(umk) Am 30. Januar 2026 konnten die Veranstalter*innen sich über ein rundes Jubiläum der im Jahr 2000 begründeten Fortbildungsveranstaltung freuen. Anlass für den Initiator, Prof. Jobst Henker, Dresden, in seinem Vortrag Rahmenbedingungen, Konzept und die Highlights von einem Vierteljahrhundert Ernährungstagungen in Dresden nachzuzeichnen. „Gründungsmotiv“ war seinerzeit der Wunsch der  ausgebildeten Diätassistent*innen nach einer kontinuierlichen Fortbildung, eine Zielsetzung, die auch heute Bestand hat. Nachdem in den ersten Jahren Räumlichkeiten der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Dresden, der Sächsischen Landesärztekammer und später im Congress Center Dresden genutzt wurden, hat sich die Tagung nun zentral in der Dresdner Altstadt im Hotel Hilton etabliert. Markenzeichen war und ist eine große thematische Vielfalt, immer kombiniert mit unmittelbarer Praxisrelevanz, die sich durch die wissenschaftliche Leitung, mittlerweile Dr. med Yvonne Zeißig und Dr. med. Martin Laaß, beide Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin Dresden, ergibt. Themenschwerpunkte waren und sind daher immer auch Ernährungsfragen aus dem Bereich Kinder- und Jugendmedizin. Dr. Daniel Buchholz, Ausbildungszentrum  für Ernährung und Diätetik der Universitätsmedizin Mainz, ging in seinem Beitrag Ernährung und Religion auf die Bedeutung für die Ernährungsberatung und Gemeinschaftsverpflegung ein. Er stellte aktuelle Daten zur Religionszugehörigkeit der in Deutschland lebenden Menschen vor und arbeitete heraus, wie stark religiöse Ernährungsregeln (Beispiel: Feiertage) auch das Leben der Menschen betreffen, die sich als konfessionslos bezeichnen (immerhin rund die Hälfte der Bevölkerung). Neben der Kenntnis von Speise- und Zubereitungsvorschriften ist es für Ernährungsfachkräfte auch wichtig, die identitätsstiftende und gemeinschaftsbildende Funktion von Ernährung(sregeln) in ihrer Arbeit zu berücksichtigen. Das – man kann schon sagen – Trendthema „Hochverarbeitete Lebensmittel“ stand im Zentrum der beiden nächsten Vorträge. Prof. Thomas Henle, TU Dresden, beantwortete die Frage „Macht  Industrienahrung krank?“ mit einem eindeutigen Nein. Er arbeitete die prinzipielle Fragwürdigkeit des NOVA-Konzeptes heraus, das seit der Erstveröffentlichung zu einer wahren Publikationsflut geführt hat. Grundlegend problematisch daran ist die unklare und teilweise willkürliche Klassifikation von Lebensmitteln1 allein anhand des Verarbeitungsgrades, unabhängig vom Nährstoffgehalt oder auch vom speziellen Verwendungszweck (z. B. HA-Nahrung, Formulanahrung). In seinem Beitrag machte Henle klassische Elemente der Wissenschaftsfeindlichkeit bei Verfechtern der NOVA-Klassifikation deutlich. Dr. med. Martin Laaß knüpfte in seinem Vortrag Jenseits von NOVA: Was ist wirklich gesund? an diese Argumentation  an und zeigte anhand verschiedener Studien, dass die gesundheitliche Problematik vieler hochverarbeiteter Lebensmittel nicht im Verarbeitungsgrad, sondern eher in der jeweiligen Rezeptur liegt (hohe Energiedichte und Palatabilität), was eine hohe Energieaufnahme in kurzen Zeiträumen bewirken kann. Insbesondere zuckergesüßte Softdrinks sind hier problematisch. Damit war die Überleitung zum Vortrag von Dr. Corinna Gréa, Max Rubner-Institut Karlsruhe,  gegeben: