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Leonhäuser: Als Mitglied in einem naturwissenschaftlich ausgerichteten Institut war es zunächst nicht leicht, mich in meiner Überzeugung durchzusetzen, wie wichtig die Verhaltenswissenschaft mit den dazugehörenden Sozialwissenschaften sind, um einen verhaltenswissenschaftlich ausgerichteten Ansatz für die Ernährungsberatung zu vertreten. Dies zeigte sich anfangs in der noch nicht leistungsorientierten Sachmittelzuweisung mit der Äußerung, dass Sozialwissenschaft per se geringere Sachmittel benötige, da sie keine Laborausstattung nutze.
Glücklicherweise hatte ich eine Reihe von Vorkämpferinnen und Vorkämpfern aus der Soziologie, Psychologie, Verhaltensökonomie, Marktforschung, der Ökotrophologie, aus der Gruppe einzelner sozialwissenschaftlich orientierter Ernährungswissenschaftler sowie aus den Kultur- und historischen Wissenschaften. Diese hatten zum Phänomen „Ernährungs- und Konsumverhalten“ bereits verschiedene Fragestellungen bearbeitet.
Die vom Fachbereich meiner Universität 1989/90 bundesweit einmalig konzipierte Professur „Ernährungsberatung und Verbraucherverhalten“ kam zum richtigen Zeitpunkt: Eine Evaluation des Bundesministeriums für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit zur öffentlich finanzierten Ernährungsberatung deckte auf, dass diese aufgrund ihrer ausschließlich kognitiv-methodischen Vorgehensweise kaum etwas im Hinblick auf eine gesundheitsförderliche Verhaltensänderung bewirkt hatte.
Das Gespräch für die ERNÄHRUNGS UMSCHAU führten Dr. Lisa Hahn und Dr. Sabine Schmidt.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 01/15 von Seite M47 bis M49.