Das Protein FKBP51 ist an der Regulierung des Stresssystems beteiligt. Ist das gestört, können psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen entstehen. ForscherInnen am Max-Planck-Institut (MPI) für Psychiatrie und des Uniklinikums Bonn (UKB) zeigen, dass das Protein als molekulares Bindeglied zwischen dem Regulationssystem und Stoffwechselvorgängen im Körper fungiert [1].

Ein zentraler Mechanismus in diesem Zusammenhang ist die Autophagie. „Autophagie ist das Recyclingprogramm der Zelle, um alte oder beschädigte Proteine zu beseitigen. Es kann dadurch Alterungsprozessen entgegenwirken und – wie wir jetzt zeigen konnten – Fettleibigkeit verringern“, erklärt Nils Gassen, Leiter der Forschungsgruppe Neurohomöostase am UKB. Mathias Schmidt, Projektleiter vom MPI für Psychiatrie ergänzt: „Dass der Stressfaktor FKBP51 im Gehirn ein Master- Regulator für Autophagie und damit Fettleibigkeit ist, eröffnet eine Reihe von neuen Interventionsmöglichkeiten, von der pharmakologischen Manipulation des FKBP51-Proteins bis hin zu Autophagie-induzierenden Fastenkuren oder Sportprogrammen.“

Prozesse wie die Autophagie können durch einen aktiven Lebensstil und gesunde Ernährung selbst positiv beeinflusst werden. Gassen und Schmidt planen weiterführende Projekte, die konkrete Daten liefern sollen, wie jede/r Einzelne seine Autophagie und damit seine individuelle Stressresilienz steigern kann.

Literatur


1. Häusl AS, Bajaj T, Brix LM, et al.: Mediobasal hypothalamic FKBP51 acts as a molecular switch linking autophagy to whole-body metabolism. Sci Adv 2022; 8(10).

Quelle: Max-Planck-Institut für Psychiatrie, Pressemeldung vom 10.03.2022




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 5/2022 auf Seite M239.


Forschenden des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie und des Universitätsklinikums Bonn gelang es, einen Stressfaktor im Gehirn direkt mit dem zelleigenen Recyclingprogramm und Übergewicht in Verbindung zu bringen. Dies könnte einen Ansatz zur Behandlung Stress-induzierter Stoffwechselerkrankungen ermöglichen.


Das Protein FKBP51 ist an der Regulierung des Stresssystems beteiligt. Ist das gestört, können psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen entstehen. ForscherInnen am Max-Planck-Institut (MPI) für Psychiatrie und des Uniklinikums Bonn (UKB) zeigen, dass das Protein als molekulares Bindeglied zwischen dem Regulationssystem und Stoffwechselvorgängen im Körper fungiert [1].

Ein zentraler Mechanismus in diesem Zusammenhang ist die Autophagie. „Autophagie ist das Recyclingprogramm der Zelle, um alte oder beschädigte Proteine zu beseitigen. Es kann dadurch Alterungsprozessen entgegenwirken und – wie wir jetzt zeigen konnten – Fettleibigkeit verringern“, erklärt Nils Gassen, Leiter der Forschungsgruppe Neurohomöostase am UKB. Mathias Schmidt, Projektleiter vom MPI für Psychiatrie ergänzt: „Dass der Stressfaktor FKBP51 im Gehirn ein Master- Regulator für Autophagie und damit Fettleibigkeit ist, eröffnet eine Reihe von neuen Interventionsmöglichkeiten, von der pharmakologischen Manipulation des FKBP51-Proteins bis hin zu Autophagie-induzierenden Fastenkuren oder Sportprogrammen.“

Prozesse wie die Autophagie können durch einen aktiven Lebensstil und gesunde Ernährung selbst positiv beeinflusst werden. Gassen und Schmidt planen weiterführende Projekte, die konkrete Daten liefern sollen, wie jede/r Einzelne seine Autophagie und damit seine individuelle Stressresilienz steigern kann.

