Peer-Review-Verfahren | Eingereicht: 28.03.2017 | Angenommen: 29.06.2017

Kofaktoren als wichtige Grundlage für zielgerichtete Präventionsmaßnahmen1

Einleitung


Ein regelmäßiges Frühstück wird von SZAJEWSKA und RUSZCZYNSKI aufgrund von Daten ihres systematischen Reviews bei Kindern und Jugendlichen mit einem geringeren Risiko für Übergewicht und Adipositas assoziiert [1]. Auch in einer eigenen früheren Studie wurde fehlendes Frühstück als ein modifizierbarer Einflussfaktor für die Entwicklung abdominaler Adipositas identifiziert [2]. Diese Ergebnisse gehen mit der systematischen Übersichtsarbeit von RAMPERSAUD et al. konform, die einen Zusammenhang zwischen Frühstücken und einer geringeren Wahrscheinlichkeit für Übergewicht feststellte [3].


Umgekehrt korreliert Frühstücken laut einer Studie von BARR et al. an über 12 000 kanadischen Kindern auch positiv mit einer angemessenen Nährstoffversorgung [4] und kann laut eines systematischen Reviews von EDEFONTI und Kollegen zur kognitiven Leistungsfähigkeit beitragen [5]. BARR et al. berichten Zusammenhänge zwischen fehlendem Frühstück und einem niedrigen sozioökonomischen Status, weiblichem Geschlecht und höherem Alter, geringer körperlicher Aktivität, hohem Medienkonsum, unregelmäßigen Essgewohnheiten und hoher Energiezufuhr sowie kognitiver Leistungsfähigkeit [4]. Ziel der vorliegenden Studie war, an einem Kollektiv baden-württembergischer Grundschulkinder Faktoren zu überprüfen, die mit dem Nicht-Frühstücken zusammenhängen, um zielgerichtet gesundheitsfördernde Interventionen und Präventionsmaßnahmen für eine ausgewogene Gewichtsentwicklung bei Kindern zu entwerfen.

1 Bei dem vorliegenden Artikel handelt es sich um eine gekürzte und überarbeitete deutsche Fassung des in der Zeitschrift BMC Public Health erschienenen Artikels: Kesztyüs D, Traub M, Lauer R et al. (2017) Skipping breakfast is detrimental for primary school children: cross-sectional analysis of determinants for targeted prevention. BMC Public Health 17: 258

Abstract


Der Verzicht auf das Frühstück vor der Schule gilt als modifizierbarer Faktor für die Entstehung von Übergewicht, Adipositas und abdominaler Adipositas bei Grundschulkindern. Für die Entwicklung zielgerichteter präventiver und gesundheitsfördernder Interventionen bedarf es der Identifikation von Faktoren, die mit dem Nicht-Frühstücken zusammenhängen.

Die vorliegende Untersuchung bei baden-württembergischen Grundschulkindern überprüfte Faktoren, die mit dem Verzicht auf das Frühstück korrelieren. Anthropometrische Messungen wurden bei 1 943 Grundschulkindern durchgeführt. Ein Elternfragebogen gab Auskunft zu Gesundheitsverhalten, Lebenssituation und sozioökonomischem Hintergrund der Kinder und ihrer Eltern. Die generalisierte lineare gemischte Regressionsanalyse zeigt korrelierende Faktoren für den Verzicht auf das Frühstück. Dazu gehören ein hoher Körperfettanteil, niedriges Familienbildungsniveau, Migrationshintergrund, ein alleinerziehender Elternteil, häufiger Verzehr gesüßter Getränke, hoher Konsum von Bildschirmmedien, geringe körperliche Aktivität sowie Mädchen zu sein. Zukünftige Präventionsmaßnahmen sollten die in dieser Studie identifizierten vulnerablen Zielgruppen sowie die modifizierbaren Verhaltensweisen, die zusammen mit Frühstücksverzicht auftreten, stärker berücksichtigen.

Schlüsselwörter: Grundschulkinder, Frühstück, abdominale Adipositas, Ätiologie, Prävention, Ernährungsverhalten




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 9/17 von Seite M494 bis M499.




