Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 23.12.2024; Überarbeitung angenommen: 09.04.2025

Teil 2: Beratungskonzepte, Interventionen zur Verhaltensmodifikation und zugrunde liegende Qualifikationen


Einleitung


Die Beteiligung von Ernährungsfachkräften (EF) an Interventionen zur Gewichtsreduktion gilt als eines von mehreren Elementen, die sich positiv auf die Wirksamkeit entsprechender Angebote auswirken [1]. Informationen zu Beratungskonzepten, die EF in diesem Rahmen einsetzen, werden in der Regel nicht näher beschrieben [1].


Nach Nußbeck umfassen die aus „therapeutischen Schulen“ abgeleiteten Beratungskonzepte sowohl die psychoanalytisch orientierte Beratung als auch die klient*innen-/personenzentrierte Beratung, die kognitiv-verhaltenstherapeutisch orientierte Beratung, systemische Ansätze sowie die lösungs- und ressourcenorientierte Beratung. Daraus resultieren Methoden bzw. Interventionstechniken, die konzeptspezifisch, aber auch konzeptübergreifender Natur sein können [2]. Angaben zur Nutzung solcher Methoden bzw. Interventionen und der zugrunde liegenden Qualifikationen sind bislang häufig ebenfalls nicht Bestandteil von Studien zur Gewichtsreduktion [z. B. 3, 4], obwohl diese als integrale Bestandteile von prozessgeleiteter Ernährungsberatung und -therapie gelten [5]. Kennzeichen der Ernährungstherapie sind u. a., dass Patient*innen „in einer klientenzentrierten, partnerschaftlichen Gesprächssituation […] Hilfestellungen [erhalten], die seine/ihre Kompetenzen und Bedürfnisse berücksichtigen und sich an seiner/ihrer Lebenssituation orientieren“ [6, S. 7]. Dabei sollen evidente Beratungsmethoden zum Einsatz kommen [6]. Ergebnisse einer früheren Befragung von EF in Deutschland zeigen, dass 75 % der Befragten verhaltenstherapeutische Interventionen im Rahmen der Adipositasbehandlung nutzen. ...

Abstract


Die Anwendung spezifischer Beratungskonzepte, Gesprächsführungstechniken und -methoden ist in ernährungstherapeutischen Interventionen (ETI) für Patient*innen mit Adipositas bislang unzureichend untersucht. Durch eine Befragung von ambulant tätigen Ernährungsfachkräften (EF) sollen Anhaltspunkte für die Nutzung der aus „therapeutischen Schulen“ abgeleiteten Beratungskonzepte sowie Interventionen zur Verhaltensmodifikation abgeleitet werden. Die befragten EF (n = 130) verfügen über zahlreiche Zusatzqualifikationen, die am häufigsten die personen-/klient*innenzentrierte Beratung umfassen. Interventionen zur Verhaltensmodifikation werden vielfach angewandt. Supervision spielt eine untergeordnete Rolle und sollte im Einklang mit Empfehlungen zur Qualitätssicherung stärker etabliert werden. Um den Stellenwert verschiedener Beratungskonzepte und Interventionen im Rahmen von ETI vergleichbar und transparent beurteilen zu können, sollte zunächst ein einheitliches Begriffsverständnis unter EF etabliert werden.




Peer reviewed / Manuscript (original) submitted: 23 December 2024; revision accepted: 9 April 2025

What characterizes outpatient nutrition therapy interventions for obesity? A survey of nutrition professionals in Germany


Part 2: Counseling approaches, behavior change interventions, and underlying qualifications


Abstract


This survey of outpatient nutrition professionals (NPs) aims to provide indications for both the use of counseling concepts derived from various therapeutic schools and the use of behavior change interventions. The participating NPs (n = 130) reported holding numerous additional qualifications, most frequently in person centered/client centered counseling. Behavior change interventions were widely applied. Supervision played a minor role and should be established more firmly in line with quality assurance recommendations. To enable a comparable and transparent assessment of the relevance of different counseling approaches and interventions within nutrition therapy interventions, a consistent understanding of terminology should first be established among NPs.

Full text PDF (free version) + Supplement

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 12/2025 auf den Seiten M725 bis M733.




Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 23.12.2024; Überarbeitung angenommen: 09.04.2025

Teil 2: Beratungskonzepte, Interventionen zur Verhaltensmodifikation und zugrunde liegende Qualifikationen


Einleitung


Die Beteiligung von Ernährungsfachkräften (EF) an Interventionen zur Gewichtsreduktion gilt als eines von mehreren Elementen, die sich positiv auf die Wirksamkeit entsprechender Angebote auswirken [1]. Informationen zu Beratungskonzepten, die EF in diesem Rahmen einsetzen, werden in der Regel nicht näher beschrieben [1].


Nach Nußbeck umfassen die aus „therapeutischen Schulen“ abgeleiteten Beratungskonzepte sowohl die psychoanalytisch orientierte Beratung als auch die klient*innen-/personenzentrierte Beratung, die kognitiv-verhaltenstherapeutisch orientierte Beratung, systemische Ansätze sowie die lösungs- und ressourcenorientierte Beratung. Daraus resultieren Methoden bzw. Interventionstechniken, die konzeptspezifisch, aber auch konzeptübergreifender Natur sein können [2]. Angaben zur Nutzung solcher Methoden bzw. Interventionen und der zugrunde liegenden Qualifikationen sind bislang häufig ebenfalls nicht Bestandteil von Studien zur Gewichtsreduktion [z. B. 3, 4], obwohl diese als integrale Bestandteile von prozessgeleiteter Ernährungsberatung und -therapie gelten [5]. Kennzeichen der Ernährungstherapie sind u. a., dass Patient*innen „in einer klientenzentrierten, partnerschaftlichen Gesprächssituation […] Hilfestellungen [erhalten], die seine/ihre Kompetenzen und Bedürfnisse berücksichtigen und sich an seiner/ihrer Lebenssituation orientieren“ [6, S. 7]. Dabei sollen evidente Beratungsmethoden zum Einsatz kommen [6]. Ergebnisse einer früheren Befragung von EF in Deutschland zeigen, dass 75 % der Befragten verhaltenstherapeutische Interventionen im Rahmen der Adipositasbehandlung nutzen. ...

Abstract


Die Anwendung spezifischer Beratungskonzepte, Gesprächsführungstechniken und -methoden ist in ernährungstherapeutischen Interventionen (ETI) für Patient*innen mit Adipositas bislang unzureichend untersucht. Durch eine Befragung von ambulant tätigen Ernährungsfachkräften (EF) sollen Anhaltspunkte für die Nutzung der aus „therapeutischen Schulen“ abgeleiteten Beratungskonzepte sowie Interventionen zur Verhaltensmodifikation abgeleitet werden. Die befragten EF (n = 130) verfügen über zahlreiche Zusatzqualifikationen, die am häufigsten die personen-/klient*innenzentrierte Beratung umfassen. Interventionen zur Verhaltensmodifikation werden vielfach angewandt. Supervision spielt eine untergeordnete Rolle und sollte im Einklang mit Empfehlungen zur Qualitätssicherung stärker etabliert werden. Um den Stellenwert verschiedener Beratungskonzepte und Interventionen im Rahmen von ETI vergleichbar und transparent beurteilen zu können, sollte zunächst ein einheitliches Begriffsverständnis unter EF etabliert werden.




Peer reviewed / Manuscript (original) submitted: 23 December 2024; revision accepted: 9 April 2025

What characterizes outpatient nutrition therapy interventions for obesity? A survey of nutrition professionals in Germany


Part 2: Counseling approaches, behavior change interventions, and underlying qualifications


Abstract


This survey of outpatient nutrition professionals (NPs) aims to provide indications for both the use of counseling concepts derived from various therapeutic schools and the use of behavior change interventions. The participating NPs (n = 130) reported holding numerous additional qualifications, most frequently in person centered/client centered counseling. Behavior change interventions were widely applied. Supervision played a minor role and should be established more firmly in line with quality assurance recommendations. To enable a comparable and transparent assessment of the relevance of different counseling approaches and interventions within nutrition therapy interventions, a consistent understanding of terminology should first be established among NPs.

Full text PDF (free version) + Supplement

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 12/2025 auf den Seiten M725 bis M733.


Was kennzeichnet ambulante ernährungstherapeutische Interventionen bei Adipositas? Eine Befragung von Ernährungsfachkräften in Deutschland, Teil 2

Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 23.12.2024; Überarbeitung angenommen: 09.04.2025

Teil 2: Beratungskonzepte, Interventionen zur Verhaltensmodifikation und zugrunde liegende Qualifikationen
Einleitung
Die Beteiligung von Ernährungsfachkräften (EF) an Interventionen zur Gewichtsreduktion gilt als eines von mehreren Elementen, die sich positiv auf die Wirksamkeit entsprechender Angebote auswirken [1]. Informationen zu Beratungskonzepten, die EF in diesem Rahmen einsetzen, werden in der Regel nicht näher beschrieben [1].