Literatur


1. Häusl AS, Bajaj T, Brix LM, et al.: Mediobasal hypothalamic FKBP51 acts as a molecular switch linking autophagy to whole-body metabolism. Sci Adv 2022; 8(10).

Quelle: Max-Planck-Institut für Psychiatrie, Pressemeldung vom 10.03.2022




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 5/2022 auf Seite M239.


Autophagie: Stressfaktor reguliert Übergewicht

Das Protein FKBP51 ist an der Regulierung des Stresssystems beteiligt. Ist das gestört, können psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen entstehen. ForscherInnen am Max-Planck-Institut (MPI) für Psychiatrie und des Uniklinikums Bonn (UKB) zeigen, dass das Protein als molekulares Bindeglied zwischen dem Regulationssystem und Stoffwechselvorgängen im Körper fungiert [1].

Ein zentraler Mechanismus in diesem Zusammenhang ist die Autophagie. „Autophagie ist das Recyclingprogramm der Zelle, um alte oder beschädigte Proteine zu beseitigen. Es kann dadurch Alterungsprozessen entgegenwirken und – wie wir jetzt zeigen konnten – Fettleibigkeit verringern“, erklärt Nils Gassen, Leiter der Forschungsgruppe Neurohomöostase am UKB. Mathias Schmidt, Projektleiter vom MPI für Psychiatrie ergänzt: „Dass der Stressfaktor FKBP51 im Gehirn ein Master- Regulator für Autophagie und damit Fettleibigkeit ist, eröffnet eine Reihe von neuen Interventionsmöglichkeiten, von der pharmakologischen Manipulation des FKBP51-Proteins bis hin zu Autophagie-induzierenden Fastenkuren oder Sportprogrammen.“

Prozesse wie die Autophagie können durch einen aktiven Lebensstil und gesunde Ernährung selbst positiv beeinflusst werden. Gassen und Schmidt planen weiterführende Projekte, die konkrete Daten liefern sollen, wie jede/r Einzelne seine Autophagie und damit seine individuelle Stressresilienz steigern kann.

Literatur

1. Häusl AS, Bajaj T, Brix LM, et al.: Mediobasal hypothalamic FKBP51 acts as a molecular switch linking autophagy to whole-body metabolism. Sci Adv 2022; 8(10).

Quelle: Max-Planck-Institut für Psychiatrie, Pressemeldung vom 10.03.2022


Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 5/2022 auf Seite M239.

News zum Thema des Artikels

Symbolbild Tabletten und Injektionshilfen zur Adipositastherapie

Online News: Orales Semaglutid: Abnehmtablette statt Spritze

Seit dem 1. September ist Semaglutid zur Behandlung von Adipositas in Deutschland auch als Tablette erhältlich, eine Alternative zur bislang üblichen wöchentlichen Injektion …
weiterlesen

Eine Frau misst ihren Bauchumfang mit einem Maßband; daneben sind digitale Symbole zu Gesundheit und Körpermaßen eingeblendet.

Online News: Adipositas: KI soll Erfolg einer Lebensstiländerung zur Gewichtsabnahme vorhersagen

Welche Patient*innen mit Adipositas von einer strukturierten Lebensstiltherapie zur Gewichtsabnahme profitieren, könnte sich künftig bereits vor Therapiebeginn abschätzen lassen. Forschende der Universität Hohenheim entwickelten ein KI-gestütztes Prognosemodell, das kli …
weiterlesen

Symbolbild Tabletten und Injektionshilfen zur Adipositastherapie

Online News: Semaglutid-Tablette in Deutschland voraussichtlich im 3. Quartal erhältlich

Nach EU-Zulassung: Novo Nordisk plant Markteinführung des GLP-1-Rezeptor-Agonisten (GLP-1-RA) in Tablettenform …
weiterlesen