Peer-Review-Verfahren | Eingereicht: 28.03.2017 | Angenommen: 29.06.2017

Kofaktoren als wichtige Grundlage für zielgerichtete Präventionsmaßnahmen1

Einleitung


Ein regelmäßiges Frühstück wird von SZAJEWSKA und RUSZCZYNSKI aufgrund von Daten ihres systematischen Reviews bei Kindern und Jugendlichen mit einem geringeren Risiko für Übergewicht und Adipositas assoziiert [1]. Auch in einer eigenen früheren Studie wurde fehlendes Frühstück als ein modifizierbarer Einflussfaktor für die Entwicklung abdominaler Adipositas identifiziert [2]. Diese Ergebnisse gehen mit der systematischen Übersichtsarbeit von RAMPERSAUD et al. konform, die einen Zusammenhang zwischen Frühstücken und einer geringeren Wahrscheinlichkeit für Übergewicht feststellte [3].


Umgekehrt korreliert Frühstücken laut einer Studie von BARR et al. an über 12 000 kanadischen Kindern auch positiv mit einer angemessenen Nährstoffversorgung [4] und kann laut eines systematischen Reviews von EDEFONTI und Kollegen zur kognitiven Leistungsfähigkeit beitragen [5]. BARR et al. berichten Zusammenhänge zwischen fehlendem Frühstück und einem niedrigen sozioökonomischen Status, weiblichem Geschlecht und höherem Alter, geringer körperlicher Aktivität, hohem Medienkonsum, unregelmäßigen Essgewohnheiten und hoher Energiezufuhr sowie kognitiver Leistungsfähigkeit [4]. Ziel der vorliegenden Studie war, an einem Kollektiv baden-württembergischer Grundschulkinder Faktoren zu überprüfen, die mit dem Nicht-Frühstücken zusammenhängen, um zielgerichtet gesundheitsfördernde Interventionen und Präventionsmaßnahmen für eine ausgewogene Gewichtsentwicklung bei Kindern zu entwerfen.

1 Bei dem vorliegenden Artikel handelt es sich um eine gekürzte und überarbeitete deutsche Fassung des in der Zeitschrift BMC Public Health erschienenen Artikels: Kesztyüs D, Traub M, Lauer R et al. (2017) Skipping breakfast is detrimental for primary school children: cross-sectional analysis of determinants for targeted prevention. BMC Public Health 17: 258

Abstract


Der Verzicht auf das Frühstück vor der Schule gilt als modifizierbarer Faktor für die Entstehung von Übergewicht, Adipositas und abdominaler Adipositas bei Grundschulkindern. Für die Entwicklung zielgerichteter präventiver und gesundheitsfördernder Interventionen bedarf es der Identifikation von Faktoren, die mit dem Nicht-Frühstücken zusammenhängen.

Die vorliegende Untersuchung bei baden-württembergischen Grundschulkindern überprüfte Faktoren, die mit dem Verzicht auf das Frühstück korrelieren. Anthropometrische Messungen wurden bei 1 943 Grundschulkindern durchgeführt. Ein Elternfragebogen gab Auskunft zu Gesundheitsverhalten, Lebenssituation und sozioökonomischem Hintergrund der Kinder und ihrer Eltern. Die generalisierte lineare gemischte Regressionsanalyse zeigt korrelierende Faktoren für den Verzicht auf das Frühstück. Dazu gehören ein hoher Körperfettanteil, niedriges Familienbildungsniveau, Migrationshintergrund, ein alleinerziehender Elternteil, häufiger Verzehr gesüßter Getränke, hoher Konsum von Bildschirmmedien, geringe körperliche Aktivität sowie Mädchen zu sein. Zukünftige Präventionsmaßnahmen sollten die in dieser Studie identifizierten vulnerablen Zielgruppen sowie die modifizierbaren Verhaltensweisen, die zusammen mit Frühstücksverzicht auftreten, stärker berücksichtigen.

Schlüsselwörter: Grundschulkinder, Frühstück, abdominale Adipositas, Ätiologie, Prävention, Ernährungsverhalten




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 9/17 von Seite M494 bis M499.


Verzicht auf das Frühstück bei Grundschulkindern

Peer-Review-Verfahren | Eingereicht: 28.03.2017 | Angenommen: 29.06.2017

Kofaktoren als wichtige Grundlage für zielgerichtete Präventionsmaßnahmen1

Einleitung
Ein regelmäßiges Frühstück wird von SZAJEWSKA und RUSZCZYNSKI aufgrund von Daten ihres systematischen Reviews bei Kindern und Jugendlichen mit einem geringeren Risiko für Übergewicht und Adipositas assoziiert [1]. Auch in einer eigenen früheren Studie wurde fehlendes Frühstück als ein modifizierbarer Einflussfaktor für die Entwicklung abdominaler Adipositas identifiziert [2]. Diese Ergebnisse gehen mit der systematischen Übersichtsarbeit von RAMPERSAUD et al. konform, die einen Zusammenhang zwischen Frühstücken und einer geringeren Wahrscheinlichkeit für Übergewicht feststellte [3].