Sie stellte Ergebnisse des Produktmonitorings im Rahmen der Nationalen Innovations- und Reduktionsstrategie für Zucker, Fette und Salze vor, die teilweise bereits in der ERNÄHRUNGS UMSCHAU publiziert wurden.2 Neben den leider nur langsamen Verbesserungen der Rezepturen machte sie auf ein weiteres Problemfeld aufmerksam: Die nur geringe Bereitschaft der Hersteller, jodiertes Salz in Rezepturen zu verwenden. Dies wird mit Problemen der Vermarktung in Ländern außerhalb Deutschlands begründet. Die Bedeutung abwechslungsreicher Ernährung in der Schwangerschaft arbeitete Claudia Lasarczik von der Verbraucherzentrale Sachsen heraus. Sie ging auf die Notwendigkeit der Supplementierung von Folsäure und – sofern wenig fettreicher Meeresfisch gegessen wird – auch Docosahexaensäure ein. Eine ggf. nötige Supplementierung von Jod und Eisen sollte ärztlich abgeklärt werden. Eine überwiegend pflanzenbasierte Ernährung macht eine noch gezieltere Lebensmittelauswahl und ggf. Ernährungsberatung notwendig. Das Netzwerk „Gesund ins Leben“ stellt hilfreiche Handlungsempfehlungen für diesen Lebensabschnitt zur Verfügung → www.gesund-ins-leben.de/. Einblicke in die Arbeit der Landesuntersuchungsanstalt (LUA) für das Gesundheits- und Veterinärwesen gab Viktoria Rosenkranz, LUA Sachsen. Sie ging auf den rechtlichen Unterschied von Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) ein. Letztere werden rechtlich wie Lebensmittel behandelt, es gibt keine Zulassungspflicht. Es besteht eine große Diskrepanz zwischen neu angemeldeten NEM (in Deutschland 2025 ca. 27000) und untersuchten Produkten (wenige Hundert). Mit ihrem Vortrag zur Ernährungstherapie und Diätetische Ansätze bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa schloss Dr. Yvonne Zeißig den Themenbogen der Veranstaltung. Sie stellte die Tasty & Healthy (T&H)-Diät vor, eine Vollwertkostform ohne Einsatz von Formulanahrung, die im Rahmen der TASTI-MM-Studie im Vergleich zur exklusiven enteralen Ernährung (EEN) mit Formulanahrung bei Morbus Crohn vielversprechende Ergebnisse erbrachte. Zeißigs Fazit: Gerade beim Einsatz komplexer Ernährungstherapien können qualifizierte Diätassistent*innen ihre Stärke im multidisziplinären Team zeigen. ___________________ 1 vgl. Bericht in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 10/2025 ab Seite M624 2 vgl. Beitrag in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 5/2025 ab Seite M287
Diesen Beitrag finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 3/2026 auf Seite M139.
Am 30. Januar 2026 konnten die Veranstalter*innen sich über ein rundes Jubiläum der im Jahr 2000 begründeten Fortbildungsveranstaltung freuen. Anlass für den Initiator, Prof. Jobst Henker, Dresden, in seinem Vortrag Rahmenbedingungen, Konzept und die Highlights von einem Vierteljahrhundert Ernährungstagungen in Dresden nachzuzeichnen. „Gründungsmotiv“ war seinerzeit der Wunsch der  ausgebildeten Diätassistent*innen nach einer kontinuierlichen Fortbildung, eine Zielsetzung, die auch heute Bestand hat. Nachdem in den ersten Jahren Räumlichkeiten der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Dresden, der Sächsischen Landesärztekammer und später im Congress Center Dresden genutzt wurden, hat sich die Tagung nun zentral in der Dresdner Altstadt im Hotel Hilton etabliert.