Artikelfakten

Veröffentlicht: 11.05.2022

Themen des Artikels

Dieser Artikel erscheint in

Artikel teilen

Weitere Artikel zum Thema

15.09.2026
Ahead of Print

Auswirkungen einer Glucomannan-Supplementierung auf Gewichtsparameter und Sättigung bei Erwachsenen

Glucomannan (GMN) ist ein wasserlöslicher Ballaststoff aus der Konjakwurzel, welcher als potenzielle Unterstützung bei einer Gewichtsreduktion und im Zusammenhang mit einer gesteigerten Sättigungswirkung diskutiert wird. weiterlesen

15.09.2026

22. Heidelberger Kamingespräch: Einfluss der GLP-1-Medikamente auf die Esskultur

(umk) „Medizinische Methode für stressfreies Abnehmen“ – mit solchen und ähnlichen Werbeaussagen boomt das Internetgeschäft mit GLP-1-Medikamenten. Ob indiziert, ärztlich verordnet und begleitet oder zur „Selbstoptimierung“ auf dem „grauen Markt“ erstanden: „Pharmakolog … weiterlesen

15.09.2026

Adipositastherapie: Adipositas in Deutschland: Versorgungslage bleibt kritisch

Trotz vieler Mio. Betroffener und klarer wissenschaftlicher Leitlinien erhalten Menschen mit Adipositas in Deutschland weiterhin keine angemessene medizinische Versorgung. Eine im Auftrag des Else Kröner Fresenius Zentrums (EKFZ) durchgeführte repräsentative Forsa-Umfra … weiterlesen

15.07.2026

Adipositastherapie: Adipositas und Inkretinmimetika – eine Situationsbeschreibung

Unter dem Titel „Der große Effekt und seine Grenzen“ befasst sich das Deutsche Ärzteblatt in der Rubrik Medizinreport mit Inkretinmimetika in der Adipositasbehandlung [1]. Die Autorinnen gehen kurz auf Wirkmechanismen der salopp als „Abnehmspritzen“ bezeichneten Medikam … weiterlesen

15.06.2026

Diabetesprävention: Gewichtsverlust schützt nicht immer vor Diabetes mellitus

Gesunde Ernährung, Abnehmen und mehr Bewegung können Typ-2-Diabetes wirksam vorbeugen. Allerdings profitieren nicht alle Menschen mit erhöhtem Diabetesrisiko in gleichem Maße von Lebensstil-Interventionen. Personen des Tübinger Typ-2-Diabetes-Risikoclusters 5 weisen tro … weiterlesen

13.05.2026

Stoffwechselgesundheit: Übergewicht treibt Diabetes mellitus bei Frauen und Männern unterschiedlich an

Über 9 Mio. Menschen in Deutschland leben mit Diabetes mellitus, mehr als 90 % mit Typ-2-Diabetes. In den meisten Fällen steht die Erkrankung in engem Zusammenhang mit Übergewicht. Doch Studien zeigen: Adipositas wirkt sich bei Frauen und Männern unterschiedlich auf den … weiterlesen

03.03.2026

Monogene Adipositas: Wenn die Gene den Hunger diktieren

Hunger ist ein evolutionär sehr konserviertes Signal, das über Jahrtausende unser Überleben sicherte. Doch was geschieht, wenn dieses Signal permanent aktiv ist, wenn Essen keine Sättigung bringt und ein unaufhörliches Verlangen nach Nahrung das Leben bestimmt? In den m … weiterlesen

15.12.2025

Was kennzeichnet ambulante ernährungstherapeutische Interventionen bei Adipositas? Eine Befragung von Ernährungsfachkräften in Deutschland, Teil 2

Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 23.12.2024; Überarbeitung angenommen: 09.04.2025 Teil 2: Beratungskonzepte, Interventionen zur Verhaltensmodifikation und zugrunde liegende Qualifikationen Einleitung Die Beteiligung von Ernährungsfachkräften (E … weiterlesen