Aufgrund seiner traditionellen Bedeutung und seiner geschätzten Inhaltsstoffe wird unser Honig seit Jahrhunderten mit Reinheit und Gesundheit assoziiert. Doch hinter der vermeintlichen Naturidylle der Bienenwaben verbirgt sich ein wachsendes, globales Problem: gepanschter Fake-Honig. Laboruntersuchungen enthüllen regelmäßig eine erschreckende Realität, die das Vertrauen der Verbraucher*innen für das Naturprodukt untergräbt. Billiger verfälschter Honig bedroht nicht nur die Existenz unserer ca. 150 000 überwiegend (Hobby-)Imkereien mit ihren knapp einer Million Bienenvölkern. Diese leisten nebenbei auch einen unschätzbaren Beitrag zur Bestäubung unserer Lebensmittelpflanzen. Die Fälschung von Honig ist ein äußerst lukratives Geschäft. Anstatt das wertvolle Bienenprodukt unverfälscht abzufüllen, wird importierter Honig oft mit billigen Zuckersirupengestreckt, die u. a. aus Reis, Mais, Zuckerrübe oder -rohr gewonnen werden. Diese Sirupe imitieren geschmacklich und visuell das natürliche Zuckerprofil von echtem Honig und sind für das ungeübte Auge und auch geschmacklich kaum zu erkennen. Eine Studie der Europäischen Kommission im Jahr  2023 stufte 46 % (!) der analysierten Honigproben als verdächtig ein, da sie nicht den EU-Richtlinien entsprachen. Aktuelle DNA-Analysen, die von Imkerverbänden in Auftrag gegeben wurden, zeigen in Stichproben sogar noch höhere Fälschungsraten von 80 %, die als „nicht authentisch“ eingestuft wurden. Die Methoden der Produktverfälschung werden zunehmend ausgeklügelter. So wurden neue Sirup-Generationen konzipiert, die gängige Labortests unentdeckt passieren. Dies zwingt unsere Überwachungslabore und Imkerverbände, innovative und kostspieligere Analysetechniken einzusetzen. Heute erlaubt z. B. die DNA-Massensequenzierung, auch raffinierte Fälschungen aufzudecken, indem die DNA sämtlicher in einer Probe enthaltener Organismen untersucht wird. Dies ist notwendig, da die Fälschungen nicht nur eine Täuschung der Verbraucher*innen darstellen, sondern auch existenzielle Folgen für lokale Imkereien haben. Diese können mit den Dumpingpreisen der gefälschten Importware nicht konkurrieren. Verbraucherschutz und Imkerverbände fordern daher strengere Kontrollen entlang der gesamten Lieferkette, eine klare Herkunftsbezeichnung sowie eine konsequente und schmerzhafte Ahndung des Betrugs. Wer auf Nummer sicher gehen will, achtet auf die Kennzeichnung „Deutscher Imkerhonig“ oder „Echter Deutscher Honig“ oder kauft direkt bei der regionalen Imkerei des Vertrauens. Denn am Ende gilt: Gute Qualität hat ihren Preis, und ein zu günstiger „Geiz ist geil“-Honigpreis sollte uns immer ein Warnzeichen sein. Ihr Helmut Heseker
Diesen Artikel sowie eine Vorschau auf das nächste Heft finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 3/2026 auf Seite M192.
Aufgrund seiner traditionellen Bedeutung und seiner geschätzten Inhaltsstoffe wird unser Honig seit Jahrhunderten mit Reinheit und Gesundheit assoziiert. Doch hinter der vermeintlichen Naturidylle der Bienenwaben verbirgt sich ein wachsendes, globales Problem: gepanschter Fake-Honig.
Aufgrund seiner traditionellen Bedeutung und seiner geschätzten Inhaltsstoffe wird unser Honig seit Jahrhunderten mit Reinheit und Gesundheit assoziiert. Doch hinter der vermeintlichen Naturidylle der Bienenwaben verbirgt sich ein wachsendes, globales Problem: gepanschter Fake-Honig. Laboruntersuchungen enthüllen regelmäßig eine erschreckende Realität, die das Vertrauen der Verbraucher*innen für das Naturprodukt untergräbt. Billiger verfälschter Honig bedroht nicht nur die Existenz unserer ca. 150 000 überwiegend (Hobby-)Imkereien mit ihren knapp einer Million Bienenvölkern. Diese leisten nebenbei auch einen unschätzbaren Beitrag zur Bestäubung unserer Lebensmittelpflanzen. Die Fälschung von Honig ist ein äußerst lukratives Geschäft. Anstatt das wertvolle Bienenprodukt unverfälscht abzufüllen, wird importierter Honig oft mit billigen Zuckersirupengestreckt, die u. a. aus Reis, Mais, Zuckerrübe oder -rohr gewonnen werden. Diese Sirupe imitieren geschmacklich und visuell das natürliche Zuckerprofil von echtem Honig und sind für das ungeübte Auge und auch geschmacklich kaum zu erkennen. Eine Studie der Europäischen Kommission im Jahr  2023 stufte 46 % (!) der analysierten Honigproben als verdächtig ein, da sie nicht den EU-Richtlinien entsprachen. Aktuelle DNA-Analysen, die von Imkerverbänden in Auftrag gegeben wurden, zeigen in Stichproben sogar noch höhere Fälschungsraten von 80 %, die als „nicht authentisch“ eingestuft wurden. Die Methoden der Produktverfälschung werden zunehmend ausgeklügelter. So wurden neue Sirup-Generationen konzipiert, die gängige Labortests unentdeckt passieren. Dies zwingt unsere Überwachungslabore und Imkerverbände, innovative und kostspieligere Analysetechniken einzusetzen. Heute erlaubt z. B. die DNA-Massensequenzierung, auch raffinierte Fälschungen aufzudecken, indem die DNA sämtlicher in einer Probe enthaltener Organismen untersucht wird. Dies ist notwendig, da die Fälschungen nicht nur eine Täuschung der Verbraucher*innen darstellen, sondern auch existenzielle Folgen für lokale Imkereien haben. Diese können mit den Dumpingpreisen der gefälschten Importware nicht konkurrieren. Verbraucherschutz und Imkerverbände fordern daher strengere Kontrollen entlang der gesamten Lieferkette, eine klare Herkunftsbezeichnung sowie eine konsequente und schmerzhafte Ahndung des Betrugs. Wer auf Nummer sicher gehen will, achtet auf die Kennzeichnung „Deutscher Imkerhonig“ oder „Echter Deutscher Honig“ oder kauft direkt bei der regionalen Imkerei des Vertrauens. Denn am Ende gilt: Gute Qualität hat ihren Preis, und ein zu günstiger „Geiz ist geil“-Honigpreis sollte uns immer ein Warnzeichen sein. Ihr Helmut Heseker
Diesen Artikel sowie eine Vorschau auf das nächste Heft finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 3/2026 auf Seite M192.

Nachschlag: Süße Täuschung

Aufgrund seiner traditionellen Bedeutung und seiner geschätzten Inhaltsstoffe wird unser Honig seit Jahrhunderten mit Reinheit und Gesundheit assoziiert. Doch hinter der vermeintlichen Naturidylle der Bienenwaben verbirgt sich ein wachsendes, globales Problem: gepanschter Fake-Honig.

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Artikelfakten

Rubrik: Nachschlag
Veröffentlicht: 16.03.2026

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