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  • Aggressiv und impulsiver durch Gummibärchen, Schokolade und Co?


Kinder, die jeden Tag Schokolade und andere Süßigkeiten essen, werden als Erwachsene eher gewalttätig, so das Ergebnis einer von der Cardiff University durchgeführten Untersuchung. Die Auswertung einer Erhebung aus dem Jahr 1970, für die Daten von 17500 Personen vorlagen, ergab, dass die damals Zehnjährigen, die täglich Süßigkeiten konsumierten, im Alter von 34 Jahren deutlich öfter wegen Gewaltdelikten verurteilt wurden als diejenigen, die weniger Süßes aßen.

Der Zusammenhang blieb auch bestehen, als andere Faktoren wie beispielsweise die Erziehung, das Verhalten der Eltern, der Ort, an dem sie aufgewachsen waren oder die schulische Ausbildung berücksichtigt wurden. Das Team um Simon Moore vermutet, die Delinquenten hätten es nie gelernt, auf eine Belohnung zu warten. Andere Experten wie Alan Maryon-Davis von der UK Faculty of Public Health argumentieren, dass sogenannte schwierige Kinder mehr Süßigkeiten bekommen dürften, weil ihre Eltern sie damit „ruhigstellen“ wollten.

Ursache und Wirkung sind in diesem Zusammenhang nicht eindeutig auszumachen. Denn einerseits kann gerade Saccharose viele Menschen unkonzentriert, unruhig und teilweise auch aggressiv machen. Andererseits ist der Konsum von Süßigkeiten bei den meisten Menschen der Versuch, auf diese Weise ein Defizit am wichtigen Gehirnbotenstoff Serotonin kurzfristig auszugleichen. Serotoninmangel macht aggressiv und unzufrieden. Viele Frauen spüren das während des Zyklus. Das Hormon Estradiol unterstützt die Serotoninproduktion. Bei einem zyklusbedingten Abfall des Estradiols kann es entsprechend zu Serotoninmangel kommen.

Ein anderer Grund für einen Serotoninmangel kann in einer unzureichenden Aufnahme der Vorstufe Tryptophan liegen. Tryptophan ist vor allem in proteinreichen Lebensmitteln enthalten.
Literatur: S.C. Moore et al. (2009) Confectionary consumption in childhood and adult violence. British Journal of Psy-chiatry, BJPsych 195: 366-367
McCann D et al. (2007) Food additives and hyperactive behaviour in 3-year-old and 8/9-year-old children in the community: A randomised, double-blinded, placebo-controlled trial. Lancet 370: 1560. Quelle: Deutsches Grünes Kreuz, Pressedienst das gesunde Kind 09/10.2009 (30.12.09)





Kinder, die jeden Tag Schokolade und andere Süßigkeiten essen, werden als Erwachsene eher gewalttätig, so das Ergebnis einer von der Cardiff University durchgeführten Untersuchung. Die Auswertung einer Erhebung aus dem Jahr 1970, für die Daten von 17500 Personen vorlagen, ergab, dass die damals Zehnjährigen, die täglich Süßigkeiten konsumierten, im Alter von 34 Jahren deutlich öfter wegen Gewaltdelikten verurteilt wurden als diejenigen, die weniger Süßes aßen.

Der Zusammenhang blieb auch bestehen, als andere Faktoren wie beispielsweise die Erziehung, das Verhalten der Eltern, der Ort, an dem sie aufgewachsen waren oder die schulische Ausbildung berücksichtigt wurden. Das Team um Simon Moore vermutet, die Delinquenten hätten es nie gelernt, auf eine Belohnung zu warten. Andere Experten wie Alan Maryon-Davis von der UK Faculty of Public Health argumentieren, dass sogenannte schwierige Kinder mehr Süßigkeiten bekommen dürften, weil ihre Eltern sie damit „ruhigstellen“ wollten.

