Körperliches Training ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie des Typ-2-Diabetes. Eine neue Studie des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) zeigt, dass das sog.  Blutflussrestriktionstraining (BFRT) besondere Vorteile bietet [1]. Trotz deutlich geringerer Gewichtsbelastung verbessert es die Muskelkraft ähnlich effektiv wie klassisches Krafttraining. Zudem reduziert BFRT das Bauchfett und erhöht die Durchblutung. Das Risiko für diabetesbedingte Begleiterkrankungen wird so gesenkt. BFRT kann damit eine Alternative zum klassischen Krafttraining für Menschen mit Typ-2-Diabetes sein. Krafttraining stärkt die Muskulatur, verbessert die Blutglucosekontrolle und soll das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken. Menschen mit geringerer körperlicher Belastbarkeit, altersbedingter Muskelschwäche, geringerer Muskelmasse oder Übergewicht kann ein Training mit hohen Gewichten jedoch schwerfallen. Außerdem unterschätzen viele Menschen, wie viel Gewicht sie tatsächlich brauchen, um Muskeln aufzubauen (etwa 70 % der individuellen Maximalkraft). BFRT setzt genau hier an. Bei dieser Trainingsmethode, die bereits im Reha- und Leistungssport, in der Physiotherapie und in wenigen Fitnessstudios angewendet wird, werden aufblasbare Manschetten an den Oberschenkeln angelegt. Der venöse Blutfluss wird dabei vollständig unterbunden, der arterielle Blutzufluss wird um bis zu 80 % reduziert. Trainiert wird mit Gewichten von nur und 30 % der individuellen Maximalkraft. Trotz der geringen Gewichte entsteht ein intensiver Trainingsreiz, weil Anpassungsprozesse aktiviert werden, die sonst erst bei deutlich höheren Belastungen auftreten. Wie BFRT bei Menschen mit Typ-2-Diabetes wirkt, war bisher jedoch kaum bekannt. In der Studie absolvierten 20 Menschen mit Typ-2-Diabetes, aufgeteilt in zwei Gruppen, über einen Zeitraum von zwölf Wochen dreimal wöchentlich ein Training am DDZ – entweder mit BFRT oder als klassisches Krafttraining. Beide Gruppen steigerten ihre Muskelkraft in ähnlichem Ausmaß. Zudem verbesserten sich Ruhepuls und Blutdruck, auch verloren die Teilnehmenden an Gewicht. Der entscheidende Unterschied zeigte sich bei der Körperfettverteilung: Klassisches Krafttraining verringerte v. a. das Unterhautfett, BFRT reduzierte hingegen das viszerale Fettgewebe, das die inneren Organe im Bauchraum umgibt. „Viszerales Fett gibt nicht nur Fettsäuren, sondern auch entzündungsfördernde Botenstoffe ins Blut ab“, erklärt Prof. Michael Roden, wissenschaftlicher Direktor und Sprecher des Vorstands des DDZ sowie Direktor der Abteilung für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Düsseldorf. „Das fördert Insulinresistenz, also eine Verschlechterung der Insulinwirkung und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wird dieses Fettgewebe gezielt reduziert, sind besonders günstige Auswirkungen auf die Prävention und Therapie zu erwarten. Dass dies bei BFRT, einer Trainingsform mit niedriger Belastung, auftritt, ist ein besonderer Vorteil für Menschen mit Typ-2-Diabetes.“ BFRT wirkt sich auch auf die Mitochondrien der Zellen aus. Durch das Training wurden diese im Muskel zahlreicher und leistungsfähiger. „Mitochondrien entscheiden darüber, wie gut Muskel- und Fettzellen Glucose und Fette verstoffwechseln können. Je leistungsfähiger sie sind, desto besser ist der Stoffwechsel“, erklärt Prof. Dominik Pesta vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Zusätzlich zeigte die Analyse, dass BFRT Prozesse fördert, die die Neubildung kleiner Blutgefäße im Muskel unterstützen (Angiogenese). Eine bessere Durchblutung erhöht die Versorgung der Muskulatur mit Sauerstoff und Nährstoffen – und erleichtert damit sowohl die Glucoseaufnahme als auch die Energieproduktion in den Zellen. Aufgrund der geringen mechanischen Belastung ist BFRT eine Alternative für Menschen mit Typ-2-Diabetes, wenn diese körperlich weniger belastbar sind. Sowohl BFRT als auch klassisches Krafttraining haben spezifische Stärken und können sinnvoll kombiniert werden. Literatur 1. Trinks N, Gancheva S, Pützer-Furmanczak J, et al.: Bloodflow restriction resistance training improves skeletal muscle mitochondrial capacity and cardiovascular risk factors in type 2 diabetes. Cell Metabolism 2026. Quelle: Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ), Pressemeldung vom 04.02.2026
Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 3/2026 auf Seite M138.
Körperliches Training ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie des Typ-2-Diabetes. Eine neue Studie des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) zeigt, dass das sog.  Blutflussrestriktionstraining (BFRT) besondere Vorteile bietet [1]. Trotz deutlich geringerer Gewichtsbelastung verbessert es die Muskelkraft ähnlich effektiv wie klassisches Krafttraining. Zudem reduziert BFRT das Bauchfett und erhöht die Durchblutung. Das Risiko für diabetesbedingte Begleiterkrankungen wird so gesenkt. BFRT kann damit eine Alternative zum klassischen Krafttraining für Menschen mit Typ-2-Diabetes sein.
