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  • Darmkrebs vorbeugen


Der Ballaststoff Inulin, der unter anderem in Knoblauch, Zwiebeln, Artischocken, Spargel und Chicorée vorkommt, senkt das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken. In Kombination mit zwei im Darm vorkommenden Bakterienstämmen wird der prebiotische Wirkstoff sogar gleich doppelt aktiv. Denn er fördert nicht nur das Wachstum der „guten“ Bakterien, sondern seine Abbauprodukte kurbeln auch die Krebs-Abwehrreaktion der Darmzellen an. Das konnte eine europäische Forscherallianz, der auch Ernährungstoxikologen1 der Universität Jena angehören, in mehreren Studien belegen.

Im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten SYNCAN-Projektes haben die Wissenschaftler sowohl an Krebszelllinien und in Tierversuchen als auch in ersten Humanstudien die positiven Effekte des Inulins nachgewiesen. Der Ballaststoff gelangt unverdaut in den Dickdarm. Hier findet er in den Bakterien geneigte Abnehmer. Besonders Bifido- und Lactobazillusstämme „knabbern“ das Inulin gerne an und vermehren sich prompt. Sie produzieren mehr Milchsäure, der pH-Wert im Darm sinkt und andere unerwünschte Bakterien werden verdrängt. Insgesamt führt dies zu verbessertem Stuhlgang, so dass auch giftige Substanzen besser ausgeschieden werden.

Zu diesem Effekt gesellt sich ein weiterer: So konnten die Jenaer Wissenschaftler nachweisen, dass beim Inulinabbau Stoffe entstehen, die die Antwort der Darmzellen auf den oxidativen Stress anfeuern. Kanzerogene, die wir z. B. in Form von verbrannter Bratwurst zu uns nehmen, können so schneller entschärft werden. Die Inulin-Abbauprodukte aktivieren bestimmte Gengruppen, u. a. solche, die für die Entgiftung verantwortlich sind.

Ein weiterer möglicher Mechanismus ist, dass stark geschädigte Zellen, die sonst zu Tumorzellen entarten, gezielt in den Selbstmord (Apoptose) getrieben werden, berichten die Forscher. Außerdem könnten entartete Zellen (Krebsvorstufen) am weiteren Wachstum gehindert werden.

Dabei wirken nicht alle Arten von Inulin gleich stark. Laut den aktuellen Ergebnissen hat sich die Kombination aus einem prebiotischen Inulin aus der Chicoréewurzel, bestehend aus einer kurzen und einer langen Fruktosekette, und zwei probiotischen Milchsäurebakterienstämmen, als besonders schlagkräftig erwiesen. Für den Verbraucher heißt dies: Ballaststoffe wie Inulin in Kombination mit Milchprodukten, die probiotische Bakterien enthalten, sind gut für Verdauung und Entgiftung im Dickdarm, folgern die Wissenschaftler. (26.04.06)

1Beatrice L. Pool-Zobel: „Inulin-type fructans and reduction in colon cancer risk: review of experimental and human data." British Journal of Nutrition (2005), 93, Supl. 1, S. 73-90.





Der Ballaststoff Inulin, der unter anderem in Knoblauch, Zwiebeln, Artischocken, Spargel und Chicorée vorkommt, senkt das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken. In Kombination mit zwei im Darm vorkommenden Bakterienstämmen wird der prebiotische Wirkstoff sogar gleich doppelt aktiv. Denn er fördert nicht nur das Wachstum der „guten“ Bakterien, sondern seine Abbauprodukte kurbeln auch die Krebs-Abwehrreaktion der Darmzellen an. Das konnte eine europäische Forscherallianz, der auch Ernährungstoxikologen1 der Universität Jena angehören, in mehreren Studien belegen.

Im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten SYNCAN-Projektes haben die Wissenschaftler sowohl an Krebszelllinien und in Tierversuchen als auch in ersten Humanstudien die positiven Effekte des Inulins nachgewiesen. Der Ballaststoff gelangt unverdaut in den Dickdarm. Hier findet er in den Bakterien geneigte Abnehmer. Besonders Bifido- und Lactobazillusstämme „knabbern“ das Inulin gerne an und vermehren sich prompt. Sie produzieren mehr Milchsäure, der pH-Wert im Darm sinkt und andere unerwünschte Bakterien werden verdrängt. Insgesamt führt dies zu verbessertem Stuhlgang, so dass auch giftige Substanzen besser ausgeschieden werden.

Zu diesem Effekt gesellt sich ein weiterer: So konnten die Jenaer Wissenschaftler nachweisen, dass beim Inulinabbau Stoffe entstehen, die die Antwort der Darmzellen auf den oxidativen Stress anfeuern. Kanzerogene, die wir z. B. in Form von verbrannter Bratwurst zu uns nehmen, können so schneller entschärft werden. Die Inulin-Abbauprodukte aktivieren bestimmte Gengruppen, u. a. solche, die für die Entgiftung verantwortlich sind.

