Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 23.12.2024; Überarbeitung angenommen: 09.04.2025

Teil 1: Vorausgehende Erfahrungen, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Monitoring-Instrumente und Evaluationsindikatoren


Einleitung


Die Basis leitliniengerechter Adipositastherapie stellt eine multimodale Kombination aus ernährungs- und bewegungstherapeutischen Maßnahmen, Verhaltensmodifikation und ärztlicher Betreuung dar [1]. In Deutschland werden multimodale Behandlungsprogramme üblicherweise im Rahmen von Patient*innenschulungen in Gruppen umgesetzt [2].


Nach einer aktuellen Übersichtsarbeit von Morgan-Bathke et al. [3] liegt die durch multimodale Behandlungsprogramme erzielte Gewichtsreduktion im Vergleich zur Kontrollgruppe (übliche Versorgung bzw. keine Intervention) bei –4,9 % des Ausgangsgewichts. Darüber hinaus wurde eine signifikante Reduktion des Taillenumfangs gezeigt [3]. Ganz vereinzelt sind multimodale Programme bereits in der Versorgung integriert (besondere bzw. interdisziplinär fachübergreifende Versorgung gemäß § 140a SGB V), sodass eine vollständige Kostenübernahme gesichert und Daten zur Wirksamkeit außerhalb von Studien unter Alltagsbedingungen erhoben werden konnten [4]. Die im Rahmen des multimodalen Leipziger Adipositasprogramms erzielte Gewichtsreduktion bei Patient*innen mit Adipositas Grad 2 und 3 liegt nach 72 Wochen bei –4,0 % des Ausgangsgewichts. Zudem wurden u. a. signifikante Verbesserungen der Lebensqualität, depressiver Symptome sowie eine signifikante Reduktion des Taillenumfangs und kardiovaskulärer Risikofaktoren gezeigt [4]. ...

Abstract


Durch eine Befragung von ambulant tätigen Ernährungsfachkräften (EF) sollen Anhaltspunkte für die Form der interdisziplinären Zusammenarbeit und Erfolgsbeurteilung sowie Verbesserungspotenziale für die Versorgung von Patient*innen mit Adipositas abgeleitet werden. Die befragten EF (n = 130) gaben an, dass Gewichtsreduktionsversuche der Patient*innen meist über viele Jahre in Eigenregie erfolgen und sie erst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium aufgesucht werden. Parallel zur ernährungstherapeutischen Intervention (ETI) empfehlen EF bewegungsund verhaltenstherapeutische Angebote. Als am dringlichsten erforderliche Verbesserungen wurden die Reduktion struktureller und finanzieller Hindernisse sowie die Ausweitung des Behandlungsumfangs und multimodaler Angebote genannt. Die durchschnittliche Wirksamkeit von ETI zur Reduktion des Ausgangsgewichts wird auf ca. 5 % oder höher geschätzt. Um die Schätzangaben der EF durch aussagekräftigere Wirksamkeitsnachweise zu verifizieren, sollten zunächst einheitliche Monitoring-Instrumente und Evaluationsindikatoren etabliert werden.




Peer reviewed / Manuscript (original) submitted: 23 December 2024; revision accepted: 9 April 2025

What characterizes outpatient nutrition therapy interventions for obesity? A survey of nutrition professionals in Germany?


Part 1: Prior experience, interdisciplinary collaboration, monitoring tools and evaluation indicators


Abstract


A survey of outpatient nutrition professionals (NPs) was conducted to provide insights into the type of interdisciplinary collaboration, the assessment of treatment success and potential improvements in the care of patients with obesity. The NPs surveyed (n = 130) stated that patients usually attempt to lose weight on their own over many years, and NPs support is typically sought only when the disease has reached an advanced stage. In addition to nutrition therapy interventions (NTI), NPs recommend exercise and behavioral therapy programs. The most urgent improvements were identified as the reduction of structural and financial barriers, as well as the expansion of the scope of treatment and multimodal treatment programs. The average effectiveness of NTI in reducing initial weight was estimated at approximately 5% or higher. To verify the NPs estimates with more robust evidence, standardized monitoring tools and evaluation indicators should first be established.

Full text PDF (free version) + Supplement

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 11/2025 auf den Seiten M652 bis M660.




Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 23.12.2024; Überarbeitung angenommen: 09.04.2025

Teil 1: Vorausgehende Erfahrungen, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Monitoring-Instrumente und Evaluationsindikatoren


Einleitung


Die Basis leitliniengerechter Adipositastherapie stellt eine multimodale Kombination aus ernährungs- und bewegungstherapeutischen Maßnahmen, Verhaltensmodifikation und ärztlicher Betreuung dar [1]. In Deutschland werden multimodale Behandlungsprogramme üblicherweise im Rahmen von Patient*innenschulungen in Gruppen umgesetzt [2].


Nach einer aktuellen Übersichtsarbeit von Morgan-Bathke et al. [3] liegt die durch multimodale Behandlungsprogramme erzielte Gewichtsreduktion im Vergleich zur Kontrollgruppe (übliche Versorgung bzw. keine Intervention) bei –4,9 % des Ausgangsgewichts. Darüber hinaus wurde eine signifikante Reduktion des Taillenumfangs gezeigt [3]. Ganz vereinzelt sind multimodale Programme bereits in der Versorgung integriert (besondere bzw. interdisziplinär fachübergreifende Versorgung gemäß § 140a SGB V), sodass eine vollständige Kostenübernahme gesichert und Daten zur Wirksamkeit außerhalb von Studien unter Alltagsbedingungen erhoben werden konnten [4]. Die im Rahmen des multimodalen Leipziger Adipositasprogramms erzielte Gewichtsreduktion bei Patient*innen mit Adipositas Grad 2 und 3 liegt nach 72 Wochen bei –4,0 % des Ausgangsgewichts. Zudem wurden u. a. signifikante Verbesserungen der Lebensqualität, depressiver Symptome sowie eine signifikante Reduktion des Taillenumfangs und kardiovaskulärer Risikofaktoren gezeigt [4]. ...

Abstract


Durch eine Befragung von ambulant tätigen Ernährungsfachkräften (EF) sollen Anhaltspunkte für die Form der interdisziplinären Zusammenarbeit und Erfolgsbeurteilung sowie Verbesserungspotenziale für die Versorgung von Patient*innen mit Adipositas abgeleitet werden. Die befragten EF (n = 130) gaben an, dass Gewichtsreduktionsversuche der Patient*innen meist über viele Jahre in Eigenregie erfolgen und sie erst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium aufgesucht werden. Parallel zur ernährungstherapeutischen Intervention (ETI) empfehlen EF bewegungsund verhaltenstherapeutische Angebote. Als am dringlichsten erforderliche Verbesserungen wurden die Reduktion struktureller und finanzieller Hindernisse sowie die Ausweitung des Behandlungsumfangs und multimodaler Angebote genannt. Die durchschnittliche Wirksamkeit von ETI zur Reduktion des Ausgangsgewichts wird auf ca. 5 % oder höher geschätzt. Um die Schätzangaben der EF durch aussagekräftigere Wirksamkeitsnachweise zu verifizieren, sollten zunächst einheitliche Monitoring-Instrumente und Evaluationsindikatoren etabliert werden.




Peer reviewed / Manuscript (original) submitted: 23 December 2024; revision accepted: 9 April 2025

What characterizes outpatient nutrition therapy interventions for obesity? A survey of nutrition professionals in Germany?


Part 1: Prior experience, interdisciplinary collaboration, monitoring tools and evaluation indicators


Abstract


A survey of outpatient nutrition professionals (NPs) was conducted to provide insights into the type of interdisciplinary collaboration, the assessment of treatment success and potential improvements in the care of patients with obesity. The NPs surveyed (n = 130) stated that patients usually attempt to lose weight on their own over many years, and NPs support is typically sought only when the disease has reached an advanced stage. In addition to nutrition therapy interventions (NTI), NPs recommend exercise and behavioral therapy programs. The most urgent improvements were identified as the reduction of structural and financial barriers, as well as the expansion of the scope of treatment and multimodal treatment programs. The average effectiveness of NTI in reducing initial weight was estimated at approximately 5% or higher. To verify the NPs estimates with more robust evidence, standardized monitoring tools and evaluation indicators should first be established.

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Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 11/2025 auf den Seiten M652 bis M660.


