free access to english version



Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 4. November 2022 / Überarbeitung angenommen: 9. Januar 2023

Eine Analyse deutschsprachiger Webseiten


Einführung


In einer Umfrage in Deutschland wurden webbasierte Informationen von den PatientInnen häufig als hilfreich empfunden; sie fühlten sich dadurch in der Lage an krankheitsrelevanten Entscheidungen mitzuwirken [1]. Es vermittelte ihnen zusätzlich das Gefühl mit ihrer Erkrankung nicht allein zu sein. Die PatientInnen gaben jedoch auch an, dass die gefundenen Informationen ihre eigene, bereits bestehende Unsicherheit verstärkten [1].


Bei der Informationssuche im Internet ist zu beachten, dass es auch fehlerhafte Informationen sowie Sicherheits- und Datenschutzprobleme gibt [2]. Die gute Qualität von webbasierten Informationen ist nicht garantiert, auch wenn es Qualitätszertifikate wie den HONcode [3] gibt. Es obliegt den PatientInnen, zwischen seriösen und unseriösen Quellen zu unterscheiden. Laut einer deutschen Analyse über die Suche nach krankheitsrelevanten Informationen im Internet ist dies eines der häufigsten Probleme bei der Online-Recherche (95 % der TeilnehmerInnen) [4]. Dieses Problem ist von besonderer Relevanz, wenn man bedenkt, dass nur wenige PatientInnen (21 %) den/die behandelnde/ n Onkologin/Onkologen zu den Informationen aus dem Internet befragen [1]. ...

Abstract


Das Internet gewinnt als Quelle für Gesundheitsinformationen wie z. B. das „beste“ Ernährungsverhalten für KrebspatientInnen immer mehr an Bedeutung. Ziel war es, die Qualität der Informationen im Internet zu analysieren. Eine Laienrecherche zum Thema „Ernährung bei Krebs“ auf deutschen Webseiten wurde mit den Suchmaschinen Google und Ecosia simuliert. Die ersten 20 Treffer beider Suchmaschinen wurden von 4 Personen anhand eines standardisierten Instruments nach inhaltlichen und formalen Aspekten bewertet. Die Ernährungsempfehlungen wurden hinsichtlich ihrer Übereinstimmung mit den aktuellen Leitlinien analysiert. Diese betonen die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung für KrebspatientInnen und verweisen auf die 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für eine vollwertige Ernährung. Die Auswertung von 40 Webseiten ergab, dass Webseiten von Fachgesellschaften und von gemeinnützigen Organisationen im Gegensatz zu kommerziellen Webseiten eine gute inhaltliche und formale Qualität aufweisen. Sie bieten Ernährungsempfehlungen, die den aktuellen Leitlinien entsprechen. Zwischen den auf den Webseiten von Selbsthilfegruppen veröffentlichten Ernährungsempfehlungen und den Empfehlungen der DGE gab es erhebliche Unterschiede. Eine Aussage über die Qualität der Ernährungsempfehlungen anhand der formalen und inhaltlichen Qualität ist nicht möglich. Die Qualität der webbasierten Ernährungsempfehlungen für PatientInnen mit Krebserkrankungen ist heterogen. Da PatientInnen die Qualität von Informationen nur schwer einschätzen können, kann dies zu großen Problemen führen, wenn das Internet zu einer wesentlichen Informationsquelle wird. Das Erkennen von evidenzbasierten Empfehlungen durch die PatientInnen muss verbessert werden. Eine kritische Prüfung ist erforderlich.