Ein weiterer möglicher Mechanismus ist, dass stark geschädigte Zellen, die sonst zu Tumorzellen entarten, gezielt in den Selbstmord (Apoptose) getrieben werden, berichten die Forscher. Außerdem könnten entartete Zellen (Krebsvorstufen) am weiteren Wachstum gehindert werden.

Dabei wirken nicht alle Arten von Inulin gleich stark. Laut den aktuellen Ergebnissen hat sich die Kombination aus einem prebiotischen Inulin aus der Chicoréewurzel, bestehend aus einer kurzen und einer langen Fruktosekette, und zwei probiotischen Milchsäurebakterienstämmen, als besonders schlagkräftig erwiesen. Für den Verbraucher heißt dies: Ballaststoffe wie Inulin in Kombination mit Milchprodukten, die probiotische Bakterien enthalten, sind gut für Verdauung und Entgiftung im Dickdarm, folgern die Wissenschaftler. (26.04.06)

1Beatrice L. Pool-Zobel: „Inulin-type fructans and reduction in colon cancer risk: review of experimental and human data." British Journal of Nutrition (2005), 93, Supl. 1, S. 73-90.



Darmkrebs vorbeugen

Der Ballaststoff Inulin, der unter anderem in Knoblauch, Zwiebeln, Artischocken, Spargel und Chicorée vorkommt, senkt das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken. In Kombination mit zwei im Darm vorkommenden Bakterienstämmen wird …

Der Ballaststoff Inulin, der unter anderem in Knoblauch, Zwiebeln, Artischocken, Spargel und Chicorée vorkommt, senkt das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken. In Kombination mit zwei im Darm vorkommenden Bakterienstämmen wird der prebiotische Wirkstoff sogar gleich doppelt aktiv. Denn er fördert nicht nur das Wachstum der „guten“ Bakterien, sondern seine Abbauprodukte kurbeln auch die Krebs-Abwehrreaktion der Darmzellen an. Das konnte eine europäische Forscherallianz, der auch Ernährungstoxikologen1 der Universität Jena angehören, in mehreren Studien belegen.

Im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten SYNCAN-Projektes haben die Wissenschaftler sowohl an Krebszelllinien und in Tierversuchen als auch in ersten Humanstudien die positiven Effekte des Inulins nachgewiesen. Der Ballaststoff gelangt unverdaut in den Dickdarm. Hier findet er in den Bakterien geneigte Abnehmer. Besonders Bifido- und Lactobazillusstämme „knabbern“ das Inulin gerne an und vermehren sich prompt. Sie produzieren mehr Milchsäure, der pH-Wert im Darm sinkt und andere unerwünschte Bakterien werden verdrängt. Insgesamt führt dies zu verbessertem Stuhlgang, so dass auch giftige Substanzen besser ausgeschieden werden.

Zu diesem Effekt gesellt sich ein weiterer: So konnten die Jenaer Wissenschaftler nachweisen, dass beim Inulinabbau Stoffe entstehen, die die Antwort der Darmzellen auf den oxidativen Stress anfeuern. Kanzerogene, die wir z. B. in Form von verbrannter Bratwurst zu uns nehmen, können so schneller entschärft werden. Die Inulin-Abbauprodukte aktivieren bestimmte Gengruppen, u. a. solche, die für die Entgiftung verantwortlich sind.

Ein weiterer möglicher Mechanismus ist, dass stark geschädigte Zellen, die sonst zu Tumorzellen entarten, gezielt in den Selbstmord (Apoptose) getrieben werden, berichten die Forscher. Außerdem könnten entartete Zellen (Krebsvorstufen) am weiteren Wachstum gehindert werden.

Dabei wirken nicht alle Arten von Inulin gleich stark. Laut den aktuellen Ergebnissen hat sich die Kombination aus einem prebiotischen Inulin aus der Chicoréewurzel, bestehend aus einer kurzen und einer langen Fruktosekette, und zwei probiotischen Milchsäurebakterienstämmen, als besonders schlagkräftig erwiesen. Für den Verbraucher heißt dies: Ballaststoffe wie Inulin in Kombination mit Milchprodukten, die probiotische Bakterien enthalten, sind gut für Verdauung und Entgiftung im Dickdarm, folgern die Wissenschaftler. (26.04.06)

1Beatrice L. Pool-Zobel: „Inulin-type fructans and reduction in colon cancer risk: review of experimental and human data.” British Journal of Nutrition (2005), 93, Supl. 1, S. 73-90.

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Veröffentlicht: 26.04.2006

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