(umk) Am 30. Januar 2026 konnten die Veranstalter*innen sich über ein rundes Jubiläum der im Jahr 2000 begründeten Fortbildungsveranstaltung freuen. Anlass für den Initiator, Prof. Jobst Henker, Dresden, in seinem Vortrag Rahmenbedingungen, Konzept und die Highlights von einem Vierteljahrhundert Ernährungstagungen in Dresden nachzuzeichnen. „Gründungsmotiv“ war seinerzeit der Wunsch der  ausgebildeten Diätassistent*innen nach einer kontinuierlichen Fortbildung, eine Zielsetzung, die auch heute Bestand hat. Nachdem in den ersten Jahren Räumlichkeiten der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Dresden, der Sächsischen Landesärztekammer und später im Congress Center Dresden genutzt wurden, hat sich die Tagung nun zentral in der Dresdner Altstadt im Hotel Hilton etabliert. Markenzeichen war und ist eine große thematische Vielfalt, immer kombiniert mit unmittelbarer Praxisrelevanz, die sich durch die wissenschaftliche Leitung, mittlerweile Dr. med Yvonne Zeißig und Dr. med. Martin Laaß, beide Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin Dresden, ergibt. Themenschwerpunkte waren und sind daher immer auch Ernährungsfragen aus dem Bereich Kinder- und Jugendmedizin. Dr. Daniel Buchholz, Ausbildungszentrum  für Ernährung und Diätetik der Universitätsmedizin Mainz, ging in seinem Beitrag Ernährung und Religion auf die Bedeutung für die Ernährungsberatung und Gemeinschaftsverpflegung ein. Er stellte aktuelle Daten zur Religionszugehörigkeit der in Deutschland lebenden Menschen vor und arbeitete heraus, wie stark religiöse Ernährungsregeln (Beispiel: Feiertage) auch das Leben der Menschen betreffen, die sich als konfessionslos bezeichnen (immerhin rund die Hälfte der Bevölkerung). Neben der Kenntnis von Speise- und Zubereitungsvorschriften ist es für Ernährungsfachkräfte auch wichtig, die identitätsstiftende und gemeinschaftsbildende Funktion von Ernährung(sregeln) in ihrer Arbeit zu berücksichtigen. Das – man kann schon sagen – Trendthema „Hochverarbeitete Lebensmittel“ stand im Zentrum der beiden nächsten Vorträge. Prof. Thomas Henle, TU Dresden, beantwortete die Frage „Macht  Industrienahrung krank?“ mit einem eindeutigen Nein. Er arbeitete die prinzipielle Fragwürdigkeit des NOVA-Konzeptes heraus, das seit der Erstveröffentlichung zu einer wahren Publikationsflut geführt hat. Grundlegend problematisch daran ist die unklare und teilweise willkürliche Klassifikation von Lebensmitteln1 allein anhand des Verarbeitungsgrades, unabhängig vom Nährstoffgehalt oder auch vom speziellen Verwendungszweck (z. B. HA-Nahrung, Formulanahrung). In seinem Beitrag machte Henle klassische Elemente der Wissenschaftsfeindlichkeit bei Verfechtern der NOVA-Klassifikation deutlich. Dr. med. Martin Laaß knüpfte in seinem Vortrag Jenseits von NOVA: Was ist wirklich gesund? an diese Argumentation  an und zeigte anhand verschiedener Studien, dass die gesundheitliche Problematik vieler hochverarbeiteter Lebensmittel nicht im Verarbeitungsgrad, sondern eher in der jeweiligen Rezeptur liegt (hohe Energiedichte und Palatabilität), was eine hohe Energieaufnahme in kurzen Zeiträumen bewirken kann. Insbesondere zuckergesüßte Softdrinks sind hier problematisch. Damit war die Überleitung zum Vortrag von Dr. Corinna Gréa, Max Rubner-Institut Karlsruhe,  gegeben: Sie stellte Ergebnisse des Produktmonitorings im Rahmen der Nationalen Innovations- und Reduktionsstrategie für Zucker, Fette und Salze vor, die teilweise bereits in der ERNÄHRUNGS UMSCHAU publiziert wurden.2 Neben den leider nur langsamen Verbesserungen der Rezepturen machte sie auf ein weiteres Problemfeld aufmerksam: Die nur geringe Bereitschaft der Hersteller, jodiertes Salz in Rezepturen zu verwenden. Dies wird mit Problemen der Vermarktung in Ländern außerhalb Deutschlands begründet. Die Bedeutung abwechslungsreicher Ernährung in der Schwangerschaft arbeitete Claudia Lasarczik von der Verbraucherzentrale Sachsen