Medienlinguistische Untersuchung von Beitragsketten in zwei Internetforen


Die anhaltende Frequenz, mit der Massenmedien über Ernährungsthemen berichten, zeugt von einem breiten Interesse und mitunter von Unsicherheiten in Ernährungsfragen. Aus sprachwissenschaftlicher Sicht lässt sich zeigen, dass Ernährung im medialen Sprachgebrauch als Wissensgegenstand behandelt wird. In einer qualitativen Studie wurde untersucht, wie diese Wissensperspektive in der digitalen Forenkommunikation aufgegriffen und eingesetzt wird.


Einleitung


Unabhängig davon, welche Themen im öffentlichen Diskurs behandelt werden – es entstehen mit der Zeit so genannte Sprachgebrauchsmuster, d. h. musterhafte Verbindungen von Wörtern, die sich verfestigen und eine bestimmte Perspektive auf Sachverhalte einstellen. Sprachgebrauchsmuster werden in der Korpuslinguistik als „Effekte sozialen Sprachhandelns“ (Bubenhofer) aufgefasst. Sie liefern Indizien dafür, welche Rolle ein Gegenstand für subjektive und gesellschaftliche Belange spielt. In Bezug auf Ernährungsthemen kann beobachtet werden, dass die erweiterte Nominalphrase „gesunde Ernährung“ in der öffentlichen Kommunikation der letzten 20 Jahre eine erstaunliche Karriere gemacht hat.

Im Cosmas-Archiv für geschriebene Sprache des Deutschen Referenzkorpus (DeReKo) lässt sich für das Nomen „Ernährung“ quantitativ ermitteln, dass das Adjektiv „gesund“ als häufigstes Begleitwort (Kookkurrenzpartner) auftritt, noch vor Erweiterungen durch die Adjektive „ausgewogen“ und „richtig“. Umgekehrt ergibt sich ein statistisch verblüffendes Bild: Das Adjektiv „gesunde“ verbindet sich in der Funktion eines Attributs mit einer höheren statistischen Wahrscheinlichkeit mit dem Nomen „Ernährung“ als mit dem Nomen „Menschenverstand“. Auch die Bezugsnomen zum Adjektiv „gesund“ auf den nachfolgenden Plätzen wie „Essen“, „Lebensweise“, „Frühstück“, „Jause“ und „Lebensmittel“ stehen im Kontext des Ernährungshandelns.

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 02/15 von Seite M106 bis M115.




Medienlinguistische Untersuchung von Beitragsketten in zwei Internetforen


Die anhaltende Frequenz, mit der Massenmedien über Ernährungsthemen berichten, zeugt von einem breiten Interesse und mitunter von Unsicherheiten in Ernährungsfragen. Aus sprachwissenschaftlicher Sicht lässt sich zeigen, dass Ernährung im medialen Sprachgebrauch als Wissensgegenstand behandelt wird. In einer qualitativen Studie wurde untersucht, wie diese Wissensperspektive in der digitalen Forenkommunikation aufgegriffen und eingesetzt wird.


Einleitung


Unabhängig davon, welche Themen im öffentlichen Diskurs behandelt werden – es entstehen mit der Zeit so genannte Sprachgebrauchsmuster, d. h. musterhafte Verbindungen von Wörtern, die sich verfestigen und eine bestimmte Perspektive auf Sachverhalte einstellen. Sprachgebrauchsmuster werden in der Korpuslinguistik als „Effekte sozialen Sprachhandelns“ (Bubenhofer) aufgefasst. Sie liefern Indizien dafür, welche Rolle ein Gegenstand für subjektive und gesellschaftliche Belange spielt. In Bezug auf Ernährungsthemen kann beobachtet werden, dass die erweiterte Nominalphrase „gesunde Ernährung“ in der öffentlichen Kommunikation der letzten 20 Jahre eine erstaunliche Karriere gemacht hat.

Im Cosmas-Archiv für geschriebene Sprache des Deutschen Referenzkorpus (DeReKo) lässt sich für das Nomen „Ernährung“ quantitativ ermitteln, dass das Adjektiv „gesund“ als häufigstes Begleitwort (Kookkurrenzpartner) auftritt, noch vor Erweiterungen durch die Adjektive „ausgewogen“ und „richtig“. Umgekehrt ergibt sich ein statistisch verblüffendes Bild: Das Adjektiv „gesunde“ verbindet sich in der Funktion eines Attributs mit einer höheren statistischen Wahrscheinlichkeit mit dem Nomen „Ernährung“ als mit dem Nomen „Menschenverstand“. Auch die Bezugsnomen zum Adjektiv „gesund“ auf den nachfolgenden Plätzen wie „Essen“, „Lebensweise“, „Frühstück“, „Jause“ und „Lebensmittel“ stehen im Kontext des Ernährungshandelns.

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 02/15 von Seite M106 bis M115.


Special ‘Ernährung’ in Internetforen | Die kommunikative Rolle ‘gesunder Ernährung’ in den Medien

Medienlinguistische Untersuchung von Beitragsketten in zwei Internetforen
Die anhaltende Frequenz, mit der Massenmedien über Ernährungsthemen berichten, zeugt von einem breiten Interesse und mitunter von Unsicherheiten in Ernährungsfragen. Aus sprachwissenschaftlicher Sicht lässt sich zeigen, dass Ernährung im medialen Sprachgebrauch als Wissensgegenstand behandelt wird. In einer qualitativen Studie wurde untersucht, wie diese Wissensperspektive in der digitalen Forenkommunikation aufgegriffen und eingesetzt wird.
Einleitung

Unabhängig davon, welche Themen im öffentlichen Diskurs behandelt werden – es entstehen mit der Zeit so genannte Sprachgebrauchsmuster, d. h. musterhafte Verbindungen von Wörtern, die sich verfestigen und eine bestimmte Perspektive auf Sachverhalte einstellen. Sprachgebrauchsmuster werden in der Korpuslinguistik als „Effekte sozialen Sprachhandelns“ (Bubenhofer) aufgefasst. Sie liefern Indizien dafür, welche Rolle ein Gegenstand für subjektive und gesellschaftliche Belange spielt. In Bezug auf Ernährungsthemen kann beobachtet werden, dass die erweiterte Nominalphrase „gesunde Ernährung“ in der öffentlichen Kommunikation der letzten 20 Jahre eine erstaunliche Karriere gemacht hat.

Im Cosmas-Archiv für geschriebene Sprache des Deutschen Referenzkorpus (DeReKo) lässt sich für das Nomen „Ernährung“ quantitativ ermitteln, dass das Adjektiv „gesund“ als häufigstes Begleitwort (Kookkurrenzpartner) auftritt, noch vor Erweiterungen durch die Adjektive „ausgewogen“ und „richtig“. Umgekehrt ergibt sich ein statistisch verblüffendes Bild: Das Adjektiv „gesunde“ verbindet sich in der Funktion eines Attributs mit einer höheren statistischen Wahrscheinlichkeit mit dem Nomen „Ernährung“ als mit dem Nomen „Menschenverstand“. Auch die Bezugsnomen zum Adjektiv „gesund“ auf den nachfolgenden Plätzen wie „Essen“, „Lebensweise“, „Frühstück“, „Jause“ und „Lebensmittel“ stehen im Kontext des Ernährungshandelns.

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 02/15 von Seite M106 bis M115.

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Artikelfakten

Rubrik: Special
Veröffentlicht: 13.02.2015

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