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Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original] eingereicht: 23.05.2024; Überarbeitung angenommen: 06.09.2024

Einleitung


Eine Hörbehinderung stellt aus medizinischer Sicht eine körperliche Beeinträchtigung dar und umfasst verschiedene Formen des Hörverlusts, von Hörminderung über Schwerhörigkeit bis zur Taubheit [1]. Aktuell sind 302 510 Personen in Deutschland von einer Hörbehinderung betroffen (Taube: 50 160; Schwerhörige: 252 350) [2]. Einschränkungen im Hörvermögen führen zu erheblichen Kommunikationsschwierigkeiten, da für eine erfolgreiche Kommunikation die Wahrnehmung der Mitteilung einer Information, wie etwa einer Ernährungsempfehlung, und deren Verstehen seitens der Empfänger*innen essenziell sind [3] und nicht nur die Mitteilungsabsicht der Sender*innen [4]. Bei Hörbehinderten erweist sich bereits die Mitteilungswahrnehmung als Problem. Während lautsprachliche Kommunikation bei Schwerhörigkeit über den auditiven Kanal je nach Hörstatus noch möglich ist, erfordert Taubheit visuelle Kommunikationsformen wie die Deutsche Gebärdensprache (DGS), da Sprachlaute nicht ausreichend wahrgenommen werden können [5]. Dies beeinflusst auch das Erlernen der Schriftsprache, da DGS keine gebärdete Version der deutschen Laut- oder Schriftsprache, sondern eine eigene Sprache ist [6–8].


Die bevorzugten Kommunikationsformen hörbehinderter Personen variieren zudem nach soziokultureller Identifikation mit der Gebärdensprachgemeinschaft. Taube Personen nutzen primär die DGS, während Schwerhörige und im Laufe des Lebens ertaubte Personen häufig lautsprachbegleitende bzw. lautsprachunterstützende Gebärden oder nur die deutsche Lautsprache verwenden [5].1 Daher ist für diese Personengruppen neben der Wahrnehmung lautsprachlicher Mitteilungen auch die Wahrnehmung schriftlicher Mitteilungen und somit auch das Verstehen dieser oft mit Hindernissen verbunden [8, 9]. ...

Abstract


Hörbehinderung umfasst alle Grade des Hörverlusts von leichter Einschränkung bis Taubheit. Verbale Kommunikation kann für Betroffene herausfordernd sein, v. a. bei Taubheit. Schriftliche Kommunikation stellt ebenso eine Hürde dar, da sie Voraussetzung für die Teilhabe etwa an meist schriftlichen Maßnahmen der Gesundheits- und Ernährungsaufklärung ist. Der Artikel untersucht die Probleme hinsichtlich der Verständlichkeit von Ernährungsempfehlungen und -beratung bei hörbehinderten Personen in Deutschland und diskutiert Vorschläge zur Verbesserung in deren Darstellung und Kommunikation. Kernerkenntnis einer unter Schwerhörigen und Tauben durchgeführten Befragung (n = 218) ist, dass die Verständlichkeit der Empfehlungen in signifikantem Zusammenhang zur Gesundheitskompetenz und Kompetenz der Deutschen Laut- und Schriftsprache steht. Als Verbesserung der Kommunikation zeigten sich Präferenzen für Visualisierungen, um Barrieren im Zugang zu Gesundheits- und Ernährungskommunikation abzubauen.




Peer reviewed / Manuscript (original) submitted: 23 May 2024; revision accepted: 6 September 2024

Comprehensibility of written and verbal nutrition recommendations for individuals with hearing impairment in Germany


Abstract


Hearing disability encompasses all levels of hearing loss, from mild impairment to deafness. Verbal communication can pose challenges for those affected, particularly in cases of deafness. Written communication may also create barriers, as it often serves as a prerequisite for engaging with predominantly written health and nutrition education materials. This article explores the issues surrounding the comprehensibility of nutrition recommendations and consultation for individuals with hearing impairments in Germany and offers suggestions for improving their presentation and communication. A survey conducted with hard of hearing and deaf individuals (n = 218) revealed that the comprehensibility of these recommendations is closely linked to health literacy and proficiency in German spoken and written language. To enhance communication, respondents expressed a preference for visualisations to reduce barriers to accessing health and nutrition information.

Full text PDF (free version)

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 3/2025 auf den Seiten M158 bis M165.




