Eine Arbeitsgruppe am DIfE um Dr. Stefan Kabisch wies anhand von Daten einer aktuellen doppelblinden, randomisierten kontrollierten Interventionsstudie (Optimal Fibre Trial for Diabetes Prevention, OptiFiT [1]) an 180 PatientInnen nach, dass ein (über eine standardisierte Trinknahrung aufgenommener) hoher Verzehr unlöslicher Ballaststoffe sich tatsächlich günstig auf den Blutglukosewert auswirkt.

Die PatientInnen – alle mit Prädiabetes – bekamen alle eine identische Ernährungsberatung. Die eine Hälfte erhielt über zwei Jahre täglich zweimal unlösliche, auf Hafer basierende Ballaststoffe in Form eines Trinkpulvers. Die andere Hälfte erhielt währenddessen nur ein Placebo, also ein Trinksupplement ohne Ballaststoffe. Blutzuckerbelastungstests und weitere Blutuntersuchungen sollten Veränderungen im Stoffwechsel anzeigen.

„Die Daten aus den aktuellen Untersuchungen zeigen […], dass es Subgruppen von Patienten gibt, die besonders stark von den Ballaststoffen profitieren. So verbesserten sich insbesondere bei Probandinnen und Probanden mit einem zusätzlich erhöhten Nüchternblutzucker die Glukosetoleranz und bei Adipösen die Entzündungswerte, wenn sie sich in der Ballaststoffgruppe befanden“, erklärt Kabisch. Da ein erhöhter Nüchternblutglukosewert oft bei PatientInnen mit Fettleber auftritt, profitieren möglicherweise diese PatientInnen am meisten von einer hohen Ballaststoffzufuhr. Einen weiteren, eigenständigen Vorteil sehen die Forschenden in den verbesserten Parametern chronischer Inflammation bei adipösen Teilnehmenden der Interventionsgruppe. Insbesondere für die Prävention des Typ-2-Diabetes, aber auch für andere Erkrankungen, könnte daher eine individuell angepasste Ernährung sinnvoll sein.

Literatur

1. Kabisch S, Meyer NMT, Honsek C, et al.: Obesity does not modulate the glycometabolic benefit of insoluble cereal fibre in subjects with prediabetes—a stratified post hoc analysis of the Optimal Fibre Trial (OptiFiT). Nutrients 2019; 11: E2726. [https://doi. org/10.3390/nu11112726]

Quelle: DIfE, Pressemeldung vom 10.12.2019




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 2/2020 auf Seite M72.


Unlösliche Ballaststoffe aus Vollkornprodukten zeigen v. a. bei PatientInnen mit hohen Nüchernblutglukosewerten günstige Wirkungen auf den Blutglukosespiegel. © nehopelon/iStock/Getty Images Plus
Unlösliche Ballaststoffe aus Vollkornprodukten zeigen v. a. bei PatientInnen mit hohen Nüchernblutglukosewerten günstige Wirkungen auf den Blutglukosespiegel. © nehopelon/iStock/Getty Images Plus


Eine Arbeitsgruppe am DIfE um Dr. Stefan Kabisch wies anhand von Daten einer aktuellen doppelblinden, randomisierten kontrollierten Interventionsstudie (Optimal Fibre Trial for Diabetes Prevention, OptiFiT [1]) an 180 PatientInnen nach, dass ein (über eine standardisierte Trinknahrung aufgenommener) hoher Verzehr unlöslicher Ballaststoffe sich tatsächlich günstig auf den Blutglukosewert auswirkt.

Die PatientInnen – alle mit Prädiabetes – bekamen alle eine identische Ernährungsberatung. Die eine Hälfte erhielt über zwei Jahre täglich zweimal unlösliche, auf Hafer basierende Ballaststoffe in Form eines Trinkpulvers. Die andere Hälfte erhielt währenddessen nur ein Placebo, also ein Trinksupplement ohne Ballaststoffe. Blutzuckerbelastungstests und weitere Blutuntersuchungen sollten Veränderungen im Stoffwechsel anzeigen.

