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Peer-Review-Verfahren
Manuskript (Original) eingereicht: 11.08.2025; Überarbeitung angenommen: 23.01.2026
Ergebnisse von KiESEL und EsKiMo II
Einleitung
Eine hohe Zuckerzufuhr in Kindheit und Jugend kann Ernährungsgewohnheiten prägen [1] und bis ins Erwachsenenalter zu einem erhöhten Risiko für Gesundheitsbeeinträchtigungen wie Adipositas, kardiovaskulären Erkrankungen und Karies führen [2, 3]. Nach Ergebnissen der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) Welle 2 haben 15,4 % der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 3 und 17 Jahren Übergewicht und 5,9 % sind von Adipositas betroffen [4]. Oft bleibt Übergewicht bzw. Adipositas in der Kindheit auch im Jugend- bzw. Erwachsenenalter bestehen [5, 6]. Gemäß EU-Verordnung Nr. 1169/2011 werden als Zucker „alle in Lebensmitteln vorhandenen Monosaccharide und Disaccharide, ausgenommen mehrwertige Alkohole“ auf Lebensmittelverpackungen deklariert [7]. Dies berücksichtigt jedoch nicht die jeweilige Lebensmittelmatrix, die für die ernährungsphysiologischeBewertung bedeutsam ist [8].
Aus diesem Grund nehmen Empfehlungen zur Zuckerzufuhr Bezug auf die Menge an „freien Zuckern“: Dabei handelt es sich gemäß Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) um Mono- und Disaccharide, die Lebensmitteln und Getränken vom Herstellungsbetrieb, Köch*innen oder Verbraucher*innen zugesetzt werden, sowie natürlich vorkommende Zucker in Honig, Sirup, Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten [9]. Bei den freien Zuckern gibt es eine starke Assoziation zwischen der Zufuhr und nachteiligen Gesundheitseffekten wie Adipositas und Karies [9, 10].
Unabhängig vom Alter hat die WHO die Empfehlung ausgesprochen, die Zufuhr freier Zucker auf < 10 % der Gesamtenergiezufuhr (En%) zu begrenzen (strong recommendation) [9]. Dieser Empfehlung schließen sich auch deutsche Fachgesellschaften an [8]. …
Abstract
Aufgrund von Gesundheitsrisiken empfiehlt die WHO eine Zufuhr freier Zucker von < 10 % der Energiezufuhr (En%). Anhand der repräsentativen Verzehrsstudien KiESEL und EsKiMo II wurden für Kinder und Jugendliche in Deutschland die Zufuhr freier Zucker bewertet und deren Hauptquellen identifiziert. Der Lebensmittelverzehr wurde bei 1–11-Jährigen mit Wiegeprotokollen und bei 12–17-Jährigen mit einem Diet-History-Interview erfasst. Die Zufuhr freier Zucker wurde auf Basis der Mono-/Disaccharide mittels Bundeslebensmittelschlüssel 3.02 und LEBTAB ermittelt. In allen Altersgruppen lag die Zufuhr über der WHO-Empfehlung: 11,7 bzw. 11,9 En% bei 1–2-Jährigen und 16,7–18,8 En% bei 3–17-Jährigen. Süßigkeiten und Säfte lieferten den größten Beitrag, gefolgt von Milch/-produkten bei den jüngeren Kindern und Softdrinks bei älteren Kindern und Jugendlichen. Die Ergebnisse zeigen, dass Maßnahmen zur Verminderung der Zuckerzufuhr bereits im frühen Kindesalter ansetzen sollten.
Peer reviewed
Manuscript (original) submitted: 11 August 2025; revision accepted: 23 January 2026
Free sugar intake among children and adolescents aged 1–17 years in Germany
Results of KiESEL and EsKiMo II
Abstract
Based on health risks, the WHO recommends a free sugar intake of less than 10% of total energy intake (En%). Using data from the Children’s Nutrition Survey to Record Food Consumption (KiESEL) and the Eating Study as a KiGGS module in KiGGS Wave 2 (EsKiMo II), free sugar intake in children and adolescents in Germany was analysed and main sources of intake were identified. Food intake was assessed using food records for 1–11-year-olds and diet-history-interviews for 12–17-year-olds. Free sugar intake was calculated based on mono-/disaccharides using the German Nutrient Database 3.02 and LEBTAB. In all age groups, the intake was above the WHO recommendation: 11.7 En% and 11.9 En% for 1–2-year-olds and between 16.7 En% and 18.8 En% for 3–17-year-olds. Confectionary and fruit juices contributed most to free sugar intake, followed by milk products in the younger and sugar-sweetened beverages in the older age groups. The results show that measures to reduce sugar intake should already start in early childhood.
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https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 8/2026 auf den Seiten M466 bis M471.