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  • EHEC (Enterohämorrhagisches E. coli)


Seit Mitte Mai grassiert in Deutschland eine gefährliche Darminfektion, die durch den Erreger enterohämorrhagisches Escherichia coli ausgelöst wird. Anfangs war besonders Norddeutschland betroffen, aber viele Fälle - auch mit Todesfolge - wurden dann auch aus anderen Bundesländern gemeldet. Auch Nachbarländer waren betroffen. 
Als Ursprung der Erkrankungswelle werden inzwischen Sprossen aus einem Gartenbaubetrieb in Niedersachsen angesehen. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) können Gurken, Tomaten und Salat, vor deren Verzehr im rohen Zustand in den letzten Wochen gewarnt wurde, wieder gegessen werden. Rohe Sprossen, weder gekauft noch selbstgezogen, sollten aber erst einmal nicht auf dem Speiseplan stehen.

Unter den neun bekannten darmpathogenen E. coli-Stämmen existieren fünf Stämme, welche als Lebensmittelinfektionserreger von Bedeutung sind. Zu diesen zählt EHEC. Aufgrund der Schwere der hervorgerufenen Erkrankung ist EHEC unter den intestinalen E. coli als am bedeutsamsten anzusehen [1].

Das Auftreten der klinischen Symptome von EHEC kann sehr heterogen sein. Etwa 10–20 % der Erkrankten entwickeln eine schwere Verlaufsform mit hämorrhagischer Colitis (Entzündung des Dickdarms) mit krampfartigen Abdominalschmerzen, blutigem Stuhl und z. T. Fieber [2].

Des Weiteren kann EHEC die postinfektiösen Syndrome hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) und thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP) verursachen. HUS ist charakterisiert durch hämolytische Anämie, Thrombozytopenie (Mangel an Thrombozyten/Blutplättchen) und Nierenversagen bis zur Anurie (reduzierte Harnproduktion). Diese extraintestinalen Komplikationen, die mit einer hohen Letalität einhergehen, unterscheiden EHEC gegenüber anderen diarrhöischen E. coli-Pathovaren [2].
Besonders gefährdet sind Säuglinge, Kleinkinder, ältere sowie abwehrgeschwächte Menschen [1, 2].

Aktuelle Informationen zum Thema EHEC finden Sie hier:

  • Robert Koch-Institut: www.rki.de
  • Bundesinstitut für Risikobewertung: www.bfr.bund.de/de/a-z_index/enterohaemorrhagische_escherichia_coli__ehec_-5233.html

Quellen:
1. Steinmüller R (2010) Escherichia coli (Teil 1). Enterobakterien und coliforme Bakterien. Ern Umschau 57(4): B13–B16
2. Steinmüller R (2010) Escherichia coli (Teil 2). Gesundheitlich bedenkliche E.coli-Stämme. Ern Umschau 57(7): B25–B28  (24.05.11)





Seit Mitte Mai grassiert in Deutschland eine gefährliche Darminfektion, die durch den Erreger enterohämorrhagisches Escherichia coli ausgelöst wird. Anfangs war besonders Norddeutschland betroffen, aber viele Fälle - auch mit Todesfolge - wurden dann auch aus anderen Bundesländern gemeldet. Auch Nachbarländer waren betroffen. 
Als Ursprung der Erkrankungswelle werden inzwischen Sprossen aus einem Gartenbaubetrieb in Niedersachsen angesehen. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) können Gurken, Tomaten und Salat, vor deren Verzehr im rohen Zustand in den letzten Wochen gewarnt wurde, wieder gegessen werden. Rohe Sprossen, weder gekauft noch selbstgezogen, sollten aber erst einmal nicht auf dem Speiseplan stehen.

Unter den neun bekannten darmpathogenen E. coli-Stämmen existieren fünf Stämme, welche als Lebensmittelinfektionserreger von Bedeutung sind. Zu diesen zählt EHEC. Aufgrund der Schwere der hervorgerufenen Erkrankung ist EHEC unter den intestinalen E. coli als am bedeutsamsten anzusehen [1].

Das Auftreten der klinischen Symptome von EHEC kann sehr heterogen sein. Etwa 10–20 % der Erkrankten entwickeln eine schwere Verlaufsform mit hämorrhagischer Colitis (Entzündung des Dickdarms) mit krampfartigen Abdominalschmerzen, blutigem Stuhl und z. T. Fieber [2].

