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Macht euch mal locker, ihr Spielverderber*- und Berufskritiker*innen: Das ganze hatte doch etwas von Aktionskunst: Von der Kaufentscheidung über die Suche nach dem einzigen teuren Joghurt oder Käse im ansonsten niedrigpreisigen Umfeld, schließlich ein „Das-gönn-ich mir-jetzt-Feeling“, das sonst nur hochpreisige Köstlichkeiten bieten, bis hin zum Kassenbon, auf dem nochmals „Danke fürs Mitmachen!“ steht. „Wir-Gefühl“ und gutes Öko-Gewissen inklusive.

Ich war dabei, allein das zählt1. Den Kassenbon werde ich mir – zusammen mit der erstandenen Käsepackung – wohl in einem gekühlten Safe deponieren und auf horrende Wertsteigerungen warten. Alles von großer Seltenheit und/oder zeitlicher Begrenztheit erzielt irgendwann mal gute Preise – denken Sie an die Blaue Mauritius-Briefmarke, die einst 2 Pence (nicht Penny!) Wert hatte und heute für 1 Mio. Euro gehandelt wird. Und wenn der Käse bis dahin gammelt? Nun, Zerstörung schließt Wertsteigerungen nicht aus, wie das geschredderte Banksy-Bild belegt2.

Mir dürfen nur keine Lebensmittelretter*innen dazwischenkommen. Der Discounter hatte ja vorsorglich Produkte für sein Projekt ausgewählt, die auch nach der Aktionswoche noch verkehrs- und verzehrfähig waren und keinen Anlass zum Containern geben. Bei meinem Käse in der Plastikschale war es noch ein MHD von fast einem Monat! Doch: Spekulation mit Lebensmittelpreisen passt einfach nicht zur ERNÄHRUNGS UMSCHAU. So habe ich den Käse dann doch lieber selbst gegessen und dennoch Gewinn gemacht:

1,51 Euro mehr als üblich habe ich für meinen Käse bzw. dieses Kunsterlebnis bezahlt und auf dem gleichen Bon einen 3 €-Gutschein für den nächsten Einkauf erhalten. So geht wahres Marketing!

Ihr Udo Maid-Kohnert

_____________

1 Übrigens bin ich dabei nicht – wie in der Tagesschau vom 01.08.2023 – in ein Fake-Interview verwickelt worden. (WDR wehrt sich gegen Schummel-Vorwurf nach "Wahre Preise"-Beitrag, web.de/magazine/panorama/wdr-wehrt-schummel-vorwurf-wahre-preise-beitrag-38488126)

2 Es wurde teilgeschreddert für das 13-fache des ehemaligen Preises ersteigert.




Den Nachschlag finden Sie wie auch die Vorschau auf die nächste Ausgabe in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 9/2023 auf Seite M592.


Ja gut, die einwöchige Aktion um 9 (!) Produkte eines Discounters hatte ein geteiltes Echo, wurde irgendwo zwischen Werbegag, Greenwashing und wertvollem Denkanstoß verortet.




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Macht euch mal locker, ihr Spielverderber*- und Berufskritiker*innen: Das ganze hatte doch etwas von Aktionskunst: Von der Kaufentscheidung über die Suche nach dem einzigen teuren Joghurt oder Käse im ansonsten niedrigpreisigen Umfeld, schließlich ein „Das-gönn-ich mir-jetzt-Feeling“, das sonst nur hochpreisige Köstlichkeiten bieten, bis hin zum Kassenbon, auf dem nochmals „Danke fürs Mitmachen!“ steht. „Wir-Gefühl“ und gutes Öko-Gewissen inklusive.

Ich war dabei, allein das zählt1. Den Kassenbon werde ich mir – zusammen mit der erstandenen Käsepackung – wohl in einem gekühlten Safe deponieren und auf horrende Wertsteigerungen warten. Alles von großer Seltenheit und/oder zeitlicher Begrenztheit erzielt irgendwann mal gute Preise – denken Sie an die Blaue Mauritius-Briefmarke, die einst 2 Pence (nicht Penny!) Wert hatte und heute für 1 Mio. Euro gehandelt wird. Und wenn der Käse bis dahin gammelt? Nun, Zerstörung schließt Wertsteigerungen nicht aus, wie das geschredderte Banksy-Bild belegt2.