Schlüsselwörter: Krebserkrankungen, Ernährungsempfehlungen, Internet, Ernährungsinformation, Ernährungsbildung




Peer Reviewed / Manuscript (original) received: 4 November 2022 / Revision accepted: 9 January 2023

Internet Information for Cancer Patients on Nutritional Behaviour


An Analysis of German-Speaking Websites


Abstract


The internet is becoming more important as source of health information like the “best” nutritional behaviour for cancer patients. Our aim was to assess the quality of the web-based information. A laypersons first search for “nutrition in cancer” on German websites was simulated by using the search engines GOOGLE and ECOSIA. The first 20 hits of both search engines were assessed by 4 raters using a standardized instrument for content and formal aspects. The nutritional recommendations were assessed regarding their conformity according to the latest guidelines. They highlight the importance of a balanced nutrition for cancer patients and refer to the 10 Guidelines of the German Nutrition Society (DGE) for a Wholesome Diet. The assessment of 40 websites revealed that websites of professional associations and websites from non-profit organisations in contrast to profit organisations offered good content and formal quality. They provide nutritional recommendations that are consistent with the latest guidelines. There were substantial differences between the nutritional recommendations published on the websites of self-help groups and the recommendations of the DGE. A statement about the quality of the nutritional recommendations based on form and content quality is not possible. The quality of online information on nutritional behaviour for cancer patients is heterogeneous. As patients have difficulty in assessing the quality of information, this can cause major problems when the Internet becomes an essential source of information. The patients' recognition of evidence-based recommendations needs to be improved. A critical examination is necessary.

Keywords: cancer patient, nutrition recommendations; internet, nutrition information; nutrition education

Full text PDF (free version)

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 4/2023 auf den Seiten M212 bis M223.




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Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 4. November 2022 / Überarbeitung angenommen: 9. Januar 2023

Eine Analyse deutschsprachiger Webseiten


Einführung


In einer Umfrage in Deutschland wurden webbasierte Informationen von den PatientInnen häufig als hilfreich empfunden; sie fühlten sich dadurch in der Lage an krankheitsrelevanten Entscheidungen mitzuwirken [1]. Es vermittelte ihnen zusätzlich das Gefühl mit ihrer Erkrankung nicht allein zu sein. Die PatientInnen gaben jedoch auch an, dass die gefundenen Informationen ihre eigene, bereits bestehende Unsicherheit verstärkten [1].


Bei der Informationssuche im Internet ist zu beachten, dass es auch fehlerhafte Informationen sowie Sicherheits- und Datenschutzprobleme gibt [2]. Die gute Qualität von webbasierten Informationen ist nicht garantiert, auch wenn es Qualitätszertifikate wie den HONcode [3] gibt. Es obliegt den PatientInnen, zwischen seriösen und unseriösen Quellen zu unterscheiden. Laut einer deutschen Analyse über die Suche nach krankheitsrelevanten Informationen im Internet ist dies eines der häufigsten Probleme bei der Online-Recherche (95 % der TeilnehmerInnen) [4]. Dieses Problem ist von besonderer Relevanz, wenn man bedenkt, dass nur wenige PatientInnen (21 %) den/die behandelnde/ n Onkologin/Onkologen zu den Informationen aus dem Internet befragen [1]. ...

Abstract


Das Internet gewinnt als Quelle für Gesundheitsinformationen wie z. B. das „beste“ Ernährungsverhalten für KrebspatientInnen immer mehr an Bedeutung. Ziel war es, die Qualität der Informationen im Internet zu analysieren. Eine Laienrecherche zum Thema „Ernährung bei Krebs“ auf deutschen Webseiten wurde mit den Suchmaschinen Google und Ecosia simuliert. Die ersten 20 Treffer beider Suchmaschinen wurden von 4 Personen anhand eines standardisierten Instruments nach inhaltlichen und formalen Aspekten bewertet. Die Ernährungsempfehlungen wurden hinsichtlich ihrer Übereinstimmung mit den aktuellen Leitlinien analysiert. Diese betonen die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung für KrebspatientInnen und verweisen auf die 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für eine vollwertige Ernährung. Die Auswertung von 40 Webseiten ergab, dass Webseiten von Fachgesellschaften und von gemeinnützigen Organisationen im Gegensatz zu kommerziellen Webseiten eine gute inhaltliche und formale Qualität aufweisen. Sie bieten Ernährungsempfehlungen, die den aktuellen Leitlinien entsprechen. Zwischen den auf den Webseiten von Selbsthilfegruppen veröffentlichten Ernährungsempfehlungen und den Empfehlungen der DGE gab es erhebliche Unterschiede. Eine Aussage über die Qualität der Ernährungsempfehlungen anhand der formalen und inhaltlichen Qualität ist nicht möglich. Die Qualität der webbasierten Ernährungsempfehlungen für PatientInnen mit Krebserkrankungen ist heterogen. Da PatientInnen die Qualität von Informationen nur schwer einschätzen können, kann dies zu großen Problemen führen, wenn das Internet zu einer wesentlichen Informationsquelle wird. Das Erkennen von evidenzbasierten Empfehlungen durch die PatientInnen muss verbessert werden. Eine kritische Prüfung ist erforderlich.

