so geben 27 % der 14–29-Jährigen an, (mehrmals) täglich Fleisch oder Wurst zu verzehren. Das ist der höchste Wert des (mehrmals) täglichen Fleisch- bzw. Wurstverzehrs im Vergleich zu den drei anderen  Alterskohorten, die bei 27 %, 24 % bzw. 21 % liegen [11]. ...

Abstract

Die vorliegende Studie untersucht nachhaltige Ernährungspraktiken junger Menschen in Deutschland unter der Fragestellung, welche Unterschiede es innerhalb der sogenannten jungen Generation insbesondere mit Blick auf den Fleischverzehr und -verzicht gibt. Dafür wurde eine repräsentative Online-Befragung mit Personen im Alter von 16 bis 29 Jahren in Deutschland durchgeführt. Die Daten wurden deskriptiv ausgewertet und beschrieben. Die Ergebnisse zeigen, dass junge Menschen Wert darauf legen, die Folgen ihrer Ernährung auf die Umwelt zu verstehen. Mit höherer Bildung nimmt das Bewusstsein für eine umweltbewusste Ernährung zu. Fleischverzehr und -verzicht und wie oft Fleisch zubereitet wird, hängen vom Geschlecht und sozialen Unterschieden ab. Viele junge Menschen haben trotz nachhaltiger Ernährungspraktiken eine positive Einstellung zum Fleischkonsum. Drei Viertel der jungen Menschen, die sich karnivor ernähren, geben an, gerne Fleisch zu essen. Zukünftige Forschung sollte dezidierter die nachhaltige Ernährung junger Menschen im Hinblick auf Milieuunterschiede und Sozialisationskontexte wie familiäre Herkunftshaushalte untersuchen.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 8/2026 auf den Seiten M458 bis M465.

Soziale Unterschiede in der nachhaltigen Ernährung junger Menschen in Deutschland

Peer-Review-Verfahren
Manuskript (Original) eingereicht: 27.08.2025; Überarbeitung angenommen: 10.12.2025

Einleitung

In der Diskussion um eine nachhaltigere Ernährung wird der jungen Generation häufig ein hohes Transformationspotenzial zugeschrieben. Denn junge Menschen hinterfragen ihren Fleischkonsum, sind einer vegetarischen und veganen Ernährung gegenüber aufgeschlossen und verzichten häufiger auf Fleisch. Einkaufsverhalten und Ernährungsweise junger Menschen sollten daher genauer in Augenschein genommen werden. So fanden verschiedene Studien heraus, dass junge Menschen – meist im Alter zwischen 14 und 29 Jahren – ihren Fleischkonsum reflektieren und weniger Fleisch essen. Zühlsdorf et al. [1] zeigen, dass junge Menschen einer vegetarischen und veganen Ernährung gegenüber aufgeschlossener sind als der Durchschnitt der deutschen Bevölkerung. Auch eine im Fleischatlas 2021 veröffentlichte Jugendstudie stellte fest, dass der Verzicht auf Fleisch ein Trend unter Teenagern und jungen Menschen ist [2]. Koch et al. [3] fanden mehr Nicht-Fleischesser*innen unter den jungen Menschen und insbesondere häufiger unter Frauen als unter Männern [3, 4].

Diese Untersuchungsergebnisse werden in jüngerer Zeit hinterfragt und legen nahe, dass es kein homogenes Bild nachhaltigkeitsaffiner Verzehrmuster der jungen Generation gibt, sondern vielmehr deutliche Unterschiede innerhalb der Alterskohorte auszumachen sind [5–8]. Wenngleich aktuelle Studienergebnisse zeigen, dass sich 14 % der 14–29-Jährigen vegetarisch oder vegan ernähren und es in dieser Generation rund doppelt so viele Vegetarier*innen und Veganer*innen gibt wie in der deutschen Gesamtbevölkerung [2, 5, 9], stellen die jungen Menschen zugleich den größten Anteil der deutschen Bevölkerung (26 %) dar, der (mehrmals) täglich Fleisch oder Wurst isst [10]. Auch im aktuellen Ernährungsreport 2025 zeigt sich dieser Trend [11]. Hier wird ausgewiesen, dass sich 20 % der 14–29-Jährigen vegetarisch (14 %) oder vegan (6 %)  ernähren, während dies bei der Altersgruppe der 30–44-Jährigen 8 %, bei der Altersgruppe der 45–59-Jährigen und über 60-Jährigen je 6 % sind.  Auch wenn es demnach unter den jungen Menschen mehr Personen gibt, die sich vegetarisch oder vegan ernähren als in den anderen Alterskohorten, so geben 27 % der 14–29-Jährigen an, (mehrmals) täglich Fleisch oder Wurst zu verzehren. Das ist der höchste Wert des (mehrmals) täglichen Fleisch- bzw. Wurstverzehrs im Vergleich zu den drei anderen  Alterskohorten, die bei 27 %, 24 % bzw. 21 % liegen [11]. …

Abstract

Die vorliegende Studie untersucht nachhaltige Ernährungspraktiken junger Menschen in Deutschland unter der Fragestellung, welche Unterschiede es innerhalb der sogenannten jungen Generation insbesondere mit Blick auf den Fleischverzehr und -verzicht gibt. Dafür wurde eine repräsentative Online-Befragung mit Personen im Alter von 16 bis 29 Jahren in Deutschland durchgeführt. Die Daten wurden deskriptiv ausgewertet und beschrieben. Die Ergebnisse zeigen, dass junge Menschen
Wert darauf legen, die Folgen ihrer Ernährung auf die Umwelt zu verstehen. Mit höherer Bildung nimmt das Bewusstsein für eine umweltbewusste Ernährung zu. Fleischverzehr und -verzicht und wie oft Fleisch zubereitet wird, hängen vom Geschlecht und sozialen Unterschieden ab. Viele junge Menschen haben trotz nachhaltiger Ernährungspraktiken eine positive Einstellung zum Fleischkonsum. Drei Viertel der jungen Menschen, die sich karnivor ernähren, geben an, gerne Fleisch zu essen.
Zukünftige Forschung sollte dezidierter die nachhaltige Ernährung junger Menschen im Hinblick auf Milieuunterschiede und Sozialisationskontexte wie familiäre Herkunftshaushalte untersuchen.



Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 8/2026 auf den Seiten M458 bis M465.

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Rubrik: Peer Review
Veröffentlicht: 12.08.2026

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