Dass das eigene Körperbild vom objektiven Zustand des Körpers stark abweichen kann, ist von Patient*innen mit Essstörungen bekannt: „Magersüchtige“ Patient*innen sehen ihren Körper auch dann noch als „zu dick“ an, wenn sie objektiv bereits stark untergewichtig sind. Solche Abweichungen treten jedoch nicht nur bei an einer Essstörung erkrankten Menschen auf, sondern sind auch bei Gesunden verbreitet. Wie wir unseren Körper betrachten, fühlen und bewerten, wird stark durch unsere Biografie beeinflusst: Durch elterliche Prägung, kulturelle Figurtrends (z. B. „Schlankheitswahn“, „Fitnesswelle“) und unsere Persönlichkeit. Solche Prägungen können ein ganzes Leben lang wirken.
Sucht ein*e Klient*in eine Ernährungsberatung auf, bringt er*sie immer auch sein bzw. ihr eigenes Körperbild (und Körperschema) mit, welches ein relevanter Einflussfaktor auf das bisherige, aber auch ein angestrebtes Ernährungsverhalten ist. Ernährungstherapeut*innen sind also gut beraten, das „Körperthema“ in die Beratung mit einzubeziehen.
Wie das gelingen kann, zeigt der aktuelle Beitrag in Ausgabe 8 von Sylvia Herberg, Ernährungstherapeutin mit Schwerpunkt Essstörungen in eigener Praxis.
Zitierweise:
Herberg S: Der Körper is(s)t mit … Die Relevanz des Körperthemas in der Ernährungstherapie: Eine integrative Perspektive.
Ernährungs Umschau 2026; 73(8): M486–94. DOI: 10.4455/eu.2026.039
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