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  • DGE-Arbeitstagung: Ernährungsbildung – in die Zukunft gedacht


Die traditionell als Arbeitstagung konzipierte Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) wurde diesmal von der seit 2010 bestehenden Arbeitsgruppe Ernährungsbildung der DGE ausgerichtet. Die wissenschaftlichen Leiterinnen der Tagung, Prof. Dr. Christel Rademacher, Hochschule Niederrhein, und Prof. Dr. Ines Heindl, Universität Flensburg, konnten rund 250 Teilnehmer/-innen im Wissenschaftszentrum Bonn begrüßen.

(umk) Neben zahlreichen Fachvorträgen gab es diesmal die Möglichkeit, an 14 Praxisstationen konkrete Projekte kennenzulernen und mit Projektverantwortlichen ins Gespräch zu kommen. Die vorgestellten Aktivitäten reichten von verschiedenen Kita-Projekten über Schulprojekte wie die „KlasseEssen-Box“, einem Projekt der AOK Nordost und der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Berlin, bis hin zu „Lale“, dem Integrationsprojekt für türkischstämmige Familien und der Aktion „Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie“.

Die Tagung profitierte von der souveränen Moderation des WDR-Moderators Tom Hegermann, der auf die nötige Zeit-Disziplin achtete, was den Diskussionsrunden nach den Vorträgen genügend Raum bot. Zwei Grundstimmungen waren in den Vorträgen und Diskussionsbeiträgen immer wieder spürbar: Einerseits eine gewisse Ungeduld, dass nach 25 Jahren „Projektitis“ noch immer keine gemeinsame Linie in den Konzepten zur Ernährungsbildung der einzelnen Bundesländer zu erkennen ist und viele gute Ansätze sich nicht verstetigt haben.

Gerade Schulprojekte stoßen da regelmäßig an Zuständigkeitsgrenzen, wenn Verantwortlichkeiten zwischen dem Bund, Ländern sowie Kreisen und Kommunen als Schulträger hin- und hergeschoben werden. Andererseits ist die positive Bilanz, dass die zentralen Themen Verbraucherbildung und -schutz sowie Ernährungskompetenz mittlerweile in der gesellschaftlichen Diskussion angekommen sind, wie u. a. Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Pressekonferenz hervorhob.

Für Ernährungsfachkräfte wird beim Thema Verbraucherkompetenz zunehmend ein Dilemma offenbar, vor dem unser Gesundheitswesen angesichts knapper Kassen schon länger steht: Sollte die „freie Entscheidung“, also die Eigenverantwortung für mehr oder weniger gesundheitsförderliches Ess- und Bewegungsverhalten respektiert werden oder durch dirigistische Maßnahmen, zu denen auch das derzeit viel diskutierte „nudging“ („make the healthier choice the easier choice“) gehört.

Eine grundlegende Standortbestimmung zum Thema Ernährungsbildung lesen Sie in Ernährungs Umschau 2/2013, S. M84–M95.

Bild: Prof. Dr. Barbara Methfessel (li.) und Prof. Dr. Silke Bartsch (re.) in der Diskussion mit den Tagungsteilnehmern. © mpm Fachmedien

 





Die traditionell als Arbeitstagung konzipierte Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) wurde diesmal von der seit 2010 bestehenden Arbeitsgruppe Ernährungsbildung der DGE ausgerichtet. Die wissenschaftlichen Leiterinnen der Tagung, Prof. Dr. Christel Rademacher, Hochschule Niederrhein, und Prof. Dr. Ines Heindl, Universität Flensburg, konnten rund 250 Teilnehmer/-innen im Wissenschaftszentrum Bonn begrüßen.

(umk) Neben zahlreichen Fachvorträgen gab es diesmal die Möglichkeit, an 14 Praxisstationen konkrete Projekte kennenzulernen und mit Projektverantwortlichen ins Gespräch zu kommen. Die vorgestellten Aktivitäten reichten von verschiedenen Kita-Projekten über Schulprojekte wie die „KlasseEssen-Box“, einem Projekt der AOK Nordost und der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Berlin, bis hin zu „Lale“, dem Integrationsprojekt für türkischstämmige Familien und der Aktion „Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie“.

Die Tagung profitierte von der souveränen Moderation des WDR-Moderators Tom Hegermann, der auf die nötige Zeit-Disziplin achtete, was den Diskussionsrunden nach den Vorträgen genügend Raum bot. Zwei Grundstimmungen waren in den Vorträgen und Diskussionsbeiträgen immer wieder spürbar: Einerseits eine gewisse Ungeduld, dass nach 25 Jahren „Projektitis“ noch immer keine gemeinsame Linie in den Konzepten zur Ernährungsbildung der einzelnen Bundesländer zu erkennen ist und viele gute Ansätze sich nicht verstetigt haben.