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Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original] eingereicht: 23.05.2024; Überarbeitung angenommen: 06.09.2024

Einleitung


Eine Hörbehinderung stellt aus medizinischer Sicht eine körperliche Beeinträchtigung dar und umfasst verschiedene Formen des Hörverlusts, von Hörminderung über Schwerhörigkeit bis zur Taubheit [1]. Aktuell sind 302 510 Personen in Deutschland von einer Hörbehinderung betroffen (Taube: 50 160; Schwerhörige: 252 350) [2]. Einschränkungen im Hörvermögen führen zu erheblichen Kommunikationsschwierigkeiten, da für eine erfolgreiche Kommunikation die Wahrnehmung der Mitteilung einer Information, wie etwa einer Ernährungsempfehlung, und deren Verstehen seitens der Empfänger*innen essenziell sind [3] und nicht nur die Mitteilungsabsicht der Sender*innen [4]. Bei Hörbehinderten erweist sich bereits die Mitteilungswahrnehmung als Problem. Während lautsprachliche Kommunikation bei Schwerhörigkeit über den auditiven Kanal je nach Hörstatus noch möglich ist, erfordert Taubheit visuelle Kommunikationsformen wie die Deutsche Gebärdensprache (DGS), da Sprachlaute nicht ausreichend wahrgenommen werden können [5]. Dies beeinflusst auch das Erlernen der Schriftsprache, da DGS keine gebärdete Version der deutschen Laut- oder Schriftsprache, sondern eine eigene Sprache ist [6–8].


Die bevorzugten Kommunikationsformen hörbehinderter Personen variieren zudem nach soziokultureller Identifikation mit der Gebärdensprachgemeinschaft. Taube Personen nutzen primär die DGS, während Schwerhörige und im Laufe des Lebens ertaubte Personen häufig lautsprachbegleitende bzw. lautsprachunterstützende Gebärden oder nur die deutsche Lautsprache verwenden [5].1 Daher ist für diese Personengruppen neben der Wahrnehmung lautsprachlicher Mitteilungen auch die Wahrnehmung schriftlicher Mitteilungen und somit auch das Verstehen dieser oft mit Hindernissen verbunden [8, 9]. ...

Abstract


Hörbehinderung umfasst alle Grade des Hörverlusts von leichter Einschränkung bis Taubheit. Verbale Kommunikation kann für Betroffene herausfordernd sein, v. a. bei Taubheit. Schriftliche Kommunikation stellt ebenso eine Hürde dar, da sie Voraussetzung für die Teilhabe etwa an meist schriftlichen Maßnahmen der Gesundheits- und Ernährungsaufklärung ist. Der Artikel untersucht die Probleme hinsichtlich der Verständlichkeit von Ernährungsempfehlungen und -beratung bei hörbehinderten Personen in Deutschland und diskutiert Vorschläge zur Verbesserung in deren Darstellung und Kommunikation. Kernerkenntnis einer unter Schwerhörigen und Tauben durchgeführten Befragung (n = 218) ist, dass die Verständlichkeit der Empfehlungen in signifikantem Zusammenhang zur Gesundheitskompetenz und Kompetenz der Deutschen Laut- und Schriftsprache steht. Als Verbesserung der Kommunikation zeigten sich Präferenzen für Visualisierungen, um Barrieren im Zugang zu Gesundheits- und Ernährungskommunikation abzubauen.




Peer reviewed / Manuscript (original) submitted: 23 May 2024; revision accepted: 6 September 2024

Comprehensibility of written and verbal nutrition recommendations for individuals with hearing impairment in Germany


Abstract


Hearing disability encompasses all levels of hearing loss, from mild impairment to deafness. Verbal communication can pose challenges for those affected, particularly in cases of deafness. Written communication may also create barriers, as it often serves as a prerequisite for engaging with predominantly written health and nutrition education materials. This article explores the issues surrounding the comprehensibility of nutrition recommendations and consultation for individuals with hearing impairments in Germany and offers suggestions for improving their presentation and communication. A survey conducted with hard of hearing and deaf individuals (n = 218) revealed that the comprehensibility of these recommendations is closely linked to health literacy and proficiency in German spoken and written language. To enhance communication, respondents expressed a preference for visualisations to reduce barriers to accessing health and nutrition information.

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https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 3/2025 auf den Seiten M158 bis M165.