Umgekehrt korreliert Frühstücken laut einer Studie von BARR et al. an über 12 000 kanadischen Kindern auch positiv mit einer angemessenen Nährstoffversorgung [4] und kann laut eines systematischen Reviews von EDEFONTI und Kollegen zur kognitiven Leistungsfähigkeit beitragen [5]. BARR et al. berichten Zusammenhänge zwischen fehlendem Frühstück und einem niedrigen sozioökonomischen Status, weiblichem Geschlecht und höherem Alter, geringer körperlicher Aktivität, hohem Medienkonsum, unregelmäßigen Essgewohnheiten und hoher Energiezufuhr sowie kognitiver Leistungsfähigkeit [4]. Ziel der vorliegenden Studie war, an einem Kollektiv baden-württembergischer Grundschulkinder Faktoren zu überprüfen, die mit dem Nicht-Frühstücken zusammenhängen, um zielgerichtet gesundheitsfördernde Interventionen und Präventionsmaßnahmen für eine ausgewogene Gewichtsentwicklung bei Kindern zu entwerfen.

1 Bei dem vorliegenden Artikel handelt es sich um eine gekürzte und überarbeitete deutsche Fassung des in der Zeitschrift BMC Public Health erschienenen Artikels: Kesztyüs D, Traub M, Lauer R et al. (2017) Skipping breakfast is detrimental for primary school children: cross-sectional analysis of determinants for targeted prevention. BMC Public Health 17: 258

Abstract

Der Verzicht auf das Frühstück vor der Schule gilt als modifizierbarer Faktor für die Entstehung von Übergewicht, Adipositas und abdominaler Adipositas bei Grundschulkindern. Für die Entwicklung zielgerichteter präventiver und gesundheitsfördernder Interventionen bedarf es der Identifikation von Faktoren, die mit dem Nicht-Frühstücken zusammenhängen.

Die vorliegende Untersuchung bei baden-württembergischen Grundschulkindern überprüfte Faktoren, die mit dem Verzicht auf das Frühstück korrelieren. Anthropometrische Messungen wurden bei 1 943 Grundschulkindern durchgeführt. Ein Elternfragebogen gab Auskunft zu Gesundheitsverhalten, Lebenssituation und sozioökonomischem Hintergrund der Kinder und ihrer Eltern. Die generalisierte lineare gemischte Regressionsanalyse zeigt korrelierende Faktoren für den Verzicht auf das Frühstück. Dazu gehören ein hoher Körperfettanteil, niedriges Familienbildungsniveau, Migrationshintergrund, ein alleinerziehender Elternteil, häufiger Verzehr gesüßter Getränke, hoher Konsum von Bildschirmmedien, geringe körperliche Aktivität sowie Mädchen zu sein. Zukünftige Präventionsmaßnahmen sollten die in dieser Studie identifizierten vulnerablen Zielgruppen sowie die modifizierbaren Verhaltensweisen, die zusammen mit Frühstücksverzicht auftreten, stärker berücksichtigen.

Schlüsselwörter: Grundschulkinder, Frühstück, abdominale Adipositas, Ätiologie, Prävention, Ernährungsverhalten


Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 9/17 von Seite M494 bis M499.

News zum Thema des Artikels

: Eine ältere Person bereitet sich einen Salat zu, der in einer Schüssel ist.

Lesetipp Heft 9/2026: Ernährungsarmut im Alter: Wenn der Speiseplan vom Angebot abhängt

Wie gestaltet sich der Ernährungsalltag von Senior*innen in Armut? Die qualitative Interview-Analyse aus dem ELSinA-Projekt zeigt, mit welchen materiellen und sozialen Herausforderungen Betroffene konfrontiert sind – und welche Strategien und Ressourcen ihnen helfen, da …
weiterlesen

Eine junge Frau steht mit fragendem Blick mit ihrem Einkaufswagen zwischen vollen Supermarktregalen.