Schlüsselwörter: Krebserkrankungen, Ernährungsempfehlungen, Internet, Ernährungsinformation, Ernährungsbildung




Peer Reviewed / Manuscript (original) received: 4 November 2022 / Revision accepted: 9 January 2023

Internet Information for Cancer Patients on Nutritional Behaviour


An Analysis of German-Speaking Websites


Abstract


The internet is becoming more important as source of health information like the “best” nutritional behaviour for cancer patients. Our aim was to assess the quality of the web-based information. A laypersons first search for “nutrition in cancer” on German websites was simulated by using the search engines GOOGLE and ECOSIA. The first 20 hits of both search engines were assessed by 4 raters using a standardized instrument for content and formal aspects. The nutritional recommendations were assessed regarding their conformity according to the latest guidelines. They highlight the importance of a balanced nutrition for cancer patients and refer to the 10 Guidelines of the German Nutrition Society (DGE) for a Wholesome Diet. The assessment of 40 websites revealed that websites of professional associations and websites from non-profit organisations in contrast to profit organisations offered good content and formal quality. They provide nutritional recommendations that are consistent with the latest guidelines. There were substantial differences between the nutritional recommendations published on the websites of self-help groups and the recommendations of the DGE. A statement about the quality of the nutritional recommendations based on form and content quality is not possible. The quality of online information on nutritional behaviour for cancer patients is heterogeneous. As patients have difficulty in assessing the quality of information, this can cause major problems when the Internet becomes an essential source of information. The patients' recognition of evidence-based recommendations needs to be improved. A critical examination is necessary.

Keywords: cancer patient, nutrition recommendations; internet, nutrition information; nutrition education

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https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 4/2023 auf den Seiten M212 bis M223.


Webbasierte Informationen zur Ernährung von PatientInnen mit einer Krebserkrankung

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Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 4. November 2022 / Überarbeitung angenommen: 9. Januar 2023

Eine Analyse deutschsprachiger Webseiten
Einführung
In einer Umfrage in Deutschland wurden webbasierte Informationen von den PatientInnen häufig als hilfreich empfunden; sie fühlten sich dadurch in der Lage an krankheitsrelevanten Entscheidungen mitzuwirken [1]. Es vermittelte ihnen zusätzlich das Gefühl mit ihrer Erkrankung nicht allein zu sein. Die PatientInnen gaben jedoch auch an, dass die gefundenen Informationen ihre eigene, bereits bestehende Unsicherheit verstärkten [1].

Bei der Informationssuche im Internet ist zu beachten, dass es auch fehlerhafte Informationen sowie Sicherheits- und Datenschutzprobleme gibt [2]. Die gute Qualität von webbasierten Informationen ist nicht garantiert, auch wenn es Qualitätszertifikate wie den HONcode [3] gibt. Es obliegt den PatientInnen, zwischen seriösen und unseriösen Quellen zu unterscheiden. Laut einer deutschen Analyse über die Suche nach krankheitsrelevanten Informationen im Internet ist dies eines der häufigsten Probleme bei der Online-Recherche (95 % der TeilnehmerInnen) [4]. Dieses Problem ist von besonderer Relevanz, wenn man bedenkt, dass nur wenige PatientInnen (21 %) den/die behandelnde/ n Onkologin/Onkologen zu den Informationen aus dem Internet befragen [1]. …