Verständlichkeit von schriftlichen und mündlichen Ernährungsempfehlungen bei Personen mit einer Hörbehinderung in Deutschland

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Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original] eingereicht: 23.05.2024; Überarbeitung angenommen: 06.09.2024

Einleitung
Eine Hörbehinderung stellt aus medizinischer Sicht eine körperliche Beeinträchtigung dar und umfasst verschiedene Formen des Hörverlusts, von Hörminderung über Schwerhörigkeit bis zur Taubheit [1]. Aktuell sind 302 510 Personen in Deutschland von einer Hörbehinderung betroffen (Taube: 50 160; Schwerhörige: 252 350) [2]. Einschränkungen im Hörvermögen führen zu erheblichen Kommunikationsschwierigkeiten, da für eine erfolgreiche Kommunikation die Wahrnehmung der Mitteilung einer Information, wie etwa einer Ernährungsempfehlung, und deren Verstehen seitens der Empfänger*innen essenziell sind [3] und nicht nur die Mitteilungsabsicht der Sender*innen [4]. Bei Hörbehinderten erweist sich bereits die Mitteilungswahrnehmung als Problem. Während lautsprachliche Kommunikation bei Schwerhörigkeit über den auditiven Kanal je nach Hörstatus noch möglich ist, erfordert Taubheit visuelle Kommunikationsformen wie die Deutsche Gebärdensprache (DGS), da Sprachlaute nicht ausreichend wahrgenommen werden können [5]. Dies beeinflusst auch das Erlernen der Schriftsprache, da DGS keine gebärdete Version der deutschen Laut- oder Schriftsprache, sondern eine eigene Sprache ist [6–8].

Die bevorzugten Kommunikationsformen hörbehinderter Personen variieren zudem nach soziokultureller Identifikation mit der Gebärdensprachgemeinschaft. Taube Personen nutzen primär die DGS, während Schwerhörige und im Laufe des Lebens ertaubte Personen häufig lautsprachbegleitende bzw. lautsprachunterstützende Gebärden oder nur die deutsche Lautsprache verwenden [5].1 Daher ist für diese Personengruppen neben der Wahrnehmung lautsprachlicher Mitteilungen auch die Wahrnehmung schriftlicher Mitteilungen und somit auch das Verstehen dieser oft mit Hindernissen verbunden [8, 9]. …

Abstract

Hörbehinderung umfasst alle Grade des Hörverlusts von leichter Einschränkung bis Taubheit. Verbale Kommunikation kann für Betroffene herausfordernd sein, v. a. bei Taubheit. Schriftliche Kommunikation stellt ebenso eine Hürde dar, da sie Voraussetzung für die Teilhabe etwa an meist schriftlichen Maßnahmen der Gesundheits- und Ernährungsaufklärung ist. Der Artikel untersucht die Probleme hinsichtlich der Verständlichkeit von Ernährungsempfehlungen und -beratung bei hörbehinderten Personen in Deutschland und diskutiert Vorschläge zur Verbesserung in deren Darstellung und Kommunikation. Kernerkenntnis einer unter Schwerhörigen und Tauben durchgeführten Befragung (n = 218) ist, dass die Verständlichkeit der Empfehlungen in signifikantem Zusammenhang zur Gesundheitskompetenz und Kompetenz der Deutschen Laut- und Schriftsprache steht. Als Verbesserung der Kommunikation zeigten sich Präferenzen für Visualisierungen, um Barrieren im Zugang zu Gesundheits- und Ernährungskommunikation abzubauen.


Peer reviewed / Manuscript (original) submitted: 23 May 2024; revision accepted: 6 September 2024

Comprehensibility of written and verbal nutrition recommendations for individuals with hearing impairment in Germany
Abstract

Hearing disability encompasses all levels of hearing loss, from mild impairment to deafness. Verbal communication can pose challenges for those affected, particularly in cases of deafness. Written communication may also create barriers, as it often serves as a prerequisite for engaging with predominantly written health and nutrition education materials. This article explores the issues surrounding the comprehensibility of nutrition recommendations and consultation for individuals with hearing impairments in Germany and offers suggestions for improving their presentation and communication. A survey conducted with hard of hearing and deaf individuals (n = 218) revealed that the comprehensibility of these recommendations is closely linked to health literacy and proficiency in German spoken and written language. To enhance communication, respondents expressed a preference for visualisations to reduce barriers to accessing health and nutrition information.

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https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode


Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 3/2025 auf den Seiten M158 bis M165.
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Artikelfakten

Rubrik: Peer Review
Veröffentlicht: 12.03.2025

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