Lesetipp Heft 8/2026: Nachhaltigkeit in der Ernährung junger Menschen

Eine Studie der Hochschule Fulda hat untersucht, wie sich junge Menschen in Deutschland ernähren, mit besonderem Fokus auf Nachhaltigkeitsaspekte und die Rolle von Fleischkonsum bzw. -verzicht …
weiterlesen

Kind trinkt ein oranges Getränk mit einem Strohhalm aus einem Glas

Lesetipp Heft 8/2026: Zuckerzufuhr bei Kindern und Jugendlichen

Anhand der repräsentativen Verzehrsstudien KiESEL und EsKiMo II wurde die Zufuhr freier Zucker für Kinder und Jugendliche untersucht und die wichtigsten Lebensmittelquellen identifiziert …
weiterlesen

Artikelfakten

Veröffentlicht: 13.09.2017

Themen des Artikels

Dieser Artikel erscheint in

Artikel teilen

Weitere Artikel zum Thema

15.09.2026

„Mein Speiseplan richtet sich nach dem, was im Angebot ist“

In Deutschland ist wenig über den Ernährungsalltag von Senior*innen in Armut bekannt. Im ELSinA-Projekt wurde deshalb erfragt, vor welchen Herausforderungen sie stehen, welche Bewältigungsstrategien sie diesbezüglich anwenden sowie über welche Ressourcen sie verfügen. weiterlesen

12.08.2026

Zufuhr freier Zucker bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 1–17 Jahren in Deutschland

Eine hohe Zuckerzufuhr in Kindheit und Jugend kann Ernährungsgewohnheiten prägen [1] und bis ins Erwachsenenalter zu einem erhöhten Risiko für Gesundheitsbeeinträchtigungen wie Adipositas, kardiovaskulären Erkrankungen und Karies führen [2, 3]. Nach Ergebnissen der Stud … weiterlesen

12.08.2026

Soziale Unterschiede in der nachhaltigen Ernährung junger Menschen in Deutschland

Die vorliegende Studie untersucht nachhaltige Ernährungspraktiken junger Menschen in Deutschland unter der Fragestellung, welche Unterschiede es innerhalb der sogenannten jungen Generation insbesondere mit Blick auf den Fleischverzehr und -verzicht gibt. weiterlesen

Regionale Hülsenfrüchte in der Ernährung

Teil 1 Einführung: Mehr Hülsenfrüchte auf den Teller Es gibt viele Gründe, warum weniger Fleisch und mehr Hülsenfrüchte auf dem Teller nachhaltig und gesund sind. Hülsenfrüchte liefern hochwertiges pflanzliches Eiweiß (nicht nur) für eine vegetarische oder vegane Ernähr … weiterlesen

15.09.2025

Lebensmittelbasierte Ernährungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche und Planetare Gesundheit

Update der Optimierten Mischkost Der globale Klimawandel erfordert einen Paradigmenwechsel in der Ernährung. In der vorliegenden Studie wurde die Nachhaltigkeit des lebensmittelbasierten Ernährungskonzepts der Optimierten Mischkost (OMK) für Kinder und Jugendliche unter … weiterlesen

15.09.2025

Mehr Auswahl am gemeinsamen Tisch

Alternativprodukte zu tierischen Lebensmitteln als Beitrag zu einer nachhaltigeren Ernährung Im Interview mit der ERNÄHRUNGS UMSCHAU erläutern die Beiratsmitglieder Prof. Dr. Monika Pischetsrieder, Lehrstuhl für Lebensmittelchemie, Universität Erlangen-Nürnberg, Prof. D … weiterlesen

Der Bildungsort Esstisch

Gemeinsames Essen als Bildungsanlass  Mahlzeiten bieten Kindern die Möglichkeit für zahlreiche Lernerfahrungen. Sie lernen verschiedene Lebensmittel kennen und üben durch Ausprobieren und Selber-Machen, ihren Körper und dessen Bedürfnisse zu spüren. Wichtig ist ein … weiterlesen

13.08.2025

Alternative Ernährungsformen

Teil 3: Ernährungsformen mit Gesundheitsversprechen im Vordergrund In Teil 3 der Artikelreihe zu alternativen Ernährungsformen (AE) (Teile 1 [1] und 2 [2]) liegt der Fokus auf Ernährungsformen, bei denen Gesundheitsversprechen bzw. -aspekte im Vordergrund stehen. Im Geg … weiterlesen