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  • Folge des nassen Sommers: Schimmelpilze im Getreide


Die vielen Regenfälle der Sommermonate haben nicht nur Flüsse über die Ufer treten lassen, sondern auch Felder weiträumig unter Wasser gesetzt. Dadurch wurde das Getreide zu Boden gedrückt. Als Folge befürchten Wissenschaftler nun ein erhöhtes Auftreten von Fusarium-Pilzen, die bei feuchtwarmen Bedingungen ideal gedeihen. Was diese bewirken, wird im Folgenden beschrieben.

Die Pilze mindern nicht nur den Ertrag, sondern können durch die Bildung von Mykotoxinen zu erheblichen Qualitätsminderungen führen. Hiervon ist insbesondere Futtergetreide betroffen. Vor allem Schweine reagieren sehr empfindlich auf die von Fusarien gebildeten Gifte Deoxynivalenol und Zearalenon, so die Wissenschaftler. Deoxynivalenol führt schon in relativ geringen Konzentrationen zu einem Rückgang im Futterverzehr und zu verzögertem Wachstum. Das östrogenähnliche Zearalenon kann bei Sauen zu Fruchtbarkeitsstörungen und zum Abort der Ferkel führen. Rinder und Hühner, deren Rationen ebenfalls Getreide enthalten, sind weniger empfindlich.

Das Fleisch von Tieren, die mit fusariumhaltigem Getreide gemästet wurden, ist hingegen kaum mit Mykotoxinen belastet. Das haben Versuche der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft und der Bundesanstalt für Fleischforschung ergeben. Die Gifte werden im Körper der Tiere abgebaut. Allerdings können Menschen die Toxine durch getreidehaltige Lebensmittel wie Brot oder Nudeln direkt aufnehmen. Derzeit analysiert die Bundesanstalt für Getreide-, Kartoffel- und Fettforschung die diesjährigen Getreidechargen auf ihren Mykotoxingehalt. Ergebnisse sind Ende September zu erwarten.

Orientierungswerte zur Belastungssituation der Futterrationen von Schwein und Rind basieren auf Untersuchungsergebnissen aus den Bundesforschungsanstalten und anderen Forschungseinrichtungen. So soll das Futter von Rindern nicht mehr als 5 mg/kg und das von Schweinen nicht mehr als 1 mg/kg Deoxynivalenol aufweisen. Der Lebensmittelbereich wird durch die geänderte Mykotoxin-Höchstmengenverordnung geregelt. Danach dürfen in Speisegetreide, Mehl und Teigwaren (z. B. Nudeln) nur maximal 0,5 mg/kg Deoxynivalenol enthalten sein, in Brot und Backwaren 0,35 mg/kg. 05.09.02

Weitere Informationen:

Forschungsreport des Verbraucherministeriums 2/99



Die vielen Regenfälle der Sommermonate haben nicht nur Flüsse über die Ufer treten lassen, sondern auch Felder weiträumig unter Wasser gesetzt. Dadurch wurde das Getreide zu Boden gedrückt. Als Folge befürchten Wissenschaftler nun ein erhöhtes Auftreten von Fusarium-Pilzen, die bei feuchtwarmen Bedingungen ideal gedeihen. Was diese bewirken, wird im Folgenden beschrieben.

Die Pilze mindern nicht nur den Ertrag, sondern können durch die Bildung von Mykotoxinen zu erheblichen Qualitätsminderungen führen. Hiervon ist insbesondere Futtergetreide betroffen. Vor allem Schweine reagieren sehr empfindlich auf die von Fusarien gebildeten Gifte Deoxynivalenol und Zearalenon, so die Wissenschaftler. Deoxynivalenol führt schon in relativ geringen Konzentrationen zu einem Rückgang im Futterverzehr und zu verzögertem Wachstum. Das östrogenähnliche Zearalenon kann bei Sauen zu Fruchtbarkeitsstörungen und zum Abort der Ferkel führen. Rinder und Hühner, deren Rationen ebenfalls Getreide enthalten, sind weniger empfindlich.