Körperliches Training ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie des Typ-2-Diabetes. Eine neue Studie des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) zeigt, dass das sog.  Blutflussrestriktionstraining (BFRT) besondere Vorteile bietet [1]. Trotz deutlich geringerer Gewichtsbelastung verbessert es die Muskelkraft ähnlich effektiv wie klassisches Krafttraining. Zudem reduziert BFRT das Bauchfett und erhöht die Durchblutung. Das Risiko für diabetesbedingte Begleiterkrankungen wird so gesenkt. BFRT kann damit eine Alternative zum klassischen Krafttraining für Menschen mit Typ-2-Diabetes sein. Krafttraining stärkt die Muskulatur, verbessert die Blutglucosekontrolle und soll das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken. Menschen mit geringerer körperlicher Belastbarkeit, altersbedingter Muskelschwäche, geringerer Muskelmasse oder Übergewicht kann ein Training mit hohen Gewichten jedoch schwerfallen. Außerdem unterschätzen viele Menschen, wie viel Gewicht sie tatsächlich brauchen, um Muskeln aufzubauen (etwa 70 % der individuellen Maximalkraft). BFRT setzt genau hier an. Bei dieser Trainingsmethode, die bereits im Reha- und Leistungssport, in der Physiotherapie und in wenigen Fitnessstudios angewendet wird, werden aufblasbare Manschetten an den Oberschenkeln angelegt. Der venöse Blutfluss wird dabei vollständig unterbunden, der arterielle Blutzufluss wird um bis zu 80 % reduziert. Trainiert wird mit Gewichten von nur und 30 % der individuellen Maximalkraft. Trotz der geringen Gewichte entsteht ein intensiver Trainingsreiz, weil Anpassungsprozesse aktiviert werden, die sonst erst bei deutlich höheren Belastungen auftreten. Wie BFRT bei Menschen mit Typ-2-Diabetes wirkt, war bisher jedoch kaum bekannt. In der Studie absolvierten 20 Menschen mit Typ-2-Diabetes, aufgeteilt in zwei Gruppen, über einen Zeitraum von zwölf Wochen dreimal wöchentlich ein Training am DDZ – entweder mit BFRT oder als klassisches Krafttraining. Beide Gruppen steigerten ihre Muskelkraft in ähnlichem Ausmaß. Zudem verbesserten sich Ruhepuls und Blutdruck, auch verloren die Teilnehmenden an Gewicht. Der entscheidende Unterschied zeigte sich bei der Körperfettverteilung: Klassisches Krafttraining verringerte v. a. das Unterhautfett, BFRT reduzierte hingegen das viszerale Fettgewebe, das die inneren Organe im Bauchraum umgibt. „Viszerales Fett gibt nicht nur Fettsäuren, sondern auch entzündungsfördernde Botenstoffe ins Blut ab“, erklärt Prof. Michael Roden, wissenschaftlicher Direktor und Sprecher des Vorstands des DDZ sowie Direktor der Abteilung für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Düsseldorf. „Das fördert Insulinresistenz, also eine Verschlechterung der Insulinwirkung und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wird dieses Fettgewebe gezielt reduziert, sind besonders günstige Auswirkungen auf die Prävention und Therapie zu erwarten. Dass dies bei BFRT, einer Trainingsform mit niedriger Belastung, auftritt, ist ein besonderer Vorteil für Menschen mit Typ-2-Diabetes.“ BFRT wirkt sich auch auf die Mitochondrien der Zellen aus. Durch das Training wurden diese im Muskel zahlreicher und leistungsfähiger. „Mitochondrien entscheiden darüber, wie gut Muskel- und Fettzellen Glucose und Fette verstoffwechseln können. Je leistungsfähiger sie sind, desto besser ist der Stoffwechsel“, erklärt Prof. Dominik Pesta vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Zusätzlich zeigte die Analyse, dass BFRT Prozesse fördert, die die Neubildung kleiner Blutgefäße im Muskel unterstützen (Angiogenese). Eine bessere Durchblutung erhöht die Versorgung der Muskulatur mit Sauerstoff und Nährstoffen – und erleichtert damit sowohl die Glucoseaufnahme als auch die Energieproduktion in den Zellen. Aufgrund der geringen mechanischen Belastung ist BFRT eine Alternative für Menschen mit Typ-2-Diabetes, wenn diese körperlich weniger belastbar sind. Sowohl BFRT als auch klassisches Krafttraining haben spezifische Stärken und können sinnvoll kombiniert werden. Literatur 1. Trinks N, Gancheva S, Pützer-Furmanczak J, et al.: Bloodflow restriction resistance training improves skeletal muscle mitochondrial capacity and cardiovascular risk factors in type 2 diabetes. Cell Metabolism 2026. Quelle: Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ), Pressemeldung vom 04.02.2026
Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 3/2026 auf Seite M138.

