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Interview mit Dr. Oliver Lindtner, Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Berlin
Lindtner: Derzeit gibt es tatsächlich noch keine mittels einer Total Diet-Studie erhobenen Daten in Deutschland. Allerdings ist das BfR seit 2013 im TDS-Exposure-Projekt beteiligt und erhebt in diesem Zusammenhang erstmals TDS-Daten für vier Substanzen im Rahmen einer europäisch harmonisierten Pilotstudie. Parallel dazu ist das BfR seit Anfang des Jahres beauftragt, die erste deutsche Total Diet-Studie durchzuführen. Für diese Studie befinden wir uns gerade mitten in der Planungsphase und werden nächstes Jahr mit Einkauf, Zubereitung und Analyse der ersten Lebensmittel beginnen. Die Studie ist insgesamt auf 7 Jahre angelegt, für die ersten Stoffgruppen werden ab 2018 Ergebnisse vorliegen.
Lindtner: Nein, das kann und soll eine TDS nicht leisten. Das Ziel der Total Diet-Studie ist es, repräsentative Daten über eine breite Lebensmittelpalette zu erheben und Aussagen über die Aufnahme der deutschen Bevölkerung zu treffen. Dazu werden in einer TDS alle untersuchten Lebensmittel so analysiert, wie sie auch verzehrt werden. Im Gegensatz dazu wird eine effektive Lebensmittelüberwachung auch zukünftig unverarbeitete Ausgangsprodukte im Fokus haben. Durch eine risikoorientierte Probenahme kann hier die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, Höchstwertüberschreitungen zu erkennen. Als zweites ist es für die Expositionsschätzung und damit die TDS unerlässlich alle Lebensmittel einzubeziehen, die häufig und in hohen Mengen verzehrt werden. Die Lebensmittelüberwachung konzentriert sich auf die Lebensmittel, für die gesetzliche Höchstgehalte festgesetzt sind, um deren Einhaltung zu überprüfen. Das sind aber nicht notwendiger Weise alle Lebensmittel, die häufig verzehrt werden.
Das Gespräch für die Ernährungs Umschau führte Stella Glogowski.