Was kennzeichnet ambulante ernährungstherapeutische Interventionen bei Adipositas? Eine Befragung von Ernährungsfachkräften in Deutschland

Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 23.12.2024; Überarbeitung angenommen: 09.04.2025

Teil 1: Vorausgehende Erfahrungen, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Monitoring-Instrumente und Evaluationsindikatoren
Einleitung
Die Basis leitliniengerechter Adipositastherapie stellt eine multimodale Kombination aus ernährungs- und bewegungstherapeutischen Maßnahmen, Verhaltensmodifikation und ärztlicher Betreuung dar [1]. In Deutschland werden multimodale Behandlungsprogramme üblicherweise im Rahmen von Patient*innenschulungen in Gruppen umgesetzt [2].

Nach einer aktuellen Übersichtsarbeit von Morgan-Bathke et al. [3] liegt die durch multimodale Behandlungsprogramme erzielte Gewichtsreduktion im Vergleich zur Kontrollgruppe (übliche Versorgung bzw. keine Intervention) bei –4,9 % des Ausgangsgewichts. Darüber hinaus wurde eine signifikante Reduktion des Taillenumfangs gezeigt [3]. Ganz vereinzelt sind multimodale Programme bereits in der Versorgung integriert (besondere bzw. interdisziplinär fachübergreifende Versorgung gemäß § 140a SGB V), sodass eine vollständige Kostenübernahme gesichert und Daten zur Wirksamkeit außerhalb von Studien unter Alltagsbedingungen erhoben werden konnten [4]. Die im Rahmen des multimodalen Leipziger Adipositasprogramms erzielte Gewichtsreduktion bei Patient*innen mit Adipositas Grad 2 und 3 liegt nach 72 Wochen bei –4,0 % des Ausgangsgewichts. Zudem wurden u. a. signifikante Verbesserungen der Lebensqualität, depressiver Symptome sowie eine signifikante Reduktion des Taillenumfangs und kardiovaskulärer Risikofaktoren gezeigt [4]. …

Abstract

Durch eine Befragung von ambulant tätigen Ernährungsfachkräften (EF) sollen Anhaltspunkte für die Form der interdisziplinären Zusammenarbeit und Erfolgsbeurteilung sowie Verbesserungspotenziale für die Versorgung von Patient*innen mit Adipositas abgeleitet werden. Die befragten EF (n = 130) gaben an, dass Gewichtsreduktionsversuche der Patient*innen meist über viele Jahre in Eigenregie erfolgen und sie erst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium aufgesucht werden. Parallel zur ernährungstherapeutischen Intervention (ETI) empfehlen EF bewegungsund verhaltenstherapeutische Angebote. Als am dringlichsten erforderliche Verbesserungen wurden die Reduktion struktureller und finanzieller Hindernisse sowie die Ausweitung des Behandlungsumfangs und multimodaler Angebote genannt. Die durchschnittliche Wirksamkeit von ETI zur Reduktion des Ausgangsgewichts wird auf ca. 5 % oder höher geschätzt. Um die Schätzangaben der EF durch aussagekräftigere Wirksamkeitsnachweise zu verifizieren, sollten zunächst einheitliche Monitoring-Instrumente und Evaluationsindikatoren etabliert werden.


Peer reviewed / Manuscript (original) submitted: 23 December 2024; revision accepted: 9 April 2025

What characterizes outpatient nutrition therapy interventions for obesity? A survey of nutrition professionals in Germany?
Part 1: Prior experience, interdisciplinary collaboration, monitoring tools and evaluation indicators
Abstract

A survey of outpatient nutrition professionals (NPs) was conducted to provide insights into the type of interdisciplinary collaboration, the assessment of treatment success and potential improvements in the care of patients with obesity. The NPs surveyed (n = 130) stated that patients usually attempt to lose weight on their own over many years, and NPs support is typically sought only when the disease has reached an advanced stage. In addition to nutrition therapy interventions (NTI), NPs recommend exercise and behavioral therapy programs. The most urgent improvements were identified as the reduction of structural and financial barriers, as well as the expansion of the scope of treatment and multimodal treatment programs. The average effectiveness of NTI in reducing initial weight was estimated at approximately 5% or higher. To verify the NPs estimates with more robust evidence, standardized monitoring tools and evaluation indicators should first be established.

Full text PDF (free version) + Supplement

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode


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Artikelfakten

Rubrik: Peer Review
Veröffentlicht: 12.11.2025

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