Bewusstsein schaffen für die wahren Kosten von Lebensmitteln – darum ging es am 10. März 2022 beim Nationalen Dialog zu Ernährungssystemen. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln diskutierten Gäste aus Ernährungswirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Finanzwesen. Im Fokus stand die Notwendigkeit eines True Cost Accounting und wie es sich anwenden lässt. Die Preisgestaltung von Lebensmitteln spiegelt nicht alle Faktoren wider, die bei ihrer Produktion eine Rolle spielen: Faktoren wie Treibhausgasemissionen, Grundwasserverbrauch oder der Verlust der biologischen Vielfalt führen zu Kosten, die meist nicht in die Bepreisung von Lebensmitteln einfließen. Viele dieser Umwelt- und Sozialkosten werden von der Gesellschaft oder von künftigen Generationen getragen. Wie werden diese Kosten transparent und können berechnet werden? Das stellte Olivia Riemer, Projektleiterin bei TMG ThinkTankforSustainability dar, die mit der True Cost Initiative an Lösungsansätzen gearbeitet hat. Die Ergebnisse sind in einem Handbuch verfügbar, das unter https://tca2f.org/de/handbook/ kostenfrei zum Download bereit steht.

Kostenvermeidung günstiger als Kostenbeseitigung


Die ExpertInnen sind sich einig, dass Kostenvermeidung langfristig günstiger ist als Kostenbeseitigung. Aktuelle Marktpreise stimmten nicht mit wahren Preisen überein. Dieser Unterschied müsse ausgeglichen werden, gerade vor dem Hintergrund der Anpassung an den Klimawandel oder Pandemien.

Die Initiatoren hoben hervor, dass höhere Preise nicht dazu dienten, ErzeugerInnen wohlhabender zu machen, sondern Ressourcen zu erhalten. Das True Cost Accounting sei hier allerdings die Kür, davor liege noch sehr viel Pflicht. Wichtig sei es, VerbraucherInnen und Handel aufzuklären und Akzeptanz zu schaffen. Dazu beitragen kann Transparenz bei der Erhebung und Verwendung der Daten.

Jetzige Wirtschaftsrechnungen sind nach Meinung der True Cost Initiative nicht in der Lage, Kosten für die Schadensbeseitigung auszugleichen. Es könne zu Ernte- und Lieferkettenausfällen kommen, wenn die wahren Kosten nicht bedacht würden. Vielmehr sei es wichtig, Umwelt- und Sozialleistungen von Unternehmen zu beachten und in die Preise von Lebensmitteln einfließen zu lassen. Am Beispiel der CO2-Bepreisung ließe sich dies schon erkennen. Hier würden externe Kosten immer mehr zu realen Kosten.

Mitschnitt der Veranstaltung:


www.ble-live.de 

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Pressemeldung vom 11.03.2022




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 4/2022 auf Seite M183.




Bewusstsein schaffen für die wahren Kosten von Lebensmitteln – darum ging es am 10. März 2022 beim Nationalen Dialog zu Ernährungssystemen. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln diskutierten Gäste aus Ernährungswirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Finanzwesen. Im Fokus stand die Notwendigkeit eines True Cost Accounting und wie es sich anwenden lässt. Die Preisgestaltung von Lebensmitteln spiegelt nicht alle Faktoren wider, die bei ihrer Produktion eine Rolle spielen: Faktoren wie Treibhausgasemissionen, Grundwasserverbrauch oder der Verlust der biologischen Vielfalt führen zu Kosten, die meist nicht in die Bepreisung von Lebensmitteln einfließen. Viele dieser Umwelt- und Sozialkosten werden von der Gesellschaft oder von künftigen Generationen getragen. Wie werden diese Kosten transparent und können berechnet werden? Das stellte Olivia Riemer, Projektleiterin bei TMG ThinkTankforSustainability dar, die mit der True Cost Initiative an Lösungsansätzen gearbeitet hat. Die Ergebnisse sind in einem Handbuch verfügbar, das unter https://tca2f.org/de/handbook/ kostenfrei zum Download bereit steht.

Kostenvermeidung günstiger als Kostenbeseitigung


Die ExpertInnen sind sich einig, dass Kostenvermeidung langfristig günstiger ist als Kostenbeseitigung. Aktuelle Marktpreise stimmten nicht mit wahren Preisen überein. Dieser Unterschied müsse ausgeglichen werden, gerade vor dem Hintergrund der Anpassung an den Klimawandel oder Pandemien.

