In der Ernährungsberatung sollte neben der Vermittlung von Fachwissen zu Lebensmitteln und Nährstoffen auch die subjektive Wahrnehmung von Gesundheit, Genuss und Körperbild, emotionale Essmuster sowie soziale Einflüsse adressiert werden. Eine nachhaltige Veränderung des Essverhaltens ist jedoch oft nur dann möglich, wenn auch psychologische Hürden erkannt und bearbeitet werden.
Hier setzen auf die aktuelle Motivation der Klient*innen bezogene psychologische Methoden an, die helfen, die eigene Situation zu reflektieren, Motivation aufzubauen, Lösungen zu finden und so im Sinne einer ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘ zu einer langfristig wirksamen Verhaltensänderung beizutragen.
Dabei orientiert sich die Beratung an Modellen aus der Psychologie, z. B. am sog. Health Action Process Approach (HAPA)-Modell und am Transtheoretischen (TTM)-Modell, die zeigen, wie Motivation entsteht und sich verändert. Wie im Beitrag anhand der Modelle dargelegt, durchlaufen Menschen bei Verhaltensänderungen (z. B. Ernährungsumstellung) verschiedene Motivationsstufen.
Entscheidend ist, wie motiviert jemand gerade ist. Die Motivation wird beeinflusst durch die Wahrnehmung von Risiken, die erwarteten Vorteile und das Vertrauen in die eigene Fähigkeit (Selbstwirksamkeit). Die Beratung hilft dabei, diese Motivation zu stärken, damit die Person Schritt für Schritt ihr Verhalten ändern kann.
Der Fortbildungsbeitrag von Katja Kröller et al. geht auf die einzelnen Motivationsphasen ein und erläutert diese anhand von Fallbeispielen. Anschließend werden einzelne ausgewählte psychologische Methoden in der Ernährungsberatung dargestellt. Diese werden je nach Motivationsphase eingesetzt: zu nennen sind u. a. die Validierung der Gesprächsführung, kognitive Techniken, die Verhaltensanalyse sowie Achtsamkeits- und intuitionsbasierte Strategien. Des Weiteren werden die Grenzen psychologischer Methoden in der Beratung aufgezeigt und die Abgrenzung zur Psychotherapie verdeutlicht.
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