Nach Nußbeck umfassen die aus „therapeutischen Schulen“ abgeleiteten Beratungskonzepte sowohl die psychoanalytisch orientierte Beratung als auch die klient*innen-/personenzentrierte Beratung, die kognitiv-verhaltenstherapeutisch orientierte Beratung, systemische Ansätze sowie die lösungs- und ressourcenorientierte Beratung. Daraus resultieren Methoden bzw. Interventionstechniken, die konzeptspezifisch, aber auch konzeptübergreifender Natur sein können [2]. Angaben zur Nutzung solcher Methoden bzw. Interventionen und der zugrunde liegenden Qualifikationen sind bislang häufig ebenfalls nicht Bestandteil von Studien zur Gewichtsreduktion [z. B. 3, 4], obwohl diese als integrale Bestandteile von prozessgeleiteter Ernährungsberatung und -therapie gelten [5]. Kennzeichen der Ernährungstherapie sind u. a., dass Patient*innen „in einer klientenzentrierten, partnerschaftlichen Gesprächssituation […] Hilfestellungen [erhalten], die seine/ihre Kompetenzen und Bedürfnisse berücksichtigen und sich an seiner/ihrer Lebenssituation orientieren“ [6, S. 7]. Dabei sollen evidente Beratungsmethoden zum Einsatz kommen [6]. Ergebnisse einer früheren Befragung von EF in Deutschland zeigen, dass 75 % der Befragten verhaltenstherapeutische Interventionen im Rahmen der Adipositasbehandlung nutzen. …

Abstract

Die Anwendung spezifischer Beratungskonzepte, Gesprächsführungstechniken und -methoden ist in ernährungstherapeutischen Interventionen (ETI) für Patient*innen mit Adipositas bislang unzureichend untersucht. Durch eine Befragung von ambulant tätigen Ernährungsfachkräften (EF) sollen Anhaltspunkte für die Nutzung der aus „therapeutischen Schulen“ abgeleiteten Beratungskonzepte sowie Interventionen zur Verhaltensmodifikation abgeleitet werden. Die befragten EF (n = 130) verfügen über zahlreiche Zusatzqualifikationen, die am häufigsten die personen-/klient*innenzentrierte Beratung umfassen. Interventionen zur Verhaltensmodifikation werden vielfach angewandt. Supervision spielt eine untergeordnete Rolle und sollte im Einklang mit Empfehlungen zur Qualitätssicherung stärker etabliert werden. Um den Stellenwert verschiedener Beratungskonzepte und Interventionen im Rahmen von ETI vergleichbar und transparent beurteilen zu können, sollte zunächst ein einheitliches Begriffsverständnis unter EF etabliert werden.


Peer reviewed / Manuscript (original) submitted: 23 December 2024; revision accepted: 9 April 2025

What characterizes outpatient nutrition therapy interventions for obesity? A survey of nutrition professionals in Germany
Part 2: Counseling approaches, behavior change interventions, and underlying qualifications
Abstract

This survey of outpatient nutrition professionals (NPs) aims to provide indications for both the use of counseling concepts derived from various therapeutic schools and the use of behavior change interventions. The participating NPs (n = 130) reported holding numerous additional qualifications, most frequently in person centered/client centered counseling. Behavior change interventions were widely applied. Supervision played a minor role and should be established more firmly in line with quality assurance recommendations. To enable a comparable and transparent assessment of the relevance of different counseling approaches and interventions within nutrition therapy interventions, a consistent understanding of terminology should first be established among NPs.

Full text PDF (free version) + Supplement

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode


Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 12/2025 auf den Seiten M725 bis M733.

News zum Thema des Artikels

stilistisch dargestellte Beratungssituation mit z aud Sesseln sitzenende Personen, großer Kopf im Zentrum

Lesetipp Heft 4/2026: Nationale Ergebnisse zur Dokumentation des Diaetologischen Prozesses und der Outcomes-Evaluation in Österreich

Die Studie von Gabriele Gäbler und Sandra Domnanich zeigt Verbesserungsbedarf bei der Dokumentation und Auswertung ernährungstherapeutischer Behandlungen in Österreich …
weiterlesen

Verschiedene Kaplsen und Tabletten, symbolisieren Nahrungsergänzungsmittel

Lesetipp Heft 4/2026: Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel sind weit verbreitet, ihr Nutzen ist jedoch nicht immer eindeutig belegt. Der Beitrag gibt einen Überblick über Bewertungskriterien, potenzielle Risiken und rechtliche Rahmenbedingungen …
weiterlesen

Zwei Personen sitzen sich gegenüber und führen ein Gespräch – symbolisiert eine Beratungssituation.