Ursache und Wirkung sind in diesem Zusammenhang nicht eindeutig auszumachen. Denn einerseits kann gerade Saccharose viele Menschen unkonzentriert, unruhig und teilweise auch aggressiv machen. Andererseits ist der Konsum von Süßigkeiten bei den meisten Menschen der Versuch, auf diese Weise ein Defizit am wichtigen Gehirnbotenstoff Serotonin kurzfristig auszugleichen. Serotoninmangel macht aggressiv und unzufrieden. Viele Frauen spüren das während des Zyklus. Das Hormon Estradiol unterstützt die Serotoninproduktion. Bei einem zyklusbedingten Abfall des Estradiols kann es entsprechend zu Serotoninmangel kommen.

Ein anderer Grund für einen Serotoninmangel kann in einer unzureichenden Aufnahme der Vorstufe Tryptophan liegen. Tryptophan ist vor allem in proteinreichen Lebensmitteln enthalten.
Literatur: S.C. Moore et al. (2009) Confectionary consumption in childhood and adult violence. British Journal of Psy-chiatry, BJPsych 195: 366-367
McCann D et al. (2007) Food additives and hyperactive behaviour in 3-year-old and 8/9-year-old children in the community: A randomised, double-blinded, placebo-controlled trial. Lancet 370: 1560. Quelle: Deutsches Grünes Kreuz, Pressedienst das gesunde Kind 09/10.2009 (30.12.09)



Aggressiv und impulsiver durch Gummibärchen, Schokolade und Co?

Kinder, die jeden Tag Schokolade und andere Süßigkeiten essen, werden als Erwachsene eher gewalttätig, so das Ergebnis einer von der Cardiff University durchgeführten Untersuchung. Die Auswertung einer Erhebung aus dem …

Kinder, die jeden Tag Schokolade und andere Süßigkeiten essen, werden als Erwachsene eher gewalttätig, so das Ergebnis einer von der Cardiff University durchgeführten Untersuchung. Die Auswertung einer Erhebung aus dem Jahr 1970, für die Daten von 17500 Personen vorlagen, ergab, dass die damals Zehnjährigen, die täglich Süßigkeiten konsumierten, im Alter von 34 Jahren deutlich öfter wegen Gewaltdelikten verurteilt wurden als diejenigen, die weniger Süßes aßen.

Der Zusammenhang blieb auch bestehen, als andere Faktoren wie beispielsweise die Erziehung, das Verhalten der Eltern, der Ort, an dem sie aufgewachsen waren oder die schulische Ausbildung berücksichtigt wurden. Das Team um Simon Moore vermutet, die Delinquenten hätten es nie gelernt, auf eine Belohnung zu warten. Andere Experten wie Alan Maryon-Davis von der UK Faculty of Public Health argumentieren, dass sogenannte schwierige Kinder mehr Süßigkeiten bekommen dürften, weil ihre Eltern sie damit „ruhigstellen“ wollten.

Ursache und Wirkung sind in diesem Zusammenhang nicht eindeutig auszumachen. Denn einerseits kann gerade Saccharose viele Menschen unkonzentriert, unruhig und teilweise auch aggressiv machen. Andererseits ist der Konsum von Süßigkeiten bei den meisten Menschen der Versuch, auf diese Weise ein Defizit am wichtigen Gehirnbotenstoff Serotonin kurzfristig auszugleichen. Serotoninmangel macht aggressiv und unzufrieden. Viele Frauen spüren das während des Zyklus. Das Hormon Estradiol unterstützt die Serotoninproduktion. Bei einem zyklusbedingten Abfall des Estradiols kann es entsprechend zu Serotoninmangel kommen.

Ein anderer Grund für einen Serotoninmangel kann in einer unzureichenden Aufnahme der Vorstufe Tryptophan liegen. Tryptophan ist vor allem in proteinreichen Lebensmitteln enthalten.
Literatur: S.C. Moore et al. (2009) Confectionary consumption in childhood and adult violence. British Journal of Psy-chiatry, BJPsych 195: 366-367
McCann D et al. (2007) Food additives and hyperactive behaviour in 3-year-old and 8/9-year-old children in the community: A randomised, double-blinded, placebo-controlled trial. Lancet 370: 1560. Quelle: Deutsches Grünes Kreuz, Pressedienst das gesunde Kind 09/10.2009 (30.12.09)

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Veröffentlicht: 30.12.2009

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