Interview mit Dinah Stratenwerth

Bedingt durch einen Ernährungswandel innerhalb der letzten Jahrzehnte – Menschen weltweit essen mehr Fleisch, mehr verarbeitete Lebensmittel, mehr Zucker – ist ein Anstieg ernährungsmitbedingter Krankheiten zu beobachten. Es bedarf Steuerungsinstrumente im Ernährungssystem, die diesem Wandel entgegenwirken. Doch welche ernährungspolitischen Maßnahmen sind sinnvoll?

Dinah Stratenwerth leitet seit 2014 das Bildungsprojekt Foodjustice der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Umwelt und Entwicklung (BLUE 21), das sich mit den Gründen und Folgen des Ernährungswandels weltweit auseinandersetzt und sich zum Ziel gesetzt hat, Handlungsoptionen zu entwickeln und zu diskutieren.

Frau Stratenwerth hat in Berlin Lateinamerikanistik und Politik studiert und interessiert sich besonders für die ernährungspolitischen Entwicklungen in Mexiko und Chile.


Frau Stratenwerth, der Staat als Pflichtenträger soll im Sinne des öffentlichen Interesses regulieren – auch im Ernährungssektor. Welche staatlichen Steuerungsinstrumente sollten aus Ihrer Sicht eingeführt werden?


Ich würde mir wünschen, dass sich Deutschland am chilenischen Vorbild orientiert.

Dort gibt es seit 2014 höhere Steuern auf stark gezuckerte Getränke, ein Verbot von an Kinder (unter 14 Jahre) gerichteter Werbung für ungesunde Lebensmittel und eine Kennzeichnungspflicht für ungesunde Lebensmittel. Ungesund heißt in diesem Fall eine bestimmte Menge an Salz, Zucker und Fett bzw. Energiedichte pro 100 Gramm. Die Kennzeichnung besteht aus schwarzen, achteckigen Warnhinweisen, die Botschaft ist klar: Achtung, lieber nicht kaufen. Das vermittelt auch die Kampagne der Regierung, die die Maßnahmen flankiert. Dort heißt es: „Kauft lieber Produkte mit wenig Warnhinweisen, und wenn gar keine auf dem Produkt sind, umso besser.“

Ernährung ist aber auch ein soziales Thema, und in Chile kann man sehen, dass die Produkte mit den Warnhinweisen oft günstig sind. ...




Das vollständige Interview finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 1/2022 von Seite M30 bis M33.




Interview mit Dinah Stratenwerth

Bedingt durch einen Ernährungswandel innerhalb der letzten Jahrzehnte – Menschen weltweit essen mehr Fleisch, mehr verarbeitete Lebensmittel, mehr Zucker – ist ein Anstieg ernährungsmitbedingter Krankheiten zu beobachten. Es bedarf Steuerungsinstrumente im Ernährungssystem, die diesem Wandel entgegenwirken. Doch welche ernährungspolitischen Maßnahmen sind sinnvoll?

Dinah Stratenwerth leitet seit 2014 das Bildungsprojekt Foodjustice der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Umwelt und Entwicklung (BLUE 21), das sich mit den Gründen und Folgen des Ernährungswandels weltweit auseinandersetzt und sich zum Ziel gesetzt hat, Handlungsoptionen zu entwickeln und zu diskutieren.

Frau Stratenwerth hat in Berlin Lateinamerikanistik und Politik studiert und interessiert sich besonders für die ernährungspolitischen Entwicklungen in Mexiko und Chile.


Frau Stratenwerth, der Staat als Pflichtenträger soll im Sinne des öffentlichen Interesses regulieren – auch im Ernährungssektor. Welche staatlichen Steuerungsinstrumente sollten aus Ihrer Sicht eingeführt werden?


Ich würde mir wünschen, dass sich Deutschland am chilenischen Vorbild orientiert.

Dort gibt es seit 2014 höhere Steuern auf stark gezuckerte Getränke, ein Verbot von an Kinder (unter 14 Jahre) gerichteter Werbung für ungesunde Lebensmittel und eine Kennzeichnungspflicht für ungesunde Lebensmittel. Ungesund heißt in diesem Fall eine bestimmte Menge an Salz, Zucker und Fett bzw. Energiedichte pro 100 Gramm. Die Kennzeichnung besteht aus schwarzen, achteckigen Warnhinweisen, die Botschaft ist klar: Achtung, lieber nicht kaufen. Das vermittelt auch die Kampagne der Regierung, die die Maßnahmen flankiert. Dort heißt es: „Kauft lieber Produkte mit wenig Warnhinweisen, und wenn gar keine auf dem Produkt sind, umso besser.“

Ernährung ist aber auch ein soziales Thema, und in Chile kann man sehen, dass die Produkte mit den Warnhinweisen oft günstig sind. ...




Das vollständige Interview finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 1/2022 von Seite M30 bis M33.


Steuerungsinstrumente im Ernährungssystem

Interview mit Dinah Stratenwerth

Bedingt durch einen Ernährungswandel innerhalb der letzten Jahrzehnte – Menschen weltweit essen mehr Fleisch, mehr verarbeitete Lebensmittel, mehr Zucker – ist ein Anstieg ernährungsmitbedingter Krankheiten zu beobachten. Es bedarf Steuerungsinstrumente im Ernährungssystem, die diesem Wandel entgegenwirken. Doch welche ernährungspolitischen Maßnahmen sind sinnvoll?

Dinah Stratenwerth leitet seit 2014 das Bildungsprojekt Foodjustice der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Umwelt und Entwicklung (BLUE 21), das sich mit den Gründen und Folgen des Ernährungswandels weltweit auseinandersetzt und sich zum Ziel gesetzt hat, Handlungsoptionen zu entwickeln und zu diskutieren.

Frau Stratenwerth hat in Berlin Lateinamerikanistik und Politik studiert und interessiert sich besonders für die ernährungspolitischen Entwicklungen in Mexiko und Chile.

Frau Stratenwerth, der Staat als Pflichtenträger soll im Sinne des öffentlichen Interesses regulieren – auch im Ernährungssektor. Welche staatlichen Steuerungsinstrumente sollten aus Ihrer Sicht eingeführt werden?

Ich würde mir wünschen, dass sich Deutschland am chilenischen Vorbild orientiert.

Dort gibt es seit 2014 höhere Steuern auf stark gezuckerte Getränke, ein Verbot von an Kinder (unter 14 Jahre) gerichteter Werbung für ungesunde Lebensmittel und eine Kennzeichnungspflicht für ungesunde Lebensmittel. Ungesund heißt in diesem Fall eine bestimmte Menge an Salz, Zucker und Fett bzw. Energiedichte pro 100 Gramm. Die Kennzeichnung besteht aus schwarzen, achteckigen Warnhinweisen, die Botschaft ist klar: Achtung, lieber nicht kaufen. Das vermittelt auch die Kampagne der Regierung, die die Maßnahmen flankiert. Dort heißt es: „Kauft lieber Produkte mit wenig Warnhinweisen, und wenn gar keine auf dem Produkt sind, umso besser.“

Ernährung ist aber auch ein soziales Thema, und in Chile kann man sehen, dass die Produkte mit den Warnhinweisen oft günstig sind. …


Das vollständige Interview finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 1/2022 von Seite M30 bis M33.

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Rubrik: Special
Veröffentlicht: 12.01.2022

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