Das Fleisch von Tieren, die mit fusariumhaltigem Getreide gemästet wurden, ist hingegen kaum mit Mykotoxinen belastet. Das haben Versuche der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft und der Bundesanstalt für Fleischforschung ergeben. Die Gifte werden im Körper der Tiere abgebaut. Allerdings können Menschen die Toxine durch getreidehaltige Lebensmittel wie Brot oder Nudeln direkt aufnehmen. Derzeit analysiert die Bundesanstalt für Getreide-, Kartoffel- und Fettforschung die diesjährigen Getreidechargen auf ihren Mykotoxingehalt. Ergebnisse sind Ende September zu erwarten.

Orientierungswerte zur Belastungssituation der Futterrationen von Schwein und Rind basieren auf Untersuchungsergebnissen aus den Bundesforschungsanstalten und anderen Forschungseinrichtungen. So soll das Futter von Rindern nicht mehr als 5 mg/kg und das von Schweinen nicht mehr als 1 mg/kg Deoxynivalenol aufweisen. Der Lebensmittelbereich wird durch die geänderte Mykotoxin-Höchstmengenverordnung geregelt. Danach dürfen in Speisegetreide, Mehl und Teigwaren (z. B. Nudeln) nur maximal 0,5 mg/kg Deoxynivalenol enthalten sein, in Brot und Backwaren 0,35 mg/kg. 05.09.02

Weitere Informationen:

Forschungsreport des Verbraucherministeriums 2/99

Folge des nassen Sommers: Schimmelpilze im Getreide

Die vielen Regenfälle der Sommermonate haben nicht nur Flüsse über die Ufer treten lassen, sondern auch Felder weiträumig unter Wasser gesetzt. Dadurch wurde das Getreide zu Boden gedrückt. Als Folge …

Die vielen Regenfälle der Sommermonate haben nicht nur Flüsse über die Ufer treten lassen, sondern auch Felder weiträumig unter Wasser gesetzt. Dadurch wurde das Getreide zu Boden gedrückt. Als Folge befürchten Wissenschaftler nun ein erhöhtes Auftreten von Fusarium-Pilzen, die bei feuchtwarmen Bedingungen ideal gedeihen. Was diese bewirken, wird im Folgenden beschrieben.

Die Pilze mindern nicht nur den Ertrag, sondern können durch die Bildung von Mykotoxinen zu erheblichen Qualitätsminderungen führen. Hiervon ist insbesondere Futtergetreide betroffen. Vor allem Schweine reagieren sehr empfindlich auf die von Fusarien gebildeten Gifte Deoxynivalenol und Zearalenon, so die Wissenschaftler. Deoxynivalenol führt schon in relativ geringen Konzentrationen zu einem Rückgang im Futterverzehr und zu verzögertem Wachstum. Das östrogenähnliche Zearalenon kann bei Sauen zu Fruchtbarkeitsstörungen und zum Abort der Ferkel führen. Rinder und Hühner, deren Rationen ebenfalls Getreide enthalten, sind weniger empfindlich.

Das Fleisch von Tieren, die mit fusariumhaltigem Getreide gemästet wurden, ist hingegen kaum mit Mykotoxinen belastet. Das haben Versuche der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft und der Bundesanstalt für Fleischforschung ergeben. Die Gifte werden im Körper der Tiere abgebaut. Allerdings können Menschen die Toxine durch getreidehaltige Lebensmittel wie Brot oder Nudeln direkt aufnehmen. Derzeit analysiert die Bundesanstalt für Getreide-, Kartoffel- und Fettforschung die diesjährigen Getreidechargen auf ihren Mykotoxingehalt. Ergebnisse sind Ende September zu erwarten.

Orientierungswerte zur Belastungssituation der Futterrationen von Schwein und Rind basieren auf Untersuchungsergebnissen aus den Bundesforschungsanstalten und anderen Forschungseinrichtungen. So soll das Futter von Rindern nicht mehr als 5 mg/kg und das von Schweinen nicht mehr als 1 mg/kg Deoxynivalenol aufweisen. Der Lebensmittelbereich wird durch die geänderte Mykotoxin-Höchstmengenverordnung geregelt. Danach dürfen in Speisegetreide, Mehl und Teigwaren (z. B. Nudeln) nur maximal 0,5 mg/kg Deoxynivalenol enthalten sein, in Brot und Backwaren 0,35 mg/kg. 05.09.02

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Forschungsreport des Verbraucherministeriums 2/99

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Veröffentlicht: 05.09.2002

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