Lesetipp Heft 3/2026: Einsatz psychologischer Methoden in Ernährungsberatung und -therapie

Die Psychologie ist ein oft entscheidender Bestandteil moderner Ernährungsberatungen. Der aktuelle Fortbildungsbeitrag gibt einen Überblick über psychologische Methoden, deren Ziel es ist, zentrale Beratungsziele zu erreichen …
weiterlesen

Artikelfakten

Rubrik: Peer Review
Veröffentlicht: 15.12.2025

Dieser Artikel erscheint in

Artikel teilen

Weitere Artikel zum Thema

Einladung zum Kongress VDD & Friends – Gemeinsam ist MEHR drin!

Der 68. VDD-Bundeskongress wird dieses Jahr gemeinsam mit BDEM, DAEM, DGEM und VDOE ausgerichtet und findet vom 7. bis 9. Mai 2026 im CongressPark Wolfsburg statt. Unter dem Motto Ernährungstherapie und -medizin: professionell, individuell und interdisziplinär steht die … weiterlesen

ADHS und Ernährung bei Kindern und Jugendlichen

Als Ernährungstherapeutinnen am Sozialpädiatrischen Zentrum der Kinderklinik der Charité Universitätsmedizin Berlin betreuen wir regelmäßig Kinder und Jugendliche mit einer Aufmerksamkeitsstörung (ADS) und Hyperaktivität (ADHS). Diese werden uns entweder aufgrund eines … weiterlesen

03.03.2026

Monogene Adipositas: Wenn die Gene den Hunger diktieren

Hunger ist ein evolutionär sehr konserviertes Signal, das über Jahrtausende unser Überleben sicherte. Doch was geschieht, wenn dieses Signal permanent aktiv ist, wenn Essen keine Sättigung bringt und ein unaufhörliches Verlangen nach Nahrung das Leben bestimmt? In den m … weiterlesen

Ernährungstherapie bei Essstörungen

Herausforderungen, Hindernisse und Stolpersteine in der Therapie mit essgestörten Patient*innen Patient*innen, die aufgrund einer Essstörung in die Ernährungsberatungspraxis kommen, bilden in der Ernährungstherapie eine ganz eigene Gruppe. Die Ernährungssymptomatik ist … weiterlesen

14.01.2026

Digitalisierung im Gesundheitswesen: Was eHBA, SMC-B und TI für Ernährungsfachkräfte bedeuten

Zugangswege und Perspektiven für Diätassistent*innen, Oecotropholog*innen und Ernährungswissenschaftler*innen Die Digitalisierung hat das deutsche Gesundheitswesen längst erreicht. Die Telematikinfrastruktur (TI) schafft dabei neue Möglichkeiten für schnelle, sichere un … weiterlesen

Ausgewählte Aspekte der Ernährungstherapie bei Lebererkrankungen

Neues aus der aktualisierten Leitlinie Maßnahmen der Ernährungstherapie bei Lebererkrankungen waren bis 2024 in der S3k-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Gastroenterologie (Teil 1) – Leber“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) veröffentlicht [1] … weiterlesen

12.11.2025

Was kennzeichnet ambulante ernährungstherapeutische Interventionen bei Adipositas? Eine Befragung von Ernährungsfachkräften in Deutschland

Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 23.12.2024; Überarbeitung angenommen: 09.04.2025 Teil 1: Vorausgehende Erfahrungen, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Monitoring-Instrumente und Evaluationsindikatoren Einleitung Die Basis leitliniengerecht … weiterlesen

12.11.2025

Adipositas: Elternbasierte Programme zur Prävention von Adipositas bei Kleinkindern

Bereits heute leben weltweit rund 37 Mio. Kinder unter fünf Jahren mit Übergewicht oder Adipositas. Prognosen zufolge könnte bis 2050 sogar ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen betroffen sein. Das ist problematisch, da starkes Übergewicht das Risiko für zahlreiche … weiterlesen