Gerade Schulprojekte stoßen da regelmäßig an Zuständigkeitsgrenzen, wenn Verantwortlichkeiten zwischen dem Bund, Ländern sowie Kreisen und Kommunen als Schulträger hin- und hergeschoben werden. Andererseits ist die positive Bilanz, dass die zentralen Themen Verbraucherbildung und -schutz sowie Ernährungskompetenz mittlerweile in der gesellschaftlichen Diskussion angekommen sind, wie u. a. Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Pressekonferenz hervorhob.

Für Ernährungsfachkräfte wird beim Thema Verbraucherkompetenz zunehmend ein Dilemma offenbar, vor dem unser Gesundheitswesen angesichts knapper Kassen schon länger steht: Sollte die „freie Entscheidung“, also die Eigenverantwortung für mehr oder weniger gesundheitsförderliches Ess- und Bewegungsverhalten respektiert werden oder durch dirigistische Maßnahmen, zu denen auch das derzeit viel diskutierte „nudging“ („make the healthier choice the easier choice“) gehört.

Eine grundlegende Standortbestimmung zum Thema Ernährungsbildung lesen Sie in Ernährungs Umschau 2/2013, S. M84–M95.

Bild: Prof. Dr. Barbara Methfessel (li.) und Prof. Dr. Silke Bartsch (re.) in der Diskussion mit den Tagungsteilnehmern. © mpm Fachmedien

 



DGE-Arbeitstagung: Ernährungsbildung – in die Zukunft gedacht

Die traditionell als Arbeitstagung konzipierte Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) wurde diesmal von der seit 2010 bestehenden Arbeitsgruppe Ernährungsbildung der DGE ausgerichtet. Die wissenschaftlichen Leiterinnen der …

Die traditionell als Arbeitstagung konzipierte Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) wurde diesmal von der seit 2010 bestehenden Arbeitsgruppe Ernährungsbildung der DGE ausgerichtet. Die wissenschaftlichen Leiterinnen der Tagung, Prof. Dr. Christel Rademacher, Hochschule Niederrhein, und Prof. Dr. Ines Heindl, Universität Flensburg, konnten rund 250 Teilnehmer/-innen im Wissenschaftszentrum Bonn begrüßen.

(umk) Neben zahlreichen Fachvorträgen gab es diesmal die Möglichkeit, an 14 Praxisstationen konkrete Projekte kennenzulernen und mit Projektverantwortlichen ins Gespräch zu kommen. Die vorgestellten Aktivitäten reichten von verschiedenen Kita-Projekten über Schulprojekte wie die „KlasseEssen-Box“, einem Projekt der AOK Nordost und der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Berlin, bis hin zu „Lale“, dem Integrationsprojekt für türkischstämmige Familien und der Aktion „Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie“.

Die Tagung profitierte von der souveränen Moderation des WDR-Moderators Tom Hegermann, der auf die nötige Zeit-Disziplin achtete, was den Diskussionsrunden nach den Vorträgen genügend Raum bot. Zwei Grundstimmungen waren in den Vorträgen und Diskussionsbeiträgen immer wieder spürbar: Einerseits eine gewisse Ungeduld, dass nach 25 Jahren „Projektitis“ noch immer keine gemeinsame Linie in den Konzepten zur Ernährungsbildung der einzelnen Bundesländer zu erkennen ist und viele gute Ansätze sich nicht verstetigt haben.

Gerade Schulprojekte stoßen da regelmäßig an Zuständigkeitsgrenzen, wenn Verantwortlichkeiten zwischen dem Bund, Ländern sowie Kreisen und Kommunen als Schulträger hin- und hergeschoben werden. Andererseits ist die positive Bilanz, dass die zentralen Themen Verbraucherbildung und -schutz sowie Ernährungskompetenz mittlerweile in der gesellschaftlichen Diskussion angekommen sind, wie u. a. Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Pressekonferenz hervorhob.

Für Ernährungsfachkräfte wird beim Thema Verbraucherkompetenz zunehmend ein Dilemma offenbar, vor dem unser Gesundheitswesen angesichts knapper Kassen schon länger steht: Sollte die „freie Entscheidung“, also die Eigenverantwortung für mehr oder weniger gesundheitsförderliches Ess- und Bewegungsverhalten respektiert werden oder durch dirigistische Maßnahmen, zu denen auch das derzeit viel diskutierte „nudging“ („make the healthier choice the easier choice“) gehört.

Eine grundlegende Standortbestimmung zum Thema Ernährungsbildung lesen Sie in Ernährungs Umschau 2/2013, S. M84–M95.

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Veröffentlicht: 03.10.2014

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