Abstract

Das Internet gewinnt als Quelle für Gesundheitsinformationen wie z. B. das „beste“ Ernährungsverhalten für KrebspatientInnen immer mehr an Bedeutung. Ziel war es, die Qualität der Informationen im Internet zu analysieren. Eine Laienrecherche zum Thema „Ernährung bei Krebs“ auf deutschen Webseiten wurde mit den Suchmaschinen Google und Ecosia simuliert. Die ersten 20 Treffer beider Suchmaschinen wurden von 4 Personen anhand eines standardisierten Instruments nach inhaltlichen und formalen Aspekten bewertet. Die Ernährungsempfehlungen wurden hinsichtlich ihrer Übereinstimmung mit den aktuellen Leitlinien analysiert. Diese betonen die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung für KrebspatientInnen und verweisen auf die 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für eine vollwertige Ernährung. Die Auswertung von 40 Webseiten ergab, dass Webseiten von Fachgesellschaften und von gemeinnützigen Organisationen im Gegensatz zu kommerziellen Webseiten eine gute inhaltliche und formale Qualität aufweisen. Sie bieten Ernährungsempfehlungen, die den aktuellen Leitlinien entsprechen. Zwischen den auf den Webseiten von Selbsthilfegruppen veröffentlichten Ernährungsempfehlungen und den Empfehlungen der DGE gab es erhebliche Unterschiede. Eine Aussage über die Qualität der Ernährungsempfehlungen anhand der formalen und inhaltlichen Qualität ist nicht möglich. Die Qualität der webbasierten Ernährungsempfehlungen für PatientInnen mit Krebserkrankungen ist heterogen. Da PatientInnen die Qualität von Informationen nur schwer einschätzen können, kann dies zu großen Problemen führen, wenn das Internet zu einer wesentlichen Informationsquelle wird. Das Erkennen von evidenzbasierten Empfehlungen durch die PatientInnen muss verbessert werden. Eine kritische Prüfung ist erforderlich.

Schlüsselwörter: Krebserkrankungen, Ernährungsempfehlungen, Internet, Ernährungsinformation, Ernährungsbildung


Peer Reviewed / Manuscript (original) received: 4 November 2022 / Revision accepted: 9 January 2023

Internet Information for Cancer Patients on Nutritional Behaviour
An Analysis of German-Speaking Websites
Abstract

The internet is becoming more important as source of health information like the “best” nutritional behaviour for cancer patients. Our aim was to assess the quality of the web-based information. A laypersons first search for “nutrition in cancer” on German websites was simulated by using the search engines GOOGLE and ECOSIA. The first 20 hits of both search engines were assessed by 4 raters using a standardized instrument for content and formal aspects. The nutritional recommendations were assessed regarding their conformity according to the latest guidelines. They highlight the importance of a balanced nutrition for cancer patients and refer to the 10 Guidelines of the German Nutrition Society (DGE) for a Wholesome Diet. The assessment of 40 websites revealed that websites of professional associations and websites from non-profit organisations in contrast to profit organisations offered good content and formal quality. They provide nutritional recommendations that are consistent with the latest guidelines. There were substantial differences between the nutritional recommendations published on the websites of self-help groups and the recommendations of the DGE. A statement about the quality of the nutritional recommendations based on form and content quality is not possible. The quality of online information on nutritional behaviour for cancer patients is heterogeneous. As patients have difficulty in assessing the quality of information, this can cause major problems when the Internet becomes an essential source of information. The patients’ recognition of evidence-based recommendations needs to be improved. A critical examination is necessary.

Keywords: cancer patient, nutrition recommendations; internet, nutrition information; nutrition education

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Rubrik: Peer Review
Veröffentlicht: 12.04.2023

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