Mir dürfen nur keine Lebensmittelretter*innen dazwischenkommen. Der Discounter hatte ja vorsorglich Produkte für sein Projekt ausgewählt, die auch nach der Aktionswoche noch verkehrs- und verzehrfähig waren und keinen Anlass zum Containern geben. Bei meinem Käse in der Plastikschale war es noch ein MHD von fast einem Monat! Doch: Spekulation mit Lebensmittelpreisen passt einfach nicht zur ERNÄHRUNGS UMSCHAU. So habe ich den Käse dann doch lieber selbst gegessen und dennoch Gewinn gemacht:

1,51 Euro mehr als üblich habe ich für meinen Käse bzw. dieses Kunsterlebnis bezahlt und auf dem gleichen Bon einen 3 €-Gutschein für den nächsten Einkauf erhalten. So geht wahres Marketing!

Ihr Udo Maid-Kohnert

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1 Übrigens bin ich dabei nicht – wie in der Tagesschau vom 01.08.2023 – in ein Fake-Interview verwickelt worden. (WDR wehrt sich gegen Schummel-Vorwurf nach "Wahre Preise"-Beitrag, web.de/magazine/panorama/wdr-wehrt-schummel-vorwurf-wahre-preise-beitrag-38488126)

2 Es wurde teilgeschreddert für das 13-fache des ehemaligen Preises ersteigert.




Den Nachschlag finden Sie wie auch die Vorschau auf die nächste Ausgabe in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 9/2023 auf Seite M592.


Nachlese: Wahre Kosten – ich war dabei!

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Macht euch mal locker, ihr Spielverderber*- und Berufskritiker*innen: Das ganze hatte doch etwas von Aktionskunst: Von der Kaufentscheidung über die Suche nach dem einzigen teuren Joghurt oder Käse im ansonsten niedrigpreisigen Umfeld, schließlich ein „Das-gönn-ich mir-jetzt-Feeling“, das sonst nur hochpreisige Köstlichkeiten bieten, bis hin zum Kassenbon, auf dem nochmals „Danke fürs Mitmachen!“ steht. „Wir-Gefühl“ und gutes Öko-Gewissen inklusive.

Ich war dabei, allein das zählt1. Den Kassenbon werde ich mir – zusammen mit der erstandenen Käsepackung – wohl in einem gekühlten Safe deponieren und auf horrende Wertsteigerungen warten. Alles von großer Seltenheit und/oder zeitlicher Begrenztheit erzielt irgendwann mal gute Preise – denken Sie an die Blaue Mauritius-Briefmarke, die einst 2 Pence (nicht Penny!) Wert hatte und heute für 1 Mio. Euro gehandelt wird. Und wenn der Käse bis dahin gammelt? Nun, Zerstörung schließt Wertsteigerungen nicht aus, wie das geschredderte Banksy-Bild belegt2.

Mir dürfen nur keine Lebensmittelretter*innen dazwischenkommen. Der Discounter hatte ja vorsorglich Produkte für sein Projekt ausgewählt, die auch nach der Aktionswoche noch verkehrs- und verzehrfähig waren und keinen Anlass zum Containern geben. Bei meinem Käse in der Plastikschale war es noch ein MHD von fast einem Monat! Doch: Spekulation mit Lebensmittelpreisen passt einfach nicht zur ERNÄHRUNGS UMSCHAU. So habe ich den Käse dann doch lieber selbst gegessen und dennoch Gewinn gemacht:

1,51 Euro mehr als üblich habe ich für meinen Käse bzw. dieses Kunsterlebnis bezahlt und auf dem gleichen Bon einen 3 €-Gutschein für den nächsten Einkauf erhalten. So geht wahres Marketing!

Ihr Udo Maid-Kohnert

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1 Übrigens bin ich dabei nicht – wie in der Tagesschau vom 01.08.2023 – in ein Fake-Interview verwickelt worden. (WDR wehrt sich gegen Schummel-Vorwurf nach "Wahre Preise"-Beitrag, web.de/magazine/panorama/wdr-wehrt-schummel-vorwurf-wahre-preise-beitrag-38488126)

2 Es wurde teilgeschreddert für das 13-fache des ehemaligen Preises ersteigert.


Den Nachschlag finden Sie wie auch die Vorschau auf die nächste Ausgabe in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 9/2023 auf Seite M592.

Artikelfakten

Rubrik: Service
Veröffentlicht: 13.09.2023

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