Essstörungen zählen zu den häufigsten psychosomatischen Erkrankungen und können schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Der Überblicksbeitrag von Wunderer et al. zeigt, dass Essstörungen weit mehr sind als ein gestörtes Essverhalten: Sie sind Ausdruck komplexer bio-psycho-sozialer Prozesse.
Zu den drei zentralen Krankheitsbildern gehören die Anorexia nervosa, Bulimia nervosa und die Binge-Eating-Störung. Während bei der Anorexie ein starkes Untergewicht durch eingeschränkte Nahrungsaufnahme im Vordergrund steht, sind Bulimie und Binge-Eating-Störung durch wiederkehrende Essanfälle gekennzeichnet – bei der Bulimie zusätzlich mit kompensatorischem Verhalten wie Erbrechen. Darüber hinaus existieren weitere atypische Essstörungen sowie neu definierte Störungsbilder wie die sogenannte ARFID-Störung (Avoidant/Restrictive Food Intake Disorder).
Essstörungen treten häufig gemeinsam mit anderen psychischen Erkrankungen auf, etwa Depressionen, Angst- oder Zwangsstörungen, und deren Entstehung wird durch ein Zusammenspiel biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren erklärt. Genetische Einflüsse, Persönlichkeitsmerkmale wie Perfektionismus, negative Selbstbewertungen oder ein starkes Schlankheitsideal in sozialen Medien können eine Rolle spielen. Für Betroffene erfüllt das Essverhalten oft eine psychische Funktion, etwa zur Emotionsregulation oder zur Bewältigung von Konflikten.
Entsprechend vielfältig sind die Behandlungsansätze. Eine wirksame Therapie erfolgt meist in einem multiprofessionellen Team aus Medizin, Psychotherapie, Ernährungsberatung und sozialer Arbeit. Neben der Stabilisierung des Essverhaltens werden auch Selbstwert, Körperbild und psychosoziale Belastungen bearbeitet. Angehörige spielen dabei häufig eine wichtige unterstützende Rolle.
Zunehmend an Bedeutung gewinnen zudem digitale Beratungsangebote. Sie können insbesondere jungen Menschen einen niedrigschwelligen Zugang zu Hilfe ermöglichen und den Einstieg in eine weiterführende Behandlung erleichtern.
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