Fehlt Jod, produziert die Schilddrüse u. U. nicht genügend Schilddrüsenhormone, sodass wichtige Körperfunktionen beeinträchtigt sein können. Das gilt für Erwachsene, Kinder und für den Fötus. Besonders junge Frauen im gebärfähigen Alter nehmen häufig zu wenig Jod auf, was mit Blick auf Schwangerschaft und Stillzeit besonders ungünstig ist. Bei Menschen, die sich vegan ernähren, kann eine Jodunterversorgung deutlich ausgeprägter sein als bei Menschen, die auch tierische Lebensmittel konsumieren.

Eine Jodunterversorgung oder gar ein Jodmangel des Fötus beruhen auf der Jodzufuhr der Mutter. Eine ausreichende Jodzufuhr ist u. a. wichtig für das Wachstum des Kindes, die Reifung seiner Knochen und seine Gehirnentwicklung. Schon eine milde Unterversorgung kann die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen. Schwangere und Stillende sollten daher zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung täglich Jod ergänzen.

Das Netzwerk Gesund ins Leben im Bundeszentrum für Ernährung gibt die nationalen Handlungsempfehlungen zu Ernährung und Lebensstil vor und während der Schwangerschaft heraus. Schwangeren wird eine Tagesdosis von 100 (bis 150) μg Jod empfohlen, Stillenden 100 μg. Besteht eine Schilddrüsenerkrankung, sollte vor Beginn jede Form der Jod-Supplementierung mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt gesprochen werden.

Für eine ausreichende Grundversorgung mit Jod empfiehlt das Netzwerk, im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung, Meeresfisch wöchentlich sowie Milch und Milchprodukte täglich zu verzehren. Meeresfisch ist von Natur aus reich an Jod, Süßwasserfische sind dagegen jodärmer. Milch und Milchprodukte sind gute Jodquellen, da dem Tierfutter oft Jod zugesetzt wird. Beim Kochen oder bei der Herstellung von Lebensmitteln verwendetes Salz sollte am besten Jodsalz sein. Ob Jodsalz in Fertigprodukten eingesetzt wurde, steht im Zutatenverzeichnis. Einer Untersuchung aus dem Jahr 2018 zufolge ist das bei 10 % des Produktangebots von industriell hergestellten Backwaren der Fall, bei industriell hergestellten Fleischwaren bei immerhin knapp der Hälfte. Im Bio-Sortiment ist die Verwendung von jodiertem Speisesalz der Studie zufolge deutlich seltener. Beim Außer-Haus-Verpflegungsangebot kann es helfen nachzufragen.

Quelle: Netzwerk Gesund ins Leben, Pressemeldung vom 10.11.2021




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 12/2021 auf Seite M687.


Eine ausreichende Jodversorgung ist für jeden Menschen in jeder Lebensphase wichtig. Bei rund einem Drittel der Allgemeinbevölkerung liegt die tägliche Jodzufuhr unterhalb des durchschnittlichen Bedarfs.


Fehlt Jod, produziert die Schilddrüse u. U. nicht genügend Schilddrüsenhormone, sodass wichtige Körperfunktionen beeinträchtigt sein können. Das gilt für Erwachsene, Kinder und für den Fötus. Besonders junge Frauen im gebärfähigen Alter nehmen häufig zu wenig Jod auf, was mit Blick auf Schwangerschaft und Stillzeit besonders ungünstig ist. Bei Menschen, die sich vegan ernähren, kann eine Jodunterversorgung deutlich ausgeprägter sein als bei Menschen, die auch tierische Lebensmittel konsumieren.

Eine Jodunterversorgung oder gar ein Jodmangel des Fötus beruhen auf der Jodzufuhr der Mutter. Eine ausreichende Jodzufuhr ist u. a. wichtig für das Wachstum des Kindes, die Reifung seiner Knochen und seine Gehirnentwicklung. Schon eine milde Unterversorgung kann die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen. Schwangere und Stillende sollten daher zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung täglich Jod ergänzen.

Das Netzwerk Gesund ins Leben im Bundeszentrum für Ernährung gibt die nationalen Handlungsempfehlungen zu Ernährung und Lebensstil vor und während der Schwangerschaft heraus. Schwangeren wird eine Tagesdosis von 100 (bis 150) μg Jod empfohlen, Stillenden 100 μg. Besteht eine Schilddrüsenerkrankung, sollte vor Beginn jede Form der Jod-Supplementierung mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt gesprochen werden.