heraus. Sie ging auf die Notwendigkeit der Supplementierung von Folsäure und – sofern wenig fettreicher Meeresfisch gegessen wird – auch Docosahexaensäure ein. Eine ggf. nötige Supplementierung von Jod und Eisen sollte ärztlich abgeklärt werden. Eine überwiegend pflanzenbasierte Ernährung macht eine noch gezieltere Lebensmittelauswahl und ggf. Ernährungsberatung notwendig. Das Netzwerk „Gesund ins Leben“ stellt hilfreiche Handlungsempfehlungen für diesen Lebensabschnitt zur Verfügung → www.gesund-ins-leben.de/. Einblicke in die Arbeit der Landesuntersuchungsanstalt (LUA) für das Gesundheits- und Veterinärwesen gab Viktoria Rosenkranz, LUA Sachsen. Sie ging auf den rechtlichen Unterschied von Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) ein. Letztere werden rechtlich wie Lebensmittel behandelt, es gibt keine Zulassungspflicht. Es besteht eine große Diskrepanz zwischen neu angemeldeten NEM (in Deutschland 2025 ca. 27000) und untersuchten Produkten (wenige Hundert). Mit ihrem Vortrag zur Ernährungstherapie und Diätetische Ansätze bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa schloss Dr. Yvonne Zeißig den Themenbogen der Veranstaltung. Sie stellte die Tasty & Healthy (T&H)-Diät vor, eine Vollwertkostform ohne Einsatz von Formulanahrung, die im Rahmen der TASTI-MM-Studie im Vergleich zur exklusiven enteralen Ernährung (EEN) mit Formulanahrung bei Morbus Crohn vielversprechende Ergebnisse erbrachte. Zeißigs Fazit: Gerade beim Einsatz komplexer Ernährungstherapien können qualifizierte Diätassistent*innen ihre Stärke im multidisziplinären Team zeigen. ___________________ 1 vgl. Bericht in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 10/2025 ab Seite M624 2 vgl. Beitrag in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 5/2025 ab Seite M287
Diesen Beitrag finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 3/2026 auf Seite M139.

25. Dresdner Fachtagung für Ernährungsmedizin und Diätetik: Themenvielfalt zum Jubiläum

(umk) Am 30. Januar 2026 konnten die Veranstalter*innen sich über ein rundes Jubiläum der im Jahr 2000 begründeten Fortbildungsveranstaltung freuen. Anlass für den Initiator, Prof. Jobst Henker, Dresden, in seinem Vortrag Rahmenbedingungen, Konzept und die Highlights von einem Vierteljahrhundert Ernährungstagungen in Dresden nachzuzeichnen. „Gründungsmotiv“ war seinerzeit der Wunsch der  ausgebildeten Diätassistent*innen nach einer kontinuierlichen Fortbildung, eine Zielsetzung, die auch heute Bestand hat. Nachdem in den ersten Jahren Räumlichkeiten der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Dresden, der Sächsischen Landesärztekammer und später im Congress Center Dresden genutzt wurden, hat sich die Tagung nun zentral in der Dresdner Altstadt im Hotel Hilton etabliert.

Markenzeichen war und ist eine große thematische Vielfalt, immer kombiniert mit unmittelbarer Praxisrelevanz, die sich durch die wissenschaftliche Leitung, mittlerweile Dr. med Yvonne Zeißig und Dr. med. Martin Laaß, beide Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin Dresden, ergibt. Themenschwerpunkte waren und sind daher immer auch Ernährungsfragen aus dem Bereich Kinder- und Jugendmedizin.
Dr. Daniel Buchholz, Ausbildungszentrum  für Ernährung und Diätetik der Universitätsmedizin Mainz, ging in seinem Beitrag Ernährung und Religion auf die Bedeutung für die Ernährungsberatung und Gemeinschaftsverpflegung ein. Er stellte aktuelle Daten zur Religionszugehörigkeit der in Deutschland lebenden Menschen vor und arbeitete heraus, wie stark religiöse Ernährungsregeln (Beispiel: Feiertage) auch das Leben der Menschen betreffen, die sich als konfessionslos bezeichnen (immerhin rund die Hälfte der Bevölkerung). Neben der Kenntnis von Speise- und Zubereitungsvorschriften ist es für Ernährungsfachkräfte auch wichtig, die identitätsstiftende und gemeinschaftsbildende Funktion von Ernährung(sregeln) in ihrer Arbeit zu berücksichtigen.