Typ-2-Diabetes: Spezielles Krafttraining stärkt die Muskelgesundheit und hilft bei Typ-2-Diabetes

Körperliches Training ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie des Typ-2-Diabetes. Eine neue Studie des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) zeigt, dass das sog.  Blutflussrestriktionstraining (BFRT) besondere Vorteile bietet [1]. Trotz deutlich geringerer Gewichtsbelastung verbessert es die Muskelkraft ähnlich effektiv wie klassisches Krafttraining. Zudem reduziert BFRT das Bauchfett und erhöht die Durchblutung. Das Risiko für diabetesbedingte Begleiterkrankungen wird so gesenkt. BFRT kann damit eine Alternative zum klassischen Krafttraining für Menschen mit Typ-2-Diabetes sein.

Krafttraining stärkt die Muskulatur, verbessert die Blutglucosekontrolle und soll das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken. Menschen mit geringerer körperlicher Belastbarkeit, altersbedingter Muskelschwäche, geringerer Muskelmasse oder Übergewicht kann ein Training mit hohen Gewichten jedoch schwerfallen. Außerdem unterschätzen viele Menschen, wie viel Gewicht sie tatsächlich brauchen, um Muskeln aufzubauen (etwa 70 % der individuellen Maximalkraft). BFRT setzt genau hier an. Bei dieser Trainingsmethode, die bereits im Reha- und Leistungssport, in der Physiotherapie und in wenigen Fitnessstudios angewendet wird, werden aufblasbare Manschetten an den Oberschenkeln angelegt. Der venöse Blutfluss wird dabei vollständig unterbunden, der arterielle Blutzufluss wird um bis zu 80 % reduziert. Trainiert wird mit Gewichten von nur und 30 % der individuellen Maximalkraft. Trotz der geringen Gewichte entsteht ein intensiver Trainingsreiz, weil Anpassungsprozesse aktiviert werden, die sonst erst bei deutlich höheren Belastungen auftreten. Wie BFRT bei Menschen mit Typ-2-Diabetes wirkt, war bisher jedoch kaum bekannt.
In der Studie absolvierten 20 Menschen mit Typ-2-Diabetes, aufgeteilt in zwei Gruppen, über einen Zeitraum von zwölf Wochen dreimal wöchentlich ein Training am DDZ – entweder mit BFRT oder als klassisches Krafttraining. Beide Gruppen steigerten ihre Muskelkraft in ähnlichem Ausmaß. Zudem verbesserten sich Ruhepuls und Blutdruck, auch verloren die Teilnehmenden an Gewicht. Der entscheidende Unterschied zeigte sich bei der Körperfettverteilung: Klassisches Krafttraining verringerte v. a. das Unterhautfett, BFRT reduzierte hingegen das viszerale Fettgewebe, das die inneren Organe im Bauchraum umgibt. „Viszerales Fett gibt nicht nur Fettsäuren, sondern auch entzündungsfördernde Botenstoffe ins Blut ab“, erklärt Prof. Michael Roden, wissenschaftlicher Direktor und Sprecher des Vorstands des DDZ sowie Direktor der Abteilung für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Düsseldorf. „Das fördert Insulinresistenz, also eine Verschlechterung der Insulinwirkung und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wird dieses Fettgewebe gezielt reduziert, sind besonders günstige Auswirkungen auf die Prävention und Therapie zu erwarten. Dass dies bei BFRT, einer Trainingsform mit niedriger Belastung, auftritt, ist ein besonderer Vorteil für Menschen mit Typ-2-Diabetes.“
BFRT wirkt sich auch auf die Mitochondrien der Zellen aus. Durch das Training wurden diese im Muskel zahlreicher und leistungsfähiger. „Mitochondrien entscheiden darüber, wie gut Muskel- und Fettzellen Glucose und Fette verstoffwechseln können. Je leistungsfähiger sie sind, desto besser ist der Stoffwechsel“, erklärt Prof. Dominik Pesta vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Zusätzlich zeigte die Analyse, dass BFRT Prozesse fördert, die die Neubildung kleiner Blutgefäße im Muskel unterstützen (Angiogenese). Eine bessere Durchblutung erhöht die Versorgung der Muskulatur mit Sauerstoff und Nährstoffen – und erleichtert damit sowohl die Glucoseaufnahme als auch die Energieproduktion in den Zellen.
Aufgrund der geringen mechanischen Belastung ist BFRT eine Alternative für Menschen mit Typ-2-Diabetes, wenn diese körperlich weniger belastbar sind. Sowohl BFRT als auch klassisches Krafttraining haben spezifische Stärken und können sinnvoll kombiniert werden.

Literatur
1. Trinks N, Gancheva S, Pützer-Furmanczak J, et al.: Bloodflow restriction resistance training improves skeletal muscle mitochondrial capacity and cardiovascular risk factors in type 2 diabetes. Cell Metabolism 2026.

Quelle: Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ), Pressemeldung vom 04.02.2026


Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 3/2026 auf Seite M138.

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Veröffentlicht: 16.03.2026

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