Für eine ausreichende Grundversorgung mit Jod empfiehlt das Netzwerk, im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung, Meeresfisch wöchentlich sowie Milch und Milchprodukte täglich zu verzehren. Meeresfisch ist von Natur aus reich an Jod, Süßwasserfische sind dagegen jodärmer. Milch und Milchprodukte sind gute Jodquellen, da dem Tierfutter oft Jod zugesetzt wird. Beim Kochen oder bei der Herstellung von Lebensmitteln verwendetes Salz sollte am besten Jodsalz sein. Ob Jodsalz in Fertigprodukten eingesetzt wurde, steht im Zutatenverzeichnis. Einer Untersuchung aus dem Jahr 2018 zufolge ist das bei 10 % des Produktangebots von industriell hergestellten Backwaren der Fall, bei industriell hergestellten Fleischwaren bei immerhin knapp der Hälfte. Im Bio-Sortiment ist die Verwendung von jodiertem Speisesalz der Studie zufolge deutlich seltener. Beim Außer-Haus-Verpflegungsangebot kann es helfen nachzufragen.

Quelle: Netzwerk Gesund ins Leben, Pressemeldung vom 10.11.2021




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 12/2021 auf Seite M687.


Empfehlung für Schwangere und Stillende: Täglich Jod supplementieren

Fehlt Jod, produziert die Schilddrüse u. U. nicht genügend Schilddrüsenhormone, sodass wichtige Körperfunktionen beeinträchtigt sein können. Das gilt für Erwachsene, Kinder und für den Fötus. Besonders junge Frauen im gebärfähigen Alter nehmen häufig zu wenig Jod auf, was mit Blick auf Schwangerschaft und Stillzeit besonders ungünstig ist. Bei Menschen, die sich vegan ernähren, kann eine Jodunterversorgung deutlich ausgeprägter sein als bei Menschen, die auch tierische Lebensmittel konsumieren.

Eine Jodunterversorgung oder gar ein Jodmangel des Fötus beruhen auf der Jodzufuhr der Mutter. Eine ausreichende Jodzufuhr ist u. a. wichtig für das Wachstum des Kindes, die Reifung seiner Knochen und seine Gehirnentwicklung. Schon eine milde Unterversorgung kann die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen. Schwangere und Stillende sollten daher zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung täglich Jod ergänzen.

Das Netzwerk Gesund ins Leben im Bundeszentrum für Ernährung gibt die nationalen Handlungsempfehlungen zu Ernährung und Lebensstil vor und während der Schwangerschaft heraus. Schwangeren wird eine Tagesdosis von 100 (bis 150) μg Jod empfohlen, Stillenden 100 μg. Besteht eine Schilddrüsenerkrankung, sollte vor Beginn jede Form der Jod-Supplementierung mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt gesprochen werden.

Für eine ausreichende Grundversorgung mit Jod empfiehlt das Netzwerk, im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung, Meeresfisch wöchentlich sowie Milch und Milchprodukte täglich zu verzehren. Meeresfisch ist von Natur aus reich an Jod, Süßwasserfische sind dagegen jodärmer. Milch und Milchprodukte sind gute Jodquellen, da dem Tierfutter oft Jod zugesetzt wird. Beim Kochen oder bei der Herstellung von Lebensmitteln verwendetes Salz sollte am besten Jodsalz sein. Ob Jodsalz in Fertigprodukten eingesetzt wurde, steht im Zutatenverzeichnis. Einer Untersuchung aus dem Jahr 2018 zufolge ist das bei 10 % des Produktangebots von industriell hergestellten Backwaren der Fall, bei industriell hergestellten Fleischwaren bei immerhin knapp der Hälfte. Im Bio-Sortiment ist die Verwendung von jodiertem Speisesalz der Studie zufolge deutlich seltener. Beim Außer-Haus-Verpflegungsangebot kann es helfen nachzufragen.

Quelle: Netzwerk Gesund ins Leben, Pressemeldung vom 10.11.2021


Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 12/2021 auf Seite M687.
Verschlagwortet mit: Jod, Schilddrüse

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Veröffentlicht: 15.12.2021

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