Das – man kann schon sagen – Trendthema „Hochverarbeitete Lebensmittel“ stand im Zentrum der beiden nächsten Vorträge. Prof. Thomas Henle, TU Dresden, beantwortete die Frage „Macht  Industrienahrung krank?“ mit einem eindeutigen Nein. Er arbeitete die prinzipielle Fragwürdigkeit des NOVA-Konzeptes heraus, das seit der Erstveröffentlichung zu einer wahren Publikationsflut geführt hat. Grundlegend problematisch daran ist die unklare und teilweise willkürliche Klassifikation von Lebensmitteln1 allein anhand des Verarbeitungsgrades, unabhängig vom Nährstoffgehalt oder auch vom speziellen Verwendungszweck (z. B. HA-Nahrung, Formulanahrung). In seinem Beitrag machte Henle klassische Elemente der Wissenschaftsfeindlichkeit bei Verfechtern der NOVA-Klassifikation deutlich.
Dr. med. Martin Laaß knüpfte in seinem Vortrag Jenseits von NOVA: Was ist wirklich gesund? an diese Argumentation  an und zeigte anhand verschiedener Studien, dass die gesundheitliche Problematik vieler hochverarbeiteter Lebensmittel nicht im Verarbeitungsgrad, sondern eher in der jeweiligen Rezeptur liegt (hohe Energiedichte und Palatabilität), was eine hohe Energieaufnahme in kurzen Zeiträumen bewirken kann. Insbesondere zuckergesüßte Softdrinks sind hier problematisch.
Damit war die Überleitung zum Vortrag von Dr. Corinna Gréa, Max Rubner-Institut Karlsruhe,  gegeben: Sie stellte Ergebnisse des Produktmonitorings im Rahmen der Nationalen Innovations- und Reduktionsstrategie für Zucker, Fette und Salze vor, die teilweise bereits in der ERNÄHRUNGS UMSCHAU publiziert wurden.2 Neben den leider nur langsamen Verbesserungen der Rezepturen machte sie auf ein weiteres Problemfeld aufmerksam: Die nur geringe Bereitschaft der Hersteller, jodiertes Salz in Rezepturen zu verwenden. Dies wird mit Problemen der Vermarktung in Ländern außerhalb Deutschlands begründet.
Die Bedeutung abwechslungsreicher Ernährung in der Schwangerschaft arbeitete Claudia Lasarczik von der Verbraucherzentrale Sachsen heraus. Sie ging auf die Notwendigkeit der Supplementierung von Folsäure und – sofern wenig fettreicher Meeresfisch gegessen wird – auch Docosahexaensäure ein. Eine ggf. nötige Supplementierung von Jod und Eisen sollte ärztlich abgeklärt werden. Eine überwiegend pflanzenbasierte Ernährung macht eine noch gezieltere Lebensmittelauswahl und ggf. Ernährungsberatung notwendig. Das Netzwerk „Gesund ins Leben“ stellt hilfreiche Handlungsempfehlungen für diesen Lebensabschnitt zur Verfügung → www.gesund-ins-leben.de/.
Einblicke in die Arbeit der Landesuntersuchungsanstalt (LUA) für das Gesundheits- und Veterinärwesen gab Viktoria Rosenkranz, LUA Sachsen. Sie ging auf den rechtlichen Unterschied von Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) ein. Letztere werden rechtlich wie Lebensmittel behandelt, es gibt keine Zulassungspflicht. Es besteht eine große Diskrepanz zwischen neu angemeldeten NEM (in Deutschland 2025 ca. 27000) und untersuchten Produkten (wenige Hundert).
Mit ihrem Vortrag zur Ernährungstherapie und Diätetische Ansätze bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa schloss Dr. Yvonne Zeißig den Themenbogen der Veranstaltung. Sie stellte die Tasty & Healthy (T&H)-Diät vor, eine Vollwertkostform ohne Einsatz von Formulanahrung, die im Rahmen der TASTI-MM-Studie im Vergleich zur exklusiven enteralen Ernährung (EEN) mit Formulanahrung bei Morbus Crohn vielversprechende Ergebnisse erbrachte. Zeißigs Fazit: Gerade beim Einsatz komplexer Ernährungstherapien können qualifizierte Diätassistent*innen ihre Stärke im multidisziplinären Team zeigen.

___________________
1 vgl. Bericht in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 10/2025 ab Seite M624
2 vgl. Beitrag in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 5/2025 ab Seite M287



Diesen Beitrag finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 3/2026 auf Seite M139.

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Veröffentlicht: 16.03.2026

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