Des Weiteren kann EHEC die postinfektiösen Syndrome hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) und thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP) verursachen. HUS ist charakterisiert durch hämolytische Anämie, Thrombozytopenie (Mangel an Thrombozyten/Blutplättchen) und Nierenversagen bis zur Anurie (reduzierte Harnproduktion). Diese extraintestinalen Komplikationen, die mit einer hohen Letalität einhergehen, unterscheiden EHEC gegenüber anderen diarrhöischen E. coli-Pathovaren [2].
Besonders gefährdet sind Säuglinge, Kleinkinder, ältere sowie abwehrgeschwächte Menschen [1, 2].

Aktuelle Informationen zum Thema EHEC finden Sie hier:

  • Robert Koch-Institut: www.rki.de
  • Bundesinstitut für Risikobewertung: www.bfr.bund.de/de/a-z_index/enterohaemorrhagische_escherichia_coli__ehec_-5233.html

Quellen:
1. Steinmüller R (2010) Escherichia coli (Teil 1). Enterobakterien und coliforme Bakterien. Ern Umschau 57(4): B13–B16
2. Steinmüller R (2010) Escherichia coli (Teil 2). Gesundheitlich bedenkliche E.coli-Stämme. Ern Umschau 57(7): B25–B28  (24.05.11)



EHEC (Enterohämorrhagisches E. coli)

Seit Mitte Mai grassiert in Deutschland eine gefährliche Darminfektion, die durch den Erreger enterohämorrhagisches Escherichia coli ausgelöst wird. Anfangs war besonders Norddeutschland betroffen, aber viele Fälle - auch mit Todesfolge …

Seit Mitte Mai grassiert in Deutschland eine gefährliche Darminfektion, die durch den Erreger enterohämorrhagisches Escherichia coli ausgelöst wird. Anfangs war besonders Norddeutschland betroffen, aber viele Fälle – auch mit Todesfolge – wurden dann auch aus anderen Bundesländern gemeldet. Auch Nachbarländer waren betroffen. 
Als Ursprung der Erkrankungswelle werden inzwischen Sprossen aus einem Gartenbaubetrieb in Niedersachsen angesehen. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) können Gurken, Tomaten und Salat, vor deren Verzehr im rohen Zustand in den letzten Wochen gewarnt wurde, wieder gegessen werden. Rohe Sprossen, weder gekauft noch selbstgezogen, sollten aber erst einmal nicht auf dem Speiseplan stehen.

Unter den neun bekannten darmpathogenen E. coli-Stämmen existieren fünf Stämme, welche als Lebensmittelinfektionserreger von Bedeutung sind. Zu diesen zählt EHEC. Aufgrund der Schwere der hervorgerufenen Erkrankung ist EHEC unter den intestinalen E. coli als am bedeutsamsten anzusehen [1].

Das Auftreten der klinischen Symptome von EHEC kann sehr heterogen sein. Etwa 10–20 % der Erkrankten entwickeln eine schwere Verlaufsform mit hämorrhagischer Colitis (Entzündung des Dickdarms) mit krampfartigen Abdominalschmerzen, blutigem Stuhl und z. T. Fieber [2].

Des Weiteren kann EHEC die postinfektiösen Syndrome hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) und thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP) verursachen. HUS ist charakterisiert durch hämolytische Anämie, Thrombozytopenie (Mangel an Thrombozyten/Blutplättchen) und Nierenversagen bis zur Anurie (reduzierte Harnproduktion). Diese extraintestinalen Komplikationen, die mit einer hohen Letalität einhergehen, unterscheiden EHEC gegenüber anderen diarrhöischen E. coli-Pathovaren [2].
Besonders gefährdet sind Säuglinge, Kleinkinder, ältere sowie abwehrgeschwächte Menschen [1, 2].

Aktuelle Informationen zum Thema EHEC finden Sie hier:

  • Robert Koch-Institut: www.rki.de
  • Bundesinstitut für Risikobewertung: www.bfr.bund.de/de/a-z_index/enterohaemorrhagische_escherichia_coli__ehec_-5233.html

Quellen:
1. Steinmüller R (2010) Escherichia coli (Teil 1). Enterobakterien und coliforme Bakterien. Ern Umschau 57(4): B13–B16
2. Steinmüller R (2010) Escherichia coli (Teil 2). Gesundheitlich bedenkliche E.coli-Stämme. Ern Umschau 57(7): B25–B28  (24.05.11)

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Veröffentlicht: 10.06.2011

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