Die Initiatoren hoben hervor, dass höhere Preise nicht dazu dienten, ErzeugerInnen wohlhabender zu machen, sondern Ressourcen zu erhalten. Das True Cost Accounting sei hier allerdings die Kür, davor liege noch sehr viel Pflicht. Wichtig sei es, VerbraucherInnen und Handel aufzuklären und Akzeptanz zu schaffen. Dazu beitragen kann Transparenz bei der Erhebung und Verwendung der Daten.

Jetzige Wirtschaftsrechnungen sind nach Meinung der True Cost Initiative nicht in der Lage, Kosten für die Schadensbeseitigung auszugleichen. Es könne zu Ernte- und Lieferkettenausfällen kommen, wenn die wahren Kosten nicht bedacht würden. Vielmehr sei es wichtig, Umwelt- und Sozialleistungen von Unternehmen zu beachten und in die Preise von Lebensmitteln einfließen zu lassen. Am Beispiel der CO2-Bepreisung ließe sich dies schon erkennen. Hier würden externe Kosten immer mehr zu realen Kosten.

Mitschnitt der Veranstaltung:


www.ble-live.de 

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Pressemeldung vom 11.03.2022




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 4/2022 auf Seite M183.


Nationaler Dialog zu Ernährungssystemen: Wahre Kosten von Lebensmitteln transparent machen

Bewusstsein schaffen für die wahren Kosten von Lebensmitteln – darum ging es am 10. März 2022 beim Nationalen Dialog zu Ernährungssystemen. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln diskutierten Gäste aus Ernährungswirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Finanzwesen. Im Fokus stand die Notwendigkeit eines True Cost Accounting und wie es sich anwenden lässt. Die Preisgestaltung von Lebensmitteln spiegelt nicht alle Faktoren wider, die bei ihrer Produktion eine Rolle spielen: Faktoren wie Treibhausgasemissionen, Grundwasserverbrauch oder der Verlust der biologischen Vielfalt führen zu Kosten, die meist nicht in die Bepreisung von Lebensmitteln einfließen. Viele dieser Umwelt- und Sozialkosten werden von der Gesellschaft oder von künftigen Generationen getragen. Wie werden diese Kosten transparent und können berechnet werden? Das stellte Olivia Riemer, Projektleiterin bei TMG ThinkTankforSustainability dar, die mit der True Cost Initiative an Lösungsansätzen gearbeitet hat. Die Ergebnisse sind in einem Handbuch verfügbar, das unter https://tca2f.org/de/handbook/ kostenfrei zum Download bereit steht.

Kostenvermeidung günstiger als Kostenbeseitigung

Die ExpertInnen sind sich einig, dass Kostenvermeidung langfristig günstiger ist als Kostenbeseitigung. Aktuelle Marktpreise stimmten nicht mit wahren Preisen überein. Dieser Unterschied müsse ausgeglichen werden, gerade vor dem Hintergrund der Anpassung an den Klimawandel oder Pandemien.

Die Initiatoren hoben hervor, dass höhere Preise nicht dazu dienten, ErzeugerInnen wohlhabender zu machen, sondern Ressourcen zu erhalten. Das True Cost Accounting sei hier allerdings die Kür, davor liege noch sehr viel Pflicht. Wichtig sei es, VerbraucherInnen und Handel aufzuklären und Akzeptanz zu schaffen. Dazu beitragen kann Transparenz bei der Erhebung und Verwendung der Daten.

Jetzige Wirtschaftsrechnungen sind nach Meinung der True Cost Initiative nicht in der Lage, Kosten für die Schadensbeseitigung auszugleichen. Es könne zu Ernte- und Lieferkettenausfällen kommen, wenn die wahren Kosten nicht bedacht würden. Vielmehr sei es wichtig, Umwelt- und Sozialleistungen von Unternehmen zu beachten und in die Preise von Lebensmitteln einfließen zu lassen. Am Beispiel der CO2-Bepreisung ließe sich dies schon erkennen. Hier würden externe Kosten immer mehr zu realen Kosten.

Mitschnitt der Veranstaltung:

www.ble-live.de 

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Pressemeldung vom 11.03.2022


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Artikelfakten

Veröffentlicht: 12.04.2022

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