Therapieerfolg individuell unterschiedlich
Eine Kombination aus Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie kann bei Adipositas zu einer deutlichen Gewichtsabnahme und weiteren gesundheitlichen Verbesserungen führen. Allerdings profitieren nicht alle Patient*innen gleichermaßen. Forschende der Universität Hohenheim haben deshalb untersucht, ob sich der Therapieerfolg bereits vor Beginn einer Intervention vorhersagen lässt.
An der Studie nahmen 50 Erwachsene mit fortgeschrittener Adipositas, überwiegend Adipositas Grad III, teil. Sie absolvierten ein einjähriges strukturiertes Programm aus Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie, welches eine dreimonatige Phase mit standardisierter Trinknahrung mit etwa 850 kcal pro Tag sowie eine anschließende Übergangs- und Erhaltungsphase umfasste.
KI kombiniert klinische Daten und Mikrobiom
Für das Prognosemodell wurden mehrere hundert Messwerte berücksichtigt, darunter Körpergewicht, Blutwerte, Körperzusammensetzung, Darmmikrobiom und Blutmetabolom mit knapp 200 Metaboliten. Besonders aussagekräftig war die Kombination aus klinischen Daten und Darmmikrobiom. Das KI-Modell unterschied Personen mit stärkerem und geringerem Therapieerfolg (major und minor responder) mit sehr guter Trennschärfe mit einem AUC-Wert von 0,898.
Ansatz für personalisierte Therapie
Die Ergebnisse liefern einen Ansatz, um künftig bereits vor Therapiebeginn abzuschätzen, welche Patient*innen voraussichtlich stärker von einer Lebensstilintervention profitieren. Bei Personen mit geringer erwarteter Wirksamkeit könnten gegebenenfalls andere Therapieoptionen berücksichtigt werden. Ob sich das Prognosemodell auch auf größere und andere Patient*innengruppen übertragen lässt, muss in weiteren Studien geprüft werden. Die vorliegenden Ergebnisse basieren auf einer vergleichsweise kleinen Gruppe von 50 Studienteilnehmenden.
Originalpublikation:
Seethaler B, Basrai M, Delzenne NM et al. Baseline gut microbiome and metabolome profiles predict weight loss after a structured lifestyle intervention. Microbiome 14, 207, 2026: https://doi.org/10.1186/s40168-026-02501-x
Quelle: Universität Hohenheim, Pressemeldung vom 31.08.2026