„Die Daten aus den aktuellen Untersuchungen zeigen […], dass es Subgruppen von Patienten gibt, die besonders stark von den Ballaststoffen profitieren. So verbesserten sich insbesondere bei Probandinnen und Probanden mit einem zusätzlich erhöhten Nüchternblutzucker die Glukosetoleranz und bei Adipösen die Entzündungswerte, wenn sie sich in der Ballaststoffgruppe befanden“, erklärt Kabisch. Da ein erhöhter Nüchternblutglukosewert oft bei PatientInnen mit Fettleber auftritt, profitieren möglicherweise diese PatientInnen am meisten von einer hohen Ballaststoffzufuhr. Einen weiteren, eigenständigen Vorteil sehen die Forschenden in den verbesserten Parametern chronischer Inflammation bei adipösen Teilnehmenden der Interventionsgruppe. Insbesondere für die Prävention des Typ-2-Diabetes, aber auch für andere Erkrankungen, könnte daher eine individuell angepasste Ernährung sinnvoll sein.

Literatur

1. Kabisch S, Meyer NMT, Honsek C, et al.: Obesity does not modulate the glycometabolic benefit of insoluble cereal fibre in subjects with prediabetes—a stratified post hoc analysis of the Optimal Fibre Trial (OptiFiT). Nutrients 2019; 11: E2726. [https://doi. org/10.3390/nu11112726]

Quelle: DIfE, Pressemeldung vom 10.12.2019




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 2/2020 auf Seite M72.


Deutsches Institut für Ernährungsforschung: Unlösliche Ballaststoffe verbessern den Blutglukosewert bei Prä-Diabetes Typ 2

Eine Arbeitsgruppe am DIfE um Dr. Stefan Kabisch wies anhand von Daten einer aktuellen doppelblinden, randomisierten kontrollierten Interventionsstudie (Optimal Fibre Trial for Diabetes Prevention, OptiFiT [1]) an 180 PatientInnen nach, dass ein (über eine standardisierte Trinknahrung aufgenommener) hoher Verzehr unlöslicher Ballaststoffe sich tatsächlich günstig auf den Blutglukosewert auswirkt.

Die PatientInnen – alle mit Prädiabetes – bekamen alle eine identische Ernährungsberatung. Die eine Hälfte erhielt über zwei Jahre täglich zweimal unlösliche, auf Hafer basierende Ballaststoffe in Form eines Trinkpulvers. Die andere Hälfte erhielt währenddessen nur ein Placebo, also ein Trinksupplement ohne Ballaststoffe. Blutzuckerbelastungstests und weitere Blutuntersuchungen sollten Veränderungen im Stoffwechsel anzeigen.

„Die Daten aus den aktuellen Untersuchungen zeigen […], dass es Subgruppen von Patienten gibt, die besonders stark von den Ballaststoffen profitieren. So verbesserten sich insbesondere bei Probandinnen und Probanden mit einem zusätzlich erhöhten Nüchternblutzucker die Glukosetoleranz und bei Adipösen die Entzündungswerte, wenn sie sich in der Ballaststoffgruppe befanden“, erklärt Kabisch. Da ein erhöhter Nüchternblutglukosewert oft bei PatientInnen mit Fettleber auftritt, profitieren möglicherweise diese PatientInnen am meisten von einer hohen Ballaststoffzufuhr. Einen weiteren, eigenständigen Vorteil sehen die Forschenden in den verbesserten Parametern chronischer Inflammation bei adipösen Teilnehmenden der Interventionsgruppe. Insbesondere für die Prävention des Typ-2-Diabetes, aber auch für andere Erkrankungen, könnte daher eine individuell angepasste Ernährung sinnvoll sein.

Literatur

1. Kabisch S, Meyer NMT, Honsek C, et al.: Obesity does not modulate the glycometabolic benefit of insoluble cereal fibre in subjects with prediabetes—a stratified post hoc analysis of the Optimal Fibre Trial (OptiFiT). Nutrients 2019; 11: E2726. [https://doi. org/10.3390/nu11112726]

Quelle: DIfE, Pressemeldung vom 10.12.2019


Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 2/2020 auf Seite M72.
Verschlagwortet mit: Typ 2, Vollkorn, Ballaststoffe

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Veröffentlicht: 13.02.2020

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