Ketogene Ernährungstherapien sind eine etablierte nicht-medikamentöse Behandlungsoption insbesondere bei pharmakoresistenter Epilepsie. Sie zeichnen sich durch eine sehr kohlenhydratarme und gleichzeitig fettreiche Ernährung aus. Traditionell werden dabei häufig tierische Fett- und Proteinquellen eingesetzt.
Pflanzliche Lebensmittel sind bereits heute Bestandteil vieler ketogener Konzepte. Dazu zählen insbesondere Öle, Avocados, Nüsse, Samen und kohlenhydratarmes Gemüse. Neu hinzugekommen sind zahlreiche proteinreiche Produkte auf Basis von Soja, Erbse oder Lupine sowie pflanzliche Alternativen zu Milch-, Fleisch- und Fischprodukten. Sie könnten dazu beitragen, die Lebensmittelauswahl zu erweitern und individuelle Ernährungspräferenzen besser zu berücksichtigen. Ihre Eignung muss jedoch individuell anhand der jeweiligen Nährwertzusammensetzung geprüft werden.
Pflanzliche Lebensmittel und Alternativprodukte können als mögliche Erweiterung bestehender ketogener Ernährungstherapien verstanden werden. Eine flexitarische, ovo-lacto-vegetarische oder vegane Umsetzung ist grundsätzlich möglich, erfordert jedoch eine individuell angepasste und fachlich sorgfältige Planung.
Zitierweise:
Heidt C, Abramowicz M, Baum S: Ketogene Ernährungstherapien im Wandel. Pflanzliche Lebensmittel und Alternativprodukte als Erweiterung therapeutischer Ernährungsoptionen? Ernährungs Umschau 2026; 73(8): M472–7.e41–2. DOI: 10